Schwiegermutter ist alkoholkrank

    • (1) 11.08.11 - 15:07
      Bitte um Rat

      Hallo zusammen,

      zu meiner Schwiegermutter habe ich eigentlich ein gutes Verhältiss. Wir führen gute Gespäche, sie ist nett und sehr hilfbereit. Wir verstehen uns gut.

      Leider gibt es auch eine andere Seite, sie ist alkoholabhängig.
      Gerade in den Abendstunden oder in stressigen Situationen, ist Sie oft sehr betrunken.

      Das bringt uns in unangenehme Situationen. Unsere tochter kann nicht mehr alleine bei ihr bleiben.

      Wäscht man ihr den Kopf oder stellt man sie zur Rede (eher mein Mann), blockt sie ab, lügt oder droht auch damit sich umzubringen. Sie hat es auch schon versucht.

      Ich möchte sie ungerne verlieren, und wenn ich ihr irgendwie helfen könnte, würde ich es tun.

      Hat jemand ähnliches erlebt und weiß einen Rat?

        • (5) 13.08.11 - 12:17

          Wenn eine sogenannte "Schocktherapie" das Allheilmittelchen für schwersten Alkoholismus wäre, gäbe es keinen einzigen Alkoholiker mehr. Dir sollte klar sein, dass jedwede Sucht derartige "Macht" über die Betroffenen hat, dass sie alles auf's Spiel setzen, um Befriedigung zu erlangen. Da reicht es keineswegs, ihnen zu drohen oder eventuelle Drohungen in die Tat umzusetzen. Bei so manchem Suchtkranken löst das nur ein Verstärken der Sucht aus, bzw. ertränken Alkoholiker ihren Kummer nur in noch mehr oder noch stärkerem Alkohol.

          Ich kenne eine Handvoll trockene Alkoholiker, bei denen nicht die "Schocktherapie" geholfen hat, sondern die Erkenntnis, dass sie mit ihrem Leben und ihrer gesamten Existenz spielen. Und diese Erkenntnis kam bei ihnen - Gott sei Dank - rechtzeitig und nicht zuletzt durch die EIGENEN Gedanken.

          Sehr aufschlussreich fand ich die Gespräche mit genau diesen trockenen Alkoholikern, wenn sie über ihren einstigen Alltag und die damit verbundenen Gedanken berichten. Als Nicht-Betroffener kann man kaum nachempfinden, wie sehr der Alkohol das Leben eines Menschen bestimmen kann.

          Durch bloßes Reden oder Drohen bewegst Du keinen Alkoholkranken zum Aufhören.

      (6) 11.08.11 - 15:24

      hallo,
      das problem kenne ich auch.wenn wir sie ansprechen,"was ich alkohokrank?" dann wird sie giftig und schreit herum.
      sie füllt zb ihren rotwein in mineralwasserflaschen(plastik() um und erzählt(oder ehr will uns erzählen,das wäre traubensaft.
      oder beim sekt,das wäre wasser mit einen schuss zitrone.#rofl
      nun wir holen sie ab,und sie spielt mit den kindern hier.dort könnte ich sie niemals lassen,mit reinem gewissen.
      sie will uns auch immer verkaufen,das sie nur ein gläschen bier oder rotwein am abend trinkt.#rofl#klatsch#augen
      wir haben es aufgegeben,lassen sie machen.sie verpasst es,den kindern beim aufwachsen richtig zu zu sehen.auch wenn es schade ist,da sie die eizige lebende oma noch ist.die beiden opas sind auch schon tod,genau wie die andere oma.
      es gibt wohl noch einen uropa samt frau,und an denen hänge unsere kinder.
      helfen kann man ihnen nur,wenn sie wirklich von sich aus wollen.
      wir wollten,bzw haben ihr angeboten,wenn wir auswandern,das wir sie mitnehmen."nein danke,ich muss mich hier um meine leute kümmern."bitte wer nicht will,der hat schon.
      lg
      kenneich

    • (7) 11.08.11 - 15:28

      Ja das mit den Wasserflaschen kenne ich auch.

      Ist es dir denn nicht unangenehm, wenn sie betrunken ist?

