TRennung wegen Alkohol :-((

Hallo,

nun ist es wohl so weit und nach fast 10 gemeinsamen Jahren werde ich mich von meinem Mann trennen.
Er war schon immer dem Alkohol zugeneigt und wußte nicht, z:b. bei Feierlichkeiten wann besser Schluß ist.
Leider wird er alkoholisiert ein anderer Mensch- aggresiv, gereizt und verletzend.
Er hat mir verbal dabei schon oft weh getan und leider 1-2x auch körperlich.
Jedes mal danach gelobte er Besserung. Aber zu jeder Feier etc. steckte in mir die Angst das er zu viel trinkt und ich " zählte " ihm das Bier rein bzw. sagte " hör nun auf mit Trinken".
Aber Pustekuchen.
Es ist meiner Meinung so, das er das Bier nicht bräuchte, er schafft eine Weile ( tage) auch komplett ohne Alkohol. Nur wenn er mal beginnt, dann sind es 3-4 Bier zum " Feierabend" oder wie gestern gleich mal ein halber Kasten ( von ca. 19 Uhr bis 00.00 Uhr).
Er ging zwar friedlich ins Bett aber das reichte für mich nun endgültig. Wir haben ständig diese Scheiß ( sorry) Diskussion über seinen Alkoholkonsum. Ich kann und will nicht mehr. Wir haben 2 Kinder und das will ich Ihnen nicht antun und mir auch nicht. Noch haben sie ihn so nicht erlebt ( alkoholisiert tyrannisieren) aber wie lange noch...?
Ändert er sich noch? Ich glaube nicht.
Wie bringe ich es den Kindern bei ( 20 Monate und 9 Jahre) das ich mich trennen werde? Er ist ein super Vater und hilft mir auch im Haushalt.
Aber lieben tue ich ihn nicht mehr. Der Alkohol hat viele Gefühle in mir zerstört. Ich gebe aber nicht ihm allein die Schuld am Scheitern unserer Ehe- bin auch nicht so einfach;-).
Ach- ich bin einfach traurig unseren Kinder die Familie zu nehmen und enttäuscht, das er sein letztes Versprechen alles für den Erhalt der Familie zu tun wieder einmal nicht gehalten hat. Er wußte, das er nur noch diese letzte Chance von mir hatte und er hatte schon soooo unzählige bekommen, nur immer hab ich mich wieder auf seine Versprecheungen eingelassen.

Ich bin so traurig , hilflos und enttäuscht und könnte nur heulen.
Sorry, das es so lang geworden ist. Ich wollte mir nur alles mal von der seele schreiben.

LG S.

1

Liebe S. ,

ich kan so gut nachvollziehen wie du dich fühlst, was du empfindest! Bei mir war es zwar nicht der Partner und auch keine Agression, aber ich bin mit einer alkoholkranken Mutter aufgewachsen, die jedes mal schrecklich Sensibel wurde. Alkohol ist ein Thema mit dem ich selbst nicht besonders gut klar komme. Ich habe kein Problem damit wenn bei Feiern was getrunken wird, aber ich habe ein großes Problem mit der Regelmäßigkeit des Alkoholkonsums. Ich habe durch diese Sucht ziemlich viel erlebt während meiner Kindheit, diese Dinge waren wirklich nicht lustig!

Einem 20 Monate alten Kind musst du noch nicht so viel erklären, und ein 9 jähriges Kind ist durchaus in der Lage zu verstehen warum es zu einer Trennung kommt.
Auch das Thema hab ich schon durch (mit 3 Kindern). Kannst mich gern über VK anschreiben, ob zum Thema Alkohol oder Trennungserklärung.

Dein Mann hat seine Versprechen zum wiederholten male nicht gehalten, zieh die Konsequenzen daraus. Alkoholismus ist eine schlimme Krankheit, er sollte sich Hilfe holen, sofern er dazu bereit sein sollte, denn die wenigsten schaffen das ohne.

Ich wünsche dir und den Kindern von Herzen alles Gute.

