Angesteckt?

Hallo

Seit letztem März halten wir uns so gut wie möglich an die Regelungen. Wir treffen uns fast ausschließlich innerhalb der Familie und haben viele Freunde schon seit 1 Jahr nicht mehr gesehen. Bin aktuell mit 3 Kindern zuhause und pflege meine lungenkranke Mutter. Sie ist zu 100 % Schwerbehindert und kann aufgrund ihrer instabilen Gesundheit im Moment nicht geimpft werden. Ich stille noch und traue mich auch nicht zur Impfung im Moment.

Jetzt habe ich mich gestern dazu durchgerungen mich mit einer Freundin zu treffen. Draußen zum spazieren gehen. Und was erzählt sie mir, kurz bevor wir uns verabschiedet haben? Ihre Tochter hätte sich letzte Woche mit einer Freundin zum spielen getroffen und die ganze Familie hätte nun Corona. Der Vater hatte es aus der Arbeit.

Sie glaubt aber nicht, dass ihre Tochter sich angesteckt hat. SIE GLAUBT!!! Das hätte ich gerne vorher gewusst, dann hätte ich mich nicht mit ihr getroffen. Jetzt hab ich Angst, dass ich mich vielleicht angesteckt haben könnte. Das wäre furchtbar. Da hängt so viel dran. Ab wann kann man testen? Und wie organisiere ich mich jetzt? Reagiere ich jetzt über?

LG

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Zur Wahrscheinlichkeit kann ich nichts sagen.
Deine Gefühle verstehe ich durchaus.
Als meine Eltern Pflegefälle waren, kam es echt darauf an, wie es ihnen gerade ging. Nach einer Herz-Op war die Organisation eine völlig andere, als in Zeiten in denen sie selbst unter Leute gingen und konnten.

Damals hat mein Vater für sich entschieden: es kommen nur noch Besucher zu ihm, die zuverlässig vorher sagen, wenn etwas ist. Nicht nebenbei, nicht abtuend, sondern vorher. Daran haben wir uns dann gehalten.
Ganz so einfach war es nicht. Bei den meisten merkte man es erst, wenn sie lapidar reagierten oder nebenbei erwähnten.

Mit Freunden mache ich es heute auch so.
Ich igel mich nicht komplett ein. Wohl aber treffe ich mich nur mit Menschen, die bei Symptomen absagen oder Rücksprache halten. Die kurz bescheid geben.
Egal ob Magen-Darm, Corona, Schnupfen, Scharlach, unbekannter Ausschlag. Was für den einen harmlos ist, kann dem anderen große Schwierigkeiten machen.

Das hilft dir jetzt zwar nicht weiter.
Ich möchte dir damit eher Mut machen. Treffen im Freien gehen auch trotzdem. Je nachdem mit wem ich mich treffe, bin ich entspannter oder auf höchster Vorsicht.

Und ja, ich verstehe deine Sorgen. Mir hat damals geholfen eng mit dem damaligen Hausarzt zusammen zu arbeiten. Risikoeinschätzung.

Hast du die Möglichkeit, dass jemand anderes vorübergehend die Pflege übernimmt?
Nach einer Herz-OP bei einem Elternteil, bliebe ich nach Absprache mit dem Hausarzt mit einer tropfenden Nase erst mal fern. Vorübergehend. Nach dem Schnupfen wieder problemlos. Aufklärung und Plan B, wer kann einspringen, wie teilen wir uns auf, hat immer wieder geholfen.
Jetzt im Moment würde ich durchatmen. Telefonisch mit der Praxis deines Vertrauens sprechen. Situation schildern und abwarten. Mehr geht erst mal nicht. Jemanden anderen die Pflege machen lassen.
Nach Sicherheitszeit wieder selbst zu ihr hin.

