Mann 20 kg zugenommen - Ultimatum gesetzt

    • (1) 08.01.11 - 11:19
      es geht nicht mehr

      Hallo!

      Mein Partner und ich kennen uns jetzt 8 Jahre und haben eine kleine Tochter. Wir sind nicht verheiratet. Als ich ihn kennen gelernt habe, war er schon nicht der Schlankeste. Er wog 90 kg. Damals war das überhaupt kein Problem für mich. Andere Werte zählten mehr. Im Laufe der letzten 4 Jahre nahm er aber schleichend sage und schreibe 20 kg zu. Er ließ sich schlicht gehen. Ich nicht. Legte damals wie heute viel Wert auf mein Äußeres. Gründe für sein Zunehmen gibt es keine sagt er. Ein Jahr bevor wir uns trafen wog er schon einmal 20 kg mehr und hatte dann extrem abgenommen. Im Laufe der Zeit hat er sich diese wieder angefuttert. Ich bin ehrlich: ich kann und will mich damit nicht mehr abfinden. Wenn er doch wenigstens sein Gewicht von damals hätte. Ich sage ihm ständig, dass er etwas tun soll. Habe ihn bei diversen Diäten nach Kräften unterstützt. Habe eine Trimmrad erworben für ihn. Er nimmt es sich stets vor, aber er gibt dann immer wieder auf. Wir essen völlig normal. Kein übermäßig fettes Essen und gesundes Essen wird auch sonst ganz groß geschrieben. Daran kann es also nicht liegen. Ich glaube, er ißt viel noch nebenbei im Büro und auf Dienstfahrten. Jedenfalls kann ich es mir nicht anders erklären. Es wird immer schlimmer. Wenn ich ihm mein Empfinden ihm gegenüber äußere, sagt er, dass ich ihn dann wohl nur nach dem Äußeren beurteile und ich ihn daher nicht lieben würde. Er sagt, wenn mich sein Gewicht so nerven würde, wäre er mir angeblich als Mensch auch egal.Ich empfinde es als typische Ausrede, um davon abzulenken. Dies zieht aber nicht mehr bei mir. Dann ist es eben so. Ich jedenfalls will es nicht mehr länger akzeptieren. Die Vorstellung, mit ihm Sex zu haben, stößt mich ab. Warum soll und muss ich damit leben? Weil es auf das Äußere nicht nur ankommen kann? Das mag teilweise stimmen, aber ich kann es nicht mehr. Was nützt es, nebeneinander her zu leben und das Sexuelle oder das Ästhetische überhaupt keine Rolle mehr spielen darf? Ich verstehe nicht, warum er nichts tut. Er glaubt mir scheinbar nicht, dass ich ihn deshalb verlassen könnte. Eigentlich will ich das nicht, ich will ihm nur klar machen, dass es so nicht weiter geht.

      Deshalb habe ich ihm ein Ultimatum gestellt: er soll bis zum Sommer wieder zu seinem für ihn normalen Gewicht von 90 kg kommen, sonst bin ich weg. Er soll bitte ins Fitnesstudio gehen oder anderen Sport betreiben. Denn ohne die sportliche Betätigung allein nur mit Diäten wird er es nicht schaffen. Ich sagte ihm, dass ich ihn nach Kräften unterstützen wolle. Er reagierte wie immer. Er glaubt mir nicht und ich spüre, dass er auch dieses Mal nichts tun wird. Aber ich denke wirklich über eine Trennung nach. Aber ich weiß auch, dass er mich noch begehrt und sicher auch liebt. Denn Sex möchte er regelmäßig. Nur ich will und kann nicht mehr Sex haben mit ihm. Es stösst mich ab. Auch optisch finde ich ihn nicht mehr attraktiv.

      Ich kann mir einfach nicht erklären, warum er kein Interesse daran hat, mir wieder zu gefallen. Er lässt sich völlig gehen. Ist es Bequemlichkeit? Hat er nur keine Lust, da der Weg des Abnehmens mühsam ist. Ist es Faulheit? Viele werden sagen, dass ich überzogen reagiere und oberflächlich bin. Mir reichen aber die inneren Werte allein nicht mehr. Welcher Mann will eine Frau, die sich nicht mehr von ihm angezogen fühlt bzw. ihn optisch als abstossend empfindet? Ich will mich jedenfalls nicht die nächsten 20 Jahre damit abfinden müssen.

