Ich bin sooo verzweifelt - mein Mann hat mich betrogen.

    • (1) 15.09.11 - 08:54

      Hallo liebe Urbianer,

      es könnte etwas länger werden, denn innerlich zerreißt es mich gerade und ich weiß nicht mehr, was ich tuen soll.

      Ich "spule" mal ein Stück zurück, damit ihr die Zusammenhänge versteht:

      Vor 10 Jahren habe ich meinen Mann kennengelernt und fand ihn von Anfang an sympathisch. Er ist so liebenswert, gütig und sehr attraktiv.

      Vor 7 Jahren haben wir geheiratet und vor 5 Jahren gebaut. Als unser Liebesnest fertig war, beschlossen wir, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Bis dahin war unsere Welt komplett in Ordnung. Vor ca. 2,5 Jahren mussten wir unseren Kinderwunsch dann durch professionelle Hilfe unterstützen lassen. Es stellte sich raus, dass er OAT III hat - also Zeugungsunfähig ist.

      Das hat uns mächtig aus der Bahn geworfen. Er litt plötzlich an Prostata-Beschwerden, ich nahm durch die Hormonbehandlung zu und war sehr emotional empfindlich.
      Nach der ersten Fehlgeburt und der gleich darauf folgenden Eileiterschwangerschaft fiel ich in ein tiefes Loch. Das war der Moment, an dem ich begann, mich in mein Schneckenhaus zurück zu ziehen. Mein Mann merkte das natürlich, hatte jedoch - so nach seiner gestrigen Aussage - keine Kraft mehr, mich immer mitzuziehen. Er stand auf dem Grundstück oder im Haus oft mit vielen Dingen alleine da. Wenn ich was erledigen sollte, hab ich das nicht gebacken bekommen (obwohl ich sonst ein sehr strukturierter und durchorganisierter Mensch bin). Selbst kleine Sachen wie aufräumen und putzen bereiteten mir so viel Mühe, dass ich mich oft in Kleinigkeiten verzettelte und am Ende nicht viel geschafft hatte, so dass er wieder mithelfen musste.

      In ihm baute sich Frust und Enttäuschung auf, was er mir jedoch - bis gestern - nie sagte. Ich selbst habe davon nicht so viel mitbekommen, weil ich häufig so tief in meinem Verlustschmerz steckte, dass ich froh war, wenn er mir half. Dass das für ihn zur Belastung wurde, habe ich nicht erkannt. Er fühlte sich - so sagte er gestern - allein gelassen, er hatte das Gefühl, wir würden nur noch nebeneinander herlegen, statt miteinander.

      Ich habe zwischendurch natürlich schon gemerkt, dass wir uns mehr miteinander beschäftigen müssen, damit die Zweisamkeit aufrecht erhalten blieb. Ich organisierte ein Wochenende in Berlin mit Musical, Hotel und allem drum und dran. Wir fanden ein gemeinsames Hobby, fuhren auf Konzerte usw. Nie wäre ich daher auf den Gedanken gekommen, dass er unglücklich in unserer Beziehung ist.

      Dann, im März, zog es mir erneut den Boden unter den Füßen weg. Nach über 35 Jahren Ehe trennte sich meine Mutter von meinem Vater. Er hatte sie in der Ehe mehrfach betrogen, letztmalig dann sogar mit einer 3-jährigen Affäre zu einer Frau, die fast 15 Jahre jünger war als er. Bis dahin war er DER Übervater! Lieb, hilfsbereit, immer ein offenes Ohr, moralisch korrekt und immer mitfühlend. Das er SOWAS tut - ich hätte meine Hand für ihn ins Feuer gelegt. Seit diesem Vorfall habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem Vater.

      Für unsere Ehe und unsere Beziehung bedeutete das, dass es wieder einen Grund mehr für mich gab, mich immer wieder in meine Traurigkeit zurück zu ziehen. Natürlich habe ich oft mit meinem Mann darüber gesprochen, wie abartig ich das Verhalten meines Vater finde. Dennoch raubten mir die Gedanken, wie sehr meine Mama leidet immer wieder den Atem... ich hatte so sehr Mühe, mich "am Leben" zu halten. Ich habe nicht gelebt...ich habe funktioniert. Aufstehen, Arbeiten, nach Hause kommen, Haushalt machen, schlafen.

