Rhythmus und Homeoffice?

Hallo,

ich wollte euch mal fragen, wie ihr die Doppelbelastung Homeoffice und Kleinkind schafft. Vielleicht hat ja jemand bewährte Tipps? Die Aussicht auf einen weiteren Monat ohne Kita macht mich bisschen fertig, weil unsere Kleine (15 Monate) momentan sehr betreuungsintensiv ist.

Wir haben in den letzten Wochen versucht, den Kita-Rhythmus irgendwie beizubehalten, aber mit Homeoffice geht das ja kaum (z.B. morgens Spazierengehen, nach dem Mittagsschlaf zum Spielen rausgehen...).

Mein Mann darf nicht ins Homeoffice, da seine Kanzlei Einzelbüros hat und somit keine hygienischen Bedenken bestehen. Also bin nur ich zuhause - mein Arbeitgeber ist recht entspannt, da mache ich mir keine Sorgen, aber irgendwie muss man ja trotzdem seine Arbeitszeit irgendwie halbwegs produktiv gestalten und nicht nur immer 5 Minuten am Stück, weil das Kind dann kreischend auf den Laptop haut und mitmachen will...gerade Videokonferenzen und so sind ein absolutes Drama, eigentlich mache ich permanent nur Mikro und Kamera an und aus :-D

Wie macht ihr das denn?

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Gute Frage. Mein Mann hat für ein paar Tage Urlaub genommen, damit wir es irgendwie schaffen. In Konferenzen mute ich mich. Alles, was ich bei seinem Mittagsschlaf schaffe, arbeite ich, ansonsten hole ich alles nach wenn er schläft bzw. wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt. Haushalt mache ich gar nicht mehr. Abends bereiten mein Mann oder ich essen für den nächsten Tag vor. Es werden lange drei Wochen, aber wir werden das packen!

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Achja, den Rhythmus aus der Kita haben wir über Bord geworfen, dass schaffen wir hier nicht 🙈

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Theoretisch könnte man ja eine Freistellung bei 67% Lohnfortzahlung bekommen - das würde ich schon gerne machen, allerdings sind bei uns so viele Kollegen momentan weg (von Krankheit über noch unbesetzte Stellen bis hin zu Eltern, die eben bei ihren Kindern zuhause bleiben und kein Homeoffice wollen, sondern Urlaub/Freistellung/unberechtigte Krankmeldung haben), dass ich die restlichen nicht im Stich lassen kann. Für mich gibt es momentan keine Vertretung mehr, was natürlich extrem ungünstig ist, aber die Zeiten sind eben Mist :-D

So, wie du es beschreibst, wird es vermutlich hier auch werden...Haushalt wird echt spannend. Damit wird man wahrscheinlich sein ganzes Wochenende verbringen, was man eigentlich bräuchte, um mal zwei, drei Stunden zu entspannen :-D Es ist doch alles doof. Aber klar, man kriegt es hin. Immer, wenn ich kurz vor einem Schreianfall bin, denke ich: Sei froh, dass du nicht alleinerziehend bist oder in einem Land lebst, wo es keine Lohnfortzahlung gibt, wenn du ausfallen solltest - es könnte alles so viel schlimmer sein. Dann geht es meistens wieder für 24 Stunden, bis die nächste Situation a la "Oh, du hast eine Mandarine auf meiner Tastatur ausgedrückt, wie schön..." kommt ;-)

Die Kita-Sache macht mir hauptsächlich Sorge, weil das Kind dann länger am Stück zuhause als in der Kita war. Ich will keine zweite Eingewöhnung, echt #zitter

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Respekt, dass du überhaupt gleichzeitig das 15 Monate alte Kind betreuen und arbeiten kannst. Bei uns ginge das gar nicht (unser Kleiner ist auch 15 Monate alt). Deswegen arbeiten wir in Schichten. Ich von 5-9 Uhr und mein Mann ab 9 Uhr (beide im Home Office). Bisher musste ich nur 4 Stunden pro Tag arbeiten, jetzt ab Januar aber 6 Stunden. Da ich keine Lust habe, um 3 Uhr nachts anzufangen, muss ich dann jetzt noch 2 Stunden unterbringen, wenn der Kleine den Mittagsschlaf macht oder eben abends. Auf jeden Fall ist es mega anstrengend und ich bin froh, dass ich bald wieder in Mutterschutz gehe 😅

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Naja, frage nicht wie :-D Produktiv ist das nicht und man regt sich permanent nur auf (am Ende dann über sich selber, weil man ja weiß, dass das Kind nichts dafür kann).

