Muss man Studium aufgeben wegen Unterhaltszahlungen???

    • (1) 08.08.11 - 08:22
      student28

      Ich schreibe mal hier in schwarz weil ich nicht unbedingt erkannt werden will.

      Ich möchte hier schon mal vor ab was fragen was mir bei meinem Termin am Mittwoch bei meinem Anwalt wahrscheinlich abschließend beantwortet bekomme.

      Also, ich bin 28 und studiere im 7. Semester Verfahrenstechnik mit Schwerpunkt Kunsstofftechnik. Meine Ex-Freundin ist von mir schwanger. Sie ist mittlerweile im 7. Monat aber sie hat sich schon sehr früh, gleich zu Beginn der Schwangerschaft getrennt.

      Jetzt habe ich von ihrer Anwältin letzte Woche ein Schreiben bekommen, wo ich erst mal echt geschluckt habe. Also erstmal geht es um Unterhalt. Darin fordert sie Mindesunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle einen bestimmten Betrag sowie Betreuungsunterhalt für die Kindsmutter. Außerdem schreibt die Anwältin, dass ich mit der Geburt des Kindes aus dem Anwaltsdeutsch übersetzt eine besondere Pflicht hätte, den anstehenden Unterhalt auch zu bezahlen. Sie schreibt sinngemäß, dass ich notfalls auch mein Studium aufzugeben habe um mir einen Vollzeitjob zu suchen. Da ich ja bereits eine Ausbildung als Radio-und Fernsehtechniker gemacht hätte, wäre mein Studium keine zwingend notwendige Ausbildung. Zu Gunsten des vollständigen Unterhalts an Kind und Mutter müsste ich die aufgeben. Eben weil ich schon eine Ausbildung hätte und durchaus in der Lage wäre mir einen Vollzeit Job zu suchen.

      Dass ich Unterhalt an beide zahlen muss, war mir klar und ich hatte sie auch mal gefragt, dass ich es gut wäre, bald zu erfahren, was da kommt.

      Aber dass ich mein Studium aufgeben soll, finde ich total krass. Mein Studium ist ja die Grundlage, dass ich später mal genug Geld verdiene für meinen Wurm. Die Anwältin hat in einem echt unverschämten Ton geschrieben. So als wäre das alles schon klar und sowieso schon beschlossen. Was für eine blöde Kuh. Vom Ton her absolut unfreundlich! Ich habe versucht mal mit meiner Ex zu telefonieren aber sie meinte, sie lässt alles über ihre Anwältin laufen. Sie hätte schon zu viel gehört über Männer die beim Unterhalt beschissen hätten.

      Na klasse.

      Hat jemand hier irgendwie schon mal Erfahrungen sammeln können wie das aussieht? Also mein Bauchgefühl sagt mir, dass das doch alles nicht wahr sein kann. Hab auch schon ein bisschen gegoogelt aber die Aussagen sind sehr unterschiedlich.

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        Von dem Brief würde ich mich nicht sonderlich beeindrucken lassen.
        Ist klar, dass da nichts Rücksichtsvolles kommt.

        Ich kenne es nur so, dass der Unterhalt nach dem IST-Zustand berechnet wird.

        Such Dir unbedingt einen guten Anwalt, der das nach Möglichkeit durchsetzt.

        • Der IST-Zustand ist folgender: die Frau ist z. Zt. schlicht nur schwanger. Aufgrund welcher Grundlage wird hier bereits von Kindes- und Betreuungsunterhalt geschrieben? Der Tatbestand der Vaterschaft besteht m. E. noch garnicht.

          Kann mich da mal jemand über die genaue Rechtslage in Kenntniss setzen?

