Die erwartete Freude stellt sich nicht ein

Hallo,

Ich traue mich eigentlich noch nicht so richtig hierher aber ich dachte mir wenn ich Antworten finde, dann hier.

Ich bin jetzt seit heute in der 7. SSW dank ICSI, wir warten seit 3.5 Jahren auf das Positiv nach unzähligen IUIs, Untersuchungen und einer gescheiterten IVF. Ich dachte immer sobald ich endlich mal schwanger bin kann ich mich zumindest eine Zeit lang freuen. Aber irgendwie fühle ich mich sehr leer. Als wäre das Ziel mit positivem Test erreicht aber geändert hat sich nichts.

Ich fühle mich auch nicht schwanger, nur sehr, sehr müde. Und ich bin in einem dauerhaften Stimmungstief. Meinen ersten Ultraschall habe ich erst am 16.03 und ich habe ein wenig die Hoffnung, dass sich die Freude dann einschleicht wenn alles ok ist.
Ich habe aber das Gefühl, dass es etwas anderes ist. Es ist keine Angst die mich lähmt. Ich fühle mich einfach leer. Als würde ich auf die Mens warten nach einem gescheiterten Versuch. Und so langsam mache ich mir Sorgen dass ich depressiv werde.

Kann doch nicht sein, oder?

Ich meine da arbeitet man 3.5 Jahre auf etwas hin und wenn es dann da ist kann man sich nicht freuen.

Ich mache mir auch Sorgen dass ich so gar keine Verbindung zu dem Baby aufbauen werde. Und ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen dass ich mich nicht freue. Ich vergesse auch regelmässig dass ich schwanger bin und dann plane ich, zB auf der Arbeit, Termine für später und dann plötzlich denke ich: "Achja, du bist ja schwanger. Eventuell kannst du diese Termine gar nicht mehr wahrnehmen." Und dann bin ich genervt. GENERVT. Wegen eines ARBEITSTERMINS. Und danach bin ich wütend auf mich selbst. :-[

Geht es jemandem hier auch so, oder ist es jemandem vielleicht so gegangen?

Ich könnte momentan einfach nur pausenlos heulen.

Alles Liebe an euch,

dragonflies #blume

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Ich glaube du kannst nicht falsch fühlen. Bei meiner Tochter war ich auch super überrascht, wie es sich anfühlt, wenn der test positiv ist. Ich habe gelacht und geweint. Ich hab mich gefreut und dann hab ich alles wieder nach hinten geschoben und hatte immer im Kopf "freu dich nicht zu früh, es kann nicht wahr sein". Ich hab alles gelesen .. fg, ma, entwicklungsverzögerung, etc. Irgendwas musste mir doch passieren...

Was für mich super gut war: nachdem wir aus der Klinik entlassen wurden (Herzschlag ❤) sollte ich zum FA. Der machte dann alle 2 Wochen einen Ultraschall (risikoSS wegen icsi).

Es wurde echter. Und größer. Stabil.

Dann durfte ich sie spüren. Wie schmetterlinge im Bauch. Dann kam das Geschlecht. Dann durfte mein Mann die Tritte von außen spüren... das kinderzimmer wurde fertig und es war perfekt.

Nach der Geburt kam wieder ein kleiner Knick in meinen Kopf. Ich hatte das Gefühl, die Zeit rennt und irgendwie fühlten sich die ersten 12 Wochen an, als würde sie mir jemand wegnehmen. Total banane.
Da war es wiederum sehr gut mit meinem Mann zu sprechen. Der hat meine Sorgen und komischen Gedanken und Gefühle sortiert und versichert, dass das Baby fürimmer bei uns bleibt.

Heute erinnere ich mich zwar dran, bin aber froh, dass mich diese Gedanken und Gefühle lediglich begleitet und nicht dominiert haben. Sie ist das schönste, beste, und mich glücklich machenste pflaster, welches man auf die unerfüllter kiwu Narbe hätte kleben können.

Sie hat mich geheilt und zeigt mir jeden Tag wie bunt, schön und reich diese welt ist.

Unsere Bindung ist übrigens 1A. Wir hatten nie Probleme. Trotz meiner Zweifel und Sorgen. Vertrau deinem Kind. Es wird dir auch zeigen wie schön, bunt und reich diese Welt dich machen kann 💜

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Wie schön du das beschrieben hast 💜💜💜💜

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Ja, finde ich auch❤

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Guten Morgen,

so lange hat man versucht schwanger zu werden, so viele negative Test's verkraften müssen, viele Tränen vergossen und jetzt ist man schwanger und denkt sich, dass es doch bestimmt schief geht, weil es muss ja nen Haken geben! Mir fiel es auch schwer am Anfang positiv zu bleiben. Ich habe mir immer eingeredet, dass ich bestimmt nicht schwanger bleibe, weil ich so lange es versucht habe und so ein Glück bestimmt nicht haben werde.