      Ich möchte dann am liebsten flüchten und ärger mich, dass sie den Familiensonntag kaputt macht

      • Ich würd gehen wenn sie total besoffen rumlallt

        • (9) 11.08.11 - 15:48

          Damit zeigst du unterm Strich aber nur Ablehnung. Alkohol in Wasserflaschen oder Saftflaschen abzufüllen ist ein Tarnmechanismus.

          Suchtkranke sind nicht blöd, die sind meist auch nicht glücklich über ihre Situation, sie sind krank.

          Während meiner Zivi-Zeit habe ich sehr viel mit Suchtkranken zu tun gehabt. Suchtkranke müssen verstehen, dass sie sich selbst zu Grunde richten, sie müssen die Hilfe wollen. Und die Rückfallquote bei Alkoholikern ist verdammt hoch. Wir haben uns seinerzeit darauf beschränkt, die Sucht unter Aufsicht zu verwalten.

          Sag mir mal, wie du das aber machen willst, wenn du einen Menschen einen Tag die Woche siehst...

          • (10) 12.08.11 - 06:22

            Gibt es die richtige Lösung? Woanders habe ich geraten beizustehen fazit: Ich wurde nieder gemacht, das darf man nicht man muss sie fallen lassen,

            Hier rate ich abstand zu halten ich werde schon wieder belehrt;-) Ich wüsste wenn mein Mann damit kommen würde wäre ich da und würde nicht gehen.

            • (11) 12.08.11 - 10:08

              Das ist aber ein fatales Signal einen Kranken fallen zu lassen, meinst du nicht auch. Alkoholismus hat Gründe, an denen muss man arbeiten.

              Natürlich muss man sich eine emotionale Distanz aufbauen, an Alkoholismus zerbricht meist ne Menge mehr als nur ein Mensch.

              Wir haben es in der Familie auch gehabt, wir waren uns klar darüber, was Sache ist und haben genau den Punkt abgewartet, als der Ruf nach Hilfe kam. Von da an haben wir wie eine Mauer zusammen gestanden. Ab ins Krankenhaus, Entgiftung, Urlaub geholt als das Familienmitglied entlassen wurde, das volle Programm.

              Ich denke, du würdest das Richtige tun! ;-)

              (12) 12.08.11 - 11:08

              WO wurdest Du denn da niedergemacht? #kratz

              Meinst Du nicht, dass Du übertreibst?

              Die beiden Fälle kann man nicht miteinander vergleichen.


              Trixi

      (13) 11.08.11 - 19:31

      das schlimme ist,sie hat sich super unter kontrolle.
      klar die kids wollen ihr keinen kus geben,weil sie halt nach alkohol riecht.aber auch das ist ihr problem,nicht meins.
      ich habe mich damit abgefunden,ich weiß abends geht sie,und wir sehen sie so schnell nicht wieder.(nicht weil wir nicht wollen,sondern weil sie sich am telefon auch mal gerne verleugnen lässt!!!)
      kenneich

(14) 11.08.11 - 15:50

Hi!

Führt nochmals ein freundliches, aber deutliches Gespräch mit ihr (oder Dein Mann allein).

Falls sie es immer noch nicht peilt, was sehr wahrscheinlich ist, da Süchtige ihre Probleme verdrängen, könnt Ihr nur reagieren, indem Ihr den Kontakt abbrecht/einschränkt. Ihr werdet einen uneinsichtigen Suchtkranken nicht zum Aufhören zwingen können, das ist illusorisch. Sie muss es selbst sehen und wollen.

Meine Mutter ist Alkoholikerin, ich habe den Kontakt schließlich abgebrochen.
Ich war nach all den Jahren richtig erleichtert - kein Fremdschämen mehr, kein "hoffentlich ist sie heute mal nüchtern", nie wieder ihre "keiner hat mich lieb"-Monologe anhören. Mir gehts besser ohne sie #freu

