Notbetreuung in Anspruch nehmen?

Hallo, der Alltag mit meinen Kindern war schon vor corona eine Herausforderung für mich. Ich hab Depressionen und leide vorallem an starker Erschöpfung. Jetzt rief gestern die Erzieherin meiner Tochter an, wegen verschiedener Themen und fragte wie es so läuft, naja, schon etwas anstrengend zu Zeit.
Sie sagte dass die notbetreuung ja ausgeweitet wurde und ich ruhig einen Antrag stellen soll. Bin mir aber sehr unsicher ....

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Wenn es für dich eine Erleichterung ist, was spricht denn dagegen?

Ich finde es im Allgemeinen komisch (zumindest kommt es mir so vor), dass Kindergärten wieder öffnen sollen, aber einige Notbetreuungsplätze bis dato nicht in Anspruch genommen werden.

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Wenn Notbetreuungsplätze bislang nicht in Anspruch genommen wurden, dann lagen entweder die Voraussetzungen nicht vor, die Eltern wussten nichts vom Anspruch (die TE ist ja anscheinend auch erst durch ein Gespräch mit der Kita aufmerksam geworden), oder sie haben bewusst den Platz in der Notbetreuung nicht beansprucht.

Grundsätzlich besteht ja ein Betretungsverbot (zumindest in meinem Bundesland, ich denke, die Verordnungen sind da relativ ähnlich). Wer nicht unter die Ausnahmen fällt, darf nicht in die Kita. "Freie" Plätze können also auch nicht einfach durch die Kita aufgefüllt werden mit Kindern, die nicht von den Ausnahmen erfasst sind.

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" dass Kindergärten wieder öffnen sollen, aber einige Notbetreuungsplätze bis dato nicht in Anspruch genommen werden."

Das ist aber nicht überall so. Ich habe heute mit einer Lehrerin gesprochen, die eben ab nächster Woche auch wieder in der Schule präsent sein muss und dafür für ihre beiden Kinder (der Große ist 4) die Notbetreuung in Anspruch nehmen wird. Der Kindergarten hat gemeint, eigentlich wäre die Notgruppe voll, aber sie lehnen keine Kinder ab, da sie es nicht für sinnvoll halten, wenn so kleine Kinder von heute auf morgen in einen anderen Kindergarten müssen.

Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, dass sich jeder mehrmals überlegt, ob er die Notbetreuung in Anspruch nehmen muss. Wir haben uns auch gegen die Notbetreuung entschieden, weil die Kinder zuhause einfach mehr Möglichkeiten haben als in der Schule, wo sie ja im Grunde eher verwahrt und beaufsichtigt als wirklich betreut werden (Mein Sohn, 2. Kl., braucht für seine Aufgaben maximal 1,5Std. - was soll er die übrigen 2,5 Stunden machen? Malen hasst er, Lesen geht mal ein paar Minuten, aber sicher keine Stunden. Ich kann ihm ja schlecht seine Spielzeugkiste mit in die Schule geben - mit seinem Traktor oder ein paar Baustellenfahrzeugen kann er sich zuhause aber stundenlang beschäftigen). Aber das dürfte im Kindergartenalter noch kein Thema sein.

LG

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Hallo,
ich fand es auch sehr anstrengend ohne Depression, kann mir kaum ausmalen, wie es dir da gehen mag...

Warum bist du unsicher?
Wegen der Kinder? "schlechtes Gewissen" warum auch immer, Gesellschaft allgemein, dir selbst gegenüber ("schlechte Mutter, weil ich meiner Kinder betreuen lasse"), Kinder könnten sich abgeschoben fühlen?


Was auch immer der Grund ist, ich finde, du kannst dir Notbetreuung einfach beantragen und darfst dich freuen, wenn du sie bekommst.
Ich an deiner Stelle würde es machen!!!
Viel Erfolg und liebe Grüße u d weiter ganz gutes Durchhalten

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Danke! Ja, ich glaube ich habe Angst vor der Reaktion anderer ( Wiso ich Plätze weg nehme obwohl ich nicht arbeite) und es ärgert mich auch sehr dass ich es so schwer finden mit meinem eigenen Kindern.
Ihr gegenüber hätte ich aber kein schlechtes Gewissen sie liebt ihren Kindergarten und fragt so oft wann es endlich wieder los geht. Lg

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Wenn es dir aus medizinischer Sicht gut tut bzw. sinnvoll erscheint, würde ich das durchaus für sinnvoll erachten.

Ebenso wenn jemand aus (anderen) medizinischen Gründen ein Kind nicht zu Schule/Kindergarten bringt.

Beides hat seine berechtigten Gründe.

Einen Antrag stellen heißt ja auch noch nicht , dass es so sein muss. Falls dir das den Entscheidungsdruck rausnimmt.

Ein Antrag heißt erst mal, es besteht berechtigtes Interesse. Änderungen auf Grund der Situation vorbehalten. Z.B. falls du merkst, dass es dir doch nicht gut tut oder so, wenn sich die Situation verändert.

Es zeigt erst mal Interesse, damit du bei der Vergabe des Platzes berücksichtigt werden kannst.
Nicht beantragen und dann doch benötigen ist organischer schwieriger, vermute ich.

