Zukunft

Hallo
Ich lese in letzter Zeit sehr viel über die aktuelle Situation und es gibt ja da die unterschiedlichsten Meinungen. Von "alles halb so schlimm" bis hin zu "wir werden alle sterben wenn wir uns nicht sofort isolieren", Mal überspitzt ausgedrückt.

Ich muss sagen, ich habe wenige Angst vor dem Virus als vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen. Meine Firma muss Kurzarbeit anmelden, Zeitverträge werden nicht verlängert, Leute die noch in der Probezeit sind, werden entlassen. Das höre ich die letzten Tage von immer mehreren Freundinnen wo es ähnlich zugeht.
Diese Entwicklung macht mir wirklich Sorgen und ich denke nicht, dass nach ein paar Wochen Isolation alles wieder gut ist.

Wie seht ihr das?

Habt ihr Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung in D?

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Ich schreib dir einfach meine Gedanken zu dem Thema.
Steinigt mich nicht gleich alle, die Zukunft ist ungewiss, wir alle haben Angst, wie alle machen uns sorgen...

Ich denke, wir sind mittendrin. Es kann keiner mehr aussteigen. Ja, wirtschaftlich wird das Folgen haben, keine Frage. Es wird schwer. Für uns alle.
Aber nun stelle ich mir die Frage, was nun und diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.
Natürlich haben wir alle Angst und bedenken. Was passiert mit unseren Jobs? Mir den Selbstständigen, mit allen?
Wir wissen es nicht. Was ICH allerdings weiß ist, dass man überleben muss, um zu arbeiten... wenn ich tot bin, brauche ich kein Job und keine Wirtschaft und wenn ich mir die Bilder aus Italien ansehe, wo lange noch keine ENDE in Sicht ist, frage ich mich, wieviele tote wird es noch fordern. Wer wird übrig bleiben? Wer hilft der Wirtschaft, wenn keine Sperre kommt, aber alle krank sind und auch keiner arbeiten gehen kann? Macht es das besser, wenn Läden schließen müssen, weil alle krank sind? So, haben wir vielleicht noch die Möglichkeit, dass nicht alle erkranken... dass viele danach die Wirtschaft wieder ankurbeln können...
da wo etwas endet, entsteht immer etwas Neues. Es ist fremd, es macht Angst, es ist ungewiss, aber es muss nichts schlechter sein! Irgendwie war doch schon lange klar, dass es so auch nicht weitergeht. Wie viele waren unzufrieden? Wie viele haben gemeckert, so geht es nicht weiter, der Knall wird kommen? Nun ist er da. Natürlich will das auf diese Weise keiner, Verständlich, es ist beängstigend und besser das altbekannte, was zwar nicht soooo prickelnd war, aber das kannte man, damit ist man umgegangen, als blindlings in etwas ungewisses Stürzen. Es ist alles ein großer Mist, der passiert, aber vielleicht auch eine Riesen Chance, dass die Karten neu gemischt werden. Das etwas frischer Wind in ein altes, vielleicht marodes system kommt. Vielleicht werden sich neue „Berufe“ ergeben, vielleicht justiert sich altes neu. Wo das eine endet, fängt was anderes dafür an. Die Einsicht, wieviele Menschen plötzlich so wichtig werden, ist ein erster Schritt. Plötzlich merkt man, was die Kassierer leisten, wie wichtig Pflegepersonal ist, die Putzfrau, die das Krankenhaus säubert und und und. Berufe, die nicht gewürdigt werden, werden applaudiert. Eine Chance, die sich vielleicht neu entwickeln kann.
Natürlich hat alles seinen Preis. Keine Frage. Aber was jetzt passiert, wurde von keinem gewollt. Es ist passiert. Warum auch immer.
Ich denke, es ist besser jetzt positiv und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, als in starre zu verzweifeln. Wir müssen da nun alle zusammen raus. Das können wir auch, wenn jeder mitmacht. Wie gut es uns gelingt, liegt an jedem einzelnen und wird sich zeigen, aber die Möglichkeit haben wir in der Hand und zwar jetzt!