Ich habe mich die erste Zeit von Ultraschall zu Ultraschall gehangelt und mit jedem positiven Ultraschall und jeder positiven Untersuchungen wurde ich sicherer.
Die Anfangszeit ist leider sehr nervenaufreibend, man spürt das Baby noch nicht, die Schwangerschaft ist noch nicht so gefestigt, man kann sich noch nicht drauf einlassen und man hat Angst wieder entäuscht zu werden.

Bei mir wurde es mit der Zeit besser und ich konnte dann auch vertrauen, seit ich die Kleine spüre bin ich Feuer und Flamme und die Bindung ist sehr da. Da kommt bei Dir ganz bestimmt auch noch.
Scheue Dich aber nicht darüber zu sprechen, vielleicht auch mit Deinem/r Gyn. Das ist nichts verwerfliches und sollte kein Tabu sein.

Ich hoffe, dass Du Dich ganz bald freuen kannst und alles gut geht🍀✊

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Schön zu lesen dass es besser wurde.

Die Angst kann ich ja sehr gut nachempfinden und hatte mich auch auf die eingestellt. Aber noch nichtmal die spüre ich momentan. Als hätte ich mich von der Vorstellung einer Schwangerschaft komplett abgekapselt. Da ist einfach nichts: keine Freude, keine Angst. Ein grosses, leeres Nichts. Und das bereitet mir Sorgen. Mittlerweile frage ich mich aber ober es nicht eine gigantische Selbstschutzreaktion meiner Psyche ist. Im "Unerstützter Kinderwunsch"-Forum gab es in letzter Zeit sehr viele negative und schlimme Vorkommnisse, und mit jedem Post wurde die Leere irgendwie grösser. Vielleicht sollte ich mir auch einfach eine Auszeit vom Forum nehmen.

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Ich finde das ehrlich gesagt nach dem Weg den ihr hinter euch habt sehr normal. Vielleicht oder wahrscheinlich ist auch noch ein bisschen seelische Schutzreaktion dabei. So geht es mir zumindest. Das erste Kind ging ganz problemlos. Danach hatte ich 2FG, massive körperliche Probleme, Stimulation, im Zyklus vor der IVF auf den letzten Drücker positiv getestet. Bin heute in der 10. Woche und die Leichtigkeit der ersten Schwangerschaft stellt sich nicht mehr ein. Aus der Erfahrung mit dem ersten, es wird greifbarer wenn man die körperlichen Veränderungen merkt, leichte Kugel, erste Seifenblasen im Bauch.
Du hast gekämpft wie eine Löwin um mit diesem Kind schwanger zu sein. Da ist kein Zweifel dass da keine grosse grosse Liebe da sein wird. Gib dir Zeit zu realisieren dass die nächste (saudumme und) endlose Wartezeit begonnen hat.

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Danke für deinen Beitrag!
Das hat mir sehr geholfen!

Ich glaube zwischendurch auch dass meine Psyche da einfach einen gigantischen Schutzwall gebaut hat. Und ich beneide die unbeschwert Schwangeren mehr als ich zugeben mag.

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Das verstehe ich so gut. Das ist der häufigste Satz den ich gerade sage. „Die Leichtigkeit ist weg.“ und die kriegst du auch nicht wieder. Aber irgendwann wird es für Kopf und Herz greifbar dass da ein Kind ist. Und dann kommt ein Geschlecht, der Name, Tritte. Dann redet man mit der Bohne ohne sich komplett geisteskrank zu fühlen - und du merkst dass sie reagiert und ein Dialog entsteht. Das wächst alles mit dem Kind und es stellt sich ein Bild ein wird bald sein wird wenn die Bohne da ist, eine Zuversicht. Und auch Freude. Die kommt, keine Sorge. Wir hatten beim ersten bei Woche 22 eine Diagnose wo mal kurz diskutiert und untersucht wurde ob ich das Kind austrage oder abgebrochen werden muss. Die Welt ist um mich rum eingestürzt, die schlimmsten 10 Tage meines Lebens. Da hab ich mich auch kurz komplett abgekapselt von allem. Va von mir selber. Es war nicht aushaltbar. Aber als die Ruhe wieder reinkam kamen auch Freude und Zuversicht wieder. Du zahlst aber auch nicht nur drauf... wir haben aus dieser Sache so eine tiefe tiefe Dankbarkeit behalten dass Mini da ist, dass es ihm so gut geht, dass wir ihn haben dürfen. Wir haben eine ganz ganz intensive Bindung mit und Dankbarkeit für dieses Kind. Würdet du uns begegnen, du würdest wahrscheinlich das dicke Band auch bemerken ohne unsere Geschichte zu kennen. Das ist der Ausgleich, das Gegengeschenk...