      Gestern nun kam für mich der große Schock.
      Nachdem ich meinen Mann MEHRFACH in den vergangenen Monaten immer mal wieder gefragt habe, was los sei (denn er war manchmal anders als sonst, sagte immer seltener "ich liebe Dich" zu mir) platze gestern die Bombe:

      Er sagte mir, dass er im Januar eine Kollegin kennengelernt hätte, mit der er vorher noch nie was zu tun hatte. Mit dieser Kollegin freundete er sich zunächst nur an... relativ schnell empfand er nach eigener Aussage eine sehr große Sympathie für sie und so kam es, dass sie ihn irgendwann fragte, ob sie sich nicht mal treffen wollen.
      Anfangs waren es nur Treffen, wo mal über die Kollegen gelästert wurde. Später erzählte man sich auch viel privates. Sie war auch in einer Beziehung, jedoch ebenfalls nicht glücklich.

      Irgendwann kam es dann dazu, dass sie sich näher kamen - sie haben sich geküsste. Nicht nur einmal... mehrmals... und sie trafen sich wieder, auch auf SEINE Veranlassung hin. Irgendwann hat SIE dann die Reißleine gezogen, wollte nicht bis auf äußerte gehen und hat vor ca. 8-10 Woche diese Affaire beendet.
      Er hat mir gestern Abend alles gebeichtet... es sei "einfach so" passiert... weil er unglücklich war... er könne sich ohrfeigen dafür, dass er das alles zugelassen hat und nicht selber die Sache rechtzeitig beendet hat.

      Er wisse, er würde mich noch lieben, aber in den letzten 2,5 Jahre (also mit Beginn der KiWu) sei jeden Tag ein Stück mehr weggebrochen, so dass er heute nicht weiß, ob er den Weg zu mir zurück findet...#heul
      Ich habe ihm gesagt, dass das für mich ein so großer Vertrauensbruch ist, gerade jetzt, wo das mit meinem Vater passiert ist. Es lief ja quasi parallel dazu. Ich habe ihn auch gefragt, warum er vorher NIE was gesagt hat, dass er unglücklich in unserer Beziehung ist... er weiß es nicht, hatte vielleicht nicht den Mut.

      Ich habe die ganze Nacht geweint... es hat mich so verletzt... es tut soooo sehr weh und während ich diese Zeilen schreibe, kullern mir wieder die Tränen.

      Ich liebe ihn über alles - und ich will um unsere Ehe kämpfen, gerade, weil ich es von ihm erfahren habe und nicht von einem dritten. Und weil - wenn ich ihm glauben darf - die beiden nicht im Bett gelandet sind. Aber: woher nimmt man nach all dem die Kraft zu kämpfen... kommt man gegen "Schmetterlinge" im Bauch, die die andere hinterlassen hat, nach so vielen Ehejahren überhaupt an?? Oder ist das der Anfang vom Ende??

      Wir haben und so viel gemeinsam aufgebaut, uns Vertrauen geschenkt, unsere Liebe konnte zwar nicht durch ein Baby gekrönt werden, aber damit habe ich mich seit ungefähr Mitte diesen Jahres abgefunden. Und das soll einfach so zerbrechen und alles vorbei sei - das DARF NICHT SO SEIN!!!

      Was denkt ihr?? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht??
      Bitte schreibt zurück - ich bin sooooo verzweifelt, denn ich liebe diesen Mann und will ihn nicht verlieren.

      Danke für's lange lesen!

      • Ihr habt harte zeiten hinter Euch, redet, du solltest dich in Professionelle Hände begeben um mit deinem Schmerz zurecht zu kommen, Ihr solltet vieleicht eine Paartherapie machen. Ich denke nicht das dein Mann es getan hat um weg von dir zu kommen sondern weil es eine scheiss zeit war und noch ist.....

