Bitte um hilfe

    • (1) 02.09.19 - 13:38

      Guten Tag.

      Ich bin seit kurzem im Beschäftigungsverbot.
      Meine Chefs stellten mir ein schreiben aus mit einem Verbot.Da ich allein den ganzen Tag arbeit ,keine Ruhe Phase hab auf arbeit,ich schwer tragen muss und Hitze ausgesetzt bin.
      Meine Frage darf mein Chef dies?
      Und das wichtigere was ist mit dem Geld muss ich jetzt Anträge stellen oder von wem bekomm ich jetzt Geld.

      Lg

      • Liebe Ratsuchende,

        gerne möchte ich deine Frage aufgrund deiner Angaben wie folgt beantworten:

        Ab dem Tag, an dem du deinem Arbeitgeber mitteilst, dass du schwanger bist, gilt für dich das Mutterschutzgesetz. Der Arbeitgeber muss dann die erforderlichen Schutzmaßnahmen nach Maßgabe einer Gefährdungsbeurteilung festlegen und einhalten (vgl. § 10 Abs. 1 und 2 MuSchG). Der Arbeitgeber darf eine schwangere Frau nur diejenigen Tätigkeiten ausüben lassen, für die er die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen hat.

        So hat der Arbeitgeber z.B. sicherzustellen, dass du die Tätigkeit am Arbeitsplatz, soweit es für dich erforderlich ist, kurz unterbrechen kannst. Während der Pausen und Arbeitsunterbrechungen muss dann sichergestellt werden, dass du dich hinlegen, hinsetzen und ausruhen kannst (vgl. § 9 Abs. 3 MuSchG).

        Weiterhin darf dich dein Arbeitgeber keine Tätigkeiten ausüben lassen, bei denen du körperlichen Belastungen in einem Maß ausgesetzt bist oder sein kannst, die für dich oder dein Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstellen. § 11 MuSchG regelt einen ausführlichen Katalog mit unzulässigen Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen für schwangere Frauen. So darf der Arbeitgeber eine Frau beispielsweise keine Tätigkeiten ausüben lassen, bei denen sie ohne mechanische Hilfsmittel regelmäßig Lasten von mehr als 5 Kilogramm Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 Kilogramm Gewicht von Hand heben, halten, bewegen oder befördern muss (vgl. § 11 Abs. 5 S. 2 Nr. 1 MuSchG). Auch Tätigkeiten, bei denen du Hitze ausgesetzt bist, sind untersagt (vgl. § 11 Abs. 3 S. 2 Nr. 3 MuSchG).

        Dein Chef ist also durchaus berechtigt bzw. sogar verpflichtet ein generelles Beschäftigungsverbot auszusprechen.

        Zu deiner Frage, wie es sich während dieser Zeit mit deinem Gehalt verhält: Eine Frau, die wegen eines Beschäftigungsverbotes außerhalb der Schutzfristen vor oder nach der Entbindung (d.h. außerhalb der letzten sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung) teilweise oder gar nicht beschäftigt werden darf, erhält von ihrem Arbeitgeber Mutterschutzlohn (vgl. § 18 MuSchG). Als Mutterschutzlohn wird das durchschnittliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor dem Eintritt der Schwangerschaft gezahlt.

        Aufgrund eines Beschäftigungsverbots kommt es folglich nicht zu finanziellen Einbußen. Dein Arbeitgeber muss das Entgelt in vollem Umfang fortzahlen, wenn er dich außerhalb der Schutzfristen aufgrund eines generellen Beschäftigungsverbots nicht mehr beschäftigt.


        Ich hoffe, deine Frage verständlich beantwortet zu haben.

        Liebe Grüße,
        Alexandra

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