Sexuelle Unlust. Normal?

    • (1) 06.01.11 - 10:46
      bingo765

      Ich, m, mit Partnerin in 15jähriger Beziehung, stelle fest, das ich mich seit längeren auch schon gegen zuviel Zuneigung weigern muß. Ich bin jemand, der sicherlich auch mal Kuscheleinheiten braucht, aber nicht in der Überdosis, wie es meine Partnerin wünscht. Darüber geredet haben wir schon schon öfters. Hinzu kommt, das wir nur einmal im Monat Sex oder überhaupt keinen Sex machen, weil ich keine Lust habe.

      Ist das normal? Ist das vielleicht ein Zeichen, das ich meine Partnerin nicht mehr wirklich liebe? Was meint ihr? Habt ihr vergleichbares erlebt, wenn ja, welche Konsequenzen habt ihr gezogen?

      bingo765

      Ferndiagnosen sind immer schwierig, sagen ob Du Deine Partnerin wirklich liebst kann Dir ja schlecht ein anderer/Fremder....

      du schreibst seit längerem.... also war es früher anders? Es gibt Menschen mit unterschiedlichen Nähe und Kuschel Bedürfnissen, war das bei euch immer so oder nicht?

      15 Jahre sind ne lange Zeit, natürlich verändern sich da auch Menschen und Bedürfnisse. Warum man keine Lust auf Sex hat kann ja nun vielfältigste Gründe haben....

      Lichtchen

      • (5) 07.01.11 - 00:24

        Seit paar Monaten, zwischendurch auch mal. Die unterschiedlichen Nähe und Kuschelbedürfnisse waren schon immer vorhanden, außer natürlich ganz am Anfang die ersten Jahre.

        Es nervt auch die ständige Fragerei, ob ich sie noch lieben würde.

        Hattest Du das schon mal erlebt oder von jemanden anderen erfahren?

        bingo765

        • Diese "liebst Du mich Fragerei" würde mich auch nerven. Andererseits, wenn Du selber Dir hier anonym im forum die Frage "liebe ich meine Frau noch" auch selber schon stellst, ist es dann nicht legitim, dass sie Dir diese Frage auch stellt? Sie hat Angst, merkt dass Du auf Rückzug bist. das spürt man als Frau und wird eben unsicher.

          Diese Sicherheit "liebe" spürst Du im Moment offensichtlich nicht und kannst es Deine Partnerin demnach auch nicht spüren lassen. logisch.

          Erlebt, erfahren. Hm.... also ich hatte eine 17 jährige Ehe. Nähe, Kuscheln, Sex, keinen Sex, es ist ein Auf und ab, ein mehr ein weniger - aber irgendwie blieb es immer in einem gesteckten Rahmen quasi.

          Grundsätzlich glaube ich aber, ist ein stark unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe in einer Partnerschaft schwierig. wenn immer einer mehr möchte und dem anderen quasi hinterher läuft, bettelt und dennoch nie genug bekommt, fühlt sich der andere immer bedrängelt und muss den Abweiser spielen - zufrieden ist so niemand und das wirkt sich über kurz oder lang auch auf andere Bereiche der Partnerschaft aus.

          Rede mit ihr, anders geht es nicht. Finde heraus ob Du sie noch liebst oder nicht, denn wenn ich das richtig verstanden habe, weißt Du das selber nicht so genau. vielleicht auch mal Abstand? Mach mal was alleine...

          Lichtchen

          • (7) 07.01.11 - 22:53

            Reden kann ich auch mit ihr, aber irgendwie glaube ich manchmal es richtiger wäre einen Neuanfang zu starten. Ich habe auch angst vorm Alleinsein. Aber in meinen Alter und das Haus?

            In wie weit definierst du Abstand?
            Also machen wir schon mal gemeinsam und auch alleine. Das ist schon ausgewogen. Meinst für eine zeit ausziehen? Das ist doch irgendwie schwierig.

            Du lebst alleine? Wenn ja, fühlst du dich im rahmen gesehen dabei gut.

            bingo765

            • Sorry, ich hab am wochenende hier nicht reingeguckt....

              In langen Beziehungen ist es manchmal schwierig zu unterscheiden, liebe ich den Partner noch oder ist es das aufgebaute Leben was mich hindert zu gehen? Angst vorm alleine sein, das Haus..... unabhängig davon, wenn das nciht wäre... wärst Du dann weg? Dann ist die Antwort doch eindeutig....

              Mit Abstand meinte ich vielleicht mal raus, ein Wochenende weg, nachdenken, fühlen wie es ist ohne sie, mit Freunden reden. sowas. Von Trennung auf Probe halte ich in der Tat auch nichts...

              ich bin nicht mehr alleine. Ich war nach 17 Jahren Ehe fünf Jahre lang Single, ja. Das war völlig neu für mich, alles, ich bin zu Hause raus mit 19 und war verheiratet mit Kind - also mit Ende dreißig das erste Mal quasi für mich selber verantwortlich. jetzt habe ich seit 2 Jahren wieder eine feste Partnerschaft, wir leben aber nicht zusammen und das ist auch gut so - nach langen Ehen wollen wir beide gerne unsere eigenen wohnungen noch behalten.

              ich muss allerdings dazu sagen, mein Sohn lebt bei mir (der ist jetzt 24) - ganz allein lebte ich also doch nie.