      Der Anfang vom Ende ist nicht erst seit seiner Beichte, sondern seit 2,5 Jahren. Vielleicht steht ihr am Ende, aber vielleicht ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, dass ihr beide ganz von vorn anfangt. Liebe ist von beiden Seiten noch da.

      Die Zeit wird es zeigen. Einen ultimativen Rat kann dir hier niemand geben. Höre auf deine innere Stimme.

      Vielleicht solltet ihr auch eine Gesprächstherapie machen. Ich meine keine Paartherapie, sondern eine Therapie, wo ihr über die letzten Jahre sprecht und wo ihr auch Input von einer neutralen Person bekommt. Manchmal werden Gruppentherapien angeboten mit Paaren, die gleiches/ähnliches erlebt haben. So was kann helfen, muss es aber nicht.

      Ich möchte noch was zu deinem Vater sagen: für mich wäre sowas auch ein Schock und ich würde meinen Vater fürs erste zum Teufel jagen. Aber: zu dir war dein Vater immer gut (so klingt es in deiner Beschreibung). Versuche, ihm irgendwann wieder eine Chance zu geben. Er ist immer noch dein Vater. Und wenn du deinem Mann verzeihen kannst, dann solltest du auch deinem Vater irgendwann eine Chance geben. Ich könnte mir das nie verzeihen, wenn mein Vater stirbt und ich bin nicht mit ihm ins Reine gekommen.

      • Lieben Dank für Deinen Rat....

        • Ich kann Dir auch nur raten: Dein Vater ist Dein Vater, und wenn er ein guter Vater war, war er ein guter Vater. Ob er ein lausiger Ehemann war, mag man dahingestellt lassen, ist aber ein Problem Deiner Mutter und Du musst nicht ihr gegenüber loyaler sein als ihm gegenüber.

          Mein Dad ist mit 56 von einem Tag auf den anderen tot umgefallen. Da bleibt dann kein Raum mehr für eine Aussprache.

          LG

    Weißt du was - wenn man dich so liest, dann denkt man: Da geht es jemandem ZU gut, deswegen muss er sich ein paar Probleme machen, damit sie sich ordentlich unglücklich fühlen kann.

    Man kann durchaus auch ohne Kinder glücklich sein. Ihr habet es probiert, es soll nicht sein. Aber statt deinem Leben eine neue Richtung zu geben, hängst du zu Hause rum, und mutierst zur depressiven, unfähigen Hausfrau. Ein Job, oder eine Ausbildung oder ein Studium hätten dich eher ausgefüllt, und dir neue Ziele gegeben, auf die du dich zubewegen kannst. Statt dessen betrauerst du dein leeres Nest.

    Das sich dein Partner irgendwo ausheult ist wohl mehr als verständlich, oder? Ich weiß nicht, warum du darum so grotten-unglücklich bist - statt dich zu freuen, das er DICH offenbar immer noch für wichtiger hält als alles andere.

    Auch das du den Kontakt zu deinem Vater abbrichst - du bist sowas von selbstgerecht. Das ist eine Sache zwischen deinen Eltern - du hast da kein moralisches Urteil zu fällen.

    ---

    Also nimm das, was passiert ist als das was es ist: Ein Warnschuss!

    Krieg deinen Hintern hoch, und schau zu, das du aus dem Opfer-Modus rauskommst.



    • (8) 15.09.11 - 09:20

      Wenn ich das lese, Ihr habt es versucht und so....Klar hat mans versucht und manche werden nie gemeinsame Kinder haben, aber das das einen fertig machen kann ist doch klar? Andere nehmen es hin und sagen weiter gehts....Ich kann die TE verstehen....

      Ich glaube ich muss da mal was klar stellen...

      ich habe einen Job, der mir Spaß macht und der mich sehr ausfüllt. Seit der Fehlgeburt (musst operiert werden) habe ich einen ausgerenkten Kiefer, den ich 8 Stunden die Woche therapieren lassen muss.

      Diese 8 Stunden muss ich arbeitstechnisch aufholen. Somit bin ich täglich von 8.00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr abends aus dem Haus und betrauere nicht - wie Du es sagst - mein leere Nest.