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Danke für deine Worte, ich hab mich jetzt entschieden den Antrag zu stellen. Und erstmal zu schauen ob es überhaupt klappt. Lg

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Ich würde es machen. Kann dein Zögern verstehen, habe meinen Sohn auch noch zwei Wochen länger zu Hause gelassen, weil mir alle „Angst“ gemacht haben. Aber jetzt geht er seit 1,5 Wochen in die Notbetreuung und es ist für alle die beste Lösung.

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Auch dir danke!

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Wenn du es willst und brauchst und es geht mach es, ich habe es auch, bin alleinerziehend und hab keinen und Homeoffice geht nicht.

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Danke!

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Sieh es doch mal aus Sicht deines Kindes. Kannst du denn zuhause allein die sozialen Kontakte ersetzen? Ich denke, das kann auf Dauer niemand. Dazu kommt, dass dein Kind all deine Kraft braucht, da nützt es dir nichts, wenn du dann zu erschöpft bist und dich nicht mehr kümmern kannst. Unser Sohn ist auch lieber wieder in der Schule als weitere Wochen nur mit uns zuhause zu sein. Und nein, das ist keine gestörte Beziehung, das ist normal. Dazu kommt der finanzielle Aspekt, der einen allein meist doch viel deutlicher trifft.
Du brauchst also niemandem gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben!

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Du hast Recht, danke. Meine Tochter geht sehr gerne hin und wenn ich sie um 13 Uhr hole habe ich viel mehr Kraft für sie und sie ist auch ausgeglichener als ohne Kindergarten. Sie ist nämlich ein richtiges Power Kind. Lg

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Schön, dass ich dir ein bisschen gut zusprechen konnte 😍
Du wirst dich besser fühlen, versprochen!

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Meine Kinder gingen von Anfang an in die notbetreuung. Was spricht dagegen? Die infektionszahken werden im Herbst im Zweifel hoeher sein als jetzt und dann soll ja eigentlich wieder eingeschränkter regelbetrieb stattfinden. Ich bin gespannt. Ich denke nur, wenn man nicht plant, die Familie bis zur Impfung in Quarantäne zu halten, kann man doch auch jetzt die Möglichkeiten nutzen. Alles Gute!

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Du hast vermutlich Recht aber irgendwie ist man doch unsicher alles wieder zu lockern.lg

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Ich glaube, die Entscheidung kannst du nur alleine treffen, denn wie kennen den Umfang deiner Krankheit nicht.

In der Familie haben wir auch eine depressive Mutter (so weit, dass sie schon wochenlang stationär aufgenommen war usw) und momentan mit einen KiGa- und einen Grundschulkind ist sie wirklich überfordert. Ihre Symptome haben sich verschlechtert. Ich glaube, in ihren Fall wäre die notbetreuung gegenüber Corona sicherlich der “bessere übel”.

Daher: rede doch mit deinen Mann, gegebenenfalls mit deinen behandelnde Ärzte (das Familienmitglied ist in Behandlung zB) und geh in dich hinein. Die Entscheidung wird ihr am besten treffen und nicht wir, die dich nichts kennen. Dass im KiGa sich Corona deutlich rascher verbreiten wird, sollte die klar sein. Die Frage ist nur, was die geringste Übel ist in deiner Situation.

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Mein Mann ist klar dafür. Mein Psychologe findet es gut wenn ich hilfe annehme und Kraft schöpfen wo ich kann.
Aber, seit kurzem gehen die Kinder an zwei Nachmittagen zu Oma und Opa ( beide Kinder) wenn die große jetzt allerdings zu Kita geht ist das Risiko eigentlich zu hoch die dorthin zu geben. Was Oma und Opa sicher nicht einsehen. Außerdem würden dann für Nachmittage wenn fallen. Morgens habe ich allerdings immer das meiste Problem. Lg

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An deiner Stelle hätte ich keine Scheu, den Antrag zu stellen. Wenn das mit der Notbetreuung klappt, kannst du immer noch schauen, wie sehr du sie in Anspruch nimmst. Die Reaktion anderer sollte dir egal sein, du hast deine Gründe und wenn das jemandem nicht passt, ist das nicht dein Problem. Ja, leichter gesagt als getan, ich weiß.
Wir könnten die Notbetreuung theoretisch in Anspruch nehmen, weil ich eine Schlüsselperson bin. Aber da ich derzeit im Homeoffice arbeiten darf, macht es wenig Sinn. Auch wenn das Arbeiten mit Kind zu Hause super anstrengend ist und mich täglich an meine Grenzen bringt.

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Danke auch für deine Worte. Aber wenn es bei dir so anstrengend ist, Arbeit+ Kinder und ihr Anspruch habt warum nimmst du ihn den nicht? Wegen dem Ansteckungsdisko? Lg

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Vor Ansteckung habe ich nicht so große Angst, aber so lange ich im Homeoffice sein kann, kann der Arbeitgeber ja nicht bescheinigen, dass ich im Büro dringend gebraucht werde und Homeoffice nicht möglich ist.

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