              Natürlich war es nicht immer schön und einfach nach der Ehe, aber die Zeit war wichtig für mich und ich hatte eine handvoll guter Freunde an meiner Seite, die für mich da waren. Und es hatte durchaus auch seine positiven Seiten das alleine sein.... Auf alle Fälle ging es mir insgesamt besser allein als am Ende der Ehe.

              Lichtchen

              • (9) 10.01.11 - 21:00

                Ich habe selber am Wochenende hier nicht reinschauen können, also es macht nichts, wenn es mit den antworten länger dauert.

                ...hmm, es macht wirklich Sinn, darüber nachzudenken, ob irgendwie die liebe noch vorhanden ist oder das materielle eher im Vordergrund steht. Das Materielle ist mir nicht das wichtigste, insofern sollte die Antwort wirklich eindeutig sein, obschon es hart ist alles Aufgebaute zu verlieren. Mein Entschluß ist noch nicht reif, aber Du hast eine nachvollziehbare Schlußfolgerung gezogen.

                Warst Du selber schon mal ein Wochenende von deinem Partner weggewesen? Oha, wenn ich das bei uns machen würde, wäre das nicht einfach durchzuziehen. Abends machen wir schon was getrennt, das ist ausgewogen. Ich rede auch Freunden, aber nicht über unsere Beziehung. Mit einem hatte ich lange über werte, wichtigkeiten usw. ausführlich gesprochen. Ich kenne auch jemanden, der in der selben Situation ich es bin, auszubrechen. Er hat auch schon recht schnell wieder eine Partnerin gefunden. Auf sein Wohlbefinden angesprochen, meinte er: "Im Großen und ganzen geht es".

                Deine Antworten gefallen mir im übrigen wirklich gut.

                bingo

                • Ich persönlich habe auch nicht mit Freunden geredet in der Trennungsphase, ich musste da selber hin kommen, da hätte mir niemand anderes was raten können.

                  Natürlich ist es hart, alles zu verlieren. Jedenfalls denkt man, dass man alles verliert, gescheitert ist. Das Leben ändert sich auch nach einer Trennung. Ich z.B. habe lange und oft das Leben vermisst, dass ich mit meinem Ehemann hatte - den Mann selber nie ;-). Aber man verliert auch nicht alles, falsche Denkweise, man macht einen Schnitt, entdeckt sich neu, erlebt sich neu, fängt neu an.

                  in meiner Ehe haben wir durchaus öfter mal was alleine gemacht, auch übers Wochenende, er mit seinem freund, ich mit meiner Freundin. In meiner jetztigen Partnerschaft nicht, wir sind ja auch die Woche über allein und sehen uns nur am Wochenende. Diese Partnerschaft ist ganz anders als die Ehe - und das ist auch gut so.

                  Schnell wieder eine neue Partnerin zu finden tröstet vielleicht, aber ich persönlich halte da erstmal nicht viel von. Aber die Angst davor, allein zu sein, nie wieder jemanden zu finden.... das habe ich von Männern schon öfter gehört. Frauen sind oft erstmal froh, allein zu sein udn zu sich zu kommen ;-).

                  Lichtchen

                  • (11) 13.01.11 - 20:00

                    Velieren würde ich bei einer Trennung schon einiges, nämlich das Haus. Meine Partnerin ist auch eine liebe, beteuert sie auch täglich, das sie mich "lieb hätte" und ich "keine bessere" finden würde. Es ist alles eingespielt, eben vertraut. Zum Beispiel die Arbeitsaufteilung im Haushalt. Aber ich meine, das man sich auch "entlieben" kann. Du hast schon recht, das man nicht alles verliert, sondern man macht einen schnitt. Vielleicht ist es bei mir auch das fehlende Selbstvertrauen diesen Schritt durchzuführen. Oder ich bin einfach zu lieb, um das Endgültige endlich zu vollziehen. Was meinst Du?

