Oma und ihre Freunde

Meine Lieben. Ich habe meine Oma neben an in ihrer eigenen Wohnung wohnen. Sie ist 85 Jahre ,an sich noch fit ,hat ihren eigenen Garten wo sie noch selber alles angepflanzt und erntet. Zu meinem Anliegen :

Sie hat das nicht ganz begriffen mit den Regeln der Regierung und ich weiß nicht wie ich es ihr noch erklären soll.
Sie läuft jeden Tag in den Garten,dort hat sie alle ihre Freunde ,sind auch alle im selben Alter, sie sitzen zusammen ,essen ,quatschen trinken Tee.

Ich selber finde es nicht schön aber ihre Aussagen sind immer das sie zu Kriegszeiten sehr schlimme Zeiten durchgemacht hat. Sie waren in Gefangenschaft und mussten oft um ihr Leben bangen . Sie sagt auch das die Menschen schlimmer sind als der Virus . Sie will sich nicht noch einmal einsperren lassen ,das würde sie nicht schaffen . Ich kann sie ja einerseits verstehen aber anderer Seits mache ich mir natürlich Gedanken und auch Sorgen um sie und die anderen.
Wie kann ich noch vorgehen um es ihr zu erklären?
Habt ihr Tipps / Ratschläge ??

Alles Liebe und bleibt gesund

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Solange die alten Damen nicht im Rudel durch die Stadt ziehen, würde ich sie lassen. Willst Du sie täglich ausschimpfen? In ihrem Alter? Und das über nicht absehbare Zeit? Du hast ihr erklärt, dass sie schwer krank werden kann, sie wird es schon wissen, aber ihr Sozialkontakt ist ihr wichtig. Du kannst den alten Damen nur nochmal klarmachen, dass sie sich wenigstens von anderen fernhalten sollen.
Weisst Du, wie beschissen es den alten Leuten in den Altersheimen geht, die keinen Besuch mehr bekommen dürfen? Meine Tochter hat zur Zeit soviel mit Trösten zu tun in ihrem Altersheim, dass sie kaum zu ihrer Arbeit kommt. Das ist doch ******
Irgendwann ist es auch mal gut, so alten Leuten alles nehmen zu wollen. Finde ich genauso irre wie einem 85jährigen sein Abendbierchen oder ab und zu eine Zigarette verbieten zu wollen, weil es "ungesund" ist.
Rede ihnen zusammen nochmal ins Gewissen, dass sie nur in dieser Clique zusammenkommen und sich von anderen fernhalten sollen und gut. Du bist jung und hast das Leben noch vor Dir. Ich bin 65 und kann mich eher in die alten Damen reinversetzen. Sie haben unwahrscheinlich viel mitgemacht, sind alt und haben im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr viel zu verlieren. Einsamkeit ist das Beschissenste am Alter. Ist absolut NICHT böse gemeint. #herzlich
LG Moni

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Vielen Dank für deine Antwort.
Ich will es ihr auch garnicht verbieten oder sie ausschimpfen. Ich kann sie ja auch verstehen irgendwo.
Ich wollte eigentlich nur mal andere Meinungen dazu hören wie ich es handhaben soll , ob ich richtig reagiere.
Sie sitzen im Endeffekt ja ,,nur"in ihrem Garten.

Alles Liebe

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Wenn sie eh nur in ihrem Garten sitzen, ist das doch in Ordnung. Bring ihnen lieber mal ein Likörchen vorbei #verliebt

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Ich habe keine Tipps. Die Oma meines Mannes ist auch ziemlich Beratungsresistent. Sie trifft, nach eigener Aussage, zwar keine Freunde, geht aber trotz Vorräte dauern einkaufen und trifft sich mit den Nachbarn, die noch berufstätig sind.

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Dann bin ich ja nicht alleine mit meiner Sorge .
Es ist wirklich schwer ....
Alles Liebe dir

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Ganz ehrlich, lass der armen Frau den Rest Freude im Leben. Ich denke für sie wäre es die Hölle wenn du ihr ihre Kontakte nimmst. Ich denke wir werden in den nächsten Woche eine recht hohe Rate an Selbstmorden unter den Senioren haben wenn wir die isolieren. Das Schlimme daran wird sein das wir das in vielen Fällen erst viel später merken da wir ja kaum noch Kontakte haben.
Meine Mutter(80) ist auch so, sie sagt sie kann nicht den ganzen Tag alleine zu Hause sitzen da fällt ihr die Decke auf den Kopf. Sie geht auch weiterhin täglich mit ihrer Freundin spazieren, Kontakt hat sie eh zu ihr da sie für sie einkauft und beim Kochen hilft. Ich werde ihr das sicher nicht verbieten. Wenn sie sich nicht um die Freundin kümmern würde, wäre die schon lange verhungert, der Pflegedienst kommt nicht mehr regelmäßig und macht kaum noch was.
Ehe hier wieder einer rum heult meine Mutter hat eine Patientenverfügung und würde niemanden ein Intensivebett wegnehmen.
Sie hat auch gesagt im Krieg und danach hatten sie Schlimmeres zu überstehen wie Corona, sie hat hunderte Kinder an Masern sterben sehen, auch viele an der Grippe, das hat niemanden interressiert. Sie hält sich an ziemlich alles nur auf den einen Kontakt wird sie nicht verzichten, das finde ich auch ok, sie ist alt genug um selber über ihr Leben zu bestimmen.

