Mein Sohn ist ziemlich verzweifeltđŸ˜„

Hallo,

wir hatten heute einen traurigen und schweren Tag. Mein Sohn ist 10 Jahre alt,
und eigentlich ein total offenes und glĂŒckliches Kind.
Aber seit ein paar Tagen ist er schon eher ruhig, und schaut oft traurig.
Ich bin heute mal mit ihm allein spazieren gegangen, und er hat mir erzÀhlt das
es ihm nicht gut geht.
Er vermisst so sehr den normalen Alltag. Er vermisst einfach mal wieder auf einen
Kindergeburtstag zu gehen.Auch seine Pfadfinder vermisst er so sehr.

Er geht in eine 4. Klasse in Bayern. Sie schreiben morgen eine Probe in HSU, und
sie mussten sich den kompletten Stoff daheim erarbeiten. Er hat Angst, dass er es nicht schafft. Bei uns dreht sich ja alles gerade um den Übertritt, dass macht ihm echt zu schaffen.
Wir machen wirklich keinen Druck, aber er hat seine eigen AnsprĂŒche.

Lg

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Hallo,

Du hast in den letzten Wochen und Monaten oft von Deinem Sohn geschrieben - es geht ihm nicht erst seit ein paar Tagen schlecht.
Man hat den Eindruck, bei Euch dreht sich alles um die Schule. Du betonst immer wieder, Ihr macht keinen Druck, aber der kleine Kerl ist komplett fertig. Auch schreibst Du oft, dass die Situation Deinem Sohn wahrscheinlich die Zukunft verbaut.
Ist bei mir hÀngengeblieben, da Dein Schreibstil und das immer wiederkehrende Thema sehr auffÀllig sind.

Übertritt - Zukunft - Schulaufgaben - AnsprĂŒche - Leistung....

Er ist 10 .........Du schreibst nie, was er sonst am Tag macht. Hat er Hobbys (außer Pfadfinder)? Hat er Freunde? Trifft er jemanden?

Lass nicht zu, dass die Schule das Hauptthema ist. Bei seinen bisherigen Noten wird das Übertrittszeugnis garantiert super. Da muss man sich keine Sorgen machen.

Mach ihm bewusst, dass es im Leben um mehr geht als gute Noten.

VG

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Hallo,

Ich weiß dass ich schon öfter ĂŒber diese Themen geschrieben habe, aber es beschĂ€ftigt mich einfach. Ich mache ihm wirklich keinen Druck, den macht er sich selber.
Er ist einer, der immer gute Noten haben möchte,uns ist das nicht wichtig.
Wir loben ihn viel, aber nicht wegen den Noten.
Er ist ein sehr soziales und freundliches Kind, dass ist uns wichtiger wie Noten.
Er darf sich mit den Nachbarskindern treffen, dass tut ihm gut.

Sie dĂŒrfen seit lezten Montag tageweise gehen, und sie wiederholen nichts. Sie gehen im Wald spazieren, und basteln. Und an den Tagen daheim mĂŒssen wir dann neuen Stoff erarbeiteten. Das nervt ziemlich

Lg

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Hat er einen festen Freund mit dem er sich trifft? Wir hatten das Problem im ersten Lockdown auch. Da haben wir jeden Kontakt untersagt und mein Son, jetzt 12, wurde immer ruhiger, war in sich gekehrt hatte zu nichts mehr Lust usw.... da ich das gesundheitlich nicht fĂŒr gut halte, darf er sich jetzt mit einem festen Freund treffen, vielleicht hilft das ja schon ein wenig. đŸ€·â€â™€ïž

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Hallo,

je lĂ€nger das Ganze nun schon zum zweiten Mal andauert, desto schwerer wird es fĂŒr sehr viele Kinder und Jugendliche, den Lockdown ohne emotionale Belastung "auszuhalten".

Wie bereits geschrieben wurde ist es sehr wichtig, dass ein Kind zumindest eine/n festgelegte/n Freund/in hat, mit dem es sich regelmĂ€ĂŸig (da "reicht" ja letztlich einmal pro Woche) treffen kann. Und wenn es "nur" draußen an der frischen Luft ist fĂŒr ein, zwei Stunden. Im ersten Lockdown durften unsere Kinder sich zunĂ€chst lĂ€ngere Zeit nicht verabreden (u.a., weil mein Mann und ich beruflich ein erhöhtes Infektions-Risiko haben und aufgrund der zu dem Zeitpunkt noch unklaren Übertragungs-Wege im Alltag Niemanden im privaten Umfeld gefĂ€hrden wollten), damit ging es besonders unseren beiden jĂŒngeren Kindern allmĂ€hlich nicht mehr so gut. Diesmal treffen sie sich durchaus "dosiert", aber regelmĂ€ĂŸig mit Freunden, ĂŒberwiegend draußen bzw. drinnen nur zu zweit (also ohne Kontakte zur jeweils anderen Familie).

