Ideensammlung "Anderen Eltern aushelfen"

Hallo,

ich möchte hier jetzt mal eine Ideensammlung anregen.
Ideensammlungen was man selber fürs eigene Kind tun kann gab es hier schon, ich würde jetzt gerne mal aufmuntern was für andere Kinder zu tun und sich hier drüber auszutaushen! Seid mir nicht böse, aber mir fehlt hier gerade echt die Konstruktivität. I
Also, was habt ihr für Ideen, welche privaten Initiativen kennt ihr?

Wir haben schonmal eine Mailingliste im Kindergarten initiiert in der wir uns unsere Ideen gegenseitig zur Verfügung stellen, die Bastelideen reinstellen, selbsterfundene Mitmachgeschichten verteilen etc., auch die Erzieher verteilen so Material an uns, Gedichte, Bastelbögen, geben den Kindern "Hausaufgaben" und uns Anregungen was wir machen können.

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Was du beschreibst, ist doch schon eine Menge. Die Frage ist ja, was ist noch erlaubt.
Ich habe eine Mama im Home Office nebenan. Wir kennen uns flüchtig bzw. waren gerade dabei uns kennenzulernen.
Was ich ihr angeboten habe:
- ihr Kind mit zum Spazieren zu nehmen, damit sie arbeiten kann
- Mittagessen vor die Tür stellen, damit sie nicht kochen muss
- notfalls mal mit den Kindern auf den Hof gehen, damit sie Ruhe hat
- unser Bastelmaterial teilen
- Einkäufe erledigen

Viel mehr geht nicht, da wir uns trotz Hilfe auch an die geltenden Regeln halten wollen / müssen.
Bin aber gespannt, ob hier noch mehr kommt.

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Was oftmals hilft, ist, dass man einfach zuhört.
Viele empfinden die jetzige Situation total unfair, da sie da unverschuldet hineingeraten sind. Die meisten wollen sich einfach mal so richtig aufregen und auskotzen. Es hilft, wenn man einfach jemanden hat, bei dem man das uneingeschränkt machen darf.

Oftmals fehlt einfach das Verständnis für den anderen. Dann heißt es, du jammerst hier auf hohem Niveau... mimimi ich hab ein Haus zu bezahlen und zwei Gehälter wurden gestrichen.. da kommen dann Sätze wie, was soll ich denn sagen, ich kann nicht mal die Miete bezahlen.
Oder der Mann geht in Kurzarbeit, während der Kollege sein Gehalt ganz normal weiter bekommt und sogar Überstunden machen kann, da kommt, sei doch froh, dass er überhaupt arbeiten kann.
Viele fühlen sich dann nicht verstanden und völlig allein gelassen mit ihren Sorgen, weil es ihnen, nach Meinung der anderen, ja noch „zu gut“ geht. Dabei müssen diese Menschen ja auch in ihrem gewohnten Lebensstandard klar kommen.. die Familie, die sich gerade ein Haus gekauft hat, muss ja trotzdem den Antrag bezahlen. Den wird sie nicht plötzlich los und sie sind da auch unverschuldet hineingeraten...
Not bleibt Not und das in jeder finanziellen Klasse. Das vergessen viele einfach auch etwas. Da würde ich einfach ein Ohr anbieten, dass auch Menschen jammern dürfen, die es augenscheinlich „besser“ haben. Das sprechen wir anderen viel zu schnell und gerne ab.

Ansonsten hast du echt schon viel genannt.

Gerade der Austausch mit anderen ist wichtig, WhatsApp Gruppen wo man einfach mal postet, was man mit den Kindern so gemacht hat. Das animiert dann oftmals auch andere, die die Ideen aufgreifen und sich auch mal wagen.
Da muss man aber aufpassen, weil sich einige auch extrem unter Druck fühlen könnten und noch gefrusteter sind, wenn sie nichts „tolles“ produziert haben und quasi nichts vorzeigen können. Da muss man echt klar kommunizieren, dass es echt als Austausch und Ideensammlung dient und nicht einem Wettbewerb ausarten soll, wo jeder was tolleres machen möchte, als der andere!