Viel liebevolle Nachsicht mit dir selber bitte. ;-)

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Hey du.

Mir ging es sehr ähnlich wie dir. Ich bin nach 3 Jahren KiWu (clomifen, ES auslösen etc) nach der 1. Kryo im Anschluss an die 1. Ivf schwanger geworden. Alle Ärzte haben mir gesagt, dass ich damit rechnen muss ein paar Versuche zu benötigen.

Und dann hat es geklappt und ich war schwanger. Und ich war völlig im Gefühlschaos und richtig überfordert. Hab viel geweint, konnte mich nicht so richtig freuen,wusste nicht ob wir uns richtig entschieden haben und und und.
Ich denke,als es nach all der Zeit endlich geklappt hat, bin ich einfach kurz gestrauchelt.

Aber ich kann dir sagen, das vergeht 🌼 jetzt freue ich mich sehr und es ist so schön das Baby im US zappeln zu sehen 🤗

🌼🌼🌼

LG Nalea

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Danke, du drückst es exakt aus: Ich strauchele. So als wäre der positive Test das Ziel gewesen und jetzt bin ich irgendwie total verloren. Als würden meine Gefühle jetzt komplett ratlos dastehen und sich fragen : "Und nun? Wie finden wir das denn jetzt?"

Es tut gut zu wissen, dass ich nicht allein damit bin und ich setze meine ganze Hoffnung in den 1. US Termin.

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Wichtig ist dass wir in so einer Situation keine Schuldgefühle zulassen. Ich denke sowas ist völlig normal. Jede Frau /Jedes Paar hat nach einem positiven Test Ängste und Zweifel oder ist geschockt etc.

Es hat nur jedesmal andere Gründe. 🌼

Und wenn bei unserem langen Kampf das Ziel endlich erreicht ist, dann braucht man eine gewisse Zeit um das zu realisieren und zu verarbeiten. Schlussendlich hat sich die letzten Jahre alles um den Kinderwunsch gedreht. Und plötzlich ist es wahr geworden 🌼

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Hallo dragonflies,

du hattest, wenn ich das richtig verstanden habe, bislang noch keinen US. Ich denke, dass es bestimmt alles realer wird, wenn du deinen ersten, zweiten, dritten Termin hattest und siehst, wie dein Kleines immer größer wird und beginnt sich zu bewegen. Dann wird die Leere bestimmt auch verschwinden ❤️. Vielleicht ist es ein Schutzmechanismus.

Am Anfang, vor allem vor dem ersten Ultraschall, ist alles so unwirklich. Ich habe es jetzt in der 12. Woche immer noch nicht ganz realisiert, dass es geklappt hat, aber es wird von Termin zu Termin realer. Am Anfang habe ich auch immer noch auf die Mens gewartet. Bei jedem Toilettengang Blut erwartet. War in Gesprächen mit meinem Mann und meinen Eltern noch sehr vorsichtig ("wenn alles gut geht") und plane immer noch nicht wirklich. Aber gestern hat mein Kleines beim US zum ersten Mal gezappelt 🥰. Das war absolut faszinierend und überwältigend.

Das Lesen der negativen Beiträge im Forum ist sicherlich auch nicht förderlich. Das ging mir auch so und ich hatte angefangen, negative Beiträge etwas zu meiden. Manchmal tut eine Auszeit vom Forum vielleicht wirklich gut, wenn es dich belastet. Tu DIR etwas Gutes.

Ich wünsche dir alles Gute ❤️🍀

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Genau, ich hatte noch keinen US. Meine KiWu empfiehlt erst ab der 8. Woche, und bei meiner FA war eh vorher nichts frei. Ist auch gut so, ich wollte mich nicht zusätzlich noch verrückt machen wenn man zu einem früheren Zeitpunkt dann eventuell noch nichts gesehen hätte. So bin ich zum ersten Termin bei 7+5, da müsste ja dann soweit alles da sein, inklusive Herzschlag.

ich denke ich werde mir wirklich eine kurze Forumpause gönnen. Mal sehen ob das was ändert.

