Partnerschaft als Zweckgemeinschaft?

    • (1) 31.01.11 - 13:23
      ..Oder..?

      Hallo zusammen,

      so langsam komme ich an den Punkt, bin jetzt 32 und habe mehrere kurze Beziehungen hinter mir, und in meiner zweiten langen stecke ich gerade drin.

      War ich bisher immer ein sehr romantischer mensch, glaubte an die ultimative Liebe, das ultimative Vertrauen, dass man nur zusammen ist weil man sich doch so gerne hat..

      Meine 2. längere Beziehung entwickelt sich leider nicht so doll. Anfangs waren es die grossen gefühle, mein Traum-Mann ist es immer noch. Aber es gibt Probleme und ich versuche mich jetzt irgendwie zu schützen.

      Ich möchte diesen mann nicht verlieren, aber es auch auf dieser emotional belastenden Ebene nicht mehr so weiterführen.

      Also habe ich mir gedacht, ob man es nicht doch irgendwie alles ne Nummer lockerer sehen könnte, so als Art "Zweckgemeinschaft".. er kann mir in vielen helfen, was ich nicht kann und ich kann ihm umgekehrt unter die Arme greifen. Wir haben gemeinsame Hobys und Interessen, die wir oft und gerne gemeinsam ausleben.

      Aber die starken Emotionen machen mir oftmals sehr zuschaffen.

      Ich weiss, dass ich den punkt erreichen kann, wenn ich will, wo ich nicht mehr so verletzbar bin.

      Nach 2 Jahren verliere ich nun irgendwie den Glauben an diese perfekte Liebe. Aber wir verstehen uns und haben so viel gemeinsam, der Sex ist toll usw.

      Wäre es verwerflich, wenn ich versuche, eine Stufe runterzuschalten, was die Emotionen betrifft, das ganze etwas realer zu betrachten und mich einfach nur der Vorteile erfreue, die solch eine Beziehung mit sich bringt?

      Vielleicht lebt es sich so leichter.

      Man geniesst eben so lange es geht und ist dankbar für das war man hat, aber wenn es vorbei ist, dann geht das Leben auch wieter..

      Bisher habe ich mich von den menschen die ich liebte immer so abhängig gemacht und war sehr verletzbar.

      Vielleicht wäre das doch die bessere Variante..

      Was nicht heisst, dass alles auf eine "Offene Beziehung" hinauslaufen soll, aber evtl erreichen wir/ ich ja doch eine andere entspanntere Ebene?

      Ich hoffe ihr versteht überhaupt was ich meine.

      LG

      • (2) 31.01.11 - 13:44
        einwenigvonbeidem?

        Du bist 32, deine zweite längere Beziehung läuft grad und das seit 2 Jahren?
        Wie lang lief denn die andere?

        Kann es sein, daß Du noch nie den Übergang vom Verliebtsein zur Liebe erlebt hast oder ihn zumindest nicht wahrgenommen hast?

        Der Himmel hängt nicht Ewigkeiten voller rosa Geigen. Irgendwann kommt der Alltag und aus verliebt sein wird Liebe, oder eben auch nicht.

        Ein kleines bißchen Zweckgemeinschaft ist jede lange Beziehung wohl auch.

        (5) 31.01.11 - 13:50

        Hallo,

        meine 1. längere beziehung ging fast 8 Jahre.

        Also ich denke ich kenne den Unterschied, bzw wenn es von rosa geigen in etwas anderes übergeht - Gewohnheit usw .

        habe mich in dieser ersten langen Beziehung lange mit meinen Emotionen rumgequält, Eifersucht usw. Nun denke ich, ich will den gleichen fehler nicht nochmal machen, auf Kurz oder lang werde ich meinen jetzigen Partner so verlieren.

        Ich dachte darüber nach, einfach emotional einen Gang zurückzuschalten und nicht mehr so viel von der beziehung zu erwarten.

        Bei meinen zwischenzeitlichen kurzen Beziehungen klappte das prima, es gab keine Verletzungen.

        Aber diesen Mann will ich nicht hergeben, aber auf dieser verletztbaren Ebene auch nicht mehr weitermachen.

        ich weiss nicht, ob überhaupt irgendjemand versteht, wovon ich schreibe #hicks

    (6) 31.01.11 - 13:52

    versteh dich irgendwie nicht.
    du teilst mit diesem mann deine hobbys
    ihr helft euch
    ihr habt sex
    ...


