Mehr Kontakt durch Ausgangssperre

Hallo Leute,

wir hier in Österreich haben ja jetzt mehr als einenhalb Wochen Ausgangssperre.
Seitdem werde ich quasi überschüttet mit Anfragen der Verwandtschaft. Bilder, Videos und am liebsten stundenlang Videotelephonie mit meinem Kind. Äh, das ist 1,5 und - ich drücke es mal hart aus - hat die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege. Das interessiert sich nicht für das Bussibussi und Tutzitutzi von Tante Opa und Co; nach 2 Minuten ist es fad und spielt irgendwo. Ja und ich hocke dann mit Handy und "Bitte spiel mit mir."-Kind am Boden und soll quatschen. Nicht nur, dass es anstrengend ist, nur eine Hand frei zu haben - über was soll man stundenlang reden, wenn ja nix zu Hause passiert?

Mein Schwager wollte vor 2 Tagen eine Familiengesprächskonferenzschaltung machen. Weil wir uns ja alle nicht mehr sehen. Sorry, aber wenn Corona nicht wäre, hätten wir jetzt keinen Kontakt bis Ostern gehabt. Wir sehen uns einfach nur an den Feiertagen und das hat jetzt 10 Jahre gereicht immer. Jetzt plötzlich nicht mehr?

Ich muss dazu sagen, bei unseren Familienseiten gibt es keinen einzigen mit Risikogruppe. Warum jetzt dieses Hecheln nach Friede, Freude, Eierspeis?


Kennt das wer und will mitjammern?

Meine derzeitige Lösung ist, Anrufe oft zu ignorieren (vor allem, wenn Schwägerin nach einer Stunde reden schon wieder anrufen will um das Kind zu sehen.)


vlg

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Warum sagst Du ihnen nicht, wie es ist? Nicht jeder sitzt nun daheim und langweilt sich zu Tode. Und wenn die Schwägerin das Kind sehen will, kann sie ja anrufen und Du stellst das Handy in eine Halterung, dann kann sie beim Spielen zusehen, bis es ihr selber fad wird. Du bist ja nicht verpflichtet, die Leute zu entertainen. :-p

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Ich denke auch, dass man es den Leuten halt sagen muss. Unsere Tochter ist 21 Monate alt und findet Videotelefonie sehr interessant. Es sind ja nicht alle gleich.

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Viele werden sich auch einfach ihrer und eurer Endlichkeit bewusst und suchen deshalb den Kontakt.

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Das, oder auch schlichte Langeweile. Nicht jeder ist top motiviert die Wohnung durchzuputzen und ohne Kontakt zur Außenwelt (Job, Öffis,etc) fehlt manchen der Austausch.

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Ja ich kann dich verstehen. Ich sehe meine Familie nicht oft , und plötzlich rufen sie jeden Tag an .
Und das schlimme , man erlebt ja nicht viel, das man sich jeden Tag was zu erzählen hat.
Meine Schwester meinte letztes mal ,,schade das wir nicht zu Uroma können" ....Ääh Uroma , mit ihr haben wir seit 10 Jahren keinen Kontakt 🤦‍♀️ aber gut .

Was mich aber seit ein paar Tagen am meisten nerft ist , das aufeinmal allen gedankt wird.
Ärzte,Pfleger,Verkäufer ..... diese Berufe gab es auch schon vorher und da hat sich NIEMAND drum geschert.
Und jetzt sprechen alle von Helden. Klar was sie leisten ist der Wahnsinn,gar keine Frage , aber doch auch schon vor Corona (ich selber bin auch Verkäuferin im Einzelhandel )
Die sind vorher schon alle auf dem Zahnfleisch gelaufen und es scherte sich keiner drum wie sie über die Runden kommen .
Wir kriegen von Kunden Schokolade teilweise geschenkt als Danke, wo ich mir denke, vor 3 Wochen hat sich die Dame aber beschwert weil ihre Butter ausverkauft war . Naja was solls ..... bin etwas abgeschweift vom Thema.
Ich wünsche alles Liebe

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Huhu,

aber ist es nicht auch einfach schön nun diese Wertschätzung zu erfahren?
Und die Umstände sind ja nun gerade in diesen Jobs noch extremer als vorher...
Klar wäre es sinnvoller für seinen Beruf stets die verdiente Anerkennung zu erhalten - denke aber auch "besser spät als nie". Genervt bin ich davon nicht (selbst systemrelevanter Beruf genau wie die halbe Familie) - nerven tut mich ganz Anderes😅

VG

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ich arbeite in der verwaltung und um uns schert sich immer noch niemand. nein, man wird am bürgertelefon angemacht, als wäre man schuld, dass corona ausgebrochen ist oder welche verordnungen erlassen wurden. es wird ständig nur gemeckert, sei es in der zulassungsstelle oder im jobcenter. an die verwaltung als systemrelevant denkt niemand, deswegen bekommt man auch keine notbetreuung #danke

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Hallo,

Wir haben viel weniger Kontakt zur Familie und Freunden. Eben weil man nicht miteinander telefonieren kann und die Kinder beaufsichtigen kann. Wenn man im realen zusammen ist kann man Kaffee trinken und reden während die Kinder zusammen spielen, mit Telefon wenn das Kind alleine ist geht das nicht. Bevor die Kontakte eingeschränkt wurden sahen wir unsere Geschwister mit Familien und Eltern mindestens einmal die Woche. Also ganz anderes wie bei euch.

Wir alle "leiden" unter dem Fehlenden Kontakt und haben alle erste Anzeichen vom Lagerkoller. Mich entschleunigt die aktuelle Situation auch nicht, sondern stresst mich unendlich.

LG Morgain

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Huhu,

hier ist Videotelefonie hoch im Kurs derzeit - allerdings mit den Schwiegereltern auch schon vor Corona, da sie weiter weg wohnen.
Klar immer nicht so lang, aber täglich kurz - zumal wir sonst sehr viel persönlichen Kontakt haben.
Aber ja, ich glaube es würde mich stutzig machen, wenn erst kein Kontakt war und das nun so plötzlich anders wäre.

VG

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Ich hab hier und da mal mehr Kontakt zu Familie und Freunden, die weit entfernt wohnen und die man sonst auch nicht besuchen könnte, durch Videotelefonie, aber finde es ehrlich gesagt sehr schön.
Vieles geht in diesem alltäglichen Herumgerenne so unter und man schafft es nicht mit jedem Kontakt zu halten. Jetzt wo alle, ja fast weltweit, zuhause sind kann man mal entspannt telefonieren. Bspw ist das mit meiner Cousine in Kanada jetzt auch mal einfacher.

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ich muss auch immer jeden tag einen videoanruf mit meinen großeltern machen #augen

die sind dann immer beleidigt, dass meine tochter nach ein paar minuten keine lust mehr zum reden hat und dann halt spielt.