Ich sage das auch nicht, als Arbeitslose, der es egal sein kann, weil sie nichts zu verlieren hat. Ich bin selbstständig und sehe mein Geschäft dahin schwinden. Ist grad mega blöd, wird nicht einfach werden, aber ich bin jung, kann anpacken und werde meinen Weg schon wieder finden. Jetzt verzweifeln bringt mir und meiner Familie nichts.
Wir bauen gerade ein Haus, keiner weiß, wird es fertig werden? Werden uns die Handwerker abspringen? Stehen wir letztendlich ohne einen Cent in der Tasche vor halbfertigen Wänden, während unsere Wohnung schon gekündigt ist und wir bald nicht wissen, wohin mit uns... in diesem Haus steckt all unser hart erspartes Geld... und dennoch, was ist das schon im Vergleich zu unserem Leben, unserer Gesundheit. Ich schaue auf meine Tochter, die Mittagsschlaf macht und denke, zum teufel, es wird sich schon eine Möglichkeit ergeben. Irgendwer wird mir auch schon Arbeit geben, wenn alles den Bach runter geht. Wichtig ist mir, dass es ihr gut geht und dafür setze ich alle Hebel in Bewegung, dass es so bleibt. Alles andere kann warten. Was zu essen wird uns bestimmt nicht fehlen und wenn ja, Ich kann auch von Suppe leben, solange ihr nichts fehlt. Ich bin in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen... ich weiß was es bedeutet nichts zu haben. Wenn Suppe mit Haferflocken zum sättigen angedickt wird... wir haben diese Zeiten überstanden und wir werden diese Krise überstehen. Man darf nur nicht die Zuversicht verlieren.

Das sind einfach meine Gedanken zu dem Thema.

Gruß an alle!

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Hallo,

hab grad abgestimmt und ja, ich hab definitiv viel mehr Angst vor den wirtschaftlichen Folgen als vor dem Virus selbst)zumindest für mich persönlich). Dennoch weiß ich, dass das alles aus einem wichtigen Grund geschieht, nämlich um Risikogruppen zu schützen und um den Virus zu verlangsamen und damit sich medizinisch besser rüsten zu können. Also ich finde den Gemeinschaftsgedanken vollkommen richtig und wichtig. Aber ja, für mich und meine Familie habe ich große Sorgen was die Zukunft mit z.B. Kurzarbeit und das auf einen unbestimmten Zeitraum (keiner kann dir sagen das geht 1,2,3 Monate oder ein Jahr) bringt.

Liebe Grüße

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- Von "alles halb so schlimm" bis hin zu "wir werden alle sterben wenn wir uns nicht sofort isolieren" -

So sieht das vielleicht bei facebook aus, aber wenn der Präsident des RKI seine Verzweiflung kaum mehr verbergen kann, dann ist die Lage wirklich ernst.

Ich hoffe und bete, dass wir innerhalb der nächsten Monate (2? 6? ... keine Ahnung!) die Infektionen in den Griff bekommen.

Und die Wirtschaft sich wieder fängt.
Bereits nach einer Woche wünsche ich mir Normalität und Sicherheit zurück. Manchmal kommt echt Verzweiflung in mir hoch. So etwas haben wir noch nie erlebt!

Wir müssen auch anerkennen, dass wir in einem der wenigen Länder leben, die mit ganz viel Anstrengung mit zwei blauen Augen aus der Nummer wieder raus kommen könn(t)en.

Wenn ich da nur an die afrikanischen Länder denke, an Indien, an Obdachlose, an die Flüchtlinge in den Lagern ... wenn es richtig hart kommen, werden wir Millionen von Menschen beim jämmerlichen Ersticken zuschauen.


Darüber hinaus mache ich mir noch Gedanken über die Langzeitfolgen, die das Virus in den ehemals Infizierten hinterlässt - damit hat man einfach 0,0 Erfahrung.
Ob es sich langfristig auf die Ungeborenen auswirkt, kann auch noch keiner sagen.

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Mein Mann arbeitet in einer der Branchen, die am stärksten von den Einschränkungen betroffen sind. Um uns mache ich mir keine Sorgen, denn mein Job ernährt uns notfalls auch, und der ist absolut krisensicher. Aber ich wohne in einer Gegend, in der in fast jeder Familie einer am Flughafen arbeitet oder für eine Firma, die mit dem Flughafen eng verknüpft ist. Lufthansa und Flughafenbetreiber haben Kurzarbeit angemeldet, da wird schon der ein oder andere heftig getroffen. Und das zieht ja nen Rattenschwanz nach sich: Wer weniger verdient, kann nicht die lokale Gastronomie unterstützen, indem er Essen bestellt, kauft eher das billige Brot vom Discounter (wenn es welches gibt). Da hoffe ich darauf, dass nicht nur unbegrenzte Kredite für Unternehmen rausgehauen werden, sondern dass vor allem die kleinen Unternehmer schnelle und unbürokratische Hilfen bekommen.

