Frage zu Umgang, grenzüberschreitend

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Guten Abend allesamt, ich habe eine kurze Frage, vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Wie aus dem Screenshot ersichtlich, wohne ich in Tirol, mein Expartner in Bayern. Unsere gemeinsame Tochter, 2, lebt bei mir, ich habe das alleinige Sorgerecht.

Weiß jemand vielleicht, wie das mit den Umgangswochenenden ist? Hier steht ja explizit "gemeinsames Sorgerecht", bei den Ausnahmen zur Quarantäne, eigentlich eine klare Sache würde man meinen, aber ehrlich gesagt haben in den letzten Monaten so viele halbgare Aussagen in den Medien kursiert, dass ich mich gar nicht mehr traue, das für bare Münze zu nehmen...

Ich frage eigentlich aus dem Grund, weil wir bei den letzten Terminen immer reichlich Zoff hatten - er hat mich für meinen Erziehungsstil öffentlichkeitswirksam kritisiert, und ich habe ihm postwendend mitgeteilt dass er nicht sonderlich viel zu melden hat, wenn er ein halbes Jahr nicht auftaucht und dann meint es wäre alles eitel Wonne Sonnenschein. Sein Argument war, er hätte ja wegen der Reisebeschränkungen nicht kommen können - was so nicht stimmt, denn der Besuch eines minderjährigen Kindes war immer möglich, auch grenzüberschreitend. Er redet sich also einfach nur raus. Nun frage ich mich, ob ich die gleiche Leier wieder hören werde, und die kleine darauf vorbereiten sollte, dass ihr Vater sich die nächsten paar Monate wohl nicht blicken lassen wird.

Wirklich stören tut's mich nicht, da bin ich ehrlich. Wir hatten eigentlich nach der Trennung ein sehr okayes Verhältnis zueinander, aber das hat sich mit Beginn der Pandemie um 180° gedreht. Aber mir tut es für unsere Tochter leid, die ab und zu Mal fragt. Schlussendlich kennt sie ihn nicht wirklich, und ich sehe die Katastrophe schon kommen, wenn sich alles im Frühjahr entspannt, und er dann glaubt da weitermachen zu können, wo er aufgehört hat.

Keine Ahnung was die Frage eigentlich ist. Vielleicht möchte ich es einfach wissen, um kontern zu können, wenn er mir mit "höherer Gewalt" kommt. Mich schmerzt es einfach, dass er so gar kein Interesse an ihr zeigt, und sich permanent rausredet. Ich weiß, das sollte ich abstellen, aber es will mir einfach nicht gelingen, es ist einfach nicht fair ihr gegenüber...

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Wenn die Ursache ist, dass er kein Interesse hat, dann wird er auch später Ausreden finden.

Wenn er echtes Interesse hätte, würde ich mich mit ihm zusammen setzen und anwaltlich beraten lassen (bestenfalls einer, der sich mit den Rechtslagen beider Länder auskennt, vor allem primär das, wo das Kind lebt/Staatsbürgerschaft hat).

Dass er sich im Frühjahr wieder meldet, kann natürlich sein. Ist die Ursache aber eigentlich grundlegend, dass er kein Interesse hat, dann wird er auch dann wieder was finden, schieben, vorschieben.

Lass dich von einem Anwalt beraten, dass du den rechtlichen Rahmen kennst.
Und rede mit Menschen, die dir gut tun. Emotionale Stärkung. Für dich. Wenn du selbst eine klare Linie hast, spürt das auch dein Kind.
Und evtl. auch Beratungsstellen, wie du dein Kind stärken kannst. WIe du mit der Situation umgehen kannst, dass sie besser damit klar kommen kann.

2

Danke für deine Nachricht, ich habe leider keine Benachrichtigung bekommen, sonst hätte ich mich schon früher gemeldet.

Nein, ich glaube es besteht schlicht und ergreifend nicht wirklich Interesse. Es war nun schon etwas länger absehbar, dass der lockdown kommt, in beiden Ländern. Er hätte im Okt genug Zeit gehabt, einen Umgang wahrzunehmen. Hat er nicht gemacht, und mir stattdessen am 1.11. ne Nachricht geschrieben, dass das "leider wohl im November nichts wird" - sein WhatsApp Status + Stories verraten mir jedoch, dass er gerade mit der neuen Urlaub macht.

So sei es. Ich schaue mir das allerdings nicht mehr lange an. Irgendwann wird der Punkt kommen müssen, an dem er sich entscheidet, ob er Teil ihres Lebens sein will, oder nicht. Falls letzteres, muss es dann aber auch endgültig sein, öfter tu ich das meinem Kind nicht an.