Ich will keinen geschiedenen Mann heiraten...

Hallo zusammen,

mein Freund und ich haben ein Problem, aus dem wir nicht herauskommen.
Wir sind beide Anfang 30 und seit 4,5 Jahren zusammen.
Wir sind wirklich sehr glücklich und planen auch Nachwuchs. Wohnen seit 2 Jahren zusammen.
Eigentlich könnte alles gut sein, wenn da nicht das Thema "Heiraten" wäre. Er will mich unbedingt heiraten, quasi alles "offiziell" machen, weil ich die Frau seiner Träume wäre, mit der er lebenslang zusammen sein will.
Ich liebe ihn auch, er ist DER Mann für mich, auch für den Rest des Lebens, aber heiraten kann ich ihn nicht.
Denn: Er war schonmal verheiratet. Das ist schon fast 10 Jahre her. Es war eher eine Kurzehe, die nach 18 Monaten wieder (kinderlos) geschieden wurde.

Trotzdem bin ich da total altmodisch. Ich bin nicht sauer, dass er schonmal verheiratet war. Das ist heutzutage halt so. Seine Ex kenne ich gar nicht, er hat sie seit 8 Jahren weder gesehen noch gesprochen, sie spielt keine Rolle mehr.
Aber für mich war/ist Ehe etwas heiliges (nicht im religiösen Sinne). Ich kann das sehr schwer beschreiben, aber für mich kann man halt nur einmal einem Menschen die ewige Treue schwören. Die Scheidung ist nur ein rechtlicher Akt, für mich bleibt man moralisch irgendwie doch verbunden.
Da gibt es irgendwo schon eine Frau, die mal seinen Nachnamen getragen hat (vielleicht immer noch trägt), der er gesagt hat, SIE soll SEINE Frau sein und er ihr Mann.
Damit bin ich aus dem Rennen. Nicht falsch verstehen, ich habe kein Problem damit, jetzt für den Rest meines Lebens mit ihm zusammen zu sein, aber ich will ihn nicht heiraten.
Das ist so, wie ich mit mit einem neuen Freund nicht dahin in Urlaub fahren würde, wo er immer mit seiner Ex-Freundin gefahren ist. Eine Beziehung heißt für mich gemeinsam neues entdecken, neues erfahren, neue Rituale/Erlebnisse etc. aufstellen.
Er hatte das Erlebnis des "Ja" Sagens schon. Damit wäre es für ihn eine Wiederholung. Ich will keine Wiederholung sein, egal wie bedeutungslos die Ehe im Nachhinein für ihn ist.

Das hat auch nichts mit ihm als Person zu tun, ich vertraue ihm total. Das war schon IMMER meine Einstellung und sie wäre auch so bei jedem anderen Mann. Eine Ehe ist ein Bund fürs Leben, den man nur einmal schließen kann.
Sieht das noch jemand so oder bin ich mit dieser altmodischen Einstellung total allein???

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Schwierig ... klar ist es schöner, wenn es für beide die erste Ehe ist, aber soll man ihm nun lebenslang diese "Jugendsünde" vorhalten?

Selbst in der katholischen Kirche, wo man ja als Geschiedener nicht wieder heiraten kann, würde man so eine frühe kinderlose Kurzehe vermutlich annullieren ...

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ich find deine einstellung super!

ich kann daran auch nichts altmodisches erkennen! es ist reif, verantwortungsvoll und EHRLICH!

toll!

lg a.

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Hallo,

ich weiß nicht ob du mit deiner Einstellung alleine bist, vermutlich nicht, aber verstehen kann ich es absolut nicht.
Es klingt ein bisschen so als würdest du krampfhaft eine Ausrede dafür suchen nicht heiraten zu müssen.

Nur heiraten MUSS ja eigentlich niemand ( hierzulande) und von daher braucht man da auch keine Ausrede für.

Altmodisch hin oder her und ich kenne wirklich niemanden der altmodischer ist als ich *hust*, das was du dir da zurechtgelegt hast ist irgendwie ( das meine ich nett) Unsinn.