Wir achten außerdem sehr darauf, schöne Momente in unseren (vor allem fĂŒr die Kinder) ja doch sehr eintönigen Alltag einzubauen. Wandern, backen, basteln, Gesellschaftsspiele, Filmabend, Riesen-Playmobil-Landschaft im Wohnzimmer, Lagerfeuer, Besuch bei der Lieblings-Tante im Garten mit Kaffee und Kuchen und vorher langem Spaziergang (leider sehr selten, aber immer dann, wenn man den Eindruck hat, eines der Kinder gerĂ€t gerade emotional an eine Grenze- das muntert bei uns gefĂŒhlt wieder fĂŒr zwei, drei Wochen auf #verliebt), mal mit einem Kind in den Drogerie-Markt außerhalb der Stoßzeiten (wohnen sehr lĂ€ndlich, da ist z.B. montags mittags so gut wie nichts los ;-)), etc. .

Und vor allem bleiben wir mit unseren Kinder mehr denn je im GesprĂ€ch/haben sie im Blick, das ist ganz wichtig. GrundsĂ€tzlich sind vor allem die beiden Ă€lteren bereits sehr selbstĂ€ndig und unternehmen zu regulĂ€ren Schulzeiten viel mit Freunden, gehen ihren Hobbies nach, etc. . Zurzeit sind sie einerseits durchaus "anhĂ€nglich" und fordern mehr Zuwendung. Gleichermaßen brauchen sie jedoch auch jetzt FreirĂ€ume, da sie die meiste Zeit mit uns Eltern (Homeoffice und Homeschooling) und ihren Geschwistern verbringen. Da ist es wichtig, dass sie mal mit einer Freundin und unserem Hund eine große "Feld-Runde" spazieren gehen können o.Ă€. .

BezĂŒglich der Schule und wie man das gerade so alles schaffen kann, machen sich unsere beiden Ă€lteren Kinder zwischendurch auch mal Gedanken. Es ist gut, dass Du ein offenes Ohr fĂŒr Deinen Sohn hast und Ihr ihn schulisch nicht unter Druck setzt. Neben den bereits genannten Dingen hilft es vielleicht ihm zu signalisieren, dass er seine Sache gut macht (schulisch) und es so in Ordnung ist. Außerdem, dass Einem als Erwachsenem die Situation durchaus auch mal schwerfĂ€llt und man selbst die von ihm genannten Dinge ebenfalls vermisst (Treffen mit mehreren Freunden, Hobby, etc.). Und dass man dennoch optimistisch ist bezĂŒglich der "besseren Zeiten", die wieder kommen werden #sonne und Ihr Euch die Zeit bis dahin so angenehm gestaltet wie möglich (siehe meine "Ideen").

Ich hoffe, das hilft Euch ein wenig weiter!? Vielleicht wolltest Du ja auch gar keine Tipps, sondern das Ganze nur mal los werden #gruebel...

... viele GrĂŒĂŸe!

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Ich kann natĂŒrlich völlig falsch liegen, aber nachdem ich deine letzten BeitrĂ€ge so gelesen habe, bist du ja auch nicht wirklich eine große Hilfe fĂŒr deinen Sohn!
Da geht es nur um traurig, frustriert, alles blöde,...& nur Gejammer.

Mensch, wir sitzen doch gerade alle in einem Boot und finden das alle ziemlich sch....! Jedem geht was verloren.... Mein Bruder wollte schick heiraten, schon letztes Jahr. Nix!
Meine Älteste Tochter (11) hat viele verlorene Events (Kennenlernfahrt nach Übertritt und vieles mehr), meinem Sohn (9) ist ebenfalls in der 4. Klasse. Was da alles ausfĂ€llt und nicht wiederkommt, weiß du ja. Kommunion war speziell.
Meine JĂŒngste (7) ist in der ersten Klasse. Sie hatte kein Vorschuljahr im Kindergarten, kommt nicht in ihrer Klasse an,...uvm.

