Home Office und Kinderbetreuung

Guten Abend! Ich brauche mal ein paar tolle Tipps! Bin so langsam am Ende mit meinen Ideen. Ich bin seit der Kitaschließung im Home Office. Meine Tochter ist 2 Jahre und möchte am liebsten den ganzen Tag beschäftigt werden. Sie hat sehr viel Energie und kann sich noch nicht sehr lange allein beschäftigen. Mein Problem ist, dass ich pro Tag etwa 5 h telefoniere und weitere 3 h am PC zu tun habe. Es ist nicht mal ein Telefonat von 10 Minuten ohne Störung möglich. Im Moment arbeite ich von 13 - 15 Uhr wenn sie Mittagsschlaf macht und dann erst wieder um 17 Uhr wenn der Papa zu Hause ist. Und dann oft bis 22 oder 23 Uhr. Hausarbeit/Wäsche mache ich vor 7 Uhr oder nach 23 Uhr oder kurz mal nebenbei. Ich fühle mich, als hätte ich 2 Jobs. Hat jemand einen tollen Rat, wie man das alles besser kompensieren kann?

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Ich sage Dir was: Das kann einfach nicht gehen. Wenn man mal einfach ausrechnet, wie viele Stunden Du arbeitest, wie viel Zeit Du für Dein Kind brauchst - da es noch klein ist und sich nicht selbst beschäftigen kann, und wie viel dann nebenher für den Haushalt, der eben nunmal zumindest grundlegend gemacht werden muss, und für Verpflegung, dann KANN die Rechnung einfach nicht aufgehen.

Ich begreife nicht, dass das in der Politik nicht gesehen wird. Und wir Mütter machen eigentlich genau das falsche: machen das Problem zu unserem, hadern mit dem Versagen, als wäre es unser eigenes und suchen nach Lösungen, die wir einfach nicht haben können. Weil der Tag nur 24 Stunden hat.

Ich finde, man müsste da viel mehr aktiv werden. Wenn in unserem Bundesland nicht bald eine substantielle Lösung gefunden wird für dieses Problem, das Millionen von Familien hier an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringt, dann werde ich demonstrieren. Nicht mit der Masse auf der Straße, aber ich werde da auf jeden Fall politisch aktiv, und zwar nicht nur Twitter und #coronaeltern.

Dir will ich nur sagen: Zweifel nicht an Dir. Was nicht geht, kannst auch Du nicht richten. Du bist nicht das Problem. Bleib stark.

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Mittlerweile darf man sich doch mit einer anderen Familie treffen. Vielleicht ergeben sich dadurch für dich neue Möglichkeiten?

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Ich kann dir auch nicht viel helfen. Mein Sohn wird 4. Ich arbeite auch im HO und mache es ähnlich wie du. Ich kann meine Telefonate aber auch auf dem Spaziergang oder so führen. Da geht es nur um Absprachen.
Kannst du was an den Arbeitsstunden drehen und etwas weniger arbeiten? Ich würde je nach dem wie bei euch die Lage ist Oma/Opa oder jemand anderen mit ins Boot holen.
Es ist grade einfach eine blöde Zeit und alle müssen Abstriche machen.

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Das klingt hart... mir fällt eigentlich nichts ein, außer die AZ zu reduzieren...

Das wird für die 2 jährigen doch sicher noch bis August so laufen, die Frage ist ja wirklich wie lange stehst du das noch durch?

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in Thüringen sollen bis 16.juni alle Kinder zurück in den Kindergarten können. kommt also ganz darauf an, wo sie her kommt

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Wir wohnen in Brandenburg. Da halten sie sich im Moment noch sehr zurück mit Plänen für die Kita-Öffnungen.

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Das ist das Problem. Homeoffice und Kleinkind funktioniert nicht. Versuche dir über die Lockerungen Erleichterung zu verschaffen. Schaue auch das alles gleich auf dich und deinen Partner aufgeteilt ist. Die Tage sind verdammt lange und man wird nichts und niemanden zu 100% gerecht und geht selber am Krückstock.

Was bei meinem Mann ganz gut funktioniert ist, die Kleine in die Netzschaukel zu packen und er Telefoniert nebenbei, während er sie anschuppst. Funktioniert bei mir gar nicht.

Wir haben die Betreuung zwischen 2 befreundeten Familien aufgeteilt (ist ja seit Mitwoch in Bayern erlaubt) und auch die Großeltern wollen wieder Kontakt und haben heute die Kleine geholt.

