Was müsste passieren, damit ihr Kontakt wieder zulasst?

Wenn ich lese, dass so viele Leite ihre Kinder dazu anhalten, Abstand voneinander und auch von den Großeltern etc. zu halten, frage ich mich, bis wann ihr das so machen wollt? Ich meine, wollt ihr das verhindern bis zum Impfstoff, bis zur vollständigen Ausrottung oder bis wann?
Ich verstehe das prinzipiell schon und wir haben uns jetzt auch 8 Wochen abgeschottet, aber seit dieser Woche haben wir die Entscheidung die Großeltern treffen lassen, die einstimmig normalen Kontakt mit unserer 2-Jährigen Tochter möchten, inklusive Vorlesen auf dem Schoß etc.
Denkt ihr, dass das Abstand halten Spuren hinterlassen wird? Ich habe manchmal Angst, dass unsere Kinder lernen, dass andere Menschen gefährlich sind und Körperkontakt was Böses😞

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Wir haben Kontakt und die Großeltern lassen es sich nicht nehmen, die Enkelkinder zu kuscheln. Für unseren Vorerkrankten gehört die Begrüßungsumarmung dazu und seit dem wir uns nach ca 7 Wochen wieder gesehen haben, ist es ihm auch weiterhin wichtig.

Ich empfand einige Maßnahmen schon immer als zu hart, aber darüber ein genaues Urteil fällen, fällt mir schwer. Wohingegen ich ein großes Problem habe ist die gesamte Kommunikation in dieser Pandemie.

Die Eigenverantwortung wurde ausgehebelt und die Fremdverantwortung empor gehoben. Ein nicht unerheblicher Teil der Risikogruppe ist dies aufgrund eines ungesunden Lebensstils (Diabetes Typ 2, Hypertonie, Adipositas, usw.). Aber anstatt, dass man hierdurch neue Anreize für eine gesündere Lebensweise schafft, wird die gesamte Verantwortung auf andere abgewälzt (anfangs auch noch insbesondere auf die gesunden, symptomlosen Kinder). Das Motto der Pandemie lautet eben nicht: was kann ICH tun um gesund zu bleiben, sondern, wie weit kann ich mich in meinem Leben einschränken um im Ansatz ein fremdes Leben zu retten. Man sieht sich selbst plötzlich nicht in der Verantwortung. Überspitzt gesagt, man lebt noch immer ungesund, aber wehe eine andere Person steigt in den Aufzug mit ein, der könnte ja potentiell tödlich sein.

Ich finde, man hat den falschen Ansatz gewählt. Und dieses Denken Mensch=tödlich hat schon unschöne Blüten gezogen. Mein Kind soll wissen, dass es Krankheiten gibt und man sich mit Hygiene schützen kann. Mein Kind soll aber nicht denken, dass es Schuld ist, wenn jemand anderer erkrankt. Ein Virus ist keine Waffe, mit der man auf jemanden schießt.

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Sehr schön geschrieben! Stimme dir komplett zu.

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100% Zustimmung! Genau das ist es, was mich von Anfang an gestört hat. Und dann dazu das Beäugen und Denunzieren! Wehe es spielen Kinder im Nachbargarten! Wehe es stehen Nachbarn auf der Straße und unterhalten sich.

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Ja, ich denke, das wird Spuren hinterlassen.

Gestern habe ich mit meiner Freundin, einer Psychologin, gesprochen, die entsetzt ist, was Corona jetzt schon für Kollateralschäden hinterlässt.

Wenn die Menschen das so noch ein Jahr durchziehen wollen, seh ich schwarz.

Ich denke, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich ein behutsam durchdachtes soziales Umfeld aufzubauen, mit denen wir viele Monate lebenswert verbringen werden.

Wir haben beispielsweise unseren Kindern jeweils den normaln Kontakt zu den beiden besten Freunden erlaubt. Ganz normal können sie sich treffen, spielen.
Dafür möchte ich nciht, dass meine Kinder auf volle Spielplätze gehen und dort mit Fremden spielen.

Vermutlich ist der Mittelweg zwischen ozialer Isolation und gedankenloser Unbefangenheit der richtige.:-D

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Ja, das ist im Prinzip auch unser Weg. Mit Oma etc. ganz normaler Kontakt, dafür aber insgesamt weniger verschiedene Leute. Ich finde das besser, als mein Kind ständig anzuhalten, Abstand zu halten.

