Kein Aufklärungsgespräch vor Kaiserschnitt?!

Hallo Zusammen,

am 22.08. soll nun mein geplanter WKS stattfinden. Ich habe mich dafür entschieden weil ich panische Angst vor einer natürlichen Geburt habe und denke wenn ich im Kopf blockiert bin kann das ja nicht klappen.

Jedenfalls hätte ich am 20.07. ein Aufklärungsgespräch in der Klinik haben sollen, die Ärztin war aber so dermaßen unfreundlich und wollte mir um jeden Preis den KS ausreden, ich musste mich rechtfertigen und sie hatte absolut null Verständnis für meine Entscheidung. Letztendlich hat kein "richtiges" Gespräch stattgefunden, wir waren nach 5 Minuten fertig, keine Untersuchung nichts!

Ich habe dann eine E-Mail an den Chefarzt geschrieben bezüglich dem Termin, dieser antwortete mir auch und entschuldigte sich für das Verhalten der Ärztin. 2 Tage später bekam ich einen Anruf von der Sekretärin, es wurde nochmal der Termin für den KS geändert und am 19.08 habe ich nun das Gespräch bei der Anästhesie.

Ich finde es schade dass ich nicht richtig aufgeklärt wurde wegen des Kaiserschnitts, da gibt es doch sicherlich viel zu klären oder? Außerdem habe ich auch viele Fragen.

Nun würde ich gerne von euch Mamas die einen KS hatten wissen, wie sich das anfühlt, was man beachten muss, oder einfach alles was man darüber wissen muss.

Z.b habe ich totale Angst vor der OP selbst, wie ist das wenn man plötzlich nichts mehr spürt? Ab wann lässt die Betäubung nach?

- Wird es einem übel oder bekommt man Atemnot von der Narkose?

- muss man auf jeden Fall nüchtern sein?

- wie stark sind die Schmerzen danach? Kann man die mit etwas vergleichen?

Der KS wird übrigens in der Frauenklinik in Böblingen gemacht, vielleicht habe ich ja Glück und jemand ist auch dort gewesen und kann seine Erfahrungen noch teilen.

Danke schonmal❤

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Liebe Leyla,

Dir steht ein anständiges Aufklärungsgespräch zu, dies ist sogar Pflicht.
Bitte, fordere dies konkret ein. Zu jeder OP gehört ein Aufklärungsgespräch (ok bei einer Not-OP nicht).
Ich hatte eine sekundäre sectio, aber beim geburtsplanungsgespräch wurde ich über einen KS informiert.

- Ich hatte keine Atemnot, von der Narkose haben mir aber die Lippen und die Nase geguckt. Ich weiß gerade nicht, ob ich eine Sauerstoffbrille hatte, zur Sicherheit, müsste ich meinen Mann mal fragen.

-ich war nicht nüchtern, bei geplanten KS wird es meines Wissens geraten, falls es doch zur vollnarkose kommt. Gerade dafür ist das Aufklärungsgespräch wichtig, dass wird dir die Anästhesie sagen. Ich habe vorher ein Mittel bekommen, dass die magensäure gebunden hat

-Ja ich hatte Schmerzen, aber ich war am Tag des KS (geboren ist die kleine um 01:05) wieder auf den Beinen und habe sie an dem Tag schon komplett alleine versorgt. Ja, es ist eine große Bauch-OP, aber es ist besser gleich wieder auf die Beine zu kommen. Es fühlte sich für mich an, wie ein sehr starker muskelkater. Aber ich war schnellere wieder fit, als die Mama in meinem Zimmer, die vagibal entbunden hatte und 3 Tage lag. Auch meine Freundin die vaginal entbunden hatte, hat länger gebraucht. Nimm auf jeden Fall die Schmerzmittel an, das hilft enorm.

Falls du noch Fragen hast, kannst du mich gerne fragen. Der KS ist zwar fast 4 Jahre her, aber Erfahrung ist Erfahrung.