Von 5 bis 9 Uhr...Wahnsinn! Respekt, dass du so früh was gebacken kriegst, ich würde wahrscheinlich mit dem Gesicht auf der Tastatur wieder aufwachen :-D Würde bei mir auch nicht klappen, weil ich viel mit Kollegen und Externen sprechen muss. Wenn ich die um halb sechs anrufe, gibt es Tote #schein

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Während des Mittagsschlaf ist gut. Mache ich auch häufig so. 😅 Allerdings haben wir wieder eine Phase, wo ich daneben liegen bleiben muss, sonst wird der feine Herr innerhalb weniger Minuten wach.

Doof finde ich daran nur, dass ich alle Kollegen, die mich anrufen, vertrösten muss, dass ich nur schreiben kann, weil der Gnom gerade schläft. 🙈

Abends hab ich auch viel gemacht, sobald mein Mann da war. Ergebnis: ich war permanent gestresst, übermüdet, genervt und hatte einen sehr kurzen Geduldsfaden. Die Hütte sah obendrein aus wie Dresden 1945. Mal von fehlender Paarzeit oder Freizeit im Allgemeinen mal abgesehen.

Dann lieber während der Kleine nickert. 😅

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Notbetreuung.

Meine Kids sind schon deutlich älter und da ist Homeoffice ganz gut machbar. Bei kleineren Kindern ist Homeoffice einfach nur 🤮🤮.

Wieviele Stunden arbeitest Du? Kann Dein Mann seine Arbeitszeit etwas anpassen? Wie flexibel in der Arbeitszeit bist Du?

Also z. B. Wenn Du jetzt 20 Std. Arbeitest und Dein Kleiner kriegt für 2 Tage von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr einen Notbetreuungsplatz, dann könnte Dein Mann ihn an den Tagen in die Kita bringen und Du könntest von 6 Uhr bis 12:00 Uhr schon mal 12 Std. In den 2 Tagen weg arbeiten, und hättest noch Puffer für „keiner klebt am Boden fest, jeder hat noch frische Unterwäsche“ (Recht viel mehr Haushalt ist in Krisenzeit halt nicht drin). Bleiben „nur“ noch 8 Std. für die restlichen 3 Tage. Und die dann auf sehr früh, Mittagsschlaf und Mann ist Abends daheim aufgeteilt werden.Sau anstrengend.

Ich frag mich regelmäßig wann es Meldungen in den Medien gibt alla „Kurkliniken auf mehrer Jahre mit Müttern die Homeoffice, Betreuung/Homeschooling und tip top Haushalt in der Corona-Krise gemeistert haben ausgebucht.“

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Es gibt hier nur Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in gewissen Berufen arbeiten. Finde ich auch eigentlich in Ordnung, es gibt ja noch andere Optionen (Überstunden und Urlaub will vermutlich keiner opfern, aber Freistellung mit 67% Lohnfortzahlung oder mehr Kindkrank-Tage).

Tiptop-Haushalt gibt es nicht, das ist ganz klar. Ich habe schon bisschen vorgekocht und eingefroren, damit man nicht eine Woche lang Pizza isst oder den Lieferservice ruft, aber es ist logisch, dass die Ansprüche jetzt runtergefahren werden müssen. Keine Ahnung, wie lange die Weihnachtsdeko noch stehen wird...vielleicht feiern wir dieses Jahr orthodox, das geht doch bis Mitte Februar oder so :-D

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Unsere Kleine ist 16 Monate und wir hatten bisher keinen Kitaplatz, betreuen sie also immer zuhause. Ich arbeite im Home Office, seit sie 3 Monate alt ist. Nicht klassisch Vollzeit, sondern projektabhängig (bin selbstständig). Mal arbeite ich einige Tage kaum, dann viel, kommt immer drauf an.
Mein Mann arbeitet auch größtenteils im Home office seit der Geburt. Mittlerweile haben wir beide einen Büroplatz und gehen im Wechsel hin. Heisst, einen Tag bleibt einer von uns mit Kind zuhause und einen anderen Tag machen wir es andersherum.

Da wir super flexibel sind, was Arbeitseinteilung angeht, klappt es ganz gut. Hätten wir einen Kitaplatz (ich hoffe bald!), würde ich aber mehr arbeiten können, da ich schon meistens eher zurückstecke als er (er hat ein großes, gut bezahltes Dauerprojekt und ich mehrere kleinere).

Wir haben leider auch keine Familie vor Ort, daher betreuen wir die Kleine bisher komplett selbst. Sie ist zum Glück ziemlich gechillt, aber wird auch anstrengender und trotzt manchmal. Im Großen und Ganzen kommen wir gut so zurecht, aber wenn sie schlecht schläft z.B. macht sich das am nächsten Tag bemerkbar.