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Wir leben jetzt wieder weitgehend normal. Wir treffen uns jetzt schon langsam wieder mit jedem. Es gibt kein umarmen oder Bussi geben, aber sonst ist alles normal.

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Auch kein Umarmen und so mit den Großeltern? Darum geht’s mir vor allem, wie lange der Körperkontakt mit den engsten Vertrauten verhindert werden soll. Ich seh da einfach kein Ende und fände das so schade für die ältere Generation...

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Nein, vorerst noch nicht. Mir persönlich ist es egal, aber ich respektiere die Wünsche der anderen. Ich denke mir wir waren jetzt wochenlang abgeschottet, erste Kontakte sind ein erster Schritt. In 1 Monat sind wir vielleicht schon beim 2. Schritt.

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Ich hole mir da tatsächlich Rat bei unseren Kinderärzten.
Man darf das Leben nie "eingleisig" sehen. Selbst die Medizin besteht aus mehreren Fachrichtungen die sich teilswidersprechen.
Beispiel: die Hebamme meinte noch zu uns das Kind solle alle 3 Tage baden, nicht öfter, wegen der Haut.
Als wir mal in der Klinik waren fragte uns der Hautarzt! warum wir nur alle 3 Tage baden wenn er doch so toll danach immer einschliefe, und sonst teils ne Stunde brauchte. Wir sollten einfach jeden Tag baden und halt etwas auf die Haut achten, das bessere Einschlafen wäre mehr wert (Psyche, Entwicklung, Immunsystem) wie das seltenere Baden zugunsten der Hautschutzschicht.

Genauso halten wir es mit Corona, wir wägen ab. Wir haben jetzt schon zwei, dreimal kurz mit den Kinderärzten telefoniert bzw gemail die wir kennen um eine kurze "Leitlinie" zu bekommen was ihrer Meinung nach ein guter Konsens wäre wenn sich Umstände irgendwie geändert hatten.

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Hallo,

mittlerweile dürfen sich doch wieder mehrere Menschen aus zwei Haushalten treffen. Ich empfinde die "soziale Isolation" als weit weniger dramatisch als man immer im Netz lesen kann.

Wir könnten rein theoretisch die Großeltern besuchen. Haben wir bisher aber nicht. Ich richte mich da ganz nach ihnen. Körperkontakt zu den Großeltern wäre für mich ok, wenn es auch für sie ok ist.

Ich glaube nicht, dass der Lockdown so große Spuren hinterlässt, wie immer von Gegnern der Maßnahmen getan wird. Meine Kinder leiden ganz und gar nicht und ich glaube, manches Leid wird einfach durch die Eltern befeuert, die die Situation so überdramatisieren. Ich will nicht abstreiten, dass es Menschen gibt, denen es mit all den Einschränkungen schlecht geht, aber ich bezweifle stark, dass es die große Masse ist.

Meine Kinder halten Fremde nach diesen Wochen nicht für gefährlich und wissen, dass Körperkontakt grundsätzlich nichts böses ist. Daran ändern auch weitere Wochen ohne die gewohnten sozialen Kontakte nichts, da bin ich ganz sicher.

LG

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Ich glaube auch, dass es einfach extrem unterschiedlich ist. Auch das Alter spielt eine Rolle. Meine 2-Jährige versteht das alles einfach noch nicht und würde vermutlich schon darunter leiden, wenn sie aktiv zurückgewiesen werden würde.
Auch kenne ich Kleinkinder, die andere Kinder anbrüllen, dass sie Abstand halten müssen, wenn sie näher kommen. Da bin ich mir halt nicht sicher, was das mit denen macht auf Dauer.

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Ja, das Alter spielt sicher eine Rolle.

Was die "Abstand" brüllenden Kinder betrifft: Diese reagieren ganz sicher auch in anderen Situationen nicht freundlich. Im Kindergarten wird ein Kind immer auch mit nach anderen Vorstellungen erzogenen oder sogar nicht erzogenen Kindern zusammentreffen. Ich denke doch, dass die Erzieher auch eingreifen, wenn ein Kind ständig "Abstand" brüllt und den anderen Kindern so das Gefühl geben, dass das kein gewünschtes Verhalten ist.

In deiner Freizeit wirst du dich ja kaum mit Kindern, die sich so vehalten, treffen, oder? Die haben das nämlich von ihren Eltern und man ist ja doch eher mit Menschen befreundet, die ähnliche Ansichten haben. Ich kenne solche Kinder zum Beispiel gar nicht.