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Hallo,

ja im Moment sind wir alle in einer ziemlich bescheidenen Situation und ich habe leider auch nicht den ultimativen Tipp. Nur eine kleine Anmerkung: du schreibst: "Hausarbeit/Wäsche mache ich vor 7 Uhr oder nach 23 Uhr oder kurz mal nebenbei"
Warum machst du das nicht alles mit dem Kind zusammen in der Kinderbetreuungszeit?
Ich finde es ganz essenziell, dass du die kurzen Kinder- und arbeitsfreien Zeitfenster für dich nutzt und nicht für den Haushalt. Nur so kannst du ansatzweise etwas für deine Ressourcen tun.
Ich wünsche dir viel Zuversicht, Nerven und Energie, und es wird bestimmt wieder anders. Nur hoffe ich für uns alle, dass sich die Situation der Familien zeitnah schrittchenweise etwas verbessert. Je nach Bundesland habt ihr vielleicht bald eine Perspektive auf zumindest teilweise Kinderbetreuung.

Alles Gute, c

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Danke, da hast du wohl auch recht. Die Dinge, die gehen, versuche ich, mit der kleinen gemeinsam zu machen. Klappt aber nur bedingt. Ist ja auch normal.

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Hallo,

Homeoffice und Kleinkind kann nicht gleichzeitig funktionieren, das hat es bei mir auch nicht, meine Tochter ist 6, trotzdem musste ich Nachts arbeiten weil sie mir keine ruhige Minute gelassen hat. Seit 2 Wochen darf sie zum Glück in die Notbetreuung.

Da die Kitas ja nach und nach öffnen würde ich an Deiner Stelle die Entschädigung beantragen.

LG
Sunny

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Was meinst du mit Entschädigung? Ich habe versucht, einen Platz in der Notbetreuung zu bekommen. Mir wurde gesagt, solange ich im Home Office bin, wird meine Tochter zu Hause bleiben.

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https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Entschaedigung-Eltern/entschaedigung-eltern.html diese Entschädigung meine ich, kann man für längstens 6 Wochen bekommen wenn man nicht arbeiten kann. Notbetreuung bekommt man ja nur wenn ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet.

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Bei uns ist auch mein Mann seit längerer Zeit im Home office und es läuft ebenfalls nicht gut. Ich arbeite Teilzeit außer Haus, so dass ich morgens mit unserem Sohn auch keine Schulaufgaben machen kann. Zusätzlich will auch unsere 4-jährige Tochter beschäftigt werden, was momentan schwierig ist. Mein Mann lässt daher die Kinder länger als sonst fernsehen, da er ansonsten nicht auf seine Stunden kommt. Da wir in Baden-Württemberg leben, haben wir wegen des Home office auch keinen Anspruch auf eine Notbetreuung. Die Großeltern können uns nicht helfen, da sie schon 80 sind und diverse Vorerkrankungen haben.

Da ich mittlerweile kurz vor dem Burn out stehe, habe ich nun meinen Job gekündigt. Es ist mit aber klar, dass dies für die meisten aus finanziellen Gründen keine Lösung sein wird. Ich denke daher auch, dass wir Familien bei den Politikern mehr Druck machen müssen als bisher, damit sich diesbezüglich etwas ändert.

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Kann ich total verstehen. Wir haben auch nur noch ein Großeltern-Paar, beide sind Mitte/Ende 70. Da möchte ich auch ungern Unterstützung in Anspruch nehmen.

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Es ist einfach so FALSCH, was hier passiert! Dass es wieder die Frauen sind, die in die Bresche springen müssen, weil die Politik versagt und keine Lösungen anbietet, ja noch nicht einmal sieht, was für ein existenzielles Problem in vielen Familien entsteht durch die fehlende Kinderbetreuung!

Jetzt hat man den Frauen ein paar Jahre gegönnt, in denen wir arbeiten und Karriere machen durften. Steuern durften wir zahlen und zur Wirtschaftsleistung beitragen. Und wenn es mal nicht läuft, wird es uns einfach unter dem Hintern weggezogen, sodass Frauen keine andere Möglichkeit haben als zurück an den Herd! Wieder zurück in die finanzielle Abhängigkeit von besser verdienenden Mann. Das ist so eine Schande!

Meiner Meinung nach darf das einfach nicht die Lösung sein, dass Frauen ihre Jobs kündigen müssen!

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Ich habe echt Glück, bei mir bedeutet Homeoffice, dass ich telefonisch erreichbar bin, das wird dann 1:1 als Arbeitszeit gezählt.. Ich bin aber an 2 bis 3 Tagen im Büro und arbeite an diesen Tagen normal. Am Laptop schaffe ich mit meinem zweijährigen Zuhause fast gar nichts..