      Eure Gedanken dazu interessieren mich sehr.

      • meinst du, dass es wirklich nur am Äußeren liegt?
        Ganz ehrlich: für mich persönlich sind die 25 kg, die mein Mann zugelegt hat seit wir verheiratet sind eher nebensächlich. Ja, das Bäuchlein ist nicht mehr mit dem Sixpack zu vergleichen, das er am Anfang unserer Beziehung hatte -- ich selbst hab auch ein wenig zugelegt, sollte ich vielleicht dazu sagen ;)
        Aber: mit DEM Ultimatum würdest du bei mir genau das Gegenteil erreichen, ich würde gehen!
        Wie geschrieben: das ist meine persönliche Meinung, wenn andere mit einem veränderten Aussehen des Partners nicht umgehen können, ist das natürlich deren Sache #winke

        Hi,

        ich kann dich verstehen...und ich kann auch deinen Mann verstehen!

        Du bist nicht oberflächlich. Es ist doch verständlich, dass du dich auch optisch von ihm angezogen fühlen musst, wenn du ihn begehren willst, das ist doch normal!

        Ich denke, es sind nicht die 20 kg allein, die den Graben zwischen euch geschaffen haben. Es ist auch die Traurigkeit bei dir, mitanzusehen, wie er anscheinend nicht genug Energie aufbringen kann, dir (wieder) gefallen zu WOLLEN! Ich glaube, da liegt die tiefere und schlimmere Kränkung!

        Ich glaube, dein Begehren würde schon wieder kommen, wenn er nur ANFANGEN würde, sich erste Ergebnisse zeigten! Wenn er nur zeigen würde: Für dich tue ich es! Da müssten es noch gar keine 20 kg sein.

        Und er? Hat ein ziemlich angeknackstes Selbstwertgefühl, das mit schon vielen zu hoch angesetzten Zielen und dem entsprechenden Scheitern noch weiter erschüttert wurde.

        Ich denke, mit der Forderung nach 20 kg legst du die Latte sehr hoch, und weil er weiß, dass er das nicht schaffen kann, versinkt er gleich in Selbstmitleid.

        Ich würde ihn bitten, nur mit dem Abnehmen überhaupt ANZUFANGEN. Wie weit er bis Sommer kommt, kann man sehen. Legt GANZ KLEINE Ziele fest, 15 Min auf dem Ergometer jeden zweiten Tag, kein Abendessen jeden zweiten Tag, nur so kleine Sachen. Und sobald er das schafft - loben, belohnen. loben, belohnen....lieben.

        Aber du musst entscheiden, ob du die Geduld aufbringen kannst. Denn die wirst du brauchen. Dann geht es vielleicht.

        Ihr Armen!

        die Hinterwäldlerin

        Hallo,

        als ich meinen Mann kennen lernte hatte ich mein Idealgewicht. Ich konnte bauchfrei gehen und alles war perfekt. Große Brust und breites Becken, eben eine kurvige Figur und nicht so ein Klappergestell, die wie Striche durch die Welt laufen.

        Im laufe der Zeit nahm ich zu. Zuerst fiel es mir selbst nicht auf. Dann ging es ans Abnehmen. Dann wieder hoch, runter, hoch,... und dann wurde ich auch noch schwanger.
        Am Ende meiner ersten Schwangerschaft wog ich 108 Kilo. Und ich bin nur 160cm groß.
        Danach wieder auf 100 Kilo runter.
        Ein Jahr später wurde ich mit meiner zweiten Tochter schwanger und wog am Ende 116 Kilo.
        Nach der Schwangerschaft kam ich dann wieder auf 105 Kilo, doch der Frust das ich so dick bin hat noch einiges dazu getan. Ich futterte und futterte... bis ich 120 Kilo hatte.
        Dann nahm ich ab.
        Mittlerweile bin ich wieder bei 100 Kilo angelangt. 30 Kilo sollen noch folgen.
        Mein Mann hat in dieser ganzen Zeit niemals zu mir gesagt das ich zu dick bin.
        Das weiß ich selbst. Nur so funktioniert abnehmen.
        Wenn mir mein Mann ein Ultimatum stellen würde, oder ich mitbekommen würde das er sich vor mir ekelt, dann würde ich wohl wieder losfuttern.
        Doch mein Mann gibt mir immer das Gefühl, das ich ihm so gefalle wie ich bin.
        Wenn ich weniger Lust auf Sex habe weil ich mich schäme, dann hat er um so mehr Lust darauf.
        Weil er mich liebt. Und nicht nur meinen Körper (den ich mal hatte)