          GzG
          Irmi

      So wie Du den Fall darstellst, ist es absoluter Nonsens, dass Du Dein Studium aufgeben musst, um den Unterhalt beizuschaffen. Hier hat die gegnerische Partei entweder schlicht keine Ahnung oder sie versucht (was wahrscheinlicher ist, allerdings vergebens) eine Drohkulisse aufzubauen. Anwälte dürfen jeden Blödsinn fordern. Mit rechtskräftigem Anspruch hat das aber rein gar nichts zu tun.

      (Und das Anwältinnen oftmals sehr dreist und unverschämt klingen, ist ihr Job und entspricht nicht selten ihrem Aussehen. :-) )

      Allerdings bist Du, dem Kind gegenüber gesteigert zur Unterhaltszahlung verpflichtet. Das bedeutet, wenn es zumutbar ist, musst Du eine Nebentätigkeit aufnehmen (ergibt sich wenn ich nicht irre aus § 1615 BGB sowie § 1609 BGB). Dein Selbstbehalt gegenüber dem Kind beträgt 770 Euro. Alles was darüber an Einkünften vorhanden ist, musst Du an Dein Kind an Unterhalt zahlen. Zu den Einkünften zählt z.B. auch Bafög oder permanente Unterstützung durch die Eltern. Zu den zu berücksichtigenden Ausgaben zählen Deinerseits Studiengebühren und Aufwand für Arbeistmittel.
      Die Nebentätigkeit darf Dich aber nicht in Deinem Studienfortgang behindern oder gar den angestrebten Erfolg verhindern.

      Gegenüber der Mutter bist Du zu keiner gesteigerten Unterhaltsverpflichtung aufgefordert und der Selbstbehalt liegt hier bei (aktuell meine ich) 1050 Euro.

      Jenseits des juristischen Geplänkels ( und das von mir hier Geschriebene wird Dir Deine Anwalt wahrscheinlich betätigen) hast Du aber dennoch eine moralische Verpflichtuing gegenüber Mutter und Kind. Immerhin kümmert sich diese Frau um Dein Kind und wird es wohl auch erstmal großziehen, vermute ich.....

      Daher wäre es sicher in einem positiven Sinne, bez. eines guten gemeinsamen Auskommens miteinander für die weitere Zukunft, dass Du, nach dem Studium hoffentlich bald in guten Lohn, eine finanzielle Vereinbarung abseits der Juristerei triffst, die Dir das Gefühl eines verantwortungsbewussten Vaters gibt und ihr ein Stück weit Sicherheit zumind. solange sie aufgrund des Alters des Kindes noch nicht wirklich arbeiten gehen kann.

      Vielleicht gibt sie ja auch zugunsten des Kindes eine eigene Karriere (erstmal) auf. Auch solche Umstände sollten bei den Überlegungen für einen gerechten, auch finanziellen, Ausgleich berücksichtigt werden.

      • (6) 08.08.11 - 09:21

        Super Antwort. Vielen Dank. Das beruhigt mich jetzt ein wenig. Ich hoffe, dass mein Anwalt das jetzt bestätigt. Mit den Gesetzestexten komme ich nämlich nicht so klar.

        Ich bekomme übrigens 360 an BAFög und habe einen Nebenjob bei UPS der bringt so 650 im Monat. Ich werde also so 240 an mein Kind zahlen wenn es geboren ist? Ich müsste dann zwar meine Eltern anhauen aber die helfen mir bestimmt.

    Moin

    "Und das Anwältinnen oftmals sehr dreist und unverschämt klingen, ist ihr Job und entspricht nicht selten ihrem Aussehen."

    Das ist doch Quatsch. Oder sind männliche Anwälte immer sachlich und sehen aus wie aus dem Otto-Katalog??

    Wenn Frauen nicht so aussehen, wie sie in euren Augen aussehen sollten, sind es entweder Ökotussis, Kampflesben oder frustrierte, ausgetrocknete Schnepfen, die keinen Kerl abkriegen.

    Mensch, Doc. Muss das sein? ;-)

Meine Anwältin sieht unverschämt gut aus und hat Erfolg.

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