Im Pflegeheim verstorben - warum?

Huhu,
man geht ja inzwischen davon aus, dass fast die Hälfte der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind. In unserem Landkreis sind es sogar fast alle Fälle, da in einem Pflegeheim ein Ausbruch war.

Eine Frage, die mir schon lang im Kopf
rumschwirrt: Warum werden die Erkrankten nicht ins Krankenhaus gebracht und ggf. beatmet? Es liest sich immer als wären sie isoliert in Bereichen des Pflegeheims verstorben.
Auch in anderen Ländern habe ich das gehört. Sonst kommen doch die Senioren auch ins Krankenhaus, wenn es im Pflegeheim z.b. zu einer Lungenentzündung gekommen ist.

???

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Nein die Erkrankten hochbetakten Menschen werden nicht zwingend ins Krankenhaus gebracht. Falls doch würde auch in vielen Fällen mit Absprache mit den Angehörigen keine maximaltherapie inklusive Beatmung erfolgen (das gilt für corona genauso wie für andere Infektionskrabkheiten). Mein damals 95 jährige Großvater war auch im Pflegeheim. Er hat sich vermutlich mit Influenza (meine Großmutter wurde positiv getestet) infiziert. Verstorben ist er innerhalb von 3 Tagen, friedlich in der Nacht eingeschlafen. Er wurde Palliativ im Heim versorgt, hatte keine Schmerzen und durfte sterben. Alles in Absprache mit uns und auch nach seinen Wünschen. Wäre mit corona nicht anderes gewesen...

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Hallo,

gerade in Pflegeheimen haben die Bewohner lange vorgesorgt für den Fall x und entsprechende Patientenverfügungen. Da wird der Patient dann vom Hausarzt palliativ betreut und zum Sterben in den vertrauten 4 Wänden gelassen.

Wer keine Verfügung hat, wird natürlich ins Krankenhaus gebracht, da macht es keinen Unterschied ob mit Corona oder nicht.

Ich denke die Nachrichtenberichte sind zudem in diesem Fall recht ungenau, da wird nicht richtig unterschieden ob ein Pflegeheimbewohner im Pflegeheim oder im Krankenhaus verstorben ist.

LG

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Hallo

Wir haben einen Corona Fall bei uns im Heim. Der ist nicht im Kh, es geht ihm gut.

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Ich rede selbstverständlich von schweren Verläufen, die ins Kh kommen.
Mit einem milden Verlauf kommt niemand ins KH, das hat man nur ganz am Anfang gemacht. Inzwischen darf man sich zu Hause erholen, da spielt das Alter keine Rolle.
Der Gesundheitszustand entscheidet, ob man ins Kh kommt oder nicht - alles andere wäre für die Krankenkassen und damit für uns Arbeitende, irgendwann nicht mehr zu bezahlen.

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Nun ja, die meisten sind ja aus einem Grund im Pflegeheim. Corona schädigt die Lunge und bei entsprechenden Vorerkrankungen ist das Outcome nach Beatmung ziemlich bescheiden. Bevor nun alle wieder schreien, dass auch die Menschen mit Vorerkrankungen leben möchten - ICH möchte nicht vom hilfsbedürftigen, alten Menschen zum Vollpflegefall werden und dann evtl. noch Jahre komplett gepflegt werden müssen... In der heutigen Zeit dürfen wir Menschen das zum Glück zu einem gewissen Teil für uns und auch für unsere Angehörigen entscheiden.
Beispielsweise bei einem Patienten mit einer weit fortgeschrittenen, chronischen Lungenkrankheit (das ist leider keine Seltenheit), ist die Wahrscheinlichkeit, dass er von der Beatmung überhaupt wieder loskommt, sehr gering. Meist haben solche Patienten schon eine Verfügung. Und auch wenn es von vielen nicht gesehen wird, auch Ärzte müssen ethisch richtig handeln...

Ohne Corona ist das nicht anders. Viele mussten schon sehr schwere Entscheidungen treffen. Meine Familie und ich haben vor Jahren auch entschieden, wo zwangsläufig das Ende der Behandlung meines Opas war. Man muss nicht jemanden mit Metastasen im ganzen Körper auf Teufel komm raus am Leben erhalten. Und so ist es auch in anderen Fällen. Die gibt es trotz Corona zuhauf.
Es ist wichtig, das nicht aus den Augen zu verlieren.