    ...


    das nennt sich doch beziehung

    was ist dann eine zweckgemeinschaft??

  • Ehrlich gesagt.. nein, ich kapiere kein Wort.

    Dein Traum-Mann ist es noch, es gibt seit 2 Jahren Probleme. Ihr versteht euch, habt viel gemeinsam, der Sex ist toll. Ihr habt gemeinsame Interessen und Hobbys.

    WAS erwartest Du? Was meinst Du mit eine Stufe runterschalten? Beziehung ändert sich im Laufe der Jahre. Man liebt sich, aber das heiße verlangen und das Kribbeln bei jeder Berühung verschwindet - dafür kommt anderes. Das Kribbeln nur noch ab und an, in besonderen Situationen.

    Niemand ist auf Dauer ein Traumprinz. Den Partner auf einen Sockel zu stellen ist ganz und gar ungesund, er ist genau wie Du ein Mensch mit Fehlern, Ecken und Kanten. Völlig normal.

    Deswegen kann man dennoch an Liebe und Vertauen in einer Partnerschaft glauben udn das auch leben.

    lichtchen

    Zweckgemeinschaft wäre für mich das, was ich früher mal mit meinem besten freund geplant hatte für den fall, dass wir mit 30+ immer noch nicht "unter der Haube" sind ;)

    Eine WG ohne Sex und Beziehungstypischen Problemen wie Eifersucht usw. aber mit allen Vorteilen wie Arbeitsteilung, gemeinsame Haushaltskasse, gemeinsames großziehen meines Kindes etc...

    :D Zum Glück habe ich jetzt den Mann gefunden, der hoffentlich für immer bleibt (so ich ihn nicht zu sehr ärgere). Und bei dem ich alles MIT Liebe habe...


    "Aber die starken Emotionen machen mir oftmals sehr zuschaffen."

    welche emotionen? eifersucht? verlustängste?

    oder große sehnsucht? starke liebe?

    lg

    (10) 31.01.11 - 14:50

    Hallo, ich glaube, ich weiß was Du meinst, denn ich durchlebe gerade eine ähnliche Situation. Wir lieben uns, wir unterstützen uns, ich möchte mir ein Leben ohne diesen Mann nicht vorstellen…
    Trotz allem gibt es immer wieder Verletzungen von seiner Seite, die ich so nicht mehr ertragen kann. Da geht es um Dinge, die in der Vergangenheit vorgefallen sind und die immer wieder alte Wunden aufreißen. Gerade dieses Wochenende stand ich vor der Frage mich zu trennen, nicht, weil wir uns nicht lieben, sondern weil das ganze emotional zu schmerzhaft ist und ich irgendwann daran zerbrechen würde.
    Ich weiß nicht, ob es möglich ist, ein paar Gänge zurückzuschalten, Du müsstest Dich ja quasi „entlieben“, um einen emotionalen Abstand zu bekommen. Eine Art Zweckgemeinschaft ist eine Partnerschaft immer, man unterstützt sich gegenseitig, der eine macht Dinge, die dem anderen nicht so liegen und andersrum. Ich denke nicht, dass das so funktionieren kann, wie Du es Dir vorstellst, entweder man liebt und ist emotional "angreifbar" oder man liebt nicht und hat dann den entsprechenden Abstand.
    Ich habe meinem Partner sehr deutlich gemacht, wie es in mir aussieht und wir unsere Liebe nur weiterleben können, wenn er an sich arbeitet und es eben nicht mehr zu diesen Verletzungen kommt und auch ich werde versuchen stärker zu sein, Gewesenes hinter mir zu lassen und nach vorne zu schauen.
    Liebe Grüße

    • (11) 31.01.11 - 17:59

      Hallo,

      ja Du hast verstanden wie ich das meine.

      Wir haben so wunderbare Momente miteinander, aber trotzdem ist es oft so schwer, und ich denke, wenn ich einfach von der beziehung weniger erwarten würde, würde es auch weniger weh tun.

      Momentan leide ich einfach nur.

      Er ist auf dem Standpunkt, dass ich mich ändern muss, sonst wird es nicht funktionieren.

