Reaktion von Kolleginnen auf Schwangerschaft (langer Text- sorry)

Hallo,
wie haben eure Kollegen reagiert als ihr eure Schwangerschaft verkündet habt.
Ich habe am vergangenen Freitag bzw. gestern erst mit meinen Chefs und danach mit den Kolleginnen gesprochen.
Ich arbeite in einem Steuerbüro und habe dort neben 2 Chefs nur Kolleginnen.
Auf Grund von diversen Problemen habe ich ich erst nach meinem 1.Screening sprich in der 12 Woche entschieden etwas zu sagen.
Die 3 Wochen davor war ich im Homeoffice und davor war ich gut 2,5 Wochen wegen der Probleme krank geschrieben.
Mein Chefs haben super reagiert, ok sie haben inzwischen auch Übung eine Kollegin ist auch schon schwanger ihr Baby kommt kurz vor Weihnachten.
Mein Problem sind derzeit 2 Kolleginnen die nicht verstehen können oder vielleicht auch wollen, dass nicht erst jetzt und nicht vor 3 oder 4 Wochen gesagt haben.
Klar sie hatten mehr Arbeit weil ich ausgefallen war. Dafür habe ich mich bei ihnen auch bedankt und entschuldigt.
Da ich schon 45 bin und die Probleme am Anfang da waren hat mir meine Ärztin ein Teilbeschäftigungsverbot erteilt. Ich arbeite ab sofort nun nur noch 20 statt 40 Stunden.
Für meine Chefs ist es ok, gut eine Wahl haben sie eh nicht.
In den persönlichen Gesprächen mit meinen Kolleginnen habe ich natürlich auch dies Reduzierung erwähnt und auch warum ich diese habe.
Wie schon gesagt 2 sind echt angesäuert, komischerweise 2 die selbst Kinder haben.
Beide Frauen sind etwas älter als ich und haben schon ältere Kinder (11,16 bzw 17,20).
Ich habe das Gefühl sie sind entsetzt darüber dass ich mit 45 nun schwanger bin.
Für mich ist es die erste Schwangerschaft.
Mein Mann hat schon 2 aus erster Ehe mit 11 und 13.
Sorry für den langen Text.
Aber ich weiß nicht wie ich mit dem Reaktionen der Mädels umgehen soll.
Die letzten Wochen waren echt heftig und ich
Zu jedem Arztbesuch habe ich eine gepackte Tasche im Auto gehabt weil ich mir nie sicher sein konnte ob ich in der Klinik bleiben muss.
Dazwischen immer die Angst vor Blutungen, teilweise so dass ich mich schon kaum aufs Klo getraut habe. (Ok diesen Punkt habe ich den 2 nicht gesagt. War dass der Fehler?
Wie geht ihr mit solchen Dingen um?
Vielen Dank!
Lg Igelin

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Hallo,

Du siehst die Reaktion zu emotional und beziehst sie auf Deine Schwangerschaft. Tatsächlich sind Deine Kolleginnen aber angefressen weil sie bis Ersatz kommt Deine Arbeit mit machen müssen. Es kommt sicher überraschend für Sie, bei einer Kollegin in Deinem Alter (soll jetzt nicht abwertend sein, bin auch 45) erwartet man keine Schwangerschaft mehr und ist daher überrascht.

Nimm es Dir nicht so zu Herzen, ich bin sicher sie freuen sich auch für Dich, können es halt nicht so zeigen. Es sind nur Kolleginnen, nicht Deine besten Freundinnen. Du musst jetzt auch nicht zu Kreuze kriechen und Dich entschuldigen dafür dass Du ein Kind bekommst.

Alles Gute für Dich und das Baby🍀

LG
Sunny

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Wann du deine Schwangerschaft bekannt gibst ist einzig und allein deine Entscheidung. Jeder entscheidet das für sich und das sollte auch akzeptiert werden. Ich hatte mal eine kinderlose Kollegin die war immer fest davon überzeugt das Schwangerschaft keine Krankheit ist. Nein ist es auchnicht aber man kann sich durchaus sehr krank fühlen. Ich hätte ihr "gewünscht" auch nal wochenlang überm Klo zu hängen. Ob sie das dann immernoch behaupten hätte mag ich zu bezweifeln.
Vlt müssen deine Kollegen es erstmal sacken lassen. Für sie wird sich dann ja irgendwann auch vieles ändern. Und wenn du merkst dass es gar nicht geht kannst du ja versuchen ein komplettes BV zu bekommen. Was jetzt zählt bist du und der Krümel im Bauch

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Vielen Dank für deine Antwort.
Wahrscheinlich hast du Recht.

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Es tut mir leid, dass die Reaktionen für dich so unangenehm waren :-(

Tatsächlich denke ich aber auch, dass deine Kolleginnen vielleicht etwas überrumpelt waren, weil sie nicht damit gerechnet hätten und Mehrarbeit leisten mussten und auch künftig müssen.

