Umarmungen (mal zum Nachdenken)

Hallo, erstmal ganz lieben Dank fĂŒr die besorgte Nachfrage nach mir - ich bin wieder da. 👍Meine Tochter war so lieb und hat euch ja informiert.
Aber nun mein Anliegen - einfach durchlesen und mal drĂŒber nachdenken. Ich hab es absichtlich nicht in den Corona-Thread geschrieben, weil es diese Zeit zwar auch betrifft, aber nicht nur....
Vorhin im FrĂŒhstĂŒcksfernsehen warnte ein Psychologe (den ich schon öfter dort sah und der sehr sympathisch ist), dass wir unsere Ă€lteren Familienmitglieder nicht zutode "schonen" sollen. Fehlende Umarmungen setzen das Immunsystem herab und machen vielleicht kranker als alles andere. Er bezog sich darauf:
"Die berĂŒhmte Therapeutin Virginia Satir hat einmal gesagt: Wir brauchen 4 Umarmungen pro Tag zum Überleben, 8 Umarmungen pro Tag, um uns gut zu fĂŒhlen, und 12 Umarmungen pro Tag zum innerlichen Wachsen. Aber nicht nur das: Umarmungen helfen massiv dabei, die Seele und den Körper gesund zu halten."
Gut, vier Umarmungen tÀglich hab ich auch nicht, aber die eine oder andere hole ich mir nun schon wieder bzw. bekomme ich sogar geschenkt #verliebt
Man muss sich ja nicht ins Gesicht husten und wenn jemand erkĂ€ltet ist, soll es natĂŒrlich auch nicht sein.
Junge Menschen können sich ihre NĂ€he beim Partner holen, Ă€ltere sind meist ohnehin schon ohne Partner und haben durch ihre Isolation nun garniemand mehr. Derzeit steigt die Rate der Selbstmordversuche bei Älteren(Warnung des Leiters unserer psychosomatischen Tagesklinik).
Übrigens ist es in keinem einzigen Bundesland "verboten", die Großeltern mal zu besuchen - und von mir aus sogar mit Mundschutz mal in den Arm zu nehmen#herzlich
LG Moni

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Schön das du wieder da bist 😁. Ich sehe es Ă€hnlich ohne Kontakt wird man schneller krank wie durch das Virus. Wir haben es hier in der Strasse erlebt, viele Alte sind vereinsamt weil die Kinder und Enkel sie "schĂŒtzen" wollen. Ich denke der grĂ¶ĂŸte Schutz wĂ€re Kontakt und Hilfe von der Familie, wir hatten hier jetzt einige Selbstmordversuche, zum GlĂŒck hat es keiner geschafft. Wir haben hier z.B. einen ĂŒber 90 jĂ€hrigen der im Moment ohne Hilfe von aussen seine dementen Frau pflegt, die Familie war seid MĂ€rz nicht mehr da, jetzt versuchen wir als Nachbarn zu helfen, er hofft dass seine Frau bald wieder zur Tagespflege darf weil ihm alles ĂŒber den Kopf wĂ€chst, wir schauen jetzt mehrmals tĂ€glich nach ihm weil wir Angst haben das etwas passiert. Ein Anruf bei der Caritas und der Kirchengemeinde brachte nicht wirklich was.
Es ist wie bei Babies diese entwickeln sich ja auch schlechter ohne liebevolle Zuwendung, warum entzieht man das den Alten wo es doch immer heißer im Alter werden sie wieder zu Kindern 😏.

LG
Visilo

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Schön, dass du wieder da bist! Leider ist es bei uns in Bayern sehr wohl verboten, die Großeltern zu besuchen, zumindest wenn die zu zweit oder man selbst mehr als eine Person ist. Erlaubt ist hier ausschließlich das Treffen im Freien von maximal zwei Personen aus verschiedenen Haushalten, Sicherheitsabstand ist einzuhalten.
Allerdings hÀlt sich da mittlerweile glaub ich kaum noch jemand dran...