      Diese Zeit hat mein Mann dazu genutzt, unbemerkt dieses Verhältnis zu führen, denn er fängt früher an und hat auch früher Feierabend.
      Wenn ich abends nach Hause komme, fühle ich mich auch ausgebrannt, somit verlagern sich viele Arbeiten auf das Wochenende - was uns dann die gemeinsame Zeit raubt.

      Nächste Jahr beginne ich ein Studium als Weiterqualifikation für meinen Job und habe schon jetzt Angst davor, was passiert, wenn hier "sturmfreie" Bude herrscht.

      Ich habe mich mit meiner Trauer in Arbeit geflüchtet... war manchmal länger als nötig auf der Arbeit, nur um zu Hause nicht wieder die alten Wunden aufreißen zu müssen... also komm mir bitte nicht mit "krieg Deinen Arsch hoch".

      Und was meinen Vater angeht: er hat es nicht meiner Mutter gebeichtet, dass er fremd gegangen ist... er hat es als erstes mir erzählt... er ist dabei zusammen gebrochen... ich musste ihn in eine Klinik einweisen lassen... ich habe so sehr gefleht, er solle sich doch noch mal überlegen, ob es das alles Wert ist, diese 35 Jahre aufzugeben. Er lebt jetzt mit seiner Affaire zusammen - schon allein deshalb will ich keinen Kontakt.

      Sorry, aber ich finde deinen Beitrag nicht so toll.
      Du zeigst überhaupt kein Verstandnis!
      Wenn man sich nichts sehnlicher wünscht als mit seinem Partner ein Kind und es nicht klappt und dann noch Fehlgeburten bzw. eine Eileiterschwangerschaft hat, dann wirft das viele, wenn nicht sogar die meisten aus der Bahn!
      Und bei jeder Frau zeigt sich das anderst. Die einen können besser damit umgehen und manche verfolgt es das ganze Leben.

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    Auf den Punkt!

    Du meinst also... nur weil ich einen tollen Mann, einen tollen Job und ein tolles Leben habe "mache ich mir mal eben Probleme"... und ... ääähhmm.... ja, was such ich mir denn mal schnell aus: ah ja.... genau... ich hätte gern eine Fehlgeburt!!!

    Das ist nicht wirklich Dein Ernst oder????

    Weißt Du was es heißt, ein Kind in sich zu tragen, dass sich beide Partner soooo sehr gewünscht haben.... quasi als Krönung der eigenen Liebe zueinander... und plötzlich bekommst Du Blutungen, wirst in einer Notoperation von dem getrennt, was Du mit inniger Liebe in dir getragen hast.... Du hast ja KEINE Ahnung.
    Du fällst in ein tiefes, nicht enden wollendes Loch... und Du siehst in dem Moment nicht, dass Dein Partner auch daran zu knabbern hat... Du liegst da mit schmerzenden Wunden - körperliche und seelische - die dich jeden Tag auf's neue daran erinnern, dass Du Dein Baby...Euer Baby nicht hast halten können. Und man fängt an, sich die Schuld zu geben... was hätte ich anders machen können... andere Ernährung... mehr Sport... weniger Sport... was auch immer. Man sucht die Schuld nicht beim Partner. Ich bin zum Beispiel nie auf die Idee gekommen, zu sagen... "hey - Dein Sperma ist so schlecht, wahrscheinlich wäre das Kind eh nicht lebensfähig gewesen"... NEIN... ich habe die Schuld nie wo anders gesucht, ich habe sie mir aufgelastet...

    Das ist dann also dein sogenannter Opfer-Modus.... wenn eine Frau versucht, den Schmerz NICHT ihrem Partner aufzulasten, sondern mit sich allein auszumachen...

    Ich hab mich nicht hingestellt und gesagt "ooohhh mir geht es ja soooo schlecht"...ich hab versucht, es zu vertuschen. Vielleicht hätte ich drüber reden sollen...vielleicht hätte auch er das tun sollen, denn auch mein Mann hat unter der Situation sehr gelitten, wie er mir ja nun gesagt hat. Aber er hat erst JETZT geredet und nicht vorher... er hat sich erst den Trost wo anders gesucht und hat dieses Problem nicht mit mir besprochen.