Sicher er war schonmal verheiratet, aber wo bitte ist er noch gebunden?
Wenn das so wäre, dann wäre es ja für dich Ehebruch überhaupt mit ihm zusammen zusein.
Da wäre die Heirat ja die einzige Möglichkeit zu zeigen das du offiziell zu ihm gehörst und keine "Mätresse" bist.

DU wärest keine Wiederholung, das ist auch Unsinn denn er war mit einer anderen Frau, zu einer anderen Zeit, unter anderen Voraussetzungen verheiratet.

Schau mal es gibt so viele Männer die einmal verheiratet waren und Stein und Bein darauf schwören das niemals mehr heiraten würden. Da sei doch stolz und froh das dein Freund sich seiner Liebe zu dir so sicher ist das er es mit dir nochmal versuchen möchte.

Wenn du sowiso nicht heiraten willst, ok, muß ja jeder selber wissen, aber die Gründe die du da ansprichst sind irgendwie sehr, sehr weit hergeholt.

liebe Grüße

Andrea

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Doch, ich würde ihn heiraten, wenn es für ihn die ERSTE Ehe wäre.
Ich halte ihm die Jugendsünde gar nicht vor. Es gehört zu ihm, so wie zu mir halt andere Jugendsünden dazu gehören.
Mit der Scheidung habe ich auch kein Problem und sehe mich auch nicht als "Mätresse" o.ä.
Ich kann das nicht besser beschreiben, als ich es getan habe. Ich möchte keinen geschiedenen Mann heiraten. Ich würde z.B. auch ihm niemals ein Überraschungsgeschenk machen (z.B. Reise nach Paris o.ä.), das ich vorher schonmal einem Freund gemacht habe. Das ist irgendwie abgeschmackt.

Ich finde es auch immer sehr peinlich, wenn ich auf Hochzeiten eingeladen bin, wo ich schon den ersten Versuch live miterlebt habe. Da erinnere ich mich dann immer an das damals so glücklich, frisch vermählte Paar und wenn ich dann die "Wiederholung" sehe, möchte ich am liebsten in Grund und Boden versinken, weil die Menschen offensichtlich so schnell vergessen und wieder zur Tagesordnung (der nächste ist ja immer nur um die Ecke) übergehen.

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Wie gesagt, ich gestehe da durchaus jedem seine eigene Meinung zu, ist ja auch wichtig das du dich wohl fühlst.

Nur verstehen kann ich es defintiv nicht, wäre auch ein Unding denn ich habe ja einen geschiedenen Mann geheiratet und ich bin stolz drauf das er nach den wirklich miesen Erfahrungen die er da gesammelt hat nochmal den Mut und das Vertrauen gefunden hat um mir damals den Antrag zu machen.

Ich verstehe sehr wohl das man dann nicht unbedingt die alten Traditionen weiterleben lassen möchte, aber überleben würde man sogar das.
Wenn ich mich hier um haus umgucke...die Hälfte der Möbel stammt noch aus der ersten Ehe meines Mannes...na und? sind doch nur Möbel. Sicher bin ich froh für alles das von MIR stammt, aber letztendlich...gehört alles andere einfach dazu.

liebe Grüße

Andrea

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Hallo,
Du hast ein Problem aus dem du nicht heraus kommst.
Mit solchen Prinzipien und Grundsätzen macht man sich das Leben unnötig schwer--------das Beispiel des Urlaubsortes zeigt meiner Ansicht nach mangelnde Souveränität.
>>Das war schon immer meine Einstellung>>

Klingt recht verbohrt und engstirnig.
Dann lass es halt-er kann ja eine Andere heiraten.
L.G.