Allen fehlt der Sport, das soziale Leben usw. Wem fehlt das nicht? Außer einem Einsiedler?

Und allen 4. (auch meinem Sohn) geht es wie deinem! Aber statt zu jammern, wie arm der Kerl gerade ist, sagen wir ihm, wie stolz er ist, dass er sich den Schulkram gerade selber erarbeitet hat, und das sehr sehr erfolgreich!

Ich denke aber (solange eine Familie ein gefertigtes Umfeld hat), bekommt man das schon alles hin. Wir als Eltern sind gefragt, Frust aufzufangen. Zu erklÀren, das wir das auch Àtzend finden, aber es gemeinsam schon hinbekommen. ErklÀr deinem Kind, dass es dadurch wÀchst und mach ihm nicht deutlich, was er alles verpasst! Hör auf deinen Dauerfrust (der verstÀndlich ist) auf dein Kind zu projizieren.

Schick dein Kind mit seinem Freund raus, ladet den Freund ein. Nehmt ihm nicht alle sozialen Kontakte. Das wird ihm schon helfen.

Mein Sohn ist aktuell (tolles Wetter) viel mit seinem Kumpel unterwegs draußen mit dem Fahrrad. Meine Große ebenso.
Meine JĂŒngste „stinkt“ da was ab, weil sie einfach noch keinen Draht in der Klasse finden konnte durch die UmstĂ€nde. Sie trifft sich aber trotzdem auch mit einem gleichaltrigen Kind. Das ist doch schon mal was!

Kopf hoch! Mal positives sehen! Und dran denken: uns geht es allen so!!!

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hi,

ich kann deinen sohn gut verstehen. was ich aber nicht verstehe ist, warum er den ganzen stoff zuhause hat selbst erarbeiten mĂŒssen? die kids gehen doch aktuell in die schule?
dort muss der stoff, bevor er geprĂŒft wird, auch bearbeitet worden sein.
wir sind in der selben situation. auch 4. klasse, bayern, wechselunterricht. mein sohn musste auch in HSU viel zuhause erarbeiten, aber das alles wurde dann im unterricht auch noch weiter geprĂŒft und besprochen. ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei euch anders sein soll.

wegen den freunden:
erlaubt ist es doch, sich mit einem freund zu treffen. mein sohn macht das fast tÀglich.
hier in unserer gegend gibts kaum coronafÀlle..

dass er gerne wieder alles normal haben möchte, kann ich auch selbst gut nachvollziehen.
mein sohn konnte auch seinen geburtstag nicht feiern, viele freunde auch nicht.
echt blöd..

vielleicht kannst du ihn ein bisschen aufheitern? freund einladen, kinoabend zuhause machen lassen?
eis essen gehen?
fahrradtour mit picknick, wenn es die nÀchsten wochen wieder wÀrmer wird....
ein neues brettspiel besorgen?

lg

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Leider kommt es wohl darauf an wo man wohnt. Mein Sohn, 5.Klasse, war seit letztem Jahr nicht mehr in der Schule. Sie bekommen Aufgaben und mĂŒssen die schon so gut es geht selbst erarbeiten. In den wenigen Onlinestunden Unterricht wird dann vieles besprochen, aber das ist nicht das selbe als wenn normaler Unterricht wĂ€re.
Wir hoffen auf nĂ€chste Woche, da soll es mit Wechselunterricht los gehen, wie auch immer das aussehen wird. 🍀

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Mein Sohn ist 10 und er findet das auch doof.
Aber es ist nun mal wie es ist. Und man muss damit Leben.
Wir gaben bemerkt, dass er dringend soziale Kontakte braucht und erlauben drei fixen Freunde, die in der gleichen Wechsel Unterricht Gruppe in der Schule sind. Und auch den Bolzplatz, wenn nicht gerade 50 Leute dort sind....
Irgendwann muss man abwĂ€gen, ob die Corona Gefahr grĂ¶ĂŸer ist oder die seelische Belastung mehr SchĂ€den hervor ruft. Da die Inzidenz gute ist momentan bei uns, erlauben wir es.
Das Problem was bleibt ist die absolut nicht vorhandene Motivation an dem homeschooling Tagen. Nur genörgel und gemotze. An den Tagen an denen er Schule hat, geht es besser!
WĂ€re evtl eine Therapie was fĂŒr deinen Sohn?