    Das ist etwas, was ich uns beiden vorwerfe...das WIR über UNSER tiefstes schwarzes Loch nicht geredet haben. Und - NEIN, wir gehören beide nicht zu der Kategorie Mensch, die nach einer Fehlgeburt sagen "Kopf hoch...beim nächsten Mal klappt es bestimmt" (zumal es beim nächsten Mal auch wieder in einer Katastrophe endete).

    • <<<Du fällst in ein tiefes, nicht enden wollendes Loch...>>>

      Ganz genau! Und wenn du nicht den Hintern hochbekommst, lieber weiter lamentierst, wirst du nix ändern!

      ich glaube schon das hier jeder deine emotionale ausnahmesituation versteht


      was wir nicht verstehen ist deine erwartungshaltung gegenüber deinem mann und einem vater

      dein vater hat dir vertraut
      liebe geht eben seltsame wege

      deine mutter muss allein wieder ihr glück suchen

      genau wie du

      und dein mann braucht auch etwas unterstützung

      Aber du hast doch deinen Mann in den 2,5 Jahren gar nicht an dich rangelassen. Du hast dich von ihm entfernt. Du hast dich bemitleidet. Wie es deinem Mann (auch Männer leiden nach einer FG) dabei geht, hast du gar nicht gesehen. Du hast ihn in SEINEM Schmerz alleine gelassen!

      Also sorry, ich bin auch für Treue in einer Partnerschaft! Das ist mit das Wichtigste für mich! Aber ihr habt beide Fehler gemacht. In meinen Augen hast du ihn aber in die Arme der Anderen getrieben! Er hat nur Trost gesucht! Den Trost, den er von DIR nicht bekommen hat!

      Du schreibst selbst, du bist in deine Arbeit geflüchtet. Wolltest nicht nach Hause, weil dort die Wunden wieder aufgerissen werden. Ich lese immer nur DU DU DU... Das ist in meinen Augen Opfer-Modus!!!!!

      • Ist ein Opfer-Modus nicht, wenn man die Schuld immer nur bei anderen sucht??? So nach dem Motto "der ist Schuld... und ich Arme muss es ausbaden". Darunter verstehe ich einen "Opfer-Modus".

        Nur noch mal zum mitschreiben:

        Ich habe IHM nie die Schuld an der Fehlgeburt oder an der Eileiterschwangerschaft oder an meinem ausgerenkten Kiefer oder wer weiß was gegeben. Ich habe IHM auch nie vorgehalten, er sei "kein ganzer Kerl" oder was weiß ich. Ich habe immer versucht, diese Problem ALLEIN zu lösen, wollte IHN damit nicht belasten, weil ich wußte, er leidet auch darunter. Habe deshalb "Fluchtmöglichkeiten" gesucht: Arbeit, PC, ... um NICHT immer zu rumheulen zu müssen, um zu verdrängen, was geschehen ist.... um immer noch die starke taffe Frau an SEINER Seite zu sein.

        Daher weiß ich nicht, was Du meinst, wenn Du schreibst :"ich lese immer nur DU DU DU"... ich kann die Dinge doch nur aus meiner Sicht schildern... und ich mache ihm keine Vorwürfe, dann würde ich schreiben" er hat... er wollte ... er sollte... er müßte"...

        Du schreibst, ich hätte ihn in SEINEM Schmerz allein gelassen - dazu kann ich nur noch mal anmerken (und ich nehme an, DU hattest noch keine Fehlgeburt, keine Ausschabung einer Eileiterschwangerschaft): DER SCHMERZ, den man in dem Moment empfindet, läßt es gar nicht zu, dass man den Schmerz anderer sieht. Ich habe ihn nicht absichtlich allein gelassen - sondern ich war emotional gar nicht in der Lage, das zu sehen. Und jetzt - damit Dein Statement zumindest in Teilen wieder stimmt: auch ICH habe mich in meinem Schmerz allein gefühlt.

