Sterbebegleitung - Corona Regeln Krankenhäuser/NRW

Hallo!

Mir ist klar, dass manche Krankenhäuser Ihre eigenen Regeln aufstellen, aber ich wollte mal fragen, ob jemand Erfahrung damit hat, wenn aktuell ein Angehöriger im Krankenhaus verstirbt.

Wir müssen uns leider darauf einstellen, dass wir ein enges Familienmitglied verlieren. Sie liegt aktuell im Krankenhaus und ihr Zustand verschlechtert sich. Im Krankenhaus gelten nach wie vor natürlich strenge Regeln.
Besuchszeit nur wenige Stunden am Nachmittag, es darf nur eine einzige Person ins Zimmer usw.
Ich "darf" erst morgen wieder hin, weil heute mein Onkel dran ist.
Aber ich wollte mal fragen, ob jemand weiß, wie es im Normalfall mit Sterbebegleitung aussieht. Werden dann diese Regeln aufgehoben? Ich rede NICHT von Masken - und Testpflicht usw. Das ist selbstverständlich. Sondern von Besucherbegrenzung, Uhrzeiten usw.

Sie ist im Moment wach, bei klarem Verstand und weiß ganz genau, wie es um sie steht.
Wenn sich ihr Zustand weiter verschlechtert und es auf das Ende zugeht, werden wir dann (wie wären maximal 4 Personen, also auch kein riesiger Menschenauflauf) an ihrer Seite sein dürfen? Auch gemeinsam und auch außerhalb der strikten Besuchszeiten?

Wie sind Eure Erfahrungen damit? Vielleicht arbeitet auch jemand in einem NRW Krankenhaus und kann mir sagen, wie bei Euch damit umgegangen wird.

Vielen Dank für Eure Antworten

LG

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Also erstmal tut es mir unheimlich leid für dich und deine Familie und ich wünsche euch sehr viel Kraft für die kommende Zeit.

Ich bin selber Krankenschwester auf einer Kardiologischen Intensivstation und wenn bei uns ein Patient im Sterben liegt, sind uns die Besucherregelungen total egal. Es kann kommen und gehen wer möchte und so lange man möchte, natürlich mit Maske und Test. Wir versuchen immer den Patienten in einem Einzelzimmer unterzubringen, sodass man genug Ruhe hat, sich zu verabschieden oder auch im Sterbeprozess zu begleiten.
Ich würde an deiner Stelle die Stationsleitung oder den Stationsarzt ansprechen. In der Regel haben alle für solche Fälle Verständnis und man kann euch ja Bescheid geben, wenn es kritischer wird.
Liebe Grüße und viel Kraft!

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Ich kann dir nur aufgrund meiner Erfagrung berichten, dass es hilft das Gespräch mit dem Stationsarzt oder Chefarzt zu suchen. Wir mussten während des Lockdowns 2 Menschen gehen lassen und die Ärzte und Pfleger haben alles für einen würdevollrn Abschied ermöglicht. Falls das in diesem Krankenhaus nicht möglich sein sollte, gibt es Hospizdienste und ambulante palliative Pflegedienste die euch auch Zuhause unterstützen, falls es für euch in Frage kommt die Person nach Hause zu holen.

Viel Kraft für die kommende Zeit.

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Mein Onkel hst seine Frau in ein Hospiz verlegen lassen weil es sonst nicht möglich gewesen wäre das sich alle verabschieden, dort waren die Regeln für Besuch humaner als im Krankenhaus, was ja verständlich ist.

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Würde eine Verlegung ins Hospiz in Frage komemn

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Hallo,

Deine Situation tut mir unendlich leid! Wir haben es selbst letztes Jahr durch, und Corona hatte da alles noch schwerer gemacht.

ABER: Als klar wurde, dass es für meinen Opa (er war erst 80 und bis dahin gesund, also noch kein jahrelanger Pflegefall) keine Hilfe mehr gibt, galten bei uns auch noch sehr strenge Regeln: nur ein Besucher pro Tag, nur eine Stunde, keine Kinder. Trotzdem durften zB meine Eltern immer gemeinsam rein, weil sie so weit fahren mussten zum KH, ich durfte IMMER unsere einjährige Tochter mitbringen, mein Sohn durfte rein, abends nach der BEsuchszeit wurde auch seine Nichte mal noch reingelassen... Ganz am Ende standen wir zu viert in seinem Zimmer und konnten ihn in Ruhe begleiten. Meine Mutter durfte sogar dort übernachten, ihr wurde extra ein zweites Bett reingestellt.

