Ängste, obwohl grad alles "normal" ist

Hallo ihr,

ich muss mich grad etwas ausheulen. Ich hoffe, das ist okay hier.

Kurzfassung zu mir: 2 Jahre KiWu, dann schwanger nach GVNP im September 2022, Spätabort im Januar 2023, biochem. SS im Mai 2023 und jetzt heute 9+1.

Ich bin bei 7+2 mit Herzschlag aus der KiWu entlassen worden. Hab mich schon gefreut, da wir 2 Wochen Urlaub hatten, dass ich direkt bei meinem FA einen Termin ausmachen kann und mein Mann dann auch gleich mit kann.
Rufe an und mein FA ist bis zum 20.8. im Urlaub. Heute angerufen... frühester Termin am 4.9. (11+1).

Und irgendwie ist mir unglaublich unwohl bei der Sache. Ich kanns nicht beschreiben, weil körperlich eigentlich alles soweit "okay" ist. Meine Brüste zwicken, ich muss mich mittags etwas hinlegen, weil ich müde bin und gehe abends zeitig ins Bett. Alle 1-2 Tage spannt der Unterleib etwas und ich habe in dieser SS keinerlei Schmierblutungen etc.
Und trotzdem fühle ich mich super unwohl, wenn ich so gar keine Bestätigung über den Status der Schwangerschaft habe.
Für den Fetaldoppler ists zu früh. Den hab ich noch nicht mal ausgepackt, weil ich ziemlich sicher sagen kann, dass man noch nichts hören wird.
Und ich weiß grad überhaupt nicht, wie ich mit meiner Angst umgehen soll. Mein Therapeut, den ich mir für die KiWu Zeit und die SS gesucht habe, meint nur, dass ich meiner Angst nur Herr werde, wenn ich mein Gefühl nicht von Fremdbestätigung (sprich Arzt) abhängig mache. Aber wie soll das gehen?
Auch wenn mein Körper eigentlich gerade so funktioniert, wie er es sollte, kann ich absolut nicht drauf vertrauen.
Die Schwangerschaft fühlt sich immer noch so unwirklich an und ich traue mich nicht, dass ich mich darauf freue, im März endlich Mama zu werden.
Ich hatte letzte Woche das Gespräch mit der Hebamme, die die Nachsorge machen wird und hab mich im Vorfeld schon gefragt, ob es gut ist, dass ich mich jetzt schon angemeldet habe.
Eigentlich sollte ich laut KiWu auch in der 11. SSW zum OGTT, da ich das Metformin absetzen sollte. Aber die Überweisung soll von meinem Frauenarzt kommen und da bin ich ja erst in der 12. SSW. Mache ich trotzdem einen Termin aus? Aber was ist, wenn mein Körper mich wieder enttäuscht und ich den Termin absagen muss?
Die Überweisung könnte ich mir auch jetzt schon holen, aber ohne Mutterpass dort aufschlagen, kann ich auch nicht...

Wie geht ihr mit euren Ängsten um, wenn ihr keine Möglichkeit habt euch "fremdzuberuhigen"?

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Huhu

Vielleicht kannst du ja noch mal in der Kiwu anrufen und schildern das dein gyn noch länger im Urlaub ist .
Vielleicht machen sie ja ausnahmsweise noch einen ultraschall.

Ich hatte das Glück das ist in meiner kiwu noch mal hin durfte da mein gyn auch im urlaub war

Viel Glück
LG Widdergirl 12+3

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Hi du,

war eine super Idee. Hab gerade angerufen, aber sie machen es nicht, weil sie das wohl nicht abrechnen können.
Ich müsste wenn dann zu einem anderen Frauenarzt. Aber ob das so sinnvoll ist, wenn der mich und meine Vorgeschichte nicht kennt, weiß ich nicht :(

Ich wünsche dir alles Gute!

Bearbeitet von Schallwelle
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Hi du,

Ich kann dich gut verstehen und wir sind damit nicht alleine - es gibt viele hier im Forum die auch eine lange Vorgeschichte haben. (Und vll. hilft das schon ein bisschen sich nicht so allein zu fühlen). Auch wenn dein Therapeut dich von der Fremdbestimmung weg bringen will, würde ich bei der Vertretung von deinem Arzt oder der Kiwu anfragen wegen dem Termin - da gehts ja auch um Medikamente. Sonst geb ich ihm aber Recht: der Termin bringt manchmal nur eine trügerische Sicherheit, denn schon kurz danach kann was sein, das dich wieder verunsichert.