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Es ist bei den meisten Fällen auch nicht geklärt, ob sie an oder mit Corona gestorben sind. Es mag sein, dass sie Corona Viren in sich tragen und man das nachweisen kann, aber die Krankheit Covid-19 nicht ausgebrochen ist bzw. nur milde verläuft und am Ende sterben sie an einer der Vorerkrankungen oder Herzschwäche. Wenn man dem Hamburger Prof glauben darf, sterben wohl die meisten halt mit Corona.

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Bitte die Quellen prüfen,

gerade Hr Püschel hat festgestellt, dass die meisten AN Corona sterben!

65 Obduktionen, 61 davon sind AN Corona gestorben, nur 4 davon mit!

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Danke für die Korrektur, habe verwechselt.

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Weil eben gerade ältere Menschen nicht mehr Maximaltherapiert werden wollen. Sie nehmen ihre normalen Medikamente fürs Herz oder was auch immer, schließen aber z. B. Beatmung, künstliche Ernährung über Patientenverfügungen aus.
Viele dieser Menschen waren, so hart es klingt, dieses oder nächstes Jahr verstorben. An irgend etwas anderem. An der Grippe, an einer Erkältung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Magen Darm Infekt oder sonst etwas.
Was dieser letzte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist diesen Menschen meist egal. Hauptsache es zieht sich nicht wie Gummi.

Man muss manchmal einfach den Tod annehmen und das haben gerade ältere Menschen in Pflegeheimen gedanklich bereits gemacht.
Ich erinnere mich da gerne an einen uralten Hund aus der Nachbarschaft meiner Kindheit. Das arme Tier bekam Herzmedikamente, Insulin gespritzt und was weiß ich noch, war taub, konnte die Hinterbeine kaum bewegen, war inkontinent und wurde jeden Tag für seinen kurzen Spaziergang hinter sich hergezogen. Danach lag er den Rest des Tages im Körbchen. Dieses Tier musste quasi kämpfen, um endlich sterben zu dürfen, da andauernd alles "tödliche" wegtherapiert wurde.

Wenn ich mir vorstelle, dass es vielen in Pflegeheimen ähnlich ergeht, wird mir schlecht.

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So wie du es schreibst hätte Corona fast was Gutes.

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Corona bedeutet nicht automatisch, dass die Lunge nach und nach versagt und sich der Zustand langsam verschlechtert.
Viele Alte sterben plötzlich an Atemversagen ohne vorherige Symptome eines Infektes oder sie hatten nur leichte Symptome und versterben trotzdem ganz plötzlich.....
Ich weiß nicht woher der Irrglaube stammt, mit genug Beatmungsmaschinen könnte man die meisten Corona Toten vermeiden.
Einige Mediziner haben auch schon drauf hingewiesen dass der Erfolg der Beatmung, je nach Vorerkrankungen fast null ist....die Menschen versterben einfach.

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Und das ist eben genau das tückische an Corona. Es ist eben nicht wie bei einer Influenza, wo man recht schnell schwere Symptome entwickelt. Oftmals hat man lange nur leichte oder gar keine Symptome und dann verschlechtert sich der Zustand sehr schnell rapide. Sollen wir jetzt alle positiv getesteten Patienten aus Pflegeheimen ins Krankenhaus verlegen? Dazu kommt noch, dass es häufig Patienten gibt, die scheinbar fast wieder gesund sind, und dann geht es ihnen doch plötzlich wieder rapide schlechter.

LG

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Die kommen auch in ein Krankenhaus und werden behandelt. Nur
- manche haben Patientenverfügungen
- bei manchen schlägt es sehr schnell um von geht erstaunlich gut auf lebensbedrohlich
- Maßnahmen wie Beatmung sind kein Allheilmittel und kein Spaziergang. Das muss ein Körper erstmal verkraften.

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Viele Punkte wurden schon genannt.

Was man (grade in Ländern wie Italien und Spanien) nicht vergessen darf ist, dass das Pflegepersonal oft komplett überfordert ist. Da kann eine Erkrankung schon im Normalbetrieb mal umgehen, von den derzeitigen Zuständen ganz abgesehen.