Danke für deinen Beitrag! #herzlich

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Erstmal Glückwunsch Dir.

Und dann: ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Ich glaube, das sind bei manchen Mädels einfach die Hormone. In meinen Frühschwangerschaften habe ich plötzlich auch alles negativ gesehen, was war das für ne dumme Idee schwanger werden zu wollen usw. Und das nach 2 Jahren KiWu mit intensivem hibbeln usw.

Kann sein, dass es mit dem US besser wird, aber vielleicht dauert es auch noch ein paar Wochen. Im zweiten Trimester war es bei mir ne ganz andere Nummer, ich sah das ganze plötzlich wieder positiv.

Gib dir Zeit, lass dich verwöhnen und vor allem mach dir bloß keine Vorwürfe!! Die Hormone werden dir in den nächsten 10 Monaten noch so manchen Streich spielen, sei es körperlich oder im Kopf. (sozusagen die Nebenwirkungen ;-)) (und unter anderem werden Sie es dir auch quasi unmöglich machen, dein Kind nicht zu lieben :-))

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Ach, das können doch nicht (nur) die Hormone sein. Mein Mann hat für meine Stimmung momentan so gar kein Verständnis, ich weiss auch nicht wie ich ihm das Problem erklären kann.

Ich bin Psychologin und sehe das leider auch alles nicht so einfach. Ich habe genug gestörte Mutter-Kind-Beziehungen und Bindungsschwierigkeiten an beiden Enden gesehen dass ich auf die sogenannten Hormone nicht viel gebe.

Danke für deinen Aufmunterungsversuch! Ich weiss natürlich dass ich mir keine Vorwürfe machen sollte. Ich denke ich werde heute Abend mal in Ruhe mit meinem Mann reden. Ich will es ihm halt auch nicht vermiesen. Sein Kinderwunsch besteht schon bedeutend länger als meiner.

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Hey du,
ich bin zwar keine Psychologin, aber: erst seit ich schwanger war und ein Kind bekommen habe, glaube ich an die Wirkung von Hormen auf die Psyche. Möglicherweise bereits existente Effekte waren mir früher nie aufgefallen - bei mir doch nicht. Warte es mal ab.

Es gibt keinen Grund, warum du ein gestörtes Verhältnis zu deinem Kind haben bzw aufbauen solltest, selbst wenn dein KiWu kürzer besteht als bei deinem Mann. Nur, dass er deine Einstellung jetzt wohl nicht ganz nochvollziehen kann, das ist glaube ich normal. Aber unterstützen wird er dich sicher.

alles Gute, nicht den Kopf hängen lassen.

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Ich danke dir für die Eröffnung dieses Threads. Ihr sprecht alle genau das aus, was auch ich fühle.

1. ÜZ - schwanger - MA 10. SSW

Nun, 2 Jahre, 20 Zyklen, davon 8 GvnP, 2. IVFs und 2. Kryos später bin ich wieder schwanger (heute 9+1). Immer habe ich mir vorgestellt, wie doll ich mich freuen werde, wenn es endlich klappt und ich spüre auch nichts. Ich habe Angst, dass es nicht gut geht, aber ich fühle mich auch eher einfach unwohl. Ich sehe den Herzschlag, bin kurz erleichtert, aber ansonsten fühle ich mich müde, trübsinnig, lustlos, antriebslos.

Super komisch, dazu kommen dann natürlich etwas Schuldgefühle, dass man doch etwas freudiger sein sollte.

Ich möchte also nur sagen: mir geht es auch so und ich danke allen, die in diesem Thread geantwortet haben und mir so gezeigt haben, dass dieser Zustand vielleicht normaler ist, als ich dachte :)

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Liebe Dragonflies,

ich war in meiner SS auch so ein „gefühlskaltes Exemplar“.
Kurz zu meiner Vorgeschichte;
Nach 6 Jahre Kiwu, 12 FG und um Tausende Euro ärmer haben wir uns im siebten Jahr von unserem Kinderwunsch verabschiedet.

Es war ein Befreiungsschlag.
Ich werde es nie vergessen wie erleichtert ich war als wir gemeinsam beschlossen haben das es nun vorbei ist.
Zuvor habe ich mir gefühlt 100x ausgemalt wie es sein wird , wenn wir merken das wir am Ende angelangt sind.
Wenn wir uns eingestehen müssen das wir eines der Paare sind die aus therapiert sind.
Dass wir einfach kein leibliches Kind haben werden.