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Warum ist das mit dem Urlaub engstirnig?
Möchtest Du in den gleichen Ort/ das gleiche Hotel fahren, wo er immer mit seiner Ex war?
Ich nicht und würde das auch nicht mit meinem Freund machen, da würde ich mich immer daran erinnern, was ich da damals mit meinem jeweiligen anderen Partner gemacht habe.
Das heißt ja nicht, dass man z.B. nie wieder nach Mallorca oder so fliegt. Ich war mit meinem Freund auch schon in Südamerika, wo ich vorher schonmal mit jemanden war, aber halt an ganz anderen Orten. Die Welt ist schließlich groß genug, da muß man sich ja nicht genau den gleichen Ort wieder aussuchen.

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Ich lebe nicht so in Erinnerungen.Und wenn mein Partner Erinnerungen hat, dann lasse ich sie ihm.Das Hier und Jetzt zählt.

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Hallo,

hast Du Deinem Freund all das schon einmal gesagt? Wenn ja, dann müßte das Thema heiraten doch schon längst vom Tisch sein oder?

Ich finde Deine Einstellung zu diesem Thema übrigens nicht altmodisch, sondern gedanklich einfach nur sehr eingeschränkt. Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, auf einige Dinge ist man im Nachhinein auch nicht mehr stolz.
Wenn Ihr Euch mit Mitte Zwanzig kennengelernt habt und er da schon nach einer Kurzehe (mit Anfang 20) geschieden war, würde ich das eher als "Jugendsünde" abstempeln.
Wäre er 20 Jahre verheiratet, hätte 3 Kinder und ein Haus mit seiner Ex gehabt - ok, das wäre dann wohl ein "gebrauchter Ehe-mann", aber so? Nee, das würde mich nicht stören.
Du schreibst: "Eine Beziehung heißt für mich gemeinsam neues entdecken, neues erfahren, neue Rituale/Erlebnisse etc. aufstellen." <-- In jeder Beziehung gibt es doch wiederkehrende Elemente: gemeinsam leben/wohnen, Urlaub, wie willst Du das jedesmal "neu" gestalten?
"Eine Ehe ist ein Bund fürs Leben, den man nur einmal schließen kann." <--- in meinen Augen völliger Unsinn.

Lg, engelchen113

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Hallo!

Ich sehe das nicht ganz so wie du, aber deine Haltung ist auch okay. Man MUSS ja nicht heiraten, um selig zu werden.

Ich würde dabei aber auch (und gerade, weil ihr Kinder plant!) an Dinge denken wie Absicherung im Alter, Rentenansprüche, Verfügungen im Krankheits- oder Pflegefall (da macht Verheiratetsein-oder-nicht durchaus einen Unterschied), Witwenrente, oder gar an das Erbe. (Dann ist seine Exfrau nämlich immer noch seine Exfrau ... ;-) )

... was wäre denn, wenn du an einen Witwer geraten wärest, der ja auch schon mal einer Frau das Ja-Wort gegeben hat. Oder wäre das was anderes?

fragt sich
Joulins

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Hallo,

ehrlich gesagt finde ich, Du machst es Dir/Euch unnötig schwer! Du möchtest im Hinblick auf die Hochzeit keine Wiederholung sein ... aber: Du wohnst mit ihm zusammen - er hat schon mit einer anderen Frau zusammengewohnt (oder?)! Du teilst mit ihm das Bett - das hat vorher auch schon mal eine andere mit ihm geteilt! Du planst mit ihm die Zukunft - das hat vorher auch schon eine andere Frau mit ihm gemacht! So gesehen gibt es viel mehr "Wiederholungen" als nur die Hochzeit! Mit den anderen Wiederholungen lebst Du doch auch gut, oder? Du redest Dich auf Deine "altmodische Einstellung" raus, aber wenn Du wirklich altmodisch eingestellt wärest, würdest Du ohne Hochzeit keine Kinder planen ... oder? Und den Gegenbeweis für Deine Behauptung, daß die Ehe ein Bund für's Leben ist, den man nur einmal schließen kann, liefert doch Dein geschiedener Partner, den Du liebst und mit dem Du den Rest Deines Lebens verbringen willst!

Du solltest Deine Einstellung nochmal überdenken, sie hat nichts mit altmodisch, sondern vielmehr mit Sturheit und falschem Stolz zu tun!

