Angst - was soll ich tun?

Hallo,

ich muss mir mal alles von der Seele schreiben 😕

Diese Corona Zeit macht mir panische Angst. Am meisten Angst hab ich um meine Mutter. Sie ist 69 und leidet an COPD und lebt allein ca 25 min von uns entfernt. Sie ist soweit trotzdem fit und ernÀhrt sich gesund und macht zweimal die Woche Sport.
Jetzt ist es natĂŒrlich so das sie nun seit Montag nur noch zuhause ist. Was jetzt schon ein Problem ist da ihr der Sport und die Kontakte fehlen 😔
Ich war jetzt gestern Vormittag bei ihr. Haben uns an einem Wald getroffen und sind mit Abstand ein StĂŒndchen spazieren gegangen.

Als wir dann Nachmittag nochmal telefoniert haben hat sie so geweint am Telefon. Ich bin stark geblieben aber innerlich hat es mich zerrissen.

Die ist psychisch schon viele Jahre labil, nimmt auch Medikamente.
Ich habe Angst das sie die Einsamkeit umbringen könnte. Ich will sie aber natĂŒrlich schĂŒtzen vor dem Virus.

Sie hat einen Partner. Sie leben allerdings getrennt. Entfernung auch ca 30 min.
Jetzt gilt ja ab heute bei uns in Bayern AusgangsbeschrĂ€nkung. Ihre grĂ¶ĂŸte Angst war das sie jetzt zusĂ€tzlich zu uns auch noch ihren Partner nicht mehr sehen kann.


Das alles macht mich so fertig. Ich liege tĂ€glich morgens weinend schon im Bett. Mein Mann gibt sich MĂŒhe mich zu trösten aber er ist da ein Mann der sehr wenigen Worte. Und ich will ihm auch nicht stĂ€ndig die Heulsuse in mir zeigen. Aber ich hab Angst vor den nĂ€chsten Tagen und Wochen.
Seit Tagen kann ich nicht mehr viel essen weil mit beim Gedanken schon schlecht wird.

Vielleicht hat jemand einen Tipp wie ich besser mit der Situation, die wir alle haben, umgehen kann. 🙏

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Könnte sie fĂŒr die Zeit bei euch einziehen?

Dann isoliert ihr euch zu dritt.

Es kann ja nicht sein, dass sie vor corona geschĂŒtzt wird, aber die Angst und Einsamkeit sie umbringt..


Ansonsten :Viel telefonieren, Video - Anrufe, Bilder schicken, auch mal richtige Briefe per Post, die machen gleich zehn mal mehr Freude usw.

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Danke fĂŒr deine Antwort.

Das hab ich natĂŒrlich schon ĂŒberlegt. Nur ist es so das mein großer Sohn ab Montag wieder arbeiten muss. Er macht seine Ausbildung und ist momentan in einer Raffinerie wo sich derzeit viele hundert Montagearbeiter befinden wegen Wartungsarbeiten.

Ich kann daher eben nicht sicher stellen das er nichts mit nach Hause bringt. Sonst hÀtte ich sie schon Anfang der Woche zu uns geholt.

Eine meiner Freundinnen ist Arzthelferin bei meinem Hausarzt und hat selbst einen COPD Patienten in der Familie. Sie rĂ€t mir davon ab meine Mama hier her zu holen đŸ€·đŸ»â€â™€ïž

Wenn es natĂŒrlich garnicht mehr anders geht kann ich das als letztes tun meint sie

Lg

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Hallo

Ich kann dich verstehen. Versuche so oft es geht, anzurufen. Habt Ihr die Möglichkeit, Videotelefonie zu machen?

Lebenspartner dĂŒrfen sich gegenseitig besuchen. Darauf mĂŒssen sie nicht verzichten.

StĂ€rker sie darin, das es das Beste im Moment fĂŒr alle ist. Auch wenn es sehr schwer fĂ€llt.

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Meine Mama wohnt auch alleine, 65km entfernt. Sie hat auch Angst. Wir telefonieren viel, ich schicke Videos von den Kindern und wir machen Videotelelefonie per WhatsApp.

Ich selbst habe mittlerweile auch manchmal regelrecht Panikattacken. Es Hilft nur, sich auch mal mit etwas anderem zu beschĂ€ftigen. Auch wenn es schwer fĂ€llt. Wir mĂŒssen da jetzt alle durch! Bleib stark 😘

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Hey. Ich kann dich sehr gut verstehen. Meine Mama hat auch COPD im endstadium . Und ich habe große Angst um sie.
Vorallem weil wir vor kurzem durch die Hölle sind mit Intensivstation und Beatmung.

Wir telefonieren jeden 2 Tag und auch Video telefonieren.
Sie hat es so schon schwer , dann ihre Depressionen die dazu kommen und jetzt auch noch das komplett isolierte. Es macht sie sehr traurig. Wir versuchen wirklich viel zu lachen , sie versteht es aber das es wichtig ist , vor allem fĂŒr sie.

Ich wĂŒnsche dir und deiner Mama alles Liebe

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Auch dir Danke fĂŒr deine Antwort!

Auch wenn es die Situation nicht besser macht ist es doch ein „schönes“ GefĂŒhl nicht allein zu sein mit meiner Angst.

Bei meiner Mama wurde erst vorletztes Jahr die COPD fest gestellt. Sie hat dann im November 2018 nach 50 Jahren aufgehört zu rauchen 👍
Ihr geht es den UmstÀnden entsprechend gut. Sie hat ihr Spray. Ist gegen Grippe und Pneumokokken geimpft. Auch ist sie nicht sehr immungeschwÀcht. Also sie ist nicht oft krank oder erkÀltet.

Dennoch hab ich einfach schreckliche Angst.

Sie ist die einzige aus meiner Familie die ich noch habe 😱 mit meinen 4 Geschwistern haben wir beide keinen Kontakt!

Dir und deiner Mutter auch alles gute 🍀🍀

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Hallo
ja, diese Situation setzt uns allen zu, du bist mit deiner Angst nicht alleine.
Versuche einfach via Handy sehr viel Kontakt zu deiner Mutter zu halten, und wichtig dabei ist, eine positive Stimmung zu erzeugen. Auch wenn es dir selber - verstÀndlich - schlecht geht, versuche das deiner Mutter nicht zu zeigen. Du verstÀrkst damit nur ihre Niedergeschlagenheit.
Und auch dir wird es besser gehen, wenn du merkst, dass du deine Mutter aufmuntern konntest.

Kopf hoch, auch diese Zeiten werden vorbeigehen.
Mein Vater hat als Kind noch den zweiten Weltkrieg miterlebt und auch viele Fliegerangriffe. wo sie alle zitternd vor Angst im Luftschutzkeller sassen und nicht wusten, ob nicht jeden Moment alles ĂŒber ihnen zusammenstĂŒrzt.
Vielleicht jetzt ein blöder Vergleich, trotzdem- da geht es uns ja noch direkt gut, oder#ole

Alles Gute und lass den Kopf nicht hÀngen, wird alles wieder#liebdrueck

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Sie darf ihren Lebenspartner treffen. Wenn er nicht arbeitet, könnten sie doch vorĂŒbergehend zusammenziehen und daheimbleiben. Aber so wĂ€ren beide nicht alleine. Spazierengehen dĂŒrften sie auch, wird stĂ€ndig gesagt, sogar in gesperrten Orten, nur eben da, wo man niemand trifft. Mach Du dann mal einen Wocheneinkauf fĂŒr sie, dann brauchen sie nur mal Frisches.
LG Moni