Das es ein so wundervolles Gefühl sein wird endlich loszulassen hätte ich nicht für möglich gehalten.
Ich fühlte mich plötzlich 10 kg leichter, befreiter und war überglücklich mein Leben nicht mehr nach Zyklen, Arztterminen und den Eingriffen zu planen.
Ich war froh endlich keine Hormone mehr in mich reinzupfeifen und nicht morgens schon vor dem Frühstück von den ganzen Tabletten satt zu sein.
Noch während des nahenden Endes keimte in mir schon länger neue Hoffnung.
Ich traute es mich aber lange Zeit nicht bei meinem Mann anzusprechen.
Adoption stand erst ganz zaghaft , dann aber relativ schnell aus tiefstem Herzen und voller Überzeugung als Plan A im Raum.
Es fühlte sich direkt richtig an.
Keine worst case Szenarien der Sachbearbeiter und Pädagogen vom Jugendamt konnten uns abschrecken.
Ich wusste das genau DAS unser Weg sein wird.
Wir wurden sehr schnell für unser Durchhaltevermögen belohnt.
Bereits 6 Wochen nach der Anerkennung kam der Anruf der unser Leben veränderte.
Es war wie ein Feuerwerk in meinem Herzen, als ich das erste Mal unseren Sohn sah. Er war kerngesund und wunderschön.
Ich war innerhalb von Sekunden so voller Liebe , selbst jetzt wo ich diese Zeilen schreibe , steigen mir die Tränen in die Augen wenn ich an diesen Moment zurück denke.
Mich erfüllte augenblicklich ein Gefühl der innere Ruhe , ich fühlte dass es genauso sein sollte.
Drei Monate später dann der „Schock“ ;
Ich war mal wieder schwanger.
Wir schauten uns beide an und fragten uns wie wir so unvorsichtig und dumm sein konnten.
Das Nächste was uns durch den Kopf ging; hoffentlich geht Schwangerschaft Nummer 13 ohne Komplikationen ab.
Zuvor gab es bei einigen SS sehr unschöne und sogar lebensbedrohliche Situationen.
Ich ignorierte den Umstand in den nächsten Tagen.
Machte nach einer weiteren Woche erneut einen Test. Dieses Mal den CB mit WB.
Als dort ein 3+ erschien wurde ich langsam stutzig.
Das stand noch nie auf den Tests.
Ich machte routinemäßig einen Termin bei meiner Gyn.
Dort erfuhr ich das alles zeitgerecht ausschaut.
Auch diesen Umstand hatten wir in den letzten Jahren des unerfüllten Kiwu noch nie gehört , geschweige denn gesehen.
Das waren dann auch die Worte meiner Ärztin.
„ Hatten wir das schon mal“ ? 😄
Naja lange Rede ( die jetzt schon echt lang geworden ist ) kurzer Sinn, SS Nummer 13 blieb plötzlich und liegt oben kerngesund und putzmunter in seinem Bettchen.

Ich fühlte mich allerdings leider die komplette SS völlig leer, habe mich sogar dabei ertappt das ich unterschwellig wütend war.
Ich fragte mich ganz oft ; „ Warum denn jetzt „ ?
Ich bin doch gerade erst Mutter geworden und das wirklich mit Leib und Seele und aus vollem Herzen .
Bald wird da ein dicker Bauch sein der mich in meinem Alltag sehr einschränken wird , mit Baby kaum zu bewerkstelligen.
Ich fühlte mich überrumpelt , konnte zudem meinem Körper nicht vertrauen.
Das Vertrauen Wuchs dann doch mit fortschreitender SS, allerdings stellte sich keine wirkliche Freude ein, ich habe die Situation eher so hingenommen. Natürlich freute ich mich wenn ich bei jedem US Termin sah das er sich gut entwickelt und alles so wächst wie es sein soll, aber ich war nie unbeschwert.
Ich hatte wohl einfach schon zu sehr damit abgeschlossen und konnte bis zur Geburt nicht wirklich begreifen das da MEIN Kind in mir heran wächst.
Unser Adoptivsohn war niemals Plan B , sondern zu 1000% unser Plan A.
Als Mini dann da war liebte ich ihn sofort genauso wie unserem „ Grossen“ der zu dem Zeitpunkt noch kein Jahr alt war.
Ich finde es zwar schade das mir die Freude Mutter zu werden nie gegönnt war, stehe aber dazu und habe auch schon viel mit Freunden und Familie darüber gesprochen.
Ich stoße auf kein Unverständnis aber auch nicht wirklich auf Verständnis. Keiner meiner Familie und Freunde hat allerdings solch einen harten Weg gehen müssen.
Ich denke auch das es in meinem Fall ein Selbstschutz war.
Es ändert allerdings wirklich nichts an den Gefühlen zu meinem Sohn seitdem er auf der Welt ist. Er macht uns komplett und wir könnten nicht glücklich er sein.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deine Schwangerschaft und das sich bald Muttergefühle einschleichen werden. Gib deinem Körper und deinem Kopf ein wenig Zeit sich an den neuen Umstand zu gewöhnen.

