Plötzlich negative Tage

Hallo,

nach 3 FG insgesamt und einer lebend Geburt weiß ich wie das Glückspiel so läuft und ich versuche immer positiv zu denken.
Ich vermisse nichts was nicht da ist und mein Leben ist eigentlich perfekt. Sollte es diesmal nicht klappen dann ist Schluß! Meinem Körper tue ich sowas nicht mehr an und ich kümmer mich nur um die Endometriose und meine Familie. Pflegeeltern ist durch den Beruf auch eine Option für uns.

Nun zum Problem.

Seit 2-3Tagen jedoch ist unterschwellig eine Trauer und ich merke das sie öfters am Tag durchkommt und ich einfach mal ein paar Tränen vergießen muss.

Aktuell bin ich bei 8+1 und der Embryo hat Sturzblutungen, eine 20% abgerissene FH (von der Gebärmutter) und 2 gefährliche Hämatome überlebt.
Ich liege seit fast 21 Tagen, bekomme folgende Medikamente:

6xMagnesium,
4 Insulin Spitze
1 Thrombosespritze
1 Folsäure
400mg Utrogest
Vitamin Tabletten
7x am Tag Zucker messen

Wir haben eine Haushaltshilfe von der KK genehmigt bekommen und ich fahre ggf. mit dem Rollstuhl mal um den Häuserblock.

Ich habe nun aber gerade einen Punkt erreicht wo ich fertig bin!
Die Gedanken das das Baby uns wieder verlassen könnten fangen an zu kreisen. Mein Kopf fängt an zu denken dass ich soviel auf mich nehme und es am Ende für den Arsch sein könnte. Aktuell fühlt es sich auf Grund der Umstände eher wie eine Krankheit an und ich habe nichts schönes.

Bis vor 3 Tagen war es nicht so. Ich hatte keine Bedenken das was schief gehen könnte. Wir haben ja schließlich schon 14 nach den beginnenden Problemen geschafft.
Ich liege nur herum und die Angst enttäuscht zu werden ist groß. Bin fast den Tag über alleine und man vereinsamt natürlich in diesem Zustand.
Das Kind ist 6 Jahre alt und wird viel von den Nachbarn genommen sodass sie mich nicht immer mitbekommen muss. Wir können schlecht 8 Stunden nur am Bett oder der Couch spielen.


Positiv denken fällt gerade echt schwer

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Oh man, das ist ja ein schrecklicher Zustand und das gleich so am Anfang. Es würde mir sicher nicht anders gehen.

Das ist ja ein riesen Einschnitt in dein Leben und vorallem in dein Familienleben. Rumliegen ist ja mal ganz schön, aber so auf Dauer sicher schlimm.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dass du aus dem Tief wieder raus kommst und natürlich die Schwangerschaft stabil bleibt und die ganzen Komplikationen schnell vorbei sind.

Alles alles Gute 🍀

2

Liebe Sotumami,

es tut mir sehr leid, dass du zurzeit in so einem blöden Zustand steckst. Einerseits Hoffnung, dass da leben in dir ist, dass da ein kleines Herzchen in dir schlägt...
und dann auf der anderen Seite die Angst, wieder enttäuscht zu werden, wieder alles umsonst gewesen zu sein, wieder auf so viel verzichtet bzw. so viel auf sich genommen zu haben und dann um nur diese schmerzhafte Leere im Herzen zu spüren, wenn dein Baby sich verabschiedet...


Auch ich kenne diese Gedanken und irgendwann heißt es: es reicht!
Aber dann kommt das Herz, dass sich doch SO nach einem Wunder sehnt... verfluchtes Herz!
Ich habe 12 Sternchen hergeben müssen, und weil das nicht reicht, auch noch meine geliebte Tochter in der 38. Woche...

Und ja, der Schmerz ist soo groß, aber der Wunsch genau so.

Ich für mich habe entschieden, dass wir solange weiter machen, bis das Herz irgendwann zufrieden sagen kann, dass es nun aufhören mag.
Und wenn dein Herz sagt, dass er es nicht mehr kann, dann ist das gut so, denn dein Herz entscheidet richtig. Ihr habe schon eine tolle große Tochter, du bist Mutter, ihr seid Eltern! Aber wenn dein Herz sagt, dass du all diese Strapazen weiterhin auf dich nehmen sollst, dann ist das genau so gut!

Ich wünsche euch aus dem tiefsten Herzen, dass ihr mit einem neuen gesunden Baby belohnt werdet. Lasse deine Gefühle und Trauer zu, du bist schließlich auch nur ein Mensch...


Ansonsten noch ein Motto: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. 🍀💪🏻

Alles Liebe,
Hope