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Rate, wo mein Mann arbeitet…
Richtig, am Flughafen😬 Wenn er nicht auf seine Stunden kommt, verliert er seine Lizenz.
Was uns erleichtert ist, dass zumindest mein Job jetzt unverzichtbar ist (Ärztin), das ist unsere Sicherheit. Aber da ich derzeit im Wochenbett bin (wie dankbar ich ihm bin, dass er 3 Wochen zu früh kam – gestern war ET) und wir kleine Kinder haben möchte ich mich so lange wie möglich vom Krankenhaus fernhalten. Ich bleibe aber über meine alten Kollegen informiert, damit ich aushelfen kann, wenn der Personalmangel zu groß wird.

@TE:
Ich mache mir auch Sorgen. Das ist eine schlimme Krise. Sie betrifft nicht nur einen Sektor, sondern alle. Keiner weiß, welche kleinen Betriebe und welche großen Industrien sich wie gut halten können. Vor allem die Kleinen werden am Ende leiden.
Ich habe aber auch ein Vertrauen in unsere Regierung (Merkel ist nicht umsonst die "Krisenkanzlerin"). In dieser Situation bin ich froh, dass wir eine ruhige, besonnene Kanzlerin haben, wenn ich mir andere Staatsoberhäupter wie Trump oder Bolsonaro angucke… Und wir haben eine Anpack-Mentalität. Wir werden nicht unbeschadet hier rauskommen, aber ich bin mir sicher, dass wir es irgendwie wieder auf die Beine schaffen.

Dazu kommt natürlich noch die ganz persönliche Sorge um die Familie. Die Eltern, mein chronisch kranker Schwager, unsere Kinder, der Rest der Familie...
Wir vertrauen auf Gott, dass er uns durch diese schwere Zeit trägt.

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Ein Arbeitskollege meines Mannes machte den Vorschlag, es wie im Mittelalter zu machen : nach der Krise alle Zahlen auf den Zeitpunkt vor der Krise zurück drehen. Dann hat jeder so viel Geld wie vorher. Das meiste sind ja eh nur digitale Zahlen.

Wird natürlich nicht passieren - aber die Idee hat was für sich.

Mein Mann arbeitet im öffentlichen Dienst an einer Uni. Uns persönlich trifft es zum Glück nicht. Aber dennoch mache ich mir Gedanken darum, wie es weitergehen wird mit der Gesellschaft.
Das wird die Zukunft zeigen.

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wenn es soweit ist.
Ich bin Fachschwester für Anästhesie und da hab ich grad andere Sorgen: Wie viele Patienten werden es wohl? Wie lang reichen die Masken? Wird's so wie in Italien? Steck ich meine Familie an? Muss ich demnächst Doppelschicht machen? Wird meine alte Mutter das überleben? Etc. etc....
Davor hab ich Angst...und davor, was JETZT schon in der Gesellschaft abgeht...aber klar, anderer Job, andere Sorgen. Möcht natürlich auch mit keinem tauschen, der nun nicht mehr arbeiten kann. Trotzdem bin ich der Meinung, dass derzeit ALLES getan werden muss, um die Welle abzumildern 💪

Alles Liebe!

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Huhu,

da selbst die offiziellen Stellen andeuten, dass das ganze mehrere Monate gehen wird, rechne ich auch mit schlimmen Folgen für die Wirtschaft.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass vieles im Ausland gefertigt wurde und hier nur den letzten Feinschliff bekam. Irgendwann sind diese Lager leer, da der Nachschub ausbleibt.
Ware, die komplett im Ausland gefertigt wurde, kann letztendlich hier nicht mehr erworben werden, sobald alles aufgekauft wurde und kein Nachschub kommt da auch dort die Fabriken still stehen.

Auch sind wir ein Land, was viel exportiert - da Corona auch die Wirtschaft der anderen Länder schwächen wird, wird man auch weniger im Ausland verkaufen können.

Dann bedingt natürlich das reduzierte Einkommen auch eine geringere Wirtschaftsleitung im Inland. Ehe Behörden nun Anträge bearbeitet haben werden zwecks Aufstockung etc, wird das sehr lange dauern im Angesicht der Welle an Anträgen, die da auf sie zukommen wird. Für die Betroffenen, die auf das Geld angewiesen sind, wird das eine sehr schwere Zeit - Nachzahlungen sind ja nett, aber man muss nun einmal im Moment essen und nicht 6 Monate später …

Ich hoffe, die Politik schläft nicht wieder so lange und reagiert rechtzeitig mit den richtigen Maßnahmen, um nicht nur Arbeitgeber zu schützen, sondern die Arbeitnehmer ebenfalls nicht im Regen stehen lässt.
So einige haben nun einmal mit den Gehältern, die sie offenbar sicher seit Jahren hatten, Häuser gekauft oder andere Kredite aufgenommen. Wenn nun die Einnahmen ausbleiben, was passiert dann mit diesen? Verlieren die dann alles?