LG Sylvia

2

<<<das er nur noch diese letzte Chance von mir hatte und er hatte schon soooo unzählige bekommen, nur immer hab ich mich wieder auf seine Versprecheungen eingelassen. >>>


Warum glaubst Du dass er es dieses Mal hätte ernster nehmen sollen als die Male zuvor, wenn sich aus seinem Verhalten ausser ein bisschen Schimpfe von Dir nie wirkliche Konsequenzen für ihn entwickelt haben?

3

Hallo,

ich weiß ja selbst, das ich mit DRohungen etc. inkonsequent war und diese nie wahr gemacht habe. Aber das pssiert v.a. aus Hilflosigkeit und Hoffnung, das er sich doch ändert.
So einfach gehen mit 2 KIndern nach 10 Jahren etc. geht auch nicht.

Aber DAnke für DEine einfühlsamen Worte#augen

LG S.

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Die sollten nicht einfühlsam sein (ich weiss...Ironie ist ne feine Sache) sondern deutlich, denn so ein sanfter Tritt in den Allerwertesten zum verdeutlichen und Spiegel vorhalten wirkt manchmal Wunder.

Es gehören immer zwei dazu.....einen der anfängt zu schludern, und einen der nix dagegen macht.

Warum sollte er Dich also dieses Mal ernst nehmen, wenn Du nicht mal derart auf den Tisch haust dass er wirklich wach wird?

<<<So einfach gehen mit 2 KIndern nach 10 Jahren etc. geht auch nicht. >>>

Was ist schon einfach? Ist es einfacher jeden Tag mit ansehen zu müssen wie man selbst ein Stückchen stirbt, weil nichts so ist wie man es gerne hätte?

Ist es einfacher den Kindern einen Säufer als Vorbild vor die Nase zu setzen?

Ist es einfacher ihnen zu zeigen dass Mutter keinen Arsch in der Hose hat um mal Tacheles zu machen, und Papi es eh nicht ernst nimmt was sie sagt?

NICHTS davon ist einfach.....aber Du musst Dich nunmal entscheiden.....Vogel Strauss und Kopf in den Sand......oder Vollblutweib und Faust auf den Tisch.


Tränen wird es so oder so geben.

Alles Gute (und das ist ernst-, und nicht ironisch, zynisch oder sarkastisch gemeint)

#drache

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5

Hallo,

ich kann genau nachvollziehen, wie wütend Du bist. Ich bin in einer ähnlichen Situation.

Mein Partner ist meiner Meinung nach Alkoholiker. Er sieht das natürlich nicht so.

Wir sind seit 7 Jahren zusammen. Am Anfang habe ich das mit den Bierchen zwar mitbekommen, aber es hielt sich im Rahmen. Er war nicht im Wesen verändert, nachdem er was getrunken hatte. Das änderte sich nach einiger Zeit - er wurde gereizt, aggressiv und beleidigend, wenn er seine Grenze überschritten hatte.

Eigentlich hätte ich mich damals trennen müssen, aber ich dachte noch blauäugig, mit Geduld und Liebe würde er das Trinken eventuell lassen. Damals wußte ich noch nichts von Co-Abhängigkeit usw.

Dann wurde er schwer krank - meiner Meinung nach wegen des übermäßigen Alkoholkonsums. Er lag etliche Wochen im Krankenhaus und wollte nichts mehr trinken.
Das hielt er einige Wochen locker durch. Dann kam Silvester und er fing wieder an. Monate später wurde er wieder schwerkrank ins Krankenhaus eingeliefert und er sagte, daß er DAS nicht noch mal durchmachen wollte und nun wirklich mit dem Trinken aufhört.

Diesmal hielt er durch, einfach so, ohne Hilfe von außen. Er war wieder der, in den ich mich verliebt hatte. Wir hatten eine schöne, angenehme, normale Zeit. Ich war sicher, jetzt hatte er die Kurve gekriegt. In dieser Zeit wurde unser Sohn geboren. Es lief alles normal, wir teilten uns den Haushalt, er beschäftigte sich mit dem Kleinen, wir unternahmen immer mal was.