Wir haben so eine Gruppe und meine Freundin hat gerade ein Blanko Bild geschickt mit den Worten, heutiges Tageswerk, nur fünf Stunden dafür gebraucht.😂
Das heitert dann auf, weil es einfach auch mal ehrlich ist. Man kann nicht immer liefern und die Kinder non stop beschäftigen. Oftmals muss man auch einfach ehrlich sein und aufhören so ein gedöns aus allem zu machen. Da war man eben null produktiv, das Ist auch ok. Es muss nicht jede Situation perfekt gemeistert werden, sondern authentisch. Das empfinden viele für sympathisch und das schafft eine gewaltige Energie, das man eben nicht immer alles perfekt meistern muss. Kurz darauf schickte eine andere Freundin auch ein Bild mit einem roten Punkt drauf. Kommentiert mit, „hat nur 8 Stunden gedauert, bis wir uns entscheiden konnten, wohin der Punkt gemalt wird“😂😂 Humor ist wichtig. Die Gedanken drehen sich sowieso ständig darum, wie schlimm alles gerade ist. Da muss man sich gegenseitig animieren da auszubrechen.

Ja Corona ist verdammt lästig, aber wir sind nicht unbewaffnet! Wir können uns nicht sehen, aber wir haben doch trotzdem ein kollektives Bewusstsein. Manchmal haben wir Freunde, die im Ausland leben oder Familie, die wir fast nie sehen und dennoch fühlen wir uns dennoch nahe. Näher manchmal, als jemanden, den wir täglich sehen können.
In uns steckt so viel, dass müssen wir reaktivieren. In uns schlummern so viele Kräfte, die wir im Laufe der Zeit verschüttet haben.. es wird Zeit, dass sie mal jemand wachrüttelt.
Dazwischen muss man einfach verdammt nochmal schummeln, was das Zeug hält!

Wir müssen die anderen mitreißen mit positiver Energie und hoffen, dass sie uns mitreißen, wenn uns diese Energie schwindet.
Wie müssen anfangen mehr an und zu glauben. Und in kleinen Schritten denken.
Diese Kraft kann man sich geben, auch, wenn man sich nicht gegenüber stehen kann.

Ich habe letzte Woche einen Brief an einer Freundin geschickt mir drei Aufgaben, die sie zu erledigen hat... sie ist die Woche über beschäftigt😂 kam gut an und ich bin mir sicher, dass ich über kurz oder lang auch noch so einen Brief in der Post haben werde. Egal, ich hab hier noch unzähligen Schabernack in petto.

Viele sind auch so frustriert, weil sie nun auch ein Stück weg dazu gezwungen werden sich und ihr Leben zu überdenken. Jetzt, wo eine erzwungene Entschleunigung passiert, werden viele gezwungen sich mit sich selbst zu „beschäftigen“ das ist überhaupt nicht leicht mit sich selbst in einem respektvollen Gespräch zu bleiben. Das schiebt man gerne weg und verdrängt viel, aber nun kommt man da irgendwie nicht drumherum, das nervt ganz schön. Dann noch die Kinder, der Job, der Haushalt, das wird schnell Zuviel.
Da einfach mal Gehör schenken, ist Gold wert.

Auch andere mal spiegeln, was sie alles schaffen!
Homeoffice, nebenbei die Kinder betreuen, den Lehrer ‚ersetzen‘, Alternativen bieten, Kinder beschäftigen, Haushalt erledigen... Und noch ‚gelassen‘ bleiben, bei dem emotionalen und wirtschaftlichen Chaos.
Das ist eine außerordentliche Leistung und viele meckern sie würden nichts schaffen!! Da muss man auch mal wachrütteln und daran erinnern, was einige gerade meistern!

Solidarität bedeutet so viel mehr!

Da können wir gerade unserer Kreativität freien Lauf lassen!