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Danke für deine Erfahrung :)

schön zu lesen dass du schnell wieder fit warst und den KS in guter Erinnerung hast.
Hattest du denn auch Angst vor dem was auf dich zukommt? und war es im Endeffekt gar nicht so schlimm?
Oft sind es ja auch die Gedanken die einem verrückt machen.
Und wie war das mit dem Blasenkatheter? tut das legen und ziehen doll weh?

LG

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Nein, ich hatte keine Angst. Ich war an Tag drei der Einleitung, es ging nicht weiter, trotz PDA und voll aufgedrehtem wehentropf. Das der Arzt dann den LS empfohlen hatte, war die einzige, richtige Entscheidung, unsere Tochter hatte sich im Becken verteilt, dass fruchtwasser war inzwischen braun.
Ich war damit völlig fein, hab nur auf dem weg in den OP gedacht: sch***e, gleich bist du Mama!
Für mich war es in Ordnung, dass es am Ende so gekommen ist.

Das legen des Blasenkather habe ich nicht bemerkt weil die PDA lag, das ziehen zipte kurz, dann war es vorbei. Dabei so atmen wie das Pflegepersonal es Ansage, dann läuft das.

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Ich sehe jetzt das Problem nicht unbedingt. Du bist dir in deiner Entscheidung sicher. Das hat die Ärztin in Erfahrung bringen wollen. Für die Artbund Weise wurde sich ja schon entschuldigt. Manche Ärzte sind sind zwischenmenschlich nicht sonderlich fit und wenn es dann auch persönlich zwischen Arzt und Patient nicht passt, kommt die Kommunikation ins Stocken. Kann man sich jetzt drüber aufregen, ist es aber nicht wert.

Vor dem Kaiserschnitt gibt es ein Anästhesiegespräch. Deine Fragen sind genau Bestandteil dieses Gespräches und du musst vorher dann dort die Papiere unterschreiben, dass du einwilligst. Es gibt keine medizinische Ursache, also braucht es auch keine Untersuchung.
Das wurde bei mir beim Vorabgespräch für eine natürliche Geburt übrigens auch nicht gemacht. Eine Untersuchung erfolgt nur nach vorheriger Terminvergabe für eine Untersuchung. Ansonsten ist es nur ein kurzes Gespräch mit Aufklärung und Ausfüllen der Papiere. Mehr muss es ja auch nicht sein.

Hast du generell mit Ängsten zu tun? Du schreibst, dass der Grund für den Kaiserschnitt Ängste vor der natürlichen Geburt sind, aber vor dem Kaiserschnitt fürchtest du dich auch.
Vielleicht solltest du vorab einfach noch mal mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin darüber reden und versuchen zu entspannen. Das ist bestimmt auch für den Kaiserschnitt nicht verkehrt. Mich hat übrigens die Vorstellung von einem OP und dem Gefühlsverlust in den Beinen total fertig gemacht. Auch das man zwar spüren aber keinen Schmerz empfindet fand ich gruselig. Ich kann nach zwei Geburten auch nicht nachvollziehen, wie man das freiwillig bevorzugen kann. Aber da ist jeder halt anders.
Du wirst schon das für dich richtige machen.

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Vielleicht macht das jede Klinik anders? Bekannte von mir hatten auch so ein Aufklärungsgespräch bei einer natürlichen Geburt, deswegen dachte ich ist es bei einem KS schon notwendig.
Ja ich habe generell mit Ängsten zutun, das war auch vor der Schwangerschaft schon so. Und ja ich finde beide Methoden angsteinflößend sowohl natürlich als auch KS. DIe meisten Frauen wünschen sich ja eine natürliche Geburt und können einen WKS nicht nachvollziehen, aber wie du schon sagst da ist halt jeder anders.

LG

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Hi

Ich hatte meinen WKS vor 9 Tagen. Ich wurde 2x Ohnmächtig wegen Blutdruckabfall, aber da bekam ich ein Medikament, danach war die Welt schön.