                    Ich meine, das ich schon alsbald eine neue Partnerin suchen werde, mir ist aber auch klar, das in meinen Alter um die 40 das nicht mehr so einfach ist. Wünsche mir auch noch Kinder. Allein sein könnte ich zumindest bestimmt nicht lange. Das Gefühl kenne ich auch schon seit fast Jahrzehnten nicht mehr (das alleine leben)...ich kenne mehrere Frauen, die auch schlecht alleine sein können. Eine lässt sich sogar von einem Typen mehrmals "verarschen" und ist trotzdem mit ihm zusammen, weil sie eben nicht alleine sein kann. Eine andere wiederum hatte nur Fernbeziehungen, die nicht lange hielten, und ist wieder länger verzweifelt allein. Also du merkst schon, das ist kein männerproblem.

                    bingo

                    • Ich kann eigentlich nichts meinen.... ich kenne Dich nicht, ich kenne sie nicht. Die Grundsatzfrage bleibt doch irgendwie hat euer Alltag die Liebe einschlafen lassen und kann sie wieder erweckt werden oder ist es rum und man findet nicht auseinander. Und das ist eben wahnsinnig schwer zu beantworten. Es ist sicher nicht richtig, immer gleich auseinander zu rennen, aber man ist auch irgendwann so eingefahren, dass man eben nicht mehr richtig zueinander findet.
                      oder hat man sich einfach "auseinandergelebt", manchmal passt es eben auch nach Jahren nicht mehr, man hat sich auseinander entwickelt.

                      Alleine leben kann man lernen und ich denke, das muss man auch. Wenn Du mit Dir selbst nicht alleine sein kannst, wie soll dann eine Partnerin mit Dir sein können? Natürlich ist das kein "Männerproblem" wobei doch oft die Männer schneller wieder eine neue Partnerin haben als umgekehrt.

                      Um die 40 bin ich auch, mein partner auch. Einen passenden Menschen zu finden ist in keinem Alter einfach aber nicht unmöglich. Man muss halt genau hingucken und überlegen was man möchte und was nicht. Faule Kompromisse nur um nicht allein zu sein bringen niemanden weiter, dann kannst Du auch bleiben wo Du bist.

                      Der Anspruch sollte schon "Glücklich sein" sein oder ;-). Und es gibt viele die durchaus ihr Glück in zweiten oder dritten Partnerschaften finden, einfach weil man älter ist und genauer weiß, was einem gut tut.

                      Kinder sind in Deiner jetztigen Partnerschaft kein Thema?

                      Lichtchen

                      • (13) 16.01.11 - 12:30

                        Sorry, das ich mich nicht sofort gemeldet habe. Ich denke wir können uns, weil wir in etwa in denselben Alter sind, duzen?

                        Natürlich ist unsere Beziehung eingefahren, aber Kuscheleinheiten gibt es schon abends im Bett, was mir persönlich mit ihr auch reicht. Es sind halt die doch stark abweichenden Bedürfnisse, die wir haben. Das sich aber auch so entwickelt hat. Wenn ich mir andere Paare anschaue, die halten es sogar länger ohne Sex und sogar ohne kuscheln aus oder da schlägt er sogar seine Partnerin, also das gibt es bei uns nicht. Ich kann auch meine Partnerin nicht mit Worten taktieren, also beschimpfen. Ich bin zwar ein harmonischer Tpy, der aber auch seine Freiheiten braucht. Alleine sein, kann ich auch für eine gewisse Zeit. "Glücklich" bin ich seit längerem nicht mehr wirklich, weil ich mir eben auch eine Familie immer gewünscht habe. Leider funktioniert es bei meiner Partnerin nicht. Eine 10jährige Erprobungsphase lässt auch nicht darauf schließen, das es doch noch zukünftig klappen sollte. Hinzu kommt ja auch die seit längeren schwindene Lust mit ihr öfters zu schlafen.

                        Mit dem "Älter werden" weiß man auch, was einem wirklich fehlt, eben die Familie. Auf Partys kann ich gut verzichten, hat man die doch schon gehabt. Nicht gänzlich, aber weitesgehend. Kinder großziehen, Sport, Spaziergänge, Ausflüge oder Frühstücken mit möglichst guten Gesprächen, das ist mein Ding. Sie hingegen möchte am liebsten weiterhin auf jeder Party und das möglichst bis spät abends. Ich lehne das oft ab.

                        bingo

    >>Ist das vielleicht ein Zeichen, das ich meine Partnerin nicht mehr wirklich liebe?<<

    Ist für dich,Sex der einzige Weg damit Liebe in Verbindung zu bringen?

    • (15) 07.01.11 - 00:38

      Nein, aber es sollte doch normalerweise dazu gehören, oder nicht?

      Ich muß sie öfters sanft, manchmal auch "grober" zurückweisen bei Umarmungen, weil das echt zuviel ist. Das war früher zwar ähnlich, habe es aber gewähren lassen. Sie fragt schon fast täglich, ob ich sie noch liebe. Mit mir habe ich darüber auch schon geredet, das mir das stört, es ändert sich aber nicht wirklich was. Ich bin wirklich friedvoller Mann, das ist aber schon lästig.

      Deine Visitenkarte fand ich sehr gut mit den Sprüchen mit viel Wahrheit und Deine 5 Kinder. Leider haben wir es nicht geschafft wenigstens eines zu bekommen. Das hat jetzt allerdings nichts mit der aktuellen Situation zu tun.

      bingo765

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