Wann du es sagst, ist ja allein deine Entscheidung!
Und ich finde auch nicht, dass du dich mit Details rechtfertigen musst, warum die Situation ist, wie sie ist. Das geht ja wirklich niemanden etwas an.
Ich würde maximal nochmals betonen, dass vor der 12. Ssw. sehr viel passieren kann und das FG-Risiko mit dem Alter ansteigt. Dass man deshalb nicht direkt etwas sagt, sondern erstmal diese Zeit abwartet.

Wenn es dir besser gehen würde damit, könntest du die 2 ja in ein paar Tagen einfach darauf ansprechen, warum sie in deinen Augen so negativ reagiert haben?
Ich sehe es allerdings auch so, dass es "nur" Kolleginnen sind, keine Freundinnen. Ich kann aber verstehen, wenn es dir für das Arbeitsklima wichtig ist, dass das "bereinigter Boden" ist.

Du wirst schon einen Weg finden :-) #klee

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Hallo Igelin.13,


es ist dein gutes Recht es in der 12. Woche zu sagen, finde es auch überhaupt nicht spät. Gerade wenn es eine Risikoschwangerschaft ist, würde ich die ersten zwölf Wochen sowieso abwarten.

Ich glaube, den Kolleginnen geht es um die Mehrarbeit - einerseits verständlich, andererseits bist du eben schwanger und darauf hat man nicht böse zu sein.

Die auf jeden Fall alles Gute und lasse es nicht zu sehr an dich ran

Liebe Grüße

Zitronenwasser

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Liebe Igelin,

ich denke auch dass deine Kolleginnen in ihrer ersten Reaktion zunächst einmal nur gesehen haben dass sie jetzt mehr Arbeit machen müssen und sich dabei nicht in deine Lage versetzt haben. Es ist ganz allein deine Entscheidung wann du deine Schwangerschaft verkündest und welche und wie viele Einzelheiten du deinen Kolleginnen erzählst. Letztlich gehen die Einzelheiten sie nämlich überhaupt nichts an. Aber natürlich ist es so, dass aus ihrer Perspektive, wenn sie mehr arbeiten müssen deine Schwangerschaft für sie eine Belastung darstellt. Also ist es zumindest ein Stück weit verständlich dass sie nicht freudestrahlend in die Hände klatschen. Zumal sie möglicherweise tatsächlich nicht mehr damit gerechnet haben, dass du in deinem Alter noch schwanger wirst. Das ist mir genauso passiert als ich jetzt mit 40 schwanger geworden bin, dass meine Kolleg*innen eigentlich nicht mehr damit gerechnet hatten dass ich überhaupt noch mal schwanger werde. In der Folge habe auch ich neben freudigen Reaktionen auch leicht geschockte oder erstaunte Reaktionen erhalten. Und komische Fragen. Da muss man sich vorher gut überlegen wie man auf diese Fragen reagiert, wie man damit umgeht und wie viele Informationen man bereit ist preiszugeben. Jede Schwangerschaft jenseits der 40 wird komisch beäugt und die Leute um einen herum haben komische Fragen auf die man sich vorher eine Antwort überlegen sollte. Lass dich nicht verunsichern und gehe deinen Weg. Vielleicht brauchen deine Kolleginnen auch nur ein wenig Zeit diese neue Information sacken zu lassen, bevor sie sich ehrlich für dich freuen können. Versuche einfach ganz normal mit ihnen umzugehen und wenn das nicht funktioniert fragst du sie irgendwann was für ein Problem sie damit haben.

LG

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Hey Igelin,

mach dir nicht so einen Kopf um die Kolleginnen. Die waren wahrscheinlich einfach nur enttäuscht, dass du sie nicht früher eingeweiht hast und einfach nur neugierig/missgünstig oder sonstwas . Aber du bist denen NULL Rechenschaft schuldig. Die Probleme in deiner Schwangerschaft sind rein privat und gehen die beiden und niemanden etwas an, von dem du nicht willst, dass er es weiß. Wie der Chef deine Aufgaben aufgrund der Teilzeit einteilt entscheidest ja auch nicht du sondern er und dann müssen sie auf IHN sauer sein, wenn es ihnen zu viel wird.

ABER ich versteh, dass dich das beschäftigt. Würde mich auch beschäftigen. Ich würde wahrscheinlich das Gespräch mit ihnen suchen und meinen Standpunkt erklären - ohne private Details über die Schwangerschaft zu erwähnen. Du hast ja schließlich ein Recht darauf, deine Schwangerschaft erst ab der 12. SSW zu verkünden (da gibt es glaub ich gar keine Grenze nach oben) und auf ein Beschäftigungsverbot. Viel schlimmer wäre es doch für die beiden Kolleginnen, wenn du jetzt komplett ausfallen würdest. Also sollen sie froh sein, dass du überhaupt noch 20h da bist...

