Der Wunsch und die gleichzeitige Angst vor dem 3. Kind

    • (1) 22.09.11 - 11:38

      Hallo,

      ich habe seit über einem Jahr einen neuen Partner den ich sehr liebe. Wir leben seit 8 Monaten zusammen und mittlerweile ist die anfängliche rosa Wolke natürlich verschwunden und geblieben sind sehr tiefe und innige Gefühle. Ich weiß auch das mein Partner mich liebt. Wir haben viele und auch konkrete Pläne was unsere Zukunft angeht. Wir haben beide den Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Schon der Gedanke daran ein gemeinsames Kind mit ihm zu haben lässt mich schauern, weil es eben aus wirklicher und aufrichtiger Liebe entstanden ist. Ich habe zu meinem Exmann nie derartig tiefe Liebe empfunden, deshalb bin ich zuweilen von der Heftigkeit überrascht.
      Dennoch mischt sich auch die Angst unter, ist das Kind gesund, was ist mit meinem Job, in welcher Form ändert sich daraus unsere Beziehung, etc.. Klar würde ich auch wenn die Beziehung zerbrechen würde, auch mit 3 Kindern klar kommen, auch diese Frage stelle ich mir. Meine Kinder würden sich auch freuen noch ein Geschwisterkind begrüßen zu dürfen. Sie haben meinen Partner sehr lieb gewonnen und es ist ein harmonisches Miteinander.
      Nun ist es so das ich wegen ihm letztes Jahr wieder mit der Pille begonnen habe, diese aber nicht vertrage. Wir haben beide damals gesagt wenn ich sie wieder nicht vertrage setzen wir sie ab und finden eine andere Lösung.
      Obwohl der Kinderwunsch vorhanden ist, tu ich mich jeden Monat schwer die Pille wegzulassen, nehme die Zwischenblutungen in Kauf etc. Nehme mir immer vor keine neue Packung zu beginnen .... und dann....
      Morgen ist es wieder soweit, eine neue Packung zu beginnen, und ich hadere schon jetzt mit mir. Mein Partner ist der Meinung ich solle sie nicht mehr nehmen, wir können auch anders verhüten, aber ich habe wie eine Blockade.
      Wer von Euch hat 3 Kinder?
      Wie ist es überhaupt so eine Patchworkfamilie zu haben?

      Danke und liebe Grüße

      • <<ich habe seit über einem Jahr einen neuen Partner den ich sehr liebe. Wir leben seit 8 Monaten zusammen <<

        Würde ich meine tatsächlichen Gedanken nun ehrlicherweise zu "Papier" bringen, hätte das meine sichere Sperrung zur Folge.

        Daher nur meine harmlose Frage:

        Betrachtet ihr ein gemeinsames Kind als Krönung eurer Liebe? :-)

        Gruss
        agostea
        (geballte Faust, mühsam schluckend)

        • Danke!





          Gruß von Thea, die sich freut gerade nicht das ausgesprochen zu haben was agostea dachte und sich in abgeschwächter Form zu posten getraut hat.

          Danke für Deine Antwort.

          Allerdings verstehe ich die Provoaktion Deiner Antwort nicht ganz.
          Ich meine man schreibt hier das Grobe was einem bewegt in eine Frage, kannst Du Dir vorstellen das es noch weitere Aspekte gibt?
          Das sich Menschen ein gemeinsames Kind wünschen weil sie sowohl viel Liebe, viel Platz, ein ansprechendes Leben zu bieten haben?
          Wir gehören nicht zur Sorte der Eltern welche auf Kosten anderer leben.
          Mein Partner kam nie in den Genuss viel von seinem Kind zu haben.
          Wir sind auch keine kleinen Kinder mehr, stehen mit beiden Beinen sicher im Leben.

          Manchmal frage ich mich ernsthaft ob bevor manche hier antworten auch nur ansatzweise nachdenken.

          Dennoch danke!

          • <<Manchmal frage ich mich ernsthaft ob bevor manche hier antworten auch nur ansatzweise nachdenken. <<

            Ich fürchte mehr, als andere im wahren Leben.
            Das ist nicht böse gemeint. Aber nach einem knappen Jahr gleich an Nachwuchs zu denken...egal. Lassen wir das.

            Die Krönung der Liebe. Ja, natürlich :-)

            Alles Gute!

            Gruss
            agostea

            • Du denkst also ernsthaft das die Dauer einer Beziehung eine so entscheidende Rolle spielt? Oberflächlich gesehen würde ich Dir da sicher zustimmen, aber es gibt auch Beziehungen die jahrelang ohne Inhalte bestehen und es gibt Beziehungen wo in ein paar Monate Dinge geschehen die man zusammen durchsteht und eine Beziehung erst richtig festigen.