        • "Ich habe immer versucht, diese Problem ALLEIN zu lösen, wollte IHN damit nicht belasten, weil ich wußte, er leidet auch darunter. Habe deshalb "Fluchtmöglichkeiten" gesucht: Arbeit, PC, ... um NICHT immer zu rumheulen zu müssen, um zu verdrängen, was geschehen ist.... um immer noch die starke taffe Frau an SEINER Seite zu sein."


          "Er stand auf dem Grundstück oder im Haus oft mit vielen Dingen alleine da. Wenn ich was erledigen sollte, hab ich das nicht gebacken bekommen (obwohl ich sonst ein sehr strukturierter und durchorganisierter Mensch bin). Selbst kleine Sachen wie aufräumen und putzen bereiteten mir so viel Mühe, dass ich mich oft in Kleinigkeiten verzettelte und am Ende nicht viel geschafft hatte, so dass er wieder mithelfen musste."

          Deine Aussagen passen gar nicht zusammen. Du widersprichst dir doch total! In deinem Ausgangs-Posting hast du nichts auf die Reihe bekommen, dein Mann musste dir helfen! Und auf ein mal bist du die starke taffe Frau an seiner Seite?

          Opfer-Modus ist für mich nicht unbedingt die Schuld bei jemand anderem zu suchen, sondern sich in Mitleid zu suhlen. Du hast dich entfernt, nicht er! Du hast dich in dein Schneckenhaus zurück gezogen! Nicht dein Mann! Er hat versucht dich mitzuziehen! Du wolltest aber nicht! Und das 2,5 Jahre lang bis er dir gebeichtet hat, dass er mit einer Kollegin sich getroffen hat und die GEKNUTSCHT haben!!!! Jetzt ist er der Böse, weil er sich Trost gesucht hat, den er von DIR nicht bekommen hat!

          "auch ICH habe mich in meinem Schmerz allein gefühlt."

          Wie hätte dein Mann den anders reagieren sollen? Du hast dich zurückgezogen. Er hat dir das gegeben, was du gebraucht hast! Erstmal deine Ruhe! Er kann doch nicht ahnen, dass du doch seine Hilfe (im Sinne von miteinander reden) möchtest, wenn du dich zurückziehst?!







          • Also... das mit der starken taffen Frau an seiner Seite und der hilflosen Person auf der anderen Seite widerspricht sich natürlich - da gebe ich dir vollkommen Recht. Das ist doch genau mein Problem:

            Im Job bin ich spitze, bei unserem Fotoforum hab ich alles gemanagt, alle habe ihm immer gesagt: "boahh... deine Frau... und wenn wir die nicht hätten"... natürlich fühlt man sich in einer solchen Situation als die starke taffe Frau an seiner Seite.

            Oder als es um seine Krankheit ging: alle fragten "wie hältst Du das aus... also ich an Deiner Stelle hätte schon.... bla bla". Und auch da bekannte ich mich als die taffe starke Frau an seiner Seite.

            Und dann gibt es da diese anderen Momente: er fängt draussen an zu arbeiten und ich mache drinnen irgendwelchen sinnlosen Kram, aber nicht das, was ich mir vorgenommen hatte. Das provoziert dann Knatsch... unbewußt, vielleicht weil ich immer gehofft hatte, dass er dann mal mit mir redet.

            Warum ist mein Mann jetzt der Böse?? Das kann ich Dir sagen - ich rede auch mit einem netten Kollegen über so mach private Sache... weil es auch mal gut tut eine andere Meinung zu hören. Aber NIE wäre ich auch nur im entferntesten auf die Idee gekommen, diesen Menschen zu berühren oder zu küssen. Und DASS ist es, was ich ihm jetzt durchaus vorwerfen. Verbal sich Hilfe und Trost zu holen ist das eine... es körperlich werden zu lassen das andere!

            • Weißt du, ich sehe es so: Du hättest die starke taffe Frau in EURER Beziehung sein sollen und nicht in allem anderen! Das ist der Fehler, den du gemacht hast! Du hast nicht auf deinen Partner "geachtet". Du hast deinen Mund nicht aufgemacht!