        Ich weiß das ich ihm früher viel besser gefallen habe. Doch er verpackt solche Worte so das sie mich nicht verletzen.
        Und wenn es noch 10 Jahre dauert bis ich wieder schlank bin-er gibt mir die Zeit.

        Wie wäre es mit gemeinsamen Unternehmungen: Radfahren, schwimmern, Inliner fahren,...

        Zeig Deinem Mann das Du ihn liebst und das es egal ist wie er aussieht.
        Du hast ihn hoffentlich wegen seiner Art geheiratet und nicht weil er Dir irgendwie gefallen hat.

        Ich denke Du schlägst mit dem Ultimatum den falschen Weg ein.

        LG Mona

      • Hallo


        Klar solte dein Mann abnehmen aber an erster Stelle solt er das für SICH tun und nicht für andere. Mein Mann war schon immer schlank er kann alles essen egal zu welcher Zeit und er nimmt wenn überhaupt nur ein paar Gramm zu. Wir essen auch sehr gesund, ab und zu gibt es auch ungesunde ausnahmen und Süssigkeiten und Chips gehören bei uns auch zum Leben dazu. Bei uns war es das Gegenteil. Mein Mann lernte mich schon mit Übergewicht kennen (wir sind 9 Jahre zusammen und 6 J davon verheiratet) in dieser Zeit haben wir 3 Kinder bekommen und ich hab noch mehr zugenommen. Mein Mann hat aber NIE zu mir gesagt das ich abnehmen sol oder mir ein ultimatum stellt. Ich habe von mir aus 40 Kg abgenommen und habe nun normalgewicht (seit mitte August 2010) halte ich mein Gewicht auch. Erlich gesagt glaub ich auch deinem Mann das er denkt das Du ihn nicht liebst. Würdest Du ihn plötzlich mehr lieben wenn er wieder seine 90 Kg wiegt? Manchmal verstehe ich echt nicht warum Mann oder Frau sich trennen wil. Mein Mann und ich hatten schon viele Tiefs, es war nichtg immer leicht und trotzdem haben wir immer wieder den Rank gefunden. Wir lieben und, stehen hintereinander, sind immer für den anderen da etc.



        Lg Andrea

        (6) 08.01.11 - 13:23

        Als mein Mann mich kennen lernte war ich rank und schlank, dann gab es eine Phase in der ich unheimlich zu nahm und eben nicht mehr rank und schlank war. Er hat nie etwas gesagt. Ich nah wieder ab, weil ich mich nicht wohl fühlte und gut war. Nach den Kindern hatte ich insgesat über 30 Kilo zugenommen, wog mehr als mein Mann, es war schlimm.
        Er ha nie etwas gesagt, nie. Ich glaube ich wäre zutiefst verletzt gewesen, wenn er es getan hätte. Er hat mich unterstützt aber im Hintergrund und mich nicht ständig daraf hingewiesen wie ich aussehe. Sex gab es, weil er mich immer noch anziehend fand, was ich nicht verstand.
        Heute habe ich mein Gewicht von vor beiden Kindern wieder, würde gern noch mehr abnehmen, aber diesmal sagt er das ich es bitte lassen soll, denn noch schlanker soll ich nicht werden und das obwohl noch 3 Kilo zum Idealgewicht fehlen. Vielleicht ein bischen mehr Toleranz und ein bischen weniger darüber reden ;-)

        LG

      • "Welcher Mann will eine Frau, die sich nicht mehr von ihm angezogen fühlt bzw. ihn optisch als abstossend empfindet?"

        Du hast recht, ich würde Dich auch nicht mehr wollen!!

