Ehepartner Psychisch krank, selber mit der Kraft am Ende

Hallo zusammen, muss einfach mal schreiben, weil ich mir vielleicht ein paar Tipps erhoffe oder es einfach mal raus muss. Ich bin Mama von drei Kindern, zwei Schulkindern und einem Kindergartenkind. Ich gehe gerade nicht arbeiten, da Corona und der damit erschwerte Kindergartenstart alles durcheinander gebracht haben. Ich bin mit meinem Mann schon sehr lange Zeit zusammen und ja, ich wusste, dass er psychische Probleme (Angstzustände) hat. Die hatte er mit seinen Tabletten meist immer sehr gut im Griff. (Hin und wieder mal ein paar schlechte Tage, doch die gingen zum aushalten) Doch seit August, ist alles anders, er hat aus irgendwelchen Gründen seine Tabletten nicht mehr genommen und seither ist hier alles total durcheinander. Ständig denkt er wegen jedem kleinem bisschen er müsste sterben. Hustet er, denkt er, er hat Lungenkrebs. Er liegt nur rum, ist am jammern, sagt mir ständig Er müsse sterben und er wisse es ganz genau. Er zieht sogar die Kinder mit rein, zu unserem großen hat er gesagt: Papa müsse sterben. Bis ich ihn dann wieder beruhigt hatte, er war total durch den Wind. Meinen Mann hat das nicht interessiert. Ständig muss ich mir anhören, wie kranker doch sei. Seit ein paar Tagen, Denkt er er hat auf der Zunge Krebs, nichts mehr vom Lungenkrebs zu hören. Diesmal sagt er, diesmal erlebe er das Ende vom Jahr nicht mehr. Als wir im Urlaub waren, hat er nichts mit seinen Kindern gemacht, alles blieb an mir. Ständig macht er Fotos von der Zunge und ich muss mir anhören wie schlimm es ihm geht. Er lässt sich total hängen, isst kaum noch, liegt im Bett. Jammert den ganzen Tag. Selbst wenn ich sage, er solle damit aufhören, macht er dies nicht. Dazu kommt auch noch, dass ständig einer der drei Kinder krank ist und zuhause bleiben muss. Einen Psychologen hat er auch nicht gefunden, bzw. versucht es erst gar nicht recht. Ich kann das einfach nicht mehr aushalten. Es liegt alles auf mir. Ich werde sogar schon patzig an die Kinder wenn mal etwas nicht so läuft wie es soll, wobei das ja immer mal so ist. Ich kann einfach nicht mehr. Wie kann ich nur ruhiger werden. Ich bin total fertig und will wegen ihm auch nicht zu meinen Kindern pampig sein, aber es bricht dann plötzlich alles über mich rein. Sorry für das Gejammer.

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Warum musst du dir das anhören?
Wenn er die gesetzte Grenze - du willst nichts darüber hören - nicht einhält: aus dem Zimmer gehen.

1. Angehörige brauchen AUCH Hilfe.
Wende dich an Beratungssstellen. Vielleicht gibt es Tipps zum Austausch mit anderen Angehörigen.
Besprich dich mit dem Arzt, welche Position du in der Konstellation spielst.

Auch wann wie du handeln darfst, kannst sollst, nichts tun solltest

2. Medikation
Das Problem bei manchen psychischen Erkrankungen ist: so lange die Medikation stimmt, passt alles und es läuft gut. Sie sehen ein, dass sie die Medikation brauchen.
Sobald die Medikation nicht mehr stimmt oder nicht mehr genommen wird, kommen die Symptome wieder hoch. Die Symptome verhindern die Einnahme. Sie benebeln das Bewusstsein und unterdrücken die Einsicht.
Dann kommen die Symptome noch mehr und noch weniger Einsicht. Teufelskreis.

Spricht mit dem Arzt, wann du ihn zwangsweise zum Arzt bringen solltset. Wann bei SEINER Erkrankung Selbstgefährdung / Gefährdung anderer vorliegt.
Wann er an dem Punkt ist, dass er sich selbst nicht mehr helfen kann, aber auch nicht unter den Punkt man muss ihn selbst entscheiden lassen / wissend, dass er es nicht mehr kann, nichts tun dürfen fällt.

3. wenn die Erkrankung sp verläuft, dass er dazu Medikamente braucht, dann wird ein Psychologe nichts bewirken. Das ist dann wie ein heißer Tee bei einer schweren Lungenentzündung. Nice to have, aber ohne entrsprechende Medikamente wirkungslos.

In Kombination mit beidem kann das sehr gut helfen. Vor allem langfristig.

4. Dir kann ein Psychologe gut tun. Pflegende Angehörige oder Angehörige von psychsch Kranken haben Baustellen, die im Alltag nicht jeder kennt. Da tut Austausch und Ballast abwerfen manchmal echt gut

5. für die Kinder ebenso. Da würde ich mich informieren, ob es bei euch Gruppen für Kinder/Jugendliche gibt, die ähnliches kennen. Begleitet natürlich. Austausch mit anderen Kindern/Jugendlichen in ählicher Situation. Schmerzen, Ängste, die sie sonst nicht aussprechen können. Zu Hause müssen sie mehr funktionieren. Elternteil krank, Elternteil am Limit, Freunde/Verwandte kennen das nicht.
Dort gibt es Menschen, die es kennen.

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Ich empfehle deinem Mann

gracefactory.de

Er hat Angst. Medikamente dämpfen das nur gehen aber nicht an die Ursache.

Du kannst dich nicht hineinversetzen, da du es nicht hast. Verständlich.

Aber er ist der Einzige der etwas dagegen machen kann. Entweder lässt er sich komplett physisch durchchecken, wobei ich zu sagen mag, dass es sogar schwarz auf weiß nix bringt wenn er hypochondriert.

Du kannst dir eine Beratungsstelle suchen, wo du Hilfe bekommst damit umzugehen, sowie die Kinder.

Alles liebe