Als unser Sohn knapp 2 Jahre alt war, wurde ich wieder schwanger. Ein Unfall, ich freute mich dann nach dem ersten Schreck aber doch. Er nicht. Er sagte, er wollte doch kein weiteres Kind (hatte aber auch nichts für die Verhütung getan). Wir diskutierten und stritten. Ich behielt das Kind, in mir sträubte sich alles dagegen, es abtreiben zu lassen. Er kam damit nicht klar und fing von heute auf morgen wieder mit trinken an.

Unsere Tochter ist jetzt 11 Monate alt. Obwohl er sie anfangs nicht wollte, liebt er sie und unseren Sohn. Aber seitdem ist fast kein Tag vergangen, an dem er nicht betrunken nach Hause kam.

Vor einiger Zeit hat er seine Arbeit verloren. Seitdem fängt er schon vormittags mit dem Bier an. Er geht in unseren Garten, hält dort alles in Ordnung und nebenher wird getrunken. Nachmittags kommen Kumpels und dann gehts so weiter. Irgendwann kommt er gereizt nach Hause gewankt, dann bricht hier das Chaos aus, dann legt er sich hin und schläft.

Mein Sohn bekommt schon einiges mit, verbale Attacken gegen mich, Rumgestänkere und will eigentlich nur mit seinem Papa nachmittags bzw. abends ein bischen spielen und toben und erzählen...geht alles nicht, weil Papa ist betrunken.

Er hat in letzter Zeit oft gesagt, er hört auf, ihn nervt das Getrinke, er kann sich nichts mehr merken, vergißt vieles, die Kinder tun ihm leid, ich tue ihm leid, er liebt mich über alles - das geht einen Tag (aktuell Pfingstmontag), dann trinkt er wieder.

Ich liebe den Mann, der er ohne Alkohol ist - aber ich habe die Hoffnung aufgegeben, daß ich den auf Dauer wiederbekomme. Es ist, als wäre er zwei Personen. Nur kann ich die aggressive, alkoholierte Person einfach nicht mehr ertragen. Ich habe dazu keine Kraft mehr und vor allem muß ich die Kinder vor diesem Irrsinn schützen.

Er nimmt keine Hilfe an. Er sagt, so ist das Leben, bei anderen ists auch so und ich sähe alles rosarot. Ändern kann ich ihn eh nicht, nur die Konsequenzen ziehen.
Er weiß, daß ich eine räumliche Trennung möchte. Er will keine.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.

LG #herzlich

7

Hallo Liebe " kenn ich"

es tut mir sehr leid, das Du gerade ähnliches durchmachen mußt.
Bei Dir scheints noch nen Zacken schlimmer zu sein, da mein Mann ( noch) nicht jeden Tag betrunken ist.

Wir haben nächsten Donnerstag einen Termin bei der Suchtberatung. Geht er mit, ist das seine und unsere allerletzte Chance. Geht er nicht mit bin ich mit den Kids weg- so leid es mir tut!

Ich glaube, Dir bleibt auch nur die Trennung, da er wohl nicht einsichtig ist- Schade wegen der Familie.

Ich wünsch Dir viel Kraft & alles Liebe#liebdrueck

S.-Leidensgenossin

8

Hallo,

ich wünsche Euch, daß dieser Termin ein Neubeginn für Euch wird #liebdrueck

Mein Mann meint jedesmal, daß er von außen keine Hilfe braucht, sein Wille wäre stark genug, um es zu schaffen, wenn er es will. Einmal hat er ja auch recht damit gehabt.

Ich glaube, daß er im Grunde genommen an einer versteckten Depression leidet und diese mit Bier betäubt. Das würde er sich aber auch nicht eingestehen.

Er trinkt Bier, seit er ca. 16, 17 war. Er kannte es aus seiner Familie auch nicht anders. Sein Vater, inzwíschen verstorben, hat auch reichlich getrunken. Seine Mutter trinkt auch seit vielen Jahren täglich einen Karton (!) oder mehr Wein und macht dann Marathon-Spaziergänge bei Nacht und Nebel durch die Stadt (wir wohnen in einer Großstadt). Sie wird dann regelmäßig nachts bei uns "abgegeben". Auch sehr schön - vor allem mit kleinen Kindern.

Sei gedrückt
LG

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