Ich habe einmal mitbekommen, wie eine Schülerin den Pfleger fragte, was sie mit mir und den Kindern nun machen soll (sie hatte ja die Ansage, die Regeln durchzusetzen) und der Pfleger antwortete ihr: "Zu wem wollen sie? Ach, zu Herrn W. Ja, da drücken wir beide Augen zu. Da darf kommen, wer will."

Es war ein großes Krankenhaus, in dem mein Opa lag. Und die Station hat sämtliche Ausnahmen gemacht, die gingen.

Alles Gute für Euch und viel Kraft für die nächste Zeit! #liebdrueck

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Danke Euch allen für Eure lieben Worte.

Natürlich ist das oberste Ziel sie nach Hause zu bekommen. Sollte absehbar sein, dass wirklich gar nichts mehr hilft und sie nur noch Tage/Wochen hat, wäre ein Hospiz natürlich die erste Wahl.

Es handelt sich aber gerade noch um eine Situation, die in jede Richtung ausgehen könnte. Es kann sein, dass sie sich noch mal etwas erholt und mit Medikamenten nach Hause kann und vielleicht noch ein paar Monate, sogar länger, dort leben kann. Sogar selbstständig.
Es kann aber auch sein, dass ich in zwei Stunden einen Anruf bekomme, dass es vorbei ist.
Und alles dazwischen.
Aktuell sieht es aber eher schlecht aus. Wir rechnen mit dem Schlimmsten.

Ich habe mich ein wenig schlau gemacht. Eine Bekannte arbeitet in diesem Krankenhaus und hat mir gesagt, dass von der 1 Personen Regel eigentlich keine Ausnahmen gemacht werden. Aber bei Sterbenden die Einschränkungen der Besuchszeit wegfallen. Hängt wohl auch ein wenig von der Station und dem guten Willen des Personals ab.

Das Krankenhaus hat absolut strenge Regeln. Jeden Tag nur 4 Stunden Besuchszeit am Nachmittag, nur eine Person, Kindern unter 16(!) ist der Zutritt verboten. Zusätzlich natürlich zu FFP2 Maske, tagesaktueller Test usw. Das Übliche eben.
Ich war am Wochenende um 13:57 Uhr dort und durfte das Krankenhaus nicht betreten, weil Besucher erst ab 14 Uhr kommen dürfen. Ich hab knapp 40km Anfahrt. Es wird also wirklich ganz streng ausgelegt.

Wir hoffen, dass wir nicht in diese Situation kommen. Oder das es wenn ganz, ganz schnell geht.

LG

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Es tut mir sehr leid.

Die Regeln bestimmt dieses Krankenhaus. Zum Schutz der Patienten sind die Regeln auch gut.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man beim Sterbenden diese Regeln aufrecht erhält. Vielleicht können nicht 20 Personen kommen, aber 4. Was möchte die Patientin?

Rede mit dem Sozialdienst des Krankenhauses, welche Möglichkeiten es gibt. Rede mit der Stationsleitung. Deine Bekannte kennt vielleicht nur den Regelfall (Besuch beim Patienten, der wieder gesundet).
Ansonsten gäbe es die Möglichkeit, zu Hause zu sterben oder im Hospiz. Was möchte die Patientin?

Viel Kraft!

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Hallo, bin grade in einer ähnlichen Situation meine Mutter hat letzte Woche die Dialyse verweigert. Sie hat wohl als letzte Endscheidung festgestellt , das es genug ist.

Sie liegt jetzt einen Krankenhaus und leider ist das mit dem Besuchregel doch sehr personenabhängig. Mir worde gesagt, ich kann kommen wen ich möchte. Meine Bruder mit seiner Frau worde kaum reingelassen. Indem Krankenhaus mußt du einen Cornatest machen , was bei uns in SH nicht nötig ist. Besuch obergrenzen gibt es dort auch nicht .
Wichtig ist eine Patainenverfügung zu haben, damit nur noch Schmerz und Angst Behandlung statt findet.

Im Zimmer ist die Maskentragepflicht aufgehoben. Ich konnte meiner Mutter in die Augensehen und ihre Handhalten. Ich bin schon froh das sie dort gut versorgt wird. Leider ist es nicht möglich kurzfristig einen Platz im Hospitz oder Palliative Pflege zu bekommen.

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Meine Mutter ist gestern Nacht verstorben. Da waren alle Beschränkungen aufgehoben. Du konntest jederzeit ins Krankenhaus .

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Mein Beileid

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