Verzicht auf Kindesunterhalt, keine Adressänderung usw. - Bitte Hilfe!

Hallo,

es geht um meinen Freund und den Verlauf unserer weiteren Zukunft.

Mein Freund wurde nach 23 Ehejahren von seiner Frau "rausgeschmissen". Er nahm sich eine eigene Wohnung und zahlte Unterhalt für das gemeinsame Kind (17). Das andere Kind (19) bekam keinen Unterhalt, da es in der Ausbildung steckt, auch die Frau bekam nichts, da ganztags berufstätig.

Nach einem halben Jahr wollte das 17-jährige Kind bei meinem Freund wohnen und zog um. Mein Freund stellte daraufhin die Unterhaltszahlung für das Kind ein und versorgt es ja nun bei sich zuhause. Auf Unterhaltszahlung für das Kind von seiner Ex-Frau verzichtete er, weil sie von vorn herein meinte, sie verdient zu wenig und muss eh keinen Kindesunterhalt zahlen.

Allerdings meinte mein Freund, dass seine Frau dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig sei, weil auch das andere, in der Ausbildung steckende Kind mit angerechnet wird als Bedarfsgemeinschaft und somit die Ausbildungsvergütung mit zum Gehalt der Frau zugerechnet wird.

Er wollte aber Frieden und forderte auch keinen Unterhalt. Somit kommt mein Freund alleine für sein Kind auf und die Mutter des Kindes bezahlt nichts.

Weder Mutter noch Kind wollten zu dem Zeitpunkt, dass das Kind sich ummeldet, sprich bei der Mutter abmeldet und sich bei meinem Freund anmeldet. Dann hätte - sofern die Frau wirklich nichts zahlen bräuchte - mein Freund Unterhaltsvorschuss beantragen können/müssen.

Aber das ging ja nun nicht, weil Mutter nicht wollte, dass das Kind sich ummeldet und Kind auf Mutter gehört hat.

Das Kind ist also weiterhin bei der Mutter gemeldet und wohnt aber bei meinem Freund, der finanziell alleine für das Kind aufkommt.

Nun würde mein Freund gerne zum Anwalt gehen und die Scheidung einreichen. Er hat Angst, dass seine Noch-Ehefrau nun für die letzten Monate Kindesunterhalt nachfordert, weil das Kind ja offiziell bei ihr lebt und die Noch-Frau nachweisen kann, dass er keinen Kindesunterhalt gezahlt hat (ist ja nichts auf den Kontoauszügen).

Sie hatten sich aber mündlich geeinigt, dass er keinen Kindesunterhalt mehr zahlt, weil sie bei ihm lebt.

Aber mündliche Vereinbarungen kann die Noch-Frau ja über den Haufen werfen, sollte ihr Stolz gekränkt sein, weil er zuerst die Scheidung einreicht.....

Ferner sehe ich es so, dass sich eventuell einer von beiden - mein Freund oder seine Frau - strafbar gemacht hat, weil das Kind ja nun nicht ausreichend Unterhalt bekommen hat. Weder von der Mutter (wenn das Kind bei ihm lebt) noch hat mein Freund Unterhaltsvorschuss beantragt, was er ja nicht konnte, weil das Kind nicht umgemeldet ist.

Und ich habe hier bei Urbia mal gelesen, dass man verpflichtet ist, Kindesunterhalt vom getrennt lebenden Elternteil zu fordern bzw. Unterhaltsvorschuss.

Wie kommt denn nun mein Freund "günstig" aus dieser Nummer wieder raus oder ist es nicht schlimm, dass kein Unterhalt nachzuweisen ist? Das Kind ist doch aber irgendwie finanziell nun benachteiligt worden?!

Wer kann uns hier mal ein paar Denkanstösse geben?

Wir bedanken uns im voraus.

#danke

1

Also Unterhaltsvorschuß bekommt das 17-jährige Kind auf keinen Fall.
Das geht nur bis zum 12. Lebensjahr.

Beim Jugendamt könnt ihr euch aber kostenlos beraten lassen.