              Ein Kind zur Krönung der Liebe.... mhhhh keine Ahnung, das sehe ich anders.

    So lange Du den geringsten Zweifel hegst, solltest Du mit einem weiteren Kind warten. Ich denke mal, die Zeit dafür ist noch nicht gekommen. Und ein Kind ist nichts, was man als Wunscherfüllung der Erwachsenen sehen kann. Es entsteht ein neuer Mensch, der einen Anspruch auf ein liebevolles, sicheres Aufwachsen hat. Da reichen, so glaube ich, acht Monate des Kennens nicht aus.

    Betr. Empfängnisverhütung solltest Du mit Deiner Gynäkologin sprechen, es gibt nicht nur eine Sorte Pillen und weitere andere Möglichkeiten.

    • Danke für Deine Antwort!:-)

      Zu Deiner Aussage bezüglich der Zeit... wir kennen uns schon länger, sind aber erst seit über einem jahr ein Paar.
      ich denke auch das man gewisse Dinge nicht an der Zeit und Dauer einer Beziehung festmachen kann, eher an dem Inhalt. Wir haben in der Zeit soviel schon gemeinsam erlebt und auch durchstanden, was die Sicherheit zwischen uns bestärkt.

      Das Pillenproblem war schon immer bei mir akut, habe auch schon mehrere versucht, leider immer mit dem gleichen Resultat.

      Liebe Grüße#blume

Liebe Nadin,

da Du ja nicht gefragt hast, was die Urbia-Gemeinde davon hält, sich nach einem Jahr Beziehung Gedanken über ein gemeinsames Kind zu machen, antworte ich Dir mal auf Deine tatsächlichen Fragen;)!

Also, wir sind eine Patchwork-Familie mit mittlerweile drei Kindern. Ich denke, man darf sich nicht vormachen....natürlich gibt es Einschränkungen, was die berufliche Karriere etc. angeht und, die Beziehung ändert sich auch erst einmal. Aber...: Für nichts auf der Welt würde ich nochmal tauschen wollen. Unsere Kinder sind 5,5 Jahre alt, 14 Monate und 5 Wochen...war nicht so geplant, aber gern genommen. Mein jetziger Freund ist der Papa von den beiden Kleinen. Zum leiblichen Vater des Großen besteht aber auch regelmäßiger und sehr guter Kontakt (wie waren 12 Jahre ein Paar und haben uns nach 8 Jahren entschieden ein gemeinsames Kind zu bekommen. Und, siehe da, 2 Jahre nach der Geburt haben wir uns getrennt. So viel zu...man muss sich vorher erst richtig kennenlernen;)! Ein Garant für ein `ewiges Zusammenbleiben´ist das nämlich nicht. Den Papa der beiden Kleinen habe ich vor 3,5 !!! Jahren kennengelernt und uns bewusst!!! nach einem Jahr Beziehung für ein gemeinsames Kind entschieden. Und, was soll ich sagen...unsere Beziehung läuft gut, klar, gibt es auch Höhen und Tiefen...es dreht sich alles gerade meistens um die Kinder (normal, bei zwei so kleinen), dennoch verstehen wir uns, ziehen an einem Strang und achten darauf, dass wir wenigstens ab und zu Zeit für uns beide haben. Ich denke, wenn man die 30 überschritten hat, kann man durchaus (auch nach erst 1 Jahr Beziehung) abschätzen, ob ein gemeinsames Kind passen würde oder man doch noch warten sollte. Wobei ich mich immer frage: Worauf? Wann ist denn der `richtige´Zeitpunkt für ein Kind? Wie Du siehst, kann auch eine gefestigte Beziehung nach 12 Jahren in die Brüche gehen. Und, ganz ehrlich, die Paare in meinem Freundes-/Bekanntenkreis, welche sich getrennt haben, waren durchaus einige Jahre zusammen.
Beruflich, wie gesagt, muss man mit drei Kindern schon Abstriche machen. Es sei denn, Du willst sie in eine Vollzeitbetreuung geben; was ich mir persönlich aber ziemlich stressig vorstelle. Ich bin momentan noch in Elternzeit; werde aber danach max. 30 Std. die Woche arbeiten, weil ich einfach auch noch Zeit für die Kids haben möchte. Allerdings bin ich `Freiberufler´und kann mir meine Arbeitszeit selbst einteilen.
Noch zu dem Thema `Patchwork´: Bei uns klappt es hervorragend; der Große liebt seinen `2.Papa´total...und umgekehrt genauso. Ich merke keinen Unterschied, dass er nicht der leibliche Vater ist (das ist auch ganz wichtig, denke ich). Es fühlt sich für alle wie eine `ganz normale Familie´an...eben mit 2 Vätern. Allerdings glaube ich auch, dass es nicht zwangsläufig so sein muss...es gibt sicherlich auch andere Fälle. Wichtig ist eben, dass man den neuen Partner komplett mit einbezieht..eben auch in die Kindererziehung etc. Wir gehen z.B. auch gemeinsam zu Elternabenden usw. (ja, beim ersten Elternabend in der Schule unseres Sohnes sass ich mit 2 Vätern;)).
Ich kann Dir nur sagen, horch in Dich hinein...Du bist 33 und wirst schon die richtige Entscheidung treffen. Dass Du vernünftig mit dem Thema umgehst, sieht man ja schon daran, dass Du Dir im Vorfeld Gedanken machst und, glaub mir, Ängste bezügl. eines dritten Kindes werden immer wieder auftreten, solange es noch nicht da ist. Ich hatte das bis zur Geburt, aber, es ist doch alles einfacher&stressfreier, als ich es mir vorgestellt habe!