Was mir geholfen hat und hilft: sollte es wieder zu einer Fehlgeburt kommen, werde ich tief fallen und es wird unglaublich weh tun - ganz egal wie viele Ängste ich vorher hatte oder nicht. Solange also keine Fehlgeburt bestätigt ist, hat mein Krümel und auch mein Körper das Recht dass ich ihm vertraue und ihn liebe. Daher habe und versuche ich weiterhin immer, Ängste abzublocken, mich abzulenken und bewusst was schönes für mich und die Schwangerschaft zu machen: Yoga, Klamotten stöbern, Einrichtung planen...die Ängste verhindern keine Fehlgeburt, aber sie verhindern dass ich die Schwangerschaft, die jetzt gerade bestätigt ist, genießen kann.

Alles Gute dir!
DieEvi mit 💙 20+3 und 2⭐

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Hey du,

danke für deine Antwort. Das ist eine interessante Sichtweise. Ich hatte in der ersten Schwangerschaft auch überhaupt gar keine Ängste und war die Ruhe selbst. Ich wünsche mir diese Gelassenheit wieder zurück. Ich hab nur irgendwie diese Angst, wieder Zeit zu verlieren, mich wieder zu freuen, ein schönes Nest zu bauen und am Ende "allein und leer" zu sein.

Aber ja, das ist jetzt noch die undankbare Zeit, bei der ich nicht mit dem Doppler zumindest etwas Sicherheit bekomme.
Ich hoffe, dass sich spätestens wenn die Risikoschwangerschaft im Mutterpass steht auch einiges anders sein wird.
Nach dem Abort hat man mir von allen Seiten engmaschige Kontrollen versichert. Davon merke ich gerade noch nicht so viel.

Dir ebenfalls alles Gute!

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Hallo. Ich kann das was du schreibst sehr gut nachvollziehen. Bin auch wieder schwanger nach mehreren Verlusten in Folge und habe dementsprechende Ängste. Meine Verluste waren immer im ersten Trimester.
Ich finde es ehrlich schlimm von deinem Facharzt dich nicht früher einzubestellen bei deiner Historie. Untersuchungen zeigen, dass engmaschige Kontrollen bei so etwas von Vorteil sind und werden empfohlen. Ich würde nochmal nachfragen, wenn möglich direkt mit dem Arzt reden. Dazwischen schieben sollte kein Problem sein!
Meine letzte gyn wollte mich auch nur spät und nicht engmaschig einbestellen, trotz meiner Verluste, das war in der letzten Schwangerschaft die leider auch früh endete zusätzlich belastend. Ich hab gewechselt und das war die beste Entscheidung, die Fachärztin bei der ich jetzt bin hat gleich von sich aus gesagt, dass sie mich im Falle einer neuen Schwangerschaft früh und engmaschig sehen will, das tut mir sehr gut. Gehe alle 2 Wochen zur Kontrolle. Sie hat auch gemeint ich kann mich jederzeit melden falls ich Ängste bekomme und nachschauen will. Das Angebot hab ich bisher nicht genutzt, aber zu wissen die Möglichkeit zu haben tut mir sehr gut.

Ich glaube auch dass es nicht gut ist sich komplett von der Bestätigung von außen abhängig zu machen, man kann ja nicht 24/7 beim gyn sitzen 😉 aber der Angst Herr zu werden finde ich Blödsinn. Für mich ist es besser zu versuchen mit meiner Angst zu leben, das klingt jetzt zwar blöd aber manchmal rede ich auch mit ihr und frag sie was sie braucht. Manchmal will sie Ruhe und kuscheln und Fernsehen auf dem Sofa, manchmal rausgehen und Ablenkung und auf jeden Fall auch engmaschige Kontrollen 🙈😉 ich Stelle sie mir wie einen Kumpel vor den ich zwar nicht so gern hab, aber Grad nicht loswerde und der angenehmer wird wenn man nett mit ihm umgeht und versucht ihm was gutes zu tun. Und für mich hilft das, die Angst wird irgendwie kleiner und weniger böse. Ich hoffe das macht jetzt irgendwie Sinn. Mich mit meinem Mann und engen Freunden/Familie auszutauschen hilft mir auch oft gut.
Ich wünsche alles alles gute für die Schwangerschaft und das die Angst erträglicher wird!
LG

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Hallo du,

ich hatte eigentlich extra zu dem FA gewechselt bei der ersten SS, da mein alter FA menschlich unter aller Sau ist.
Der FA an sich ist wirklich ein super Typ. Sehr feinfühlig, schaut genau und nimmt sich Zeit. Hat eine gute Praxisausstattung und kann auf seinem US daher auch vieles genauer erkennen.
Aber leider auch sehr voll.
Ich hoffe wirklich, dass es danach besser wird mit den Terminen. Zumal er mir nach dem Abort auch eine engmaschigere Kontrolle zugesagt hat. Evtl wirds auch besser, sobald da schwarz auf weiß eine Risikoschwangerschaft steht.