LG, Nele

Hallo

Meine Schwiegermutter ist ebenfalls Alkoholikerin, mittlerweile allerdings trocken.
Sie trank schon vor der Geburt meines Mannes.
Nach dem Tod meines Schwiegervaters blieb alles an meinem Mann hängen, der das jedoch nicht stämmen könnte (damals gerade 19 Jahre alt) und sich von ihr abwendete. Zu der Zeit zog er bei mir ein und "besuchte" sie nur noch einmal die Woche. Jeodch war es nie mehr als einkaufen und kurz "Hallo" sagen.
Lange gab sie mir die Schuld daran (wir kamen nur ein paar Tage nach dem Tod meines Schwiegervaters zusammen).
Sie wurde auch immer gleich böse, wenn man sie auf ihre Sucht ansprach.
An eine Therapie war überhaupt nicht zu denken.
Sie wurde auch öfter beim klauen erwischt, torkelte nachts durchs Dorf, pöbelte die Leute an etc.
Erst 4 Jahre nach dem Tod meines Schwiegervaters wurde sie eingewiesen. Allerdings nur, weil ihr Haus abbrannte und sie keine Bleibe hatte. Das Sozialamt stellte sie dann vor die Wahl, entweder Entzug oder Obdachlos.
Man verlegte sie (vom Krankenhaus, in welchem sie wegen der Rauchvergiftung war) direkt in eine Einrichtung und sie nahm regelmäßig an Sitzungen teil. Eine "Familiensitzung" hatte sie mit meinem Mann. Allerdings war das alles nicht so geplant, der Therapeut überrumpelte meinen Mann und es war das letzte Mal, dass er dort war.
Ich war bei dieser Sitzung leider nicht dabei, aber was mein Mann erzählte fand ich nicht so prickelnd.
Erst als sie in ein (abgeschlossenes, extra für Suchtkranke) Altenheim kam hat mein Mann sie wieder besucht. Jedoch hat sie sich da immer beschwert. Ihre Zimmernachbarin würde stehlen und ihre Sachen benutzen (mittlerweile hat sie ein Einzelzimmer), sie beschimpfte meinen Mann etc. So ganz war sie damals mit der Therapie wohl noch nicht durch.
Dann ist der Kontakt nach ein paar Besuchen ganz eingeschlafen. Mein Mann hat sich auch nicht mehr nach ihr erkundigt etc.
Vor zwei Wochen war er dann wieder bei ihr, nach 6 langen Jahren.
Sie hat sich total verändert, sogar ihre Therapie weitergemacht. Mittlerweile spricht sie sogar über ihre Sucht und sieht ein, dass sie krank war.
Der komplette Bruch hat (laut ihrem Therapeuten) bei ihr endlich ein Umdenken bewirkt. Sie ging sogar soweit, dass sie warten wollte, bis mein Mann von sich aus kommt. Öfter hätten die Pfleger ihr angeboten bei uns anzurufen, aber sie wollte nicht drängen. Sie hat eingesehen, dass das Leben meines Mannes mit ihr mehr als schwierig war und er erst mal für sich selber mit der Vergangenheit klar kommen musste.
Schade fand ich, dass meine Große bisher immer dachte sie hätte nur eine Oma (und zwei Opas). Zum Glück hat sie nie gefragt, ob es da noch jemand anderes gibt. Noch weiß sie auch nichts von der zweiten Oma. Mein Mann will sie erst darauf vorbereiten und dann mal mit den Kindern die Oma besuchen gehen (aber in ein Kaffee, das Heim will er ihnen nicht zumuten. Seine Worte "ich will meinen Kindern die Welt nicht kaputt machen". Seine Entscheidung, ich respektiere das).
Die Oma weiß nun auch von ihren zwei Enkeln. Unseren Hund hat sie schon gesehen, mit dem waren sie und mein Mann schon im Park spazieren. Sie war überrascht, dass sich so viel bei uns getan hat. Natürlich auch enttäuscht, dass sie weder von der Hochzeit, noch von den Schwangerschaften, Geburten und Geburtstagen etwas wusste. Aber wie gesagt, der komplette Bruch hat ihr geholfen, so blöd es sich auch anhört.
Und nun können wir komplett von vorne anfangen. Eventuell wollen wir sie in ein Altenheim hier in der Umgebung verlegen lassen. Mal sehen, wie sich nun alles weiter entwickelt.

Vielleicht könntest du mal einem Arzt oder Therapeuten eure Situation schildern und dir von ihm professionellen Rat holen.
Oft hilft es einen Suchtkranken vor die Wahl zu stellen, bei meiner Schwiegermutter hatte das allerdings nicht funktioniert. Die war aber auch schon (viel zu) lange in dieser Sucht.

Liebe Grüße

Bianca

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