Von Herzen alles Liebe...

Sonni

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Danke fürs Teilen deiner Geschichte! 🙂

6 Jahre Kiwu hätte ich nicht ausgehalten. Ich war jetzt schon manchmal kurz davor das Handtuch zu schmeißen um den Druck los zu werden.

Ich verstehe schon wieso du in der Situation keine Freude empfandest,und kann das auch sehr gut verstehen. Das Baby kam völlig unvorbereitet und das nachdem du schon einen Abschluss gefunden und emotional verarbeitet hattest. Mein Baby hier kommt aber nicht als Überraschung (ausser in dem Sinne dass es dann endlich mal geklappt hat!). Wir haben ja gezielt darauf hingearbeitet.

Ich werde trotzdem versuchen mich einfach mehr zu entspannen und die Dinge halt einfach so zu akzeptieren wie sie gerade sind. 🙂

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Hallo,
Ich will dir keine Angst machen und hoffe so sehr für dich, daß sich die Freude nach dem Ultraschall mit blubbendem Herzen ändert und endlich die Freude aufkommt.
Vermutlich bist du nur von den Hormonen und Nebenwirkungen der Behandlung fertig und du brauchst einfach noch Zeit mit der Umstellung klarzukommen.
Mir ging es in der 2. Schwangerschaft so.
Der 5 Versuch (2 icsi, 3 kyros) war positiv und beim Blick auf den positiven test fühlte ich nur, aha der test ist positiv. Nicht mehr nicht weniger. Beim test meiner großen liefen Freudentränen und ich wusste endlich wir werden eine Familie.
Eigentlich war immer alles in Ordnung, ausser den Blutungen in Woche 6 bis 9.
Trotzdem kam die Freude nicht so richtig auf. In der 15ssw erfuhren wir das unsere kleine nicht lebensfähig sein wird.
Wünsch dir das alles gut wird und du nicht diese Erfahrung machen musst.
LG ti mit Mädel an der Hand und Mädel im Herzen

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Es tut mir sehr Leid für euren Verlust! #kerze

Ich fnde das sehr interessant. Glaubst du du hast von Anfang an gespürt dass etwas nicht stimmt? Dieser Gedanke ist mir auch schon ein, zweimal gekommen. Dabei frage ich mich aber immer ob das nur Zufälle sind, oder ob das wirklich spürbar ist. Ich bin nicht sehr spirituell, und eher ein wissenschaftlicher Kopfmensch. Aber es gibt Vieles was sich nicht durch Logik erklären lässt, und auch in der Psychologie gibt es genug Theorien zu solchen Dingen.

Danke für deine Beitrag!

Alles Liebe,

dragonflies #blume

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Vermutlich.
Bei der Grossen haben in der 8.Woche schon mehr gewusst das wir Nachwuchs bekommen, als bei der kleinen, als es in der 17ssw dann zu ende war.
Wir haben auch kaum jemanden erzählt, das ich schwanger bin. Irgendwie hatten wir immer das Gefühl, es hat ja noch zeit. Warten wir mal bis zum nächsten Ultraschall, sogar nach dem us in der 11 Woche sagten wir hat ja noch Zeit.
Gesehen hat man auch in der 17ssw, als das Herz aufgehört hat zu schlagen, eh noch nichts. Ich war zu Hause und hatte viel weniger mit Übelkeit zu tun.
In der 1. SS konnte ich es in der Arbeit schon auf Grund der Übelkeit nicht mehr verheimlichen.
Sogar als meine Mutter direkt fragte, sie wusste ja, daß wir wieder in Behandlung waren, hab ich sie in der 9 Woche quasi angelogen und gesagt das erst der us in 2 Wochen zeigen würde ob geklappt hat oder nicht.
War von Anfang an irgendwie komisch, nicht zu erklären.