              Wie gesagt, wie soll dein Mann denn ahnen, dass du seine Hilfe doch willst, wenn du ihn nicht an dich ranlässt?! Verstehst du das? Du hoffst, er macht es, aber eine Chance dazu gibst du ihm nicht?!

              Dein Partner hat nichts davon, wenn du in deiner Arbeit gelobt wirst! Oder bei eurem Hobby! Er hat von dir nichts in dem Moment! Weil du dich zurückziehst, sobald es um eure Beziehung geht.

              Seine Krankheit habt ihr vor der KIWU-Zeit überstanden. Da hattest du auch noch ein Ziel vor Augen. Und jetzt? Welches Ziel hattest du in den letzten 2,5 Jahren vor Augen?

              Das was du ihm vorwirfst, verstehe ich vollkommen! Da nehme ich ihn auch nicht in Schutz! Er hat einen Fehler gemacht! ABER, er ist nicht der Einzige, der den Fehler gemacht hat! Du hast davor noch viel mehr Fehler gemacht und ihn durch dein Verhalten ihm gegenüber zu SEINEM Fehler getrieben.

              • @ lumidi...

                ja - ich gebe dir uneingeschränkt recht. und ja... ich habe unsere Beziehung vernachlässigt indem ich mich zurück gezogen habe. das ist mir - auch durch die postings der anderen - jetzt durchaus bewusst geworden.

                Ich habe, während ich hier rumtexte, nebenbei alle Therapeuten aus den gelben Seiten abtelefoniert. KEINER hat einen Therapieplatz. Einer hört sich das privat in zwei Wochen mal für eine Stunde an... Ich hab aber das Gefühl, gerade jetzt rennt mir die Zeit weg...

                Ich würde ALLES dafür tun, dass wir wieder zu einander finden. Aber alleine schaffe ich das nicht.

                Was gibt es noch für Möglichkeiten??

                • Also ich kenne mich leider mit anderen Möglichkeiten nicht aus. Aber ich würde dir raten, das was du hier geschrieben hast auch mit deinem Mann zu bereden. Sag ihm wie du dich gefühlt hast und seinen Schmerz etc. gar nicht wahrgenommen hast!

                  Vielleicht hilft euch das schon mal bis du einen Therapieplatz gefunden hast!

                  Ich wünsche dir alles Gute für eure gemeinsame Zukunft!

                  Ich mische mich mal ganz frech in eure Unterhaltung ein ;-)

                  Ich glaube, das Wichtigste ist, dass du deinem Mann verdeutlichst, was du hier auch geschrieben hast! Dass er erfährt, wie es in dir aussieht.
                  Hilfreich wäre auch, wenn du probieren würdest, dich in seine Lage, seine Gefühlswelt, zu versetzen! Welche Chancen hatte er denn eigentlich noch, wurde er nicht abgeblockt von dir, hat er noch Liebe (und ich meine gar nicht unbedingt im sexuellen Sinne) von dir erfahren? etc
                  Ich verstehe, dass du verletzt bist und ja, er hat einen Fehler gemacht - aber, wie schon geschrieben, ist sein Handeln ja aus einer SItuation heraus entstanden... Das kam nicht einfach so.

                  Es ist sicher wichtig, dass ihr gemeinsam, in langen Gesprächen, die Vergangenheit aufarbeitet - aber diese dann auch ruhen lasst. Damit meine ich nicht, die Fehlgeburt zu verdrängen! Damit meine ich, eure Fehler aufzuarbeiten und dann aber auch aufzuhören, sie euch vorzuhalten.

                  Was die Thearpieplätze angeht... Es gibt doch Wartelisten. Lass dich darauf setzen, manchmal springt ein Patient ab und dann ist doch eher ein Platz frei, als erwartet...

                  Wichtig seid IHR. Nicht nur du. Nicht nur er. Aber das "Wir" müsst ihr erst wiederfinden. Nimm mal frei von deinem Job, für den du soviel getan hast, versucht wegzufahren... und redet.

                  Viele Grüße
                  sniksnak

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