In der ersten SS war ich damals nicht so. Ich hatte meinen Doppler fürs gute Gefühl und beim Rest hatte ich vertrauen. Aber aktuell bin ich noch nicht so weit, dass ich vertrauen kann. Vermutlich hab ich das erst, wenn der Krümel auch alleine lebensfähig ist. Oder nie, wer weiß..
Hab auch Tage da gehts... und dann Tage wie heute, an denen ich mich allein gelassen fühle von meinen Ärzten...

Viele Grüße!

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Das klingt ja gut mit dem menschlichen Facharzt. Auch verständlich dass für die große Untersuchung kein dazwischen Termin geht. Wenn es dir wichtig ist würde ich trotzdem nochmal fragen ob eben vorher schon ein dazwischen kurz Mal drauf schallen geht. Meiner Erfahrung nach scheitert es oft an der Sprechstundenhilfe, die haben ihre fixen Vorgaben und sind da oft leider wenig flexibel bei komplexen Thematiken, deswegen verlange ich nach dem Arzt wenn ich da nicht weiter komme, das war dann nie ein Problem. Ich musste nur erst lernen mich zu trauen...
Ich hoffe und denke auch das dass mit dem Vertrauen noch kommt. Leicht ist es halt nicht wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Ich bin trotzdem überzeugt unsere Körper schaffen das und unsere kleinen kommen zu uns. Wann und wie genau wird sich zeigen und leider hat man darauf keinen Einfluss.
Alles gute und Liebe Grüße

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Also ehrlich gesagt finde ich es ne Frechheit von deinem FA dir so spät deinen ersten Termin zu geben.
Meine gyn war bis letzte Woche Mittwoch im Urlaub.
Ich habe dann gleich Donnerstag morgen angerufen und für morgen meinen ersten Vorsorge Termin bekommen.
Ich bin morgen bei 7+4.
Gerade weil er deine Vorgeschichte kennt solltest du eigentlich schnell einen Termin bekommen.

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Ich war auch ziemlich überrascht. Allerdings hat sich die Sprechstundenhilfe auch bei mir entschuldigt. Es liegt wohl daran, dass der erste Termin ein Doppeltermin ist, da auch der Mutterpass ausgestellt wird und gleich der 1. große US gemacht wird. Daher war auch nichts mit dazwischen reinquetschen.

Muss dazu sagen, dass ich durch die KiWu bereits US bei 4+6, 5+5 und 7+2 hatte. Daher ist die SS zumindest bestätigt und am richtigen Ort.
Ich hoffe, dass sich das bei den zukünftigen Terminen noch bessert. Der FA ist klasse, aber einfach auch entsprechend überlastet.

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Aber die Kiwu kontrolliert nicht dein Urin , macht keinen Vaginalen Abstrich, kontrolliert nicht den ph Wert usw.
Einen reinen Vorsorgetermin.
Ich werde morgen einen Vorsorgetermin haben und dann wahrscheinlich 2 Wochen später den ersten großen Ultraschall.

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Mir ging es genau wie dir. Meine FÄ hatte erst in der 12. Woche den ersten Termin für mich. Und nach 4⭐️ hatte ich einfach nur Angst. Ich habe dann versucht einen neuen FA zu finden (bin sowieso nicht so zufrieden), aber da hatte ich keine Chance.

Ich habe dann in der Kiwu angerufen und es war gar Problem, dass ich nach zwei Wochen nochmal zum US vorbei komme (Nur US, aber es hat mir schon gereicht, dass ich das Herzchen schlagen sehen konnte). Die Helferin meinte dann, sie hätte mitbekommen wie doof meine FÄ reagiert hat und das ich jederzeit vorbei kommen kann (musste ich dann auch weil ich Blutungen hatte).

Gerade die ersten 12 Wochen waren emotional einfach heftig. Sobald ich alleine war, habe ich nur geheult vor lauter Angst.

Inzwischen bin ich in der 21. SSW und gerade boxt mich der Kleine 😊.

Die in der Kiwu kennen ja deine Geschichte und hoffen mit, dass dein Zwerg schön wächst. Die haben bestimmt Verständnis, wenn du dazwischen nochmal kurz vorbei kommen willst.