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Hallo 🙋‍♀️,
Deine Kolleginnen hätten vermutlich auch in der 6 , 7. oder 8. Woche genauso reagiert. Das liegt vermutlich daran, dass sie die Schwangerschaft in deinem Alter von 45 Jahren nicht mehr erwartet hatten 🤷‍♀️.
Ich kenne es eigentlich nur so, dass man die Schwangerschaft erst nach oder ab der 12. Woche offiziell macht. Vorher ist einfach das erhöhte Fehlgeburtsrisiko da, und nimmt danach drastisch ab.
Du brauchst dich deswegen überhaupt nicht schlecht fühlen oder irgendwem Rechenschaft oder Erklärungen abgeben. Auf Nachfragen liegt es an dir ob und was du erzählen möchtest! Ob fu es 2 Wochen vorher oder später sagst liegt ganz bei dir und hätte für deine Kollegen keinen Unterschied gemacht.Fühl dich jetzt bloß nicht schlecht, du hast nichts falsches getan. Alles gut 😊.
Liebe Grüße,
Ilvi mit 4 gerade sehr unausgelasteten Kids 🙈🙄

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Erstmal herzlichen Glückwunsch.

Ich denke, dass hier mehrere Sachen zusammenkommen.
1. Ist es in deinem Alter doch eher unerwartet. Zumindest für die Kollegen. Vielleicht haben sie sich ja auch schon Gedanken um dich gemacht, wenn sie dich so lange nicht gesehen haben. Das können deine Kolleginnen nun finden, wie sie wollen. Da haben sie kein Mitspracherecht.

2. Die Stundenreduktion von dir ist für alle von Nachteil. Es kannst nämlich kein vollwertiger Ersatz her. Die Arbeit bleibt so nämlich tatsächlich bei deinen Kolleginnen hängen.
Ich hatte auch in einer Schwangerschaft auf Wunsch statt einem Beschäftigungsverbot zunächst eine Stundenreduktion. Das war für meinen Chef ein großes Problem, da er so keinen Ersatz einstellen konnte. Erst ein paar Wochen später mit einem vollen Beschäftigungsverbot konnte eine Vertretung eingesetzt werden.

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Liebe Igelin

Wie schon andere geschrieben haben, glaube ich, deine Kolleginnen sind nicht wütend oder neidisch auf deine Schwangerschaft, sondern hadern damit, dass sie jetzt die Mehrarbeit erledigen müssen. Dies kann man, glaube ich, ein Stück weit nachvollziehen, zumal sie von deiner Schwangerschaft nicht profitieren. Natürlich musst du dich ihnen gegenüber nicht rechtfertigen, aber wenn dir eine gute Beziehung zu ihnen wichtig ist und du sie grundsätzlich magst, würde ich mir eventuell überlegen, noch einmal das Gespräch zu suchen. Erzähl, wie es dir geht, auch von deinen Ängsten. 45 ist ein hohes Alter für eine Schwangerschaft und eine solche Schwangerschaft bringt Risiken mit sich. Sag, dass es wohl eine deiner letzten Chancen auf ein eigenes Kind ist, du dir grosse Sorgen machst und entsprechend angespannt und nervös bist. Ich hoffe, du wirst dann mehr Verständnis von ihnen bekommen.

Ich kann dir sagen, wie es mit einer meiner Arbeitskolleginnen gelaufen ist. Sie hat sich zwei Monate vor der Geburt bzw. sechs Wochen vor ihrem eigentlichen letzten Arbeitstag wegen "Übungswehen" krankschreiben lassen. Ich war damals selbst zirka in der 20. Woche schwanger, ebenso eine andere Arbeitskollegin zirka in der 30. Auf meinen Einwand hin, ob sie nicht das Arbeitspensum reduzieren könnte, statt gleich ganz auszufallen, meinte sie, das sei nicht möglich, der Stress sei zu gross. Dies konnte ich nicht ganz nachvollziehen, zumal sich Stress - egal in welcher Schwangerschaftswoche - negativ auswirken dürfte. Durch ihren Wegfall ist der Druck bei mir und meiner ebenfalls schwangeren Kollegin natürlich gestiegen. Dafür hatte und habe ich nach wie vor wenig Verständnis. Kommt dazu, dass sie vor ihrem Wegfall ihre schwierigsten Fälle auf die lange Bank geschoben hat und ich diese nach ihrem Weggang erledigen konnte, inklusive reichlich Ärger mit ihren Klienten, welche ihren Frust, dass es länger dauert an mir ausgelassen haben. Wie auch immer, ich ärgere mich noch immer, wenn ich daran denke.

Ich habe auf jeden Fall Verständnis für Arbeitsausfälle wegen guten Gründen (z.B. Blutungen, verkürzter Gebärmutterhals, vorzeitige (echte) Wehen, Präeklampsie etc. etc.). Übungswehen gehören für mich beim besten Willen nicht dazu. Deshalb: Versuch deinen Arbeitskolleginnen - sofern dir ein gutes Verhältnis wichtig ist - deine Teilzeitabwesenheit zu erklären. Und falls möglich, schau, dass du die schwierigen, anspruchsvollen Aufgaben nach Möglichkeit weiterhin selbst erledigst und kommuniziere das auch so. Ich denke, dann werden deine Kolleginnen dir Verständnis entgegen bringen und ihr könnt auch nach deiner Rückkehr weiterhin ein gutes Verhältnis pflegen. Alles Gute #winke#herzlich