Wie sieht es denn mit dem Kindergeld aus. Bekommt dein Freund es oder behält die Mutter es ein?
Kindergeld steht denen zu, in welchen Haushalt das Kind lebt.

2

1. glaube ich nicht, dass die Ausbildungsvergütung des Kindes relevant für die Unterhaltsberechnungen ist und

2. kann Dein Partner eh keinen UHV beantragen, da das "Kind" zu alt ist.

Im Zweifelsfall könnt Ihr doch aber sicher belegen, seit wann das "Kind" bei ihm/Euch lebt, oder?

Gruß,

W

3

Hallo,

also zum Unterhaltsvorschuß wurde ja schon geschrieben, da hätte weder sie noch dein Freud etwas tun können.

Das Kind ist mit 17 im Zweifelsfall in der Lage bei Gericht auszusagen seit wann es wo gelebt hat, da sehe ich also auch kein Problem.

Ding ist: Unterhalt kann das Kind, spätestens wenn er/sie 18 ist, selbst einklagen ! Ob nun bei Vater oder Mutter denn das Geld steht ihm/ihr zu !

Das Gehalt des älteren Kindes wird nicht angerechnet ! Das wäre auch ganz schön unfair wenn man als Kind für den Unterhalt der Schwester/des Bruders mit aufkommen müsste oder ?

An der Stelle deines Freundes. er sollte sich mit seiner Frau ruhig unterhalten und sachlich. Nur weil sie anfangs auf Trennungsunterhalt verzichtet hat kann si enun noch immer welchen fordern, je nachdem wie viel sie verdient - nur weil sie ganztags arbeitet muss es ja nichts heißen.

LG Mara

4

also...Unterhaltsvoschuss geht, wie die anderen schon geschrieben haben auf keinen Fall. Das geht höchstens bis 12.

Warum sollte sich jetzt irgendwer strafbar gemacht haben? man ist nicht verpflichtet Unterhalt zu fordern. Wohl aber, welchen zu zahlen, von da an, wo er vom anderen Teil eingefordert wurde. Nur verzichtet schon freiwillig darauf? Wäre das Kind jünger und dein Freund wollte Unterhaltsvorschuss beantragen, dann müßte er belegen können, daß er sich auch selber bereits um Unterhalt bemüht hat. Das ist alles.

Die Ausbildungsvergütung des anderen Kindes hat mit der Unterhaltsverpflichtung der Mutter überhaupt nichts zu tun. Mit der Bedarfsgemeinschaft, das ist Quatsch. Mein Einkommen wird bei dem Unterhalt den mein Lebensgefährte an seine Kinder zu zahlen hat ja auch nicht mit berücksichtigt. Wir würden sozialrechtlich ja auch eine Bedarfsgemeinschaft darstellen.

Eigentlich ist es aber auch nicht so, daß mit Ausbildungsbeginn die Unterhaltspflicht des anderen Elternteils endet, sondern erst mit Ende der ersten Ausbildung.

Ohne Adressänderung wird dein Freund aber wohl auch kein Kindergeld bekommen.

Und was hat das nun mit eurer Zukunft zu tun? Lebt der Sohn weiter bei Euch, kann dein Feund ja Unterhalt fordern

5

Hallo,

wg. des Unterhaltes wurde ja schon ausreichend in den vorhergehenden Antworten geschrieben.

Mir geht es darum dass das Kind nicht bei Deinem Freund gemeldet ist obwohl es dort lebt.
Was die Ex Deines Freundes will oder nicht ist irrelevant. Es gibt ein Meldegesetz und eine allgemeine MeldePFLICHT in Deutschland die für alle gilt. Und demnach gilt der TATSÄCHLICHE Aufenthalts-/Wohnort als Meldeadresse. Es kann ja durchaus bei der Mutter weiterhin mit Nebenwohnsitz gemeldet bleiben (wird sicher nach wie vor auch bei ihr sein und dort ein Zimmer haben) aber sobald das Kind seinen Lebensmittelpunkt zu Deinem Freund verlegt hat muss es auch entsprechend umgemeldet werden.

#herzlich Grüße
Nina