Nicht zu unterschätzen sind die Schmerzen danach. Ich brauchte 2 Tage lang bei allem Hilfe trotz 3 Schmerzmedikamente. Heute war ich das erste mal draußen, aber alles strengt sehr an. Das Schlimmste war für mich, dass ich mich nicht bewegen und ums Kind kümmern konnte.

Ich würde es nicht mehr machen lassen, falls es Kind 3 gibt dann wieder spontan plus PDA..

Zur Aufklärung: die muss statt finden, sonst gibt auch die Anästhesie keine Freigabe im OP. Würde darauf bestehen.

Alles Gute !

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Nachtrag:

Bei der ersten, Variablen Entbindung war ich sofort fit. Trotz Geburtsverletzungen.

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Du bist, glaube ich, die erste hier von der ich lese, dass sie einen WKS hatte und ihn nicht mehr machen würde. Liegt das in den Schmerzen danach begründet? Oder was hat deine Meinung quasi nachträglich geändert?

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Es gibt vor einem Kaiserschnitt auch nicht zwingend eine Untersuchung, denn dafür ist bis zum Schluss deine Frauenärztin zuständig. Bei mir wurde auch nur ganz kurz die Narbe des ersten Kaiserschnitts im Ultraschall überprüft, mehr nicht.

Aufgeklärt wirst du sicher bei dem Termin noch, denn du musst ja schließlich auch unterschreiben. Ohne Papierkram keine Operation. Da würde ich alles fragen, was dir wichtig ist.

Zu deinen Fragen:
- Die Betäubung lässt relativ schnell nach. Deswegen: Genieße die ein, zwei Stunden Schmerzfreiheit, die du danach hast ;-) Wir haben in der Zeit die wichtigsten Leute angerufen, danach hätte ich dann keinen Bock mehr gehabt :-D
- Es ist ein komisches Gefühl, wenn die Gefühllosigkeit einsetzt, aber nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt. Man ist ja vorbereitet. Wenn du schon mal eine Betäubung beim Zahnarzt hattest, kannst du das gut damit vergleichen. Es ist nicht schlagartig, sondern breitet sich langsam. Dadurch bleibt man entspannt.
- Wie man auf das Mittel reagiert oder was dein Kreislauf macht, kann keiner vorher mit Sicherheit sagen. Einfach sofort Bescheid sagen, wenn dir schwindelig oder übel wird, dann spritzt man dir etwas. Ich habe sowohl die Vollnarkose als auch die Spinale sehr gut vertragen, absolut keinerlei Nebenwirkungen.
- Ich musste nüchtern sein, was irgendwann zum Problem wurde. Aufgrund von Notfällen verschob sich meine OP immer weiter nach hinten, am Ende hatte ich seit 24 Stunden nichts mehr gegessen. War nicht so cool. Aber in der Regel erhältst du ausreichend Infusionen zur Flüssigkeitszufuhr, also man verdurstet zumindest nicht ;-)
- Die Schmerzen sind sehr unterschiedlich. Ich hatte einen Notkaiserschnitt und dann einen geplanten Kaiserschnitt. Nach dem ersten ging es mit Schmerzmitteln ganz gut, war aber zwei, drei Tage schon ziemlich heftig. Beim ersten Aufstehen denkst du, dass du niemals wieder im aufrechten Gang enden wirst :-D Der zweite Kaiserschnitt war eine ganz andere Nummer, die Schmerzen waren unfassbar, trotz starker Medikamente. Da hilft nur: Trotzdem aufstehen, leichte Bewegung, regelmäßig Medikamente nehmen und sich einfach sagen, dass es von Tag zu Tag besser wird. Es ist einfach eine große OP und man muss damit rechnen, dass es sehr wehtun kann. Aber es ist bei jedem anders.