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Ich hab auch sehr gute Bekannte im FrĂ€nkischen. Die besuchen ihre beiderseitigen Großeltern auch schon lange wieder. Immerhin mĂŒssen sie ihnen ja auch im Haushalt helfen, da diese nicht mehr alles alleine können.
Soll Opi plötzlich wieder auf der Leiter rumturnen, um die Birne auszuwechseln? Ich bin sicher, so sieht es in vielen Familien aus, da wird nicht viel geredet drum.
O-Ton meiner Bekannten: "Der Seehofer schickt niemand zu meiner Mutter zum Putzen helfen" . Hat sie wohl recht ;-)
LG

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Helfen ist erlaubt, aber nicht besuchen mit Kaffee und Plausch.
Habe dafĂŒr eine Verwarnung kassiert.
EinkÀufe gebracht ok
Sonnenschirm und Gartenmöbel vom Dachboden geholt ok
Geputzt und eingedeckt ok
Eine Tasse Kaffee getrunken und geredet nicht erlaubt
Nochmal und es kommt zur Anzeige

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Doch in Bayern dĂŒrfen Großeltern nicht einfach besucht werden. Nicht zum Haushalt gehörige dĂŒrfen nur fĂŒr Hilfeleistungen kommen.
Treffen seit letzter Woche im Freien, nicht im privaten Garten, mit 1,5 m Sicherheitsabstand sind erlaubt. Jedoch nur Einzelpersonen also Max. 2 Personen. Was die nicht mehr ganz so rĂŒstigen wieder ausschließt.

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Ich nehme an in Bayern ist das Ă€hnlich wie in Österreich wo das plötzlich ‘natĂŒrlich im privaten Bereich erlaubt’ war. Weil keiner die Verordnung richtig gelesen hat.
Ich hab mal nachgeschaut, in der bay. Verordnung steht: 1) jeder wird angehalten physische Kontakte zu minimieren und wo möglich Abstand einzuhalten.
3) triftige GrĂŒnde das Haus zu verlassen
3.4) Besuch bei Lebenspartnern, Alten, Kranken...

‘Alt’ ist ja jetzt relativ, aber fĂŒr mich heißt das schon ich darf sehr wohl zu den Großeltern fahren und sie in ihrer Wohnung besuchen.
FĂŒr den privaten Bereich lese ich ansonsten keine rechtsverbindlichen EinschrĂ€nkungen heraus.

NatĂŒrlich macht es Sinn Kontakte vorĂŒbergehend einzuschrĂ€nken aber ich glaube nicht, dass es wirklich verboten ist. In der Presse natĂŒrlich als Verbot kommuniziert weil sich an Empfehlungen vermutlich keine Sau halten wĂŒrde.

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"wird angehalten" ist ja kein Verbot - und man kann nur den Kopf schĂŒtteln, wie die österreichischen wie auch teilw. bayerischen Politiker sich winden wie die RegenwĂŒrmer, wenn sie nun sagen sollen, wie ihre "Verordnungen" eigentlich gemeint waren, hab da auch ein Interview von Österreich gesehen. Meine Wiener Freundin hĂ€lt es wie ich - selbstverstĂ€ndlich Kontakt mit ihrer Familie - unter Einjaltung von ein paar Regeln.
LG

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Schön wieder von dir zu lesen :)
Ja, das mit den Umarmungen ergibt schon Sinn, auch dass "Alte " wieder zu Kindern werden in ihren BedĂŒrfnissen. Unser Opa hatte mit fast 95 Anfang Februar einen Unfall, Halswirbelbruch, und ist somit auf einmal nicht mehr in der Lage gewesen alleine zu leben. Wir sind unfassbar erleichtert, dass er zum GlĂŒck in das Haus meiner Tante konnte und im Krankenhaus noch Besuch bekommen konnte. Und jetzt blĂŒht er gerade regelrecht noch mal auf (er hatte schon immer Hummeln im Po) und wird sogar wieder freundlicher. Er ist generell nicht unfreundlich, aber es muss schon ein bisschen so laufen wie er es will und meine Tante musste da schon einstecken (Ă€hnlich wie bei einem Kind in der Trotzphase, das eben bei Mama alles raus lassen kann).
Ich gehöre im Moment zu den vorsichtigeren, wegen der Schwangerschaft, und die Omas sind auch extrem eingeschrĂ€nkt mit Kontakten. Deshalb haben wir uns abgesprochen und im Garten den Kontakt wieder aufgenommen. Hoffentlich findet bald jeder wieder ein neues "Normal" mit dem man dann auch ohne blödes GefĂŒhl wieder zusammen sein kann.