Arbeiten oder Hartz4 beantragen? Risko abwägen?

Meine Mutter ist Freiberuflich tätig und hat seit Ende Februar keine Einnahmen mehr. Das wird sich so schnell nicht ändern, da Massenveranstalten wie z.B. Messen etc. dieses Jahr schätzungsweise nicht mehr stattfinden werden. Mein Stiefvater ist Rentner und gehört zur Risikogruppe (Diabetiker). Er hat aber nur eine geringe Rente, die nicht mal die Fixkosten deckt. Bisher haben sie von Rente und Rücklagen gelebt. Nach nunmehr 2 Monaten ohne Einnahmen sind diese auch fast aufgebraucht und es reicht bestenfalls bei vorsichter Wirtschaft noch 1 Monat. Nun das Problem: Die staatliche Soforthilfe greift zwar für die beruflichen Ausgaben meiner Mutter, nicht aber bei Verdienstausfall. Die einzige Möglichkeit liegt bei Aufstockung mit Hartz4 für die privaten Ausgaben, aber davon würden sie auch am Existenzminimum leben und das monatelang.
Ich kann sie leider nicht unterstützen, da auch nur Geringverdienerin und Kurzarbeit.
Meine Mutter hat nun über eine Zeitarbeitsfirma eine Aushilfsstellung angenommen, aber darüber ist sie auch nicht glücklich. Nicht das sie sich als Helfer zu arbeiten zu schade ist, sondern im Gegenteil, sie würde fast jede Arbeit annehmen. Aber sie hat Bedenken, da man sich gerade in der Einarbeitungszeit nicht an die Abstandsregeln halten kann. Ein Mitarbeiter arbeitet 4 Mitarbeiter ein, so dass ständig 5 Menschen auf einem Fleck stehen. Sie haben zwar Mundschutz an, aber durch die drückende Luft muss man ständig trinken, also Mundschutz wieder ab, trinken, Mundschutz wieder an und man kann sich dabei auch nicht die Hände waschen.
Es ist eine Riesenfirma, trotz Schichtarbeit kommen zur jeweiligen Schicht 600 Mitarbeiter wo auch die beim Einlass die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werde.
Meine Mutter sorgt sich nicht um ihre Gesundheit sondern um die Gesundheit meines Stiefvaters, wenn evtl. das Virus nach Hause bringt.
Die letzten Wochen haben sie abgeschottet gelebt und hatten fast keinen Kontakt zur Außenwelt.
Was würdet Ihr anstelle meiner Mutter tun? Weiter arbeiten mit Risiko oder als letzt Möglickeit Hartz 4 beantragen?

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Ich sage mal so. Mein Mann ist Altenpfleger, ich bin in der Risikogruppe, habe eine Immunschwäche und kaum Leukozyten, für mich wird es nicht nur möglicherweise gefährlich.
Mein Mann geht trotzdem arbeiten. Hat er eine Alternative?

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Ich bin zwar prinzipiell dafür, dass man arbeitet und selbst für sich sorgt.

Aber,..............

wenn es wie von Dir geschildert ist, sehe ich hier ALGII als die im Moment vernünftigere Alternative.

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Hallo
wenn für deine Mutter der Gedanke, dass sie den Virus ihrem Mannes einschleppen kann, sehr bedrückend ist, sollte sie besser Hartz 4 beantragen.
Ich weiß jetzt nicht, wie groß die Gefahr einer Ansteckung ist, aber was bringt deiner Mutter das Mehr an Geld, wenn sie jeden Tag den Schrecken in ihr hat, sie kann was einschleppen. Vielleicht findet sich ja noch ein anderer Job, der besser geeignet wäre?
Lg

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da wäre doch eher die frage, ob das jobcenter nicht verlangt, dass sich deine mutter eine arbeit sucht.. so einfach ist das nicht, sich kurzfristig auf sozialleistungen "auszuruhen"

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Meine Mutter will sich nicht auf Sozialleistungen "ausruhen"! Sie würde jeden Job annehmen. Das Jobccenter verlangt nicht, dass sie unter den gegebenen Umständen jeden Job annehmen muss.

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Deswegen das Wort in klammern.

Doch, sie muss jeden zumutbaren Job annehmen und nur wenn sie selber vorerkrankt ist, kann sie den Job bei der zeitarbeitsfirma ablehnen.

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