Und wenn es dich beruhigt: gerne auch vorher aktiv andere fragen.
Ja, es hat damals einige genervt. Diese haben sich meist auch so von selbst verabschiedet - oder hätten keine Rücksicht genommen.
Die meisten hatten Verständnis. Bisschen genervt, überwiegend Verständnis. Sie kennen ihre Pappenheimer ja auch und wissen, es gibt immer wieder mal jemanden, der es nicht ernst nimmt. Diese Freundschaften haben gehalten und halten auch während Corona. Wir wissen, wenn auch nur der Verdacht besteht, wir reden offen. Heute sind sie es, die mich fragen, weil sie einfach sicher sein wollen; jemanden pflegen. Auch wenn das Vertrauen da ist. Es ist ein routiniertes Fragen, weil eben doch nicht jeder was sagt. Dann werde ich eben mitgefragt. Das Vertrauen, dass ich mich deswegen nicht genervt abwende ist da. Und die anderen..... siehe oben.

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Vielen Dank für deine liebe und verständnisvolle Antwort. Das spiegelt unsere Situation gut wider. Meine Schwester wird nun vorsichtshalber die Pflege übernehmen und wir werden uns nächste Woche testen lassen. Die Antworten hier haben mich zwar ruhiger werden lassen, aber lieber einmal mehr Vorsicht walten lassen, als hinterher zu jammern.

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Ich glaube du solltest durchatmen...
Die Wahrscheinlichkeit, dass du dir da was geholt hast, selbst wenn die Tochter es hat ist nicht besonders groß.

Ich würde gar nichts machen. Wenn du sicher gehen willst, dann versuche einen Testtermin in 5 Tagen zu bekommen.

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Vielen Dank für deine Antwort. Ich hoffe natürlich, dass ich mich nicht angesteckt habe. Wie gering ist die Wahrscheinlichkeit? Man hört von den Mutationen und dass diese ansteckender und gefährlicher sind. Das macht mir Angst. Natürlich will ich nicht in Panik geraten, aber es fällt mir echt schwer.

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Das du so reagierst, ist deiner Situation geschuldet, da hätte ich wohl auch Herzklopfen.

Ich werd jetzt keine Wahrscheinlichkeitsberechnung machen, kann ich auch nicht. ;-) Aber schon weil ihr nur spazieren wart seh ich da kein Thema.

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Ja ich finde du reagierst über, wenn es dir damit besser geht trage die nächste Tage zu Hause eine Ffp2 Maske und mach in 5.Tagen einen Test, ich kann mir aber nicht vorstellen das du dich angesteckt hast.

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Danke für deine Antwort. Meine Schwester wird nun die Pflege meiner Mutter übernehmen. Wir schotten uns die nächsten Tage ab und werden uns dann testen lassen. Im übrigen hilft eine ffp2 Maske auf Dauer nicht wirklich vor einer Ansteckung. Es ist und bleibt eine Feinstaubmaske, die nicht für den Dauergebrauch konzipiert wurde.

LG

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👍 ich weiss das die Maske nicht viel bringt ( auf meiner Verpackung steht sogar das sie nur gegen Partikel und nicht gegen Vieren schützt🤷), trotzdem fühlen sich damit viele besser und hier wird es halt verlangt das man sie trägt weil sie ein bisschen sicherer ist wie die OP Masken. Ich finde ihr habt einen guten Kompromiss gefunden. Ich drück euch die Daumen das alles gut geht, bin aber überzeugt du wirst einen negativen Test bekommen 😇.

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Also sehe ich das richtig: die Tochter deiner Freundin hatte Kontakt zu einer jetzt positiv getesteten Freundin? Das heißt es ist aktuell die Tochter deiner Freundin Kontaktperson 1. Grades und deine Freundin Kontaktperson 2. Grades und du also nur Kontaktperson 3. Grades. Selbst das Gesundheitsamt würde da überhauptnichts machen...schon bei Konraltpersonen 2. Grades in der Regel nicht. Ist denn klar, ob die infizierte Familie die Mutation hat?