Viele Grüße, s.

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Gut auf den Punkt gebracht! #pro

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So ist es.

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ich finde, Du tust Deinem Freund einen grossen Gefallen...

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:-D

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Nachdem ich das auch noch mit dem Urlaub gelesen habe, muß ich Dir in vollem Umfang recht geben.

Manche wissen ihr Glück gar nicht zu schätzen.....

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Hallo.

Ich frage mich die ganze Zeit, ob es nicht der Traum eines jeden Mädchens,einer jeden Frau ist, mal den Mann zu heiraten,den es überalles liebt.

Mit deiner Einstellung musst du da doch ganz arg zurückstecken,oder nicht?

Wenn du diese Meinung schon immer hattest, frage ich mich, wie es überhaupt soweit kommen konnte, dass du dich auf einen geschiedenen Mann einlassen konntest. Du musstest doch immer davon ausgehen, dass Familienplanung, Hochzeit etc. auch bei euch mal zum Thema wird.

Es ist deine Entscheidung, aber ich denke, du nimmst dir selber dadurch eine riesen Erfahrung und Chance.

Sieh doch mal, eigentlich kann man seinen damaligen Versuch ja nicht mal als Ehe betrachten... 18 Monate war er insgesamt verheiratet, zieht man davon noch das Trennugsjahr ab, sind wir bei 6 Monaten...das ist n halbes Jahr.

N paar Monate eher und er wäre nicht geschieden worden,sondern man hätte die Ehe anuliert, dann hätte das nicht mal als erster Versuch gezählt ;0)))

Ich persönlich finde, du solltest das noch mal überdenken.

Ich habe die Einstellung, wenn mein Ehemann stirbt, danach gibt es keinen Anderen mehr für mich. Man kann im Himmel *schmunzel* ja nicht teilen ;) Egal, wie alt ich dann bin. Sollte ich aber, man weiß ja nie genau, mal geschieden werden, ist das nicht mehr mein Mann und ich bin wieder frei :0)

Aber soll ich dir mal was sagen? Wir haben es zB so gemacht, dass wir gesagt haben, wir heiraten erst kirchlich,wenn wir in 10 Jahren noch zusammen glücklich sind.
War dein Partner schon kirchlich verheiratet? Das wäre doch etwas neues und traumhaftes für euch Beide ;0)

Lieben Gruß.

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Kirchlich war er nicht verheiratet, aber das kommt für mich auch sowieso nicht in Frage. Ich bin schon vor über 10 Jahren aus der Kirche ausgetreten, nur für eine kirchliche Trauung dort anzutreten, fände ich extrem verlogen.
Ich bin halt generell ein sehr ehrlicher Mensch. Ich mache z.B. auch keine Small Talk Aussagen wie "Wäre schön, wenn Du anrufst" etc., wenn ich das nicht WIRKLICH meine.
Und dass ich mir einen geschiedenen Mann genommen habe, sehe ich nicht als Problem an. Wie gesagt, die Vergangenheit akzeptiere ich total.
Außerdem hat er anfangs auch immer gesagt, er würde nie wieder heiraten. Also kein Problem, aber er hat jetzt dummerweise seine Meinung geändert und will unbedingt heiraten, damit konnte ich nicht rechnen.

Natürlich ist mir klar, dass man Fehler machen kann, aber ich finde halt, dass so ein Satz wie "Bis dass der Tod uns scheidet..." (ich weiß, dass das normalerweise Kirchenprogramm und nicht Standesamt-Thema ist) immer noch etwas bedeuten sollte.

Wie gesagt, ich kann das alles nicht rational begründen. Es ist einfach ein ganz tief verwurzeltes Gefühl, zu sagen: So etwas macht man nur einmal im Leben. Es kann schiefgehen, klar, aber dann hat man die Erfahrung halt gemacht und es kommt etwas neues. Das neue kann eben, wie bei uns, sein, eben nicht zu heiraten, aber trotzdem mit Kindern, Haus & Hund glücklich zu sein. Das ist doch auch etwas besonderes.