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Wir haben uns am Anfang auch an die Regeln gehalten von wegen keinen Kontakt etc. Das lief auch alles eigentlich super gut . Keiner hat irgendwelche Schäden davon genommen ,die Kinder fanden es sogar ganz spaßig über Whats app zu Videotelefonieren.
Meine Mama hat COPD im Endstadium , gerade aus dem Grund haben wir uns dazu alle entschieden .
Mein Papa war von seiner Firma, wegen meiner Mama, Bezahlt frei gestellt.
Nach 4 Wochen ist mein Papa aber wieder arbeiten gegangen,und wir haben uns dann ganz langsam ran getastet wieder mit Besuchen , auch zu unserer Mama .
Ohne Küsschen und Umarmungen. Auch das klappt super alles .
Wir waren aber auch vor Corona irgendwie nicht die Bussi Bussi Familie 😅 also mit Küsschen geben und so.
Meine Mama ist lustiger weise die entspnnteste aus der Familie was das alles angeht obwohl sie zur Risikogruppe gehört. Vll aber auch nur ,weil sie letztes Jahr im Dezember im Koma lag und wir uns schon einmal von ihr verabschieden mussten. Sie hat natürlich Angst,alleine zu sein oder irgendwas zu verpassen ,gerade weil ich kurz vor ET stehe.
Lg

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Hallo,
ich bin in Elternzeit. Mein Mann war deswegen auch sechs Wochen zuhause. Wir haben uns wochenlang mit niemandem getroffen und der einzige, der bei uns einkaufen geht, ist mein Mann, der sich an die entsprechenden Regeln hält und auf alles achtet.
Nach dieser Zeit übernachtet die Große jetzt auch wieder bei den Großeltern, die ebenfalls auf alles achten, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Es wird auch gekuschelt, da sie ja dort schläft und den ganzen Tag betreut wird.
Wir fühlen uns alle gut damit. Keiner musste arbeiten, keiner hat andere Leute ohne Abstand getroffen. Das passte für uns so und alle freuen sich über die Abwechslung.

Sollte der Kindergarten wieder losgehen (wovon ich aufgrund meiner Elternzeit nicht so schnell ausgehe), werden wir die Besuche vermutlich wieder runterschrauben, da meine Eltern aufgrund mehrerer Faktoren zur Risikogruppe gehören.
Wir Erwachsenen können aufpassen und Abstand halten. Im Kindergarten ist das nicht gut möglich, trotz dass unsere Tochter viele Regeln gut verinnerlicht hat. Ich denke, sie würde sich im Spiel einfach oft vergessen.

Es ist schwer, das "Richtige" zu tun, da ich nicht Schuld sein möchte, wenn es meine Eltern erwischen sollte. Ein Restrisiko besteht leider immer. Wir versuchen es so klein wie möglich zu halten und passen unser Verhalten an die jeweiligen Umstände an.

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Wir lassen den Kontakt seit 2 Wochen wieder zu, treffen uns mit Freunden und Eltern, inklusive Umarmung und auch zu Hause in der Wohnung. Man muss mittlerweile differenzieren. Zu Älteren und vorbelasteten Menschen muss man ja keinen Kontakt pflegen oder eben mit Abstand.

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... mit 2 noch nicht, aber im Kindergartenalter müssen Kinder irgendwann lernen dass nicht jeder Körperkontakt erwünscht ist! Natürlich sollte man es nicht bei jedem strilkt verbieten, aber auch ohne Corona muss man einem 4, 5 jährigen Kind sagen dass wen ein anderes Kind aus welchen Gründen auch immer signalisiert dass es keine Nähe will, dass man dies zu akzeptieren hat! Meiner war schon immer eher zurückhaltend, nahen Körperkontakt hat er nur mit ein paar engen Freunden, wenn ihn andere oder gar fremde Kinder zu nahe kommen wehrt er auch normal ab. Mich haben ehrlich manche Eltern genervt die ihre Kinder auf dem Spielplatz nicht einmal ein paar Worte gesagt haben wenn sie mitbekommen haben dass sich meiner bedrängt fühlt und die Kinder ihm als weiter auf die Pelle rückten bis er soweit war und gehen wollte!
Früher war es teilweise anders herum zu extrem. Irgendnen Mittelweg sollte man halt finden.