🤗

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Hallo du,

das stell ich mir super beruhigend vor, wenn man geboxt wird :)

Hab in der KiWu angerufen. Scheinbar können sie es nicht abrechnen, deswegen muss ich warten bis zum regulären Termin :(

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Ach mensch, das ist doch sch… 😢
Das hat bei mir keine 5min gedauert…

Das tut mir so leid 🫂

Ich war in meiner ersten Schwangerschaft auch total naiv. Positiver Test = 9 Monate später gesundes Baby
Und so war es dann ja auch.

Die Erfahrung mit den Sternchen hat mir da ganz viel Leichtigkeit genommen und Vertrauen zerstört…

Dieses Mal läuft alles super und ab der 13. SSW konnte ich zumindest etwas entspannen - das wünsche ich dir auch 🤗

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Huhuuu… Ich kann dies total nachempfinden. Evtl. nochmals in der Praxis anrufen und einen Rückruf vom Arzt fordern. Anschließend dem Arzt die Situation schildern. Mein FA war uns ist nach wie vor immer sehr verständnisvoll und einfühlsam. Viel Glück und alles Gute.. 🍀🙏🏼

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Huhu,

der Termin war wohl gestern schon in Rücksprache mit dem Arzt. Die Sprechstundenhilfe hat mich auch erst 3h später zurückgerufen, weil sie wohl klären musste, wie mans am Besten macht.
Ich hab dafür auch Verständis und fühl mich schlecht, wenn ich da wegen "nichts" ein Drama mache.

Ich hab eben mal ohne Erwartung mit dem Doppler gesucht und hab den Herzschlag sogar gefunden. War Millimeterarbeit aber war definitiv schneller als mein eigener Puls. Sagt war nichts über die Gesundheit des Krümels aus, aber zumindest beruhigt es mich etwas, zu wissen, dass es noch schlägt.

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Achso.. Schade. Versuche positiv zu denken, auch wenn es sicherlich an manchen Tagen nicht einfach ist. 🍀🍀🍀 Wird bestimmt alles gut werden. 🙏🏼

Aufgrund Blutungen war ich in meiner Schwangerschaft auch sehr ängstlich.. Der Doppler hat mir ebenfalls gut getan und ich habe mir immer wieder gesagt es wird alles gut werden. So kam es auch. Meine Tochter kam im April auf die Welt. 🫶

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Hallo Schallwelle,

ich finde diese Angst absolut verständlich, frag doch mal in der Kiwu nach, ob du zum US kommen darfst. Dann bist du einfach beruhigt.
Ich wurde aus der kiwu mit dem positiven HCG entlassen und sollte dann erst in der 9.Woche zum Frauenarzt.
Nachdem ich dann immer wieder Blutungen hatte durfte ich früher kommen.
Ich hab mir auch überlegt, ob ich Hebamme und co. überhaupt schon Anfrage. Antwort ganz klar JA, es ist so schon schwer jemanden zu finden und du hast auch das Recht, dass Dich die Hebamme bei einer Fehlgeburt begleitet (das hätte ich auf jeden Fall in Anspruch genommen).

Liebe Grüße Sonnenschein 11+2☀️

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Hallo du,

danke dir für die Antwort. Hab gestern schon mit der KiWu telefoniert. Machen sie nicht, weil sie es nicht abrechnen können.

Meine Hebamme hat mich bei meinem Sternchen begleitet und es war wirklich toll, weil sie einfach auch nochmal eine ganz andere Perspektive mit rein gebracht hat, im Vergleich zu den ganzen "studierten Medizinern". Damals hab ich sie auch wirklich gebraucht, weil ich eine richtige kleine Geburt hatte mit unserem 240g schweren Sohn. So viele Ärzte um einen rum, die alle wollen, dass man presst, obwohl man selbst eigentlich nicht pressen mag. Und Krankenhausseelsorgern, die meinem Mann und mir irgendwie too much waren. Da war sie genau das richtige Mittelding zwischen Einfühlsamkeit und medizinischen Fakten.
Aber ob sie mir so früh schon eine Stütze ist, weiß ich tatsächlich gar nicht. Angemeldet bin ich bei ihr aber trotzdem. Allein schon, weil ich genau sie haben möchte für die Nachsorge. Weil sie einfach ein toller Mensch ist.

Habs jetzt erstmal heute mit dem Doppler versucht und wider erwarten sogar einen ganz leisen Herzschlag hören (und aufnehmen ;)) dürfen. Das gibt mir wieder einiges an Sicherheit, dass ich zumindest grad keine MA durchmache, ohne es zu wissen.

Viele Grüße!