LG
Visilo

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Ich danke dir für deine Antwort.
Du hast recht. Ich will es ihr ja auch nicht verbieten . Ich wollte nur mal hören ob ich richtig reagiere , oder nicht .

Alles Liebe

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Danke, bin froh, dass ich nicht alleine bin mit meiner Meinung. Mir tun die alten Leute so unendlich leid. Soviel Besuch kriegen sie meist eh nimmer und den nimmt man ihnen nun auch noch.
LG

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Hallo,

ich habe sehr großen Respekt vor der Lebensleistung deiner Oma, sie hat den 2. Weltkrieg miterlebt und selbst schlimme Erfahrungen gemacht, sie ist in schweren Zeiten aufgewachsen und hat dieses Land wieder aufgebaut, aber das entlässt sie nun nicht von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich das Virus langsamer ausbreitet und so wenig Menschen wie möglich dann intensivmedizinische Versorgung benötigen.

In dieser Zeit ist jeder für das Leben eines anderen verantwortlich, jeder muss dazu beitragen, da gibt es keine Ausnahmen. Es braucht nur einer aus diesem Freundeskreis sich mit dem Virus anzustecken, schon trifft es womöglich alle anderen betagten Freunde, und gerade aufgrund ihres Alters ist die Chance dann schon sehr hoch, dass alle infizierten dann ans Beatmungsgerät müssen, das geht solange gut bis es nicht mehr ausreichend Beatmungsgeräte gibt. Was dann passiert, kann sich jeder denken ... wie in Italien müssen Ärzte entscheiden, wer beatmet wird und wer nicht.

Auch wenn es ihre letzte Lebensfreude ist, ja auch die muss in dieser Zeit hinten anstehen, zum Wohle aller.

Du kannst höchstens nochmal an ihre Vernunft appellieren, wenn sie und ihre Freunde nicht wollen, kannst du es nicht ändern, an dieser Stelle endet dein Verantwortungsbereich.

Ich hoffe sehr, Sie und ihre Freunde erkennen den Ernst der Lage und treffen sich am Telefon.

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Hallo,

ich würde ihr sagen, dass Menschen in ihrem Alter häufig an Corona sterben und dass die Krankenhäuser auswählen müssen, wen sie behandeln, wenn zu viele Fälle kommen.
Mit 85 gehört sie dann leider zu denen, die nicht mehr behandelt werden.
Diese Information stammt von einem Freund von mir, der leitender Oberarzt in einer Klinik ist, die sich auf eine Welle von Corona-Fällen vorbereitet.

Falls sie Wert darauf legt, noch ein wenig länger auf der Welt zu bleiben, soll sie sich an die Regeln halten.

Vielleicht kennt sie noch Geschichten von früher über die Spanische Grippe oder Epidemien, wie Cholera, Typhus etc.. DAS sind ähnliche Situationen, wie Corona, nicht der Krieg.
Hätte sie sich damals neben Leute, die vielleichtTyphus hatten, gesetzt?

Sie soll sich nicht einsperren lassen. Sie kann in ihrem Garten arbeiten und sich 2 m entfernt neben Freunde setzen, und jeder von ihnen kann seine eigene Thermoskanne mitbringen.
Das kann ja wohl nicht so schwer sein...

LG

Heike

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Mmmhm.. seltsam... eigentlich würde ich ja sagen, dass die älteren Herrschaften ja alt genug sind und eben auch für ihr eigenes Leben selbst verantwortlich. Jedem, der sich im Garten dort trifft sollte klar sein, dass er damit SEIN eigenes Leben gefährdet. Wenn denen das nicht mehr wichtig ist... was soll man da sagen?

Die Großtante meines Mannes ist seit Anfang März im betreuten wohnen. Die Leute werden dort ihrer eigenen Sicherheit wegen voneinander isoliert und "eingesperrt"... sie ist 88, sie leidet sehr darunter keinen Besuch mehr zu bekommen und auch die anderen Bewohner nicht mehr treffen zu können... kann sein, dass der ein oder andere dann an an "Einsamkeit" stirbt... sterben werden sie sowieso, irgendwann, früher oder später... ich kann verstehen, dass man mit 85 da evtl. nicht mehr so am eigenen Leben hängt.

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Genauso ist es. Mit 85 oder noch älter auf der Zielgeraden im Altersheim .....da sieht man vieles naturgemäß ganz ganz anders wie hier die Dreißigjährigen; ich kann es nachvollziehen.
LG

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Ja, vielleicht hat die Dreißigjährige auch gerade eine Chemotherapie hinter sich und zwei kleine Kinder, die sie gerne aufwachsen sehen möchte.

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