Ich arbeite oft abends bis spät, wenn sie schläft. Das ging viel besser, als sie noch Baby war und ziemlich gut schlief... seit einigen Monaten sind die Nächte mit ihr leider nicht mehr so erholsam 😴

Ganz ehrlich: Es klappt nur gut bei uns, weil wir beide zuhause sind, zumindest meistens. Wenn also einer dringend telefonieren muss oder ein online Meeting oder einen Termin ausser Haus, ist der andere für Minimaus da. Bisher ist es nie vorgekommen, dass sich zwei dringende Termine überschneiden.

Trotzdem bin ich froh, dass zumindest spätestens zum September wohl ein Kitaplatz in Aussicht ist, denn auf Dauer möchte ich diese improvisierte Situation nicht haben, auch wenn es ganz gut klappt bei uns.

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Wieviele Stunden arbeitest du denn? Kannst du einen Teil deiner Arbeit auf früh morgens oder den späten Abend verlegen?

Ich hatte ein ähnliches Szenario von März bis Juni (volle Stelle, zum Glück beide im Homeoffice), und Rhythmus beibehalten ging null. Tagsüber haben wir uns soweit wie möglich abgewechselt und dann saßen wir immer noch nachts und am WE am Schreibtisch.

Lg

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Hi,

Mein. Kleiner ist 16 Monate und ich muss meine 80 Prozent im Home office schaffen.
Auch hier sind video Konferenzen der horror schlecht hin :)
Aber das Hauptproblem ist: mein Sohn möchte spielen, möchte mit mir raus, einfach meine Aufmerksamkeit und ich muss ihn viel zu oft abweisen. Das bricht mir das Herz.
Er versteht ja noch nicht was gerade los ist. Der Beginn der trotz Phase hilft auch nicht....

Nun, da mein AG echt Druck macht, geht's nächste Woche in die Notbetreuung in die Kita. Und da hab ich schon wieder Angst, das er sich ansteckt. Und das nach 3.5 Wochen Abstinenz der Start schwierig wird.
Die Eingewöhnung war erst im Sommer... Hat zwar toll geklappt. Aber zurzeit weint er ja schon wenn Mama nur aus dem Raum geht.

Zum Rhythmus: wir gehen nach der Arbeit sofort raus. Also. Gegen. 15.00 und davor geht leider nicht viel. Mittagsschlaf hat sich auch schon ordentlich verschoben. Ich habe es nicht geschafft den kita Rhythmus zu halten...

VG

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Hallo,

ich lege einen Teil meiner Arbeit auf die Zeit, bevor meine Kinder aufstehen und arbeite auch abends. Ist das bei dir möglich? Dann schaffst du wenigstens etwas ohne permanent nach deinem Kind gucken zu müssen.

Tagsüber mit einem Kind in dem Alter ist es sicher sehr hart. Meine Kinder sind älter, aber auch ich stelle mein Mikro bei Konferenzen aus, die Kamera sowieso. Zum Glück machen das alle so, sonst hört man jedes Knistern und klappern und die Videoübertragung lässt die Tonqualität leiden. So kann ich meinen Kindern auch mal etwas sagen. Da viele meiner Kollegen Kinder haben, haben alle Verständnis, wenn man doch noch mal nachfragen muss, weil das Kind gerade Hilfe brauchte.

Ich wünsche dir Kraft und Durchhaltevermögen!

LG

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Achso, was den KiTa-Rhythmus betrifft: Das finde ich unwichtig. Du solltest einen Rhythmus schaffen, der dir und deinem Kind den Alltag erleichtert. Kinder sind da viel flexibler als Erwachsene immer denken.

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Gar nicht, deshalb wird unserer ab Montag in die Notbetreuung gehen. Wir hatten es im Dezember, beide Homeoffice und Kind in Quarantäne. Es war die Hölle und ich hab am Tag gerade mal 2 h geschafft, wenn mein Mann übernommen hat. Aber wir müssen ja beide ARBEITEN, das geht nicht mit Kleinkind. Hat jetzt zum Glück auch die bayerische Regierung eingesehen

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Bei uns (Ba-Wü) gibts die Notbetreuung nicht, nur weil beide arbeiten. Nur, wenn beide in systemrelevanten Berufen arbeiten oder vom Arbeitgeber eine „Unabkömmlichkeitsbescheinigung“ bekommen. Diese bekommt man allerdings nicht bei Home Office 🙄

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Hier dasselbe (NRW)
Ich finde es traurig dass für viele Homeoffice gleichzeitig bedeutet Kinderbetreuung!
Es gibt sooo viele Fälle in meinem Umfeld in dem das nicht so einfach geht.