Nimm all die Fragen mit zum Gespräch und trau dich zu fragen. Ich habe, selbst während der Operation, jede noch so blöde Frage gestellt, die mich beschäftigte. Das hat mich innerlich sehr entspannt, denn es ist ja schon eine außergewöhnliche Situation.

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Danke für deine ausführlichen Erfahrungen :)

Ja ich hatte schon mehrmals eine Betäubung beim Zahnarzt, das fand ich nie schlimm, bis auf einmal als meine Weisheitszähne rausgekommen sind alle 4 aufeinmal, mein ganzer Kopf und Gesicht war taub bis zum Hals ich hatte plötzlich eine richtige Panikattacke :(
Deswegen fürchte ich mich nun auch etwas, es sind ja nicht nur die Beine wo taub sind sondern bis hoch zum Brustkorb oder? bekommt man da überhaupt noch Luft?!

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Du bekommst sehr gut Luft, es wird ja nicht deine Lunge betäubt ;-) Du kannst ganz normal atmen, sprechen, deine Hände bewegen...ich habe gar nicht gemerkt, wie weit die Narkose ging, erst als die Ärztin hinterher gezielt über den Brustkorb wischte und fragte, ab wo ich wieder Gefühl habe. Da wurde mir erstmal klar, wie weit das hoch ging :-D Ich hatte wirklich auch sehr große Angst davor, weil mein Notkaiserschnitt eine so traumatische Erfahrung war, aber es war deutlich weniger schlimm als erwartet. Das A und O für mich war: Immer fragen, fragen, fragen. Bei jedem komischen Gefühl habe ich der Ärztin beschrieben, was ich merke und gefragt, ob das normal sei. Das hat so viel geholfen... Und ich hatte eben auch die Versicherung, dass sie mir umgehend etwas geben, wenn Beruhigung durch Reden nicht mehr hilft. Die sind auf alles vorbereitet, da kannst du dir sicher sein. Also nur Mut! Es ist komisch, keine Frage, und ich dachte permanent "OMG, hinter dem Tuch ist dein ganzer Bauch offen, man kann deine ganzen Innereien sehen und du bist WACH!" Völlig irre! Aber um dich herum sind alle ruhig und professionell, sie halten deine Hand und reden mit dir... Und wann immer irgendwas ist - Übelkeit, Kreislauf usw. - reagieren sie schnell. Es wird alles gut.

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Ich habe meine beiden Töchter in Böblingen per sekundärer Sectio bekommen. Es war beide Male ok, klar hatte ich Schmerzen, aber mit Schmerzmitteln ist es aushaltbar. Ich hab beide Kinder nach dem 1. Aufstehen selbst versorgt.
Dass BB sich gg einen KS wehrt wundert mich etwas, meines Wissens nach haben die eine ziemlich hohe Sectio-Rate (liegt aber auch mit daran, dass sie eine Level 1 Neo haben)…
Alles Gute für dich!

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Danke für deinen Beitrag :)

Ich habe BB gewählt weil ich eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht habe, auch dass der Chefarzt sich dann entschuldigt hat für das Verhalten der Ärztin spricht ja für die Klinik. Ich denke ich bin da einfach an die "falsche" Ärztin geraten.

Wie war das denn bei dir mit dem Aufklärungsgespräch? Wann vor KS hat das statt gefunden?

LG

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Ich war auch zufrieden dort, hab ja dann auch das 2. Kind dort bekommen, allerdings vor 14 und 11 Jahren. Aufklärung war unter Geburt, kurz vor OP, weil nicht der von den Ärzten gewünschte Geburtsfortschritt stattfand. Da hörst du aber nicht mehr so genau zu, vor allem nicht unter starken Wehen.
An blöde Ärzte kann man leider überall geraten, schön, dass sich der Chefarzt dafür entschuldigt hat.
Ich persönlich möchte es beim 3. Kind jetzt unbedingt nochmal spontan versuchen und hoffe es klappt diesmal, allerdings nicht in BB…