Liebe Grüsse & viel Glück bei Deiner Entscheidung!
Sina

  • Ganz lieben Dank für Deine ausführliche Antwort!
    Ich bin froh das es noch Leute hier gibt die auf die WIRKLICHEN Fragen antworten.

    Ich habe gestern abend noch ein langes Gespräch mit meinem Partner geführt. Ich werde heute keine neue Pillenpackung anreißen, aber an den kritischen Tagen verhüten. Ich freue mich darüber, denn ohne Pille bin ich ein ganz anderer Mensch; weiblicher, sinnlicher und ehrlicher zu mir selbst.
    Er meinte in unserem Gespräch das, wenn es doch passieren sollte, es kein Problem sei und wir uns doch gemeinsam freuen würden.

    Momentan bin ich in einer Vollzeitstellung in der Personalverwaltung mit 80 Mitarbeiern. Diesen Job möchte ich natürlich auch nach einem Jahr Elternzeit fortführen können. Meine Arbeitsstelle ist unweit unserer Hauses von daher fällt ein längerer Arbeitsweg weg.

    Ja wie Du schreibst eine Garantie für eine Beziehung gibt es nie. Ich war seit ich 18 bin mit dem Vater der kids zusammen, hatten alles, Haus, Urlaub, schicke Autos etc.... Das ist nicht alles. Heute, mit Abstand betrachtet, wenn ich die Gefühle sehe, welche ich jetzt meinem neuen Partner entgegenbringe, habe ich diese meinem Ex nie empfunden. Erschreckend.

    Ich würde mich freuen ein gemeinsames Kind zu haben, aber die Ängste bleiben. Ich kann mich sicher nicht dazu durchringen zu sagen, ok jetzt los.... Wenn muss es einfach passieren.

    Nochmal danke und für Euch alles Liebe und Gute!

Leben wir vielleicht das gleiche Leben #schock ????

Genau dasselbe habe ich erlebt. Diese harmonische, innige und anfangs heftige Beziehung ist in eine sehr verantwortungsvolle Miteinander übergegangen, in dem meine Kinder aus erster Ehe von ihm vom Herzen angenommen wurden. Ich habe meinem Ex gegenüber auch nie dasselbe empfunden, wir waren aber auch sehr jung zusammengekommen und uns recht auseinander entwickelt...

Ich habe mich für das Baby entschieden. Habe mit der Cerazette auch nur noch "rot gesehen" und da wir immer wieder zaghafte Pläne für ein drittes Kind gehegt haben, die Tabs abgestellt und es darauf ankommen zu lassen. Nun bin ich schwanger und wir beide wahnsinnig glücklich darüber.

Ich habe auch Angst, dass es mit der Entwicklung des Babys vielleicht etwas schiefgehen kann, heutzutage gibt es aber einige Möglichkeiten der pränatale diagnostik, so dass wir uns auch für eine entschieden haben.

Ob eure Beziehung dafür reif ist, mußt natürlich DU wissen. Ich bin mit meiner Entscheidung sehr glücklich und habe mir bei keiner der SS jemals einen Gedanken daran verloren, wie es gehen würde, wenn´s mit dem Partner doch nicht klappt. Es ging immer ;-)

Ich wünsche dir die für dich beste Entscheidung zu treffen und dass ihr noch lange #klee lich seid!

Lg

Eva #winke

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