        Ich habe aufgrund eines Tumores im Kopf und des Cortisons nach der OP sehr, sehr viel zugenommen.
        Ich sah schrecklich aus und bin habe auch jetzt noch nicht mein Idealgewicht.
        Mein Mann hat es immer so akzeptiert. Niemals hat er etwas gesagt, er hat mich immer nur unterstützt in dieser Zeit.

        Nein, das ist nichts anderes, weil es krankheitheitsbedingt ist.
        Das Äußere ist dasselbe und eben das widert Dich an.
        Ja, Du bist oberflächlich. Dein Mann tut mir leid!

        • (8) 08.01.11 - 13:31

          dem ist nichts zuzufügen!

          gute besserung für dich, drück dir alle daumen das es gut geht


          zur TE: wenn das nicht oberflächlich ist, was ist es dann??


          "Nein, das ist nichts anderes, weil es krankheitheitsbedingt ist. "

          Doch, ist es - in meinen augen - schon. die hintergründe zählen - je nachdem natürlich unterschiedlich - schon!

          und auch die einstellung dazu! ein ist-mir-völlig-wurscht ist was anderes als ein ich-probiers-zumindest (auch wenns vielleicht nicht funktioniert).

          gewicht ist natürlich lange nicht alles! auch mein mann hat im laufe der zeit mehr als 20 kg zugenommen - ihn stört es, mich eigentlich nicht. er tut was dagegen, und auch wenn er vermutlich nie mehr sein altes gewicht erreichen wird, wird es zumindes so sein, dass er nicht ohne ende zunehmen wird. diese garantie gibts also zumindest so halbwegs ;-)

          in vielen dingen im leben kann es ein großer unterschied sein, ob ein zustand nur vorübergehend ist (und somit aussicht auf besserung besteht) oder ob sich da ganz einfach nix mehr ändern wird. der mensch lebt nunmal von hoffnung, die menschliche natur ist so gestrickt, in vielen bereichen!

          lg

          co

          "Nein, das ist nichts anderes, weil es krankheitheitsbedingt ist."

          Doch, das ist es.
          Das eine ist unverschuldet.
          Das andere ist durchaus eine Charakterfrage (Luschi, der sich hängen und gehen lässt, sich nicht mäßigen kann) und Ausdruck der Haltung "Mir doch scheißegal, ob ich für meine Partnerin auch körperlich attraktiv bin - die hat'n Kind von mir und wird so schnell nicht weglaufen."

          • >>Ausdruck der Haltung "Mir doch scheißegal, ob ich für meine Partnerin auch körperlich attraktiv bin - die hat'n Kind von mir und wird so schnell nicht weglaufen." <<

            sorry aber das ist eine dumme, unbedachte, haltlose Äusserung die von äusserst wenig Empathie zeugt!

            • Ich denke, king.with.deckchair hat vollkommen recht. Es geht nicht um das Gewicht an sich, sondern den Umgang damit: z.B. spielt ihr Empfinden eine Rolle für ihn oder nicht?!
              Und natürlich ist auch ein Unterschied gegeben, ob dieses Gewicht durch Krankheit oder nur duch zuviel Chips zustande kommt.
              Aber leider hast du nur beschimpft. Fehlte es dir an Argumenten?

            Finde ich nicht.
            Wenn einer sich anstrengt und schafft es nicht, ist das auch noch mal etwas anderes.Einfach gehen lassen muss man nicht akzeptieren.

            • So sehe ich das auch. Mein Mann hat seit unserer Hochzeit auch zugenommen, ich finde das auch fast "normal" ab einem gewissen Alter, schließlich bin ich auch nicht mehr so in Form wie vor einigen Jahren. Und dass ich da keinen Sport- und Fitnessjunkie, sondern einen Genussmenschen heirate, das wusste ich vorher. Anders hätte ich ihn auch nicht genommen.

              Allerdings bemüht er sich, dieses Mehr an Gewicht in "normalen" Formen zu halten und nach Völlereiwochen wie den letzten fährt er seine Essgewohnheiten auch wieder auf "normal bis ein bisschen achtsam reduziert" herunter, damit er nicht völlig aus dem Leim geht. Klar, er tut das auch für sich. Aber auch für mich.

              LG
              Ch.

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