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Vielen Dank für deine Antwort. Du siehst das richtig. :-) So geschrieben klingt es schon viel weniger bedrohlich. Ob die Familie auf eine Mutation getestet wurde, weiß ich nicht und meine Freundin auch nicht. Ich hab einfach nur Angst um meine Mutter. Wir haben die letzten 4 Jahre sehr viel mitgemacht.

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deine Angst um deine Mutter ist ja total verständlich! Zur Sicherheit kannst du dich und deine Familie ja in ca 5-7 Tagen mal mit Schnelltest testen lassen und immer wenn du zu deiner Mutter gehst, eine FFP2 Maske tragen. Bei der klassischen Variante wird es vermutlich eher keine Übertragung in eure Familie hinein gegeben haben. Wie das bei der Mutation aussieht, kann ich leider nicht sagen.
Alles Gute

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Hallo?
naja...sieh es doch mal so...die Tochter hatte Kontakt zu einem positiv getesteten...deine Freundin ist Kontakt zur Kontaktperson...d.h. du hattest quasi über drei Ecken Kontakt...da ist jeder Supermarkt Besuch gefährlicher..m

Alles gute
Tina

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Danke für die Antwort. So geschrieben klingt es weit her geholt :-) hab einfach Angst um meine Mutter. Die letzten 4 Jahre waren hart für uns. Trotzdem werden wir jetzt vorsichtig sein und Maßnahmen ergreifen. Aber ein bisschen ruhiger bin ich nun schon.

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Ich wäre auch stinksauer. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich angesteckt hast mag nicht groß sein, aber sie ist auch nicht bei Null.
Ich bin gerade in einer Situation, die ähnlich angefangen hat und muss jetzt wahrscheinlich in Quarantäne.

Ich finde sowas erzählt man vor dem Treffen und dann kann der andere entscheiden ob er für sich das Risiko eingehen möchte. Ich habe auch erst beim Treffen erfahren, dass mein Schwager quasi Kontaktgruppe 3 war und jetzt hat er so wie es aussieht Corona.
Ich bin aktuell dermaßen wütend, dass er froh sein kann, dass er von Glück reden kann, dass wir uns nicht treffen können.

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Das tut mir sehr leid. Aufgrund der Antworten oben, bin ich schon etwas ruhiger. Nichts desto trotz werden wir Maßnahmen ergreifen. Habe einfach Angst um meine Mutter.

Bin auch der Meinung, man hätte es vorher ansprechen können. Vor allem, weil besagte Freundin auch um unsere Situation weiß. Schade, aber leider nicht mehr zu ändern.

Alles Gute dir. Ich hoffe wir haben uns beide nicht angesteckt.

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Hallo,
habt Ihr beim Spaziergang durchgehend 2 m Abstand gehalten? Dann denke ich nicht, daß da etwas passiert sein könnte.
Ich kann Deine Gefühle gut verstehen und finde nicht, daß du überreagierst. Bei Euch steht sehr viel auf dem Spiel.
Ich denke, daß sehr viele Menschen die Ansteckungsgefahr der Mutation weit unterschätzen. Die Situation ist eine völlig andere als vor einem Jahr, und die alten Studien zu Infektionswahrscheinlichkeiten etc. daher weitgehend wertlos.
Alles Gute für Euch!! #blume

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Ich würde einen Test organisieren. Auch wenn das Risiko gering ist, so ein Test tut nicht weh und kostet schlechtestenfalls etwas Zeit und etwas Geld falls er nicht übernommen wird. Also warum nicht?

Wir haben unser Kind letztes Jahr testen lassen weil es Kontakt mit einem Kind hatte in dessen Familie kurz danach eine Infektion festgestellt wurde. Das Kontaktkind wurde dann etwas später auch positiv getestet. Den Arzt musste ich damals noch überzeugen um den Test zu machen, mittlerweile sollte das aber problemloser gehen. Eine Woche später kam das Gesundheitsamt auf uns zu, hat uns ausgefragt und hätte wohl einen Test (verspätet) angeordnet.