      Ich habe mir nach den 8 Jahren Beziehung mit meinem Ex, geschworen, dass ich niemals wieder so leiden will.

      ich hatte mehrere Jahre Single-Zeit in der ich niemanden so nah an mich rangelassen habe, dass ich verletzbar war. Auch bei meinem jetzigen Freund hat es eine Weile gedauert. und was soll ich sagen, die zeit bis ich mein herz wirklich geöffnet habe und mich damit angreifbar gemacht habe, bis dahin war alles super. Die Probleme fingen mit diesem Augenblick an, Eifersucht, Verlustängste usw. Nicht dass ich nicht versucht hätte, daran zu arbeiten, aber irgendwie ist es immer da und ich merke wie es so langsam aber sicher die Bezeihung kaputt macht und ich diese Ägnste nicht auf die Reihe bekomme.

      Ich kann mich ja wieder selber schützen, ich weiss nicht ob es in die umgekehrte Richtung wieder funktioniert, ich will einfach diese "scheissegal" Einstellung nicht mehr, ich will nicht mehr emotional von einem menschen abhängigsein, aber ich will ihn auch nicht verlieren.

      LG und Danke für Deine Antwort

      • (12) 31.01.11 - 18:00

        Ich meine ich will die "scheissegal"-Einstellung wieder

        (13) 31.01.11 - 19:15

        Hm, meinst Du, das funktioniert, dass Du weniger von der Beziehung erwartest und dadurch nicht mehr leidest? Ich denke nicht, Du kannst nicht nur halb lieben...
        Ich kann Dich so gut verstehen, habe ich mir diese Frage doch selbst oft genug gestellt. Aber wenn man liebt, ist man mit dem ganzen Herzen dabei und eben auch verletzbar, man kann nur an der Ursache des Schmerzes arbeiten.
        Ich denke, dass Du genauso wie ich tief drinnen verletzt wurdest und dieser Schmerz immer wieder ausbricht. Ich habe es in den letzten Monaten versucht mich zu schützen, habe eine Mauer um mich gezogen um den Schmerz nicht so an mich ranzulassen, das Resultat, am Samstag war wieder ein Auslöser (ein Streitgespräch, in dem wieder Dinge zur Sprache kamen, die schon lange her sind und durch das ständige Wiederaufwärmen nie richtig verheilen konnten) und ich bin völlig zusammengebrochen, konnte nicht aufhören zu weinen, wollte mich trennen... Aber dieser Gedanke war noch schlimmer, da ich diesen Mann liebe. Ich glaube, dass ihm nie bewusst war, wie sehr mir das ganze zusetzt, obwohl ich es schon oft gesagt habe, dieses Mal hat er es gespürt und es ist klar, wenn wir zusammenbleiben wollen, müssen wir an uns arbeiten, er muss versuchen, diese Themen hinter uns zu lassen und ich muss wieder an Stärke gewinnen. Das hat nichts mit "Scheiß-egal-Einstellung" zu tun sondern mit Selbstwertgefühl und das kann man aufbauen, glaube mir.
        Ich wünsche Dir alles alles Gute
        LG

        • (14) 31.01.11 - 19:28

          .. Ja das hat viel mit Selbstwertgefühl zu tun, ich weiss, dass es auch bei mir, im Grunde genommen das problem ist. ich krieg es nur nicht auf die reihe mich durcheghend selbst als postitiv zu betrachten, also selbstbewusst zu sein...

          Danke für Deine Antwort

          • (15) 31.01.11 - 19:42

            "ich krieg es nur nicht auf die reihe mich durcheghend selbst als postitiv zu betrachten, also selbstbewusst zu sein..."

            ... Aber daran kann man arbeiten, und zwar ihr beide!!! Ich weiß ja nicht, was genau Deine Ängste sind, aber Dein Partner scheint (so wie meiner auch) damit nicht recht umgehen zu können, nichtsdestotrotz sind diese Ängste in uns und machen uns das Leben schwer. Es bringt nichts, darüber nachzugrübeln sondern nur, daran zu arbeiten und zwar mit viel Liebe und Verständnis, alles andere (was ja die Ausgangsfrage war) wird langfristig auch weh tun, denn Du willst ja lieben und geliebt werden.

            Ist alles nicht so leicht... Aber was gibt es als Alternative? Wieder Single sein? Klar, da tut dann nix weh, aber man entgeht auch vielen wunderschönen Glücksmomenten. Mach nicht den Fehler und schließ Deine Gefühle ein, wenn Dein Partner Dich liebt, wird er mit Dir zusammen daran arbeiten, dass es besser wird :-)

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