Höhe mutterschaftsgeld bei Kind 2 wenn vorher Teilzeit in Elternzeit

    • (1) 27.08.19 - 06:43

      Hallo,

      Ich bin aktuell schwanger in der 23. SSW.
      Vor meiner ersten ss war ich vollzeit angestellt. Danach habe ich 22 Elterngeld Plus beantragt und nach Ablauf der 2 Jahre Elternzeit habe ich meine Eltenzeit aufgrund ss nr 2 verlängert und einen Teilzeit in Elternzeit Vertrag abgeschlossen.
      Nun meine Fragen:


      Aufgrund einer Cervixinsuffizienz wurde ich nun krank geschrieben, ein bv stellt mir mein Arzt nicht aus.


      Auf welcher Grundlage wird das Krankengeld nach 6 Wochen gezahlt?

      Auf welcher Grundlage wird das Mutterschaftsgeld ab 6 Wochen vor der Geburt errechnet (teilzeit in Elternzeit Vertrag oder vollzeit vertrag).


      Vielen lieben Dank für ihre Hilfe

      • Liebe Ratsuchende,

        gerne möchte ich deine Frage aufgrund deiner Angabe wie folgt beantworten:

        Das Mutterschaftsgeld, welches für die Zeit der Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbindungstag gezahlt wird, ist in § 19 MuSchG und § 24i SGB V geregelt. Prinzipiell wird als Mutterschaftsgeld das um die gesetzlichen Abzüge verminderte durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist (= sechs Wochen vor der Entbindung) gezahlt.

        Bei einer Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit ergeben sich bei der Berechnung des durchschnittlichen Arbeitsentgelts Besonderheiten. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Elternzeit der Mutter und die Mutterschutzfrist (hinsichtlich der erneuten Schwangerschaft) nicht gleichzeitig möglich sind. Die vorzeitige Beendigung der Elternzeit wegen der Geburt eines weiteren Kindes sowie zur Inanspruchnahme der Schutzfristen ist gesetzlich vorgesehen in § 16 Abs. 3 S. 2 und 3 BEEG (d.h. die Elternzeit muss vorher schriftlich beendet werden).

        Für die Ermittlung des durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelts ist ein Blick in § 21 MuSchG zu werfen. Teilzeitarbeitsentgelt, das während einer vorangegangenen, aber nun beendeten Elternzeit erzielt worden ist, bleibt unberücksichtigt, sofern diese Berechnungsart für die Frau die günstigere ist (vgl. § § 21 Abs. 2 Nr. 3 MuSchG). Der Ausschluss des Teilzeitarbeitsentgelts steht insoweit unter dem Vorbehalt, dass das durchschnittliche Arbeitsentgelt ohne die Berücksichtigung der Zeiten, in denen Teilzeitarbeitsentgelt bezogen wurde, höher ist (Günstigkeitsprüfung). Beachte: Die Regelung in § 21 Abs. 2 Nr. 3 MuSchG setzt voraus, dass die Elternzeit beendet wurde.

        Da du vor der Elternzeit in Vollzeit gearbeitet hast, ist davon auszugehen, dass die Günstigkeitsprüfung ergeben wird, dass dein Arbeitsentgelt vor der Elternzeit höher und damit für dich günstiger war als das Arbeitsentgelt bei der Teilzeitarbeit während der Elternzeit. Aufgrund deiner Angaben ist für die Zahlung des Mutterschaftsgeldes daher das durchschnittliche Arbeitsentgelt anhand der Vollzeittätigkeit zu berechnen.

        Zu deiner Frage nach dem Krankengeld: Grundsätzlich ruht der Anspruch auf Krankengeld, solange Versicherte Elternzeit in Anspruch nehmen (vgl. § 49 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Dies gilt jedoch nicht, wenn das Krankengeld aus dem Arbeitsentgelt zu berechnen ist, das aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung während der Elternzeit erzielt worden ist. Der Bezug von Krankengeld kommt daher in Betracht, wenn der*die Elternzeitberechtigte während der Elternzeit einer Erwerbstätigkeit (hier: Teilzeit in Elternzeit, vgl. § 15 Abs. 5 und 7 BEEG) nachgeht (=versicherungspflichtige Beschäftigung iSd Gesetzes). Allerdings bemisst sich das Krankengeld dann nach der Höhe des auf diese Weise erzielten Arbeitsentgelts, also auf Grundlage der Teilzeitbeschäftigung.

        Der Anspruch auf Krankengeld ruht, solange du Mutterschaftsgeld beziehst (vgl. § 49 Abs. 1 Nr. 3a SGB V).

        Ich hoffe, deine Frage verständlich beantwortet zu haben.

        Liebe Grüße,
        Alexandra

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