LG

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So einige haben nun einmal mit den Gehältern, die sie offenbar sicher seit Jahren hatten, Häuser gekauft oder andere Kredite aufgenommen. Wenn nun die Einnahmen ausbleiben, was passiert dann mit diesen? Verlieren die dann alles?

Ich fürchte, es wird bestimmt vielen so gehen. Ein Kollege hat die Finanzierung mit ganz heißer Nadel gestrickt und kurz nach Hauskauf einen neuen Job angefangen weil er da 150€ im Monat mehr verdient und er das Geld braucht. Wir reden hier über 150€!!! Sein neuer AG ist Zulieferer für die Automobilindustrie und es kriselt gewaltig. Er hat jetzt richtig Panik, dass er in die Kurzarbeit kommt oder gekündigt wird. Das bricht ihm und seiner ungelernten Frau die aktuell in Elternzeit ist, das finanzielle Genick. Genau so auch einer anderen Freundin die ständig kalkuliert, ob sie sich ein Jahr Elternzeit leisten kann weil sie ja so eine hohe Kreditrate für's Haus haben. Wenn einer von denen den beiden arbeitslos wird oder Kurzarbeit machen muss, sind sie am Ende. Ich bin sicher, dass es noch vielen anderen so geht und dass der große Crash kommen wird.

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Hallöchen,

mein Job ist es ALG2 Anträge im Jobcenter zu bearbeiten. Ich lebe in einer wirtschaftlich sehr starken Region mit ursprünglich sehr niedrigen Arbeitslosen- und Aufstockerzahlen.

Im Augenblick werden wir von Neuanträgen erschlagen. Sehr viel Entlassungen (gefühlt fast alle die außerhalb von Lebensmittel und Pflege in den letzten sechs Monaten eingestellt wurden) und sehr viele neue Aufstocker (die in Kurzarbeit sind). Davon sehr viele mit Eigenheim, die einem am Telefon zusammenbrechen, wenn man ihnen mitteilt, dass die Tilgungsraten fürs Eigenheim nicht gezahlt werden.

Sehr viele Selbstständige mit null Rücklagen schlagen bei uns auf, die mit Insolvenz binnen 1-2 Monaten rechnen.

Bei der Agentur ist ebenfalls extrem viel los.

Ich glaube, dass wir auf ein sehr, sehr großes Problem zusteuern.

In einem Krieg gibt es die Rüstungsindustrie. Im Moment gibt es nichts.

Ich bin nicht sehr optimistisch...

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Manchmal frage ich mich schon in welcher Blase hier einige lebten und es ihnen nicht mal bewusst war?
Es gibt schon immer ein stetiges Auf und ab, bisher waren es eben Bankenkrisen, Automobilkrisen etc die Massenentlassungen verursacht hatten. Ja es ist schlimm und viele Betriebe kommen ins Schleudern, aber das ist jetzt das 3. Mal in 20 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Branchen in denen ich Kurzarbeit mache und Leute um mich herum ihre Jobs verlieren. Jetzt kommt es auf einen Schlag, andere Dinge geschahen schleichend, wie zum Beispiel der "Umbau" des Finanzsektors ... ich sehe erschreckend viele Bänker die vor 20 Jahren noch am Schalter standen die jetzt bei Rewe Regale einräumen. Daran denkt nur keiner weil es schleichend passiert oder in einem Sektor geschah den man nicht im Blick hatte.
Uns ging es nur in den vergangenen Jahren verdammt gut und es war blauäugig von machen sich darauf zu verlassen dass die luxuriösen Zeiten und das waren sie ewig so weitergehen werden. Wer einen Kredit mit heißer Nadel gestrickt hat wusste doch dass er auf die Nase fallen kann! Es kann immer was passieren, schon alleine ein Kind mit besonderen Anforderungen kann bedeuten dass man nicht mehr so arbeiten kann wie man will, man kann erkranken und seinen Job nicht mehr ausüben und weniger verdienen ...
Außerdem leben wir in einem der wenigen Länder, wie bereits geschrieben, die ihre Wirtschaft schon immer in Krisenzeiten massiv gestützt haben. Es gab einige weltweise Krisen die in Deutschland nach 2, 3 Jahren fast "weggearbeitet" waren, an denen andere Länder wie z.B. USA fast ein ganzes Jahrzehnt zu kabbern hatten bis sie wieder auf "altem Stand" waren.