Der Test hat vor allem die Nerven beruhigt und uns erlaubt den Alltag aufrecht zu erhalten.

Ich habe letzte Woche meinen ersten Schnelltest gemacht. Beim Arzt weil ich etwas Offizielles brauchte. Einfach angerufen und gesagt welchen Test ich warum möchte. Per Testzentrum ist evtl. unkomplizierter als beim Arzt wenn es das bei euch gibt.

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Danke für deine Erfahrung. Würde der Test jetzt überhaupt schon Aussagekraft besitzen? Braucht es nicht erst ein paar Tage?

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Ich habe leider keine Antwort für Dich, aber Du stellst die richtigen Fragen ;-)

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Ich schätze die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass du dich angesteckt hast. Ich denke du kannst erst mal tief durchatmen, ein wenig Abstand zu deiner Mama nehmen oder FFP2 tragen und in 5-7 ein Test machen. Der sicherlich negativ ist ☺️

Trotzdem reagierst du m. E. nicht über, ich finde es eine Frechheit von deiner Freundin. Sie mag sich nur mit dir draußen getroffen haben aber trotzdem hätte sie dir die Entscheidung überlassen müssen.

Die Erzieherin meiner Tochter wurde getestet und ich habe auch meine Freundin darüber informiert, dass meine Tochter evtl K1 sein könnte aber noch kein Testergebnis vorliegt. Meine Freundin entschied sich dagegen mit mir spazieren gehen und meine Antwort war „recht hast du, ich hätte mich auch nicht mit dir treffen wollen“.

Ich würde es deiner Freundin im Nachgang nochmal sagen, dass sie dich das nächste mal bitte vorher informieren soll. Die Situation hatte ich auch mit einer Freundin. Beim Treffen auf dem Spielplatz erfuhr von dem Kontakt mit einer Corona positiven Person eher zufällig . Sie hätten die positive Person nur draußen gesehen aber ich habe in Facebook gesehen, dass der Sohn bei ihr auf dem Schoß war....der gleiche Sohn, der in dem Moment mit meinem Sohn rumgetobt ist. Da war ich auch entsetzt.
Beim nächsten Mal hat sich mich aber rechtzeitig informiert!

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Es war von ihr keine böse Absicht. Als sie mir davon erzählt hat sind mir alle Gesichtszüge entgleist und da hat es ihr schon sehr leid getan mich nicht vorher informiert zu haben. Wie gesagt, glaubt sie nicht sich angesteckt zu haben und dachte dann nicht mehr weiter darüber nach. Auch wenn ich im Moment noch etwas angesäuert bin, ihr tut es sehr leid und daran wird unsere Freundschaft nicht gleich zerbrechen.

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Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass du dich angesteckt hast, macht mich sowas echt wütend. Ich bin sicher kein Coronapaniker, treffe mich auch mit Leuten, ABER - und das galt auch schon vor Corona - hatten wir oder unsere Kinder Kontakt zu irgendwelchen Krankheiten - geben wir vorab Bescheid und der Gast kann entscheiden ob er kommen will und sich ggf Magen-Darm oder sonstigen Kindergarten-Superviren aussetzen will.
Bei Corona gilt das nochmal mehr! Zudem treffe ich mich nur noch mit getesteten Freunden, Gott sei Dank ist das hier im Freundeskreis (Österreich) absolute Selbstverständlichkeit geworden vorher noch schnell im Testzentrum oder Apotheke vorbeizuflitzen und sich schnell testen zu lassen. Auch die Kinder lassen wir zumindest 1x die Woche checken.
Treffen ja, gerne, aber ich versteh nicht wie manche nach einem Jahr immer noch nicht ihr Gehirn benutzen können.

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Ja, es ärgert mich auch, aber sie hat es wirklich unterschätzt. Ihr war es sehr unangenehm. Das passiert ihr sicher nicht noch mal. Wir werden nächste Woche testen und ich hoffe mal, dass nichts ist.