unerfüllter Kinderwunsch und die Belastungsprobe schlechthin

    • (1) 27.09.11 - 08:42
      immernochnicht

      Hi,

      muss mal meinen Frust rauslassen. Mein Mann und ich versuchen seit ungefähr 2 Jahre ein Baby zu bekommen. Gesundheitlich bei beiden alles i.O. aber es scheint einfach nicht klappen wollen. Um uns herum scheint es nun wie verhext zu sein und alle paar Wochen kommt eine andere als schwanger daher. Inzwischen können wir auf 8 Schwangere im Bekanntenkreis zurückgreifen.
      Vermehrt kommen an uns nun so lieb gemeinte Sprüche, bei euch wird es auch langsam Zeit, haltet euch ran usw..... (wir halten unseren Wunsch bisher geheim). Worauf wir nach außen immer ganz locker (unser Innerstes kann man da nicht beschreiben) reagieren, haben ja noch Zeit (ich bin "erst" 28) haben frisch gebaut etc. pp...

      Auf Grund dieser abwehrenden Haltung tuen wir uns schwer nun offen mit unserem KW umzugehen, zumal wir beide das auch irgenwie nicht möchten. Aber manchmal glaube ich, dass wir uns das Leben dadurch selber schwer machen. Nicht zu vergessen die monatlichen Dramen, (die sich aber nur im innersten abspielen) wenn die rote Pest sich wieder eingestellt hat.

      Im Moment wäre wieder perfektes Timing, welches für mich (mein Mann nimmt es noch ein bissel lockerer wie ich) schon bald zur Qual wird. Meiner Meinung nach hat das ja alles eh keine Sinn und warum sollen wir uns die Hoffnung machen, wenn ich ja doch in zwei Wochen wieder am heulen bin usw. (kann man vielleicht verstehen oder auch nicht)
      Außer, das mein Mann findet, ich soll das ganze mal lockerer angehe ( O-Ton: das klappt schon noch) ist er sehr verständnisvoll (sofern ein Mann das bei diesem Thema sein kann) und fängt mich auch alle 4 Wochen wunderbar auf. Aber ich merke, dass er tief im Inneren sehr mitleidet und es so langsam auch bei Ihm an die Nieren geht...
      ABER: da müssen wir wohl durch

      So, eigentlich Silopo aber hat mal gut getan mit jemanden, außer meinem Mann, darüber zu "reden"...

      • Hallo,

        als ehemalige Kinderwunschpatientin weiß ich ganz genau, was du durchmachst.

        Zwei Jahre üben sind keine Pappenstiel, es hat sicher einen Grund, warum es nicht klappt.

        Ich würde euch schnellstens emfpfehlen, euch in eine Kinderwunschklinik überweisen zu lassen. Je jünger ihr seid, umso besser.
        Hat dein Mann schon mal ein Spermiogramm machen lassen?

        Du schon mal eine Bauchspiegelung?
        Bei mir hieß es bis zur ersten Eileiterschwangerschaft auch immer: Frau XYZ alles in Ordnung! Haha, heute kann ich nur darüber lachen.
        Nach der Bauchspiegelung: oh - nur ein Eileiter vorhanden (der nicht beweglich ist, oh - nur ein funktionstüchtiger Eierstock, oh- schwere Endometriose.
        Weitere Untersuchungen haben dann eklatante Störungen im Hormonhaushalt ergeben, so dass ich von allein nie einen Eisprung habe, obwohl ich immer regelmäßig meine Mens bekomme.
        Nach vielen IVF und ICSI - Behandlungen haben wir uns (bin jetzt 40, mein Mann 42)schweren Herzens von unserem Kinderwunsch verabschiedet.
        Ich möchte dich nicht runterziehen, ich möchte dir nur damit klar machen, dass ihr schnell etwas unternehmt und euch in eine Kinderwunschklinik begebt.
        Meine Erfahrung ist, dass normale Gyns einfach nicht die Erfahrung und das Know-How haben, was in einer Kinderwunschklinik an der Tagesordnung ist.

        Alles Gute

        Nici

        (3) 27.09.11 - 09:14

        Hallo,

        ich kenne diese Problematik nur zu gut, wir hatten das Drama fast 5 Jahre lang.

        Auch mir/uns wurde jahrelang gesagt, dass gesundheitlich alles i.O. wäre, bis ich mich von einem Spezialisten untersuchen ließ (er sah sich auch die Befunde meines an). Im Endeffekt war gar nichts in Ordnung, ohne künstliche Befruchtung wären wir keine Eltern geworden. Wäre ich gleich zum richtigen Arzt gegangen, hätte ich uns einiges erspart.

        Wir versuchten, unseren Kinderwunsch geheim zu halten, das erwies sich als komplett falsch. Bei jedem Familientreffen wurde uns erzählt, wer wieder alles ein Kind bekommen würde. Meistens habe ich mich gefreut, diese Nachrichten zu hören, doch hin und wieder wurde ich einfach zornig, da ich mir unzulänglich vorkam. Ich entwickelte Neidgefühle, so wollte ich nicht sein.

        Mein Tipp: Sucht eine Kiwu-Klinik auf!

        Den Kopf nicht hängen lassen, ich drücke euch die Daumen, daß es bei euch beiden genauso gut wird wie bei uns. #liebdrueck


        Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an. Erstmal wirklich ALLES durchchecken lassen.


        Aber ganz ehrlich: Du schreibst selbst von deinen monatlichen Zusammenbrüchen. Das kann eine Beziehung sehr belasten. Ich habe das mit meinem Ex auch durchgemacht, mit dem Ergebnis, dass die Beziehung u. a. deshalb gescheitert ist. Wie du schreibst ist es mit der Lockerheit schon lange vorbei und auch wenn ich jetzt leicht reden habe, schalte einen Gang zurück und mache nicht alles Glück davon abhängig. Ich weiß, wenn man mitten drin ist, kann man das nicht so einfach.

      • Hallo immernochnicht,
        am Anfang gehörte ich auch zu der Fraktion, die den Kinderwunsch fast völlig geheim hielt. Nach inzwischen vier Fehlgeburten hab ich eine andere Einstellung. Ich gehe durch eine schwere Zeit, und es ist für mich viel besser, wenn meine Freunde das wissen. Hart genug, es bei der Arbeit geheimhalten zu müssen (da aber wirklich, weil ein Kinderwunsch ja ein echtes Karrierehindernis sein kann).

        Aber wenn zumindest der engere Freundeskreis bescheid weiß, treten weniger Leute in die ja überall aufgestellten Fettnäpfchen, meine Freunde sind nachsichtiger, wenn ich mal nah am Wasser bin, und für mich da, wenn ich mal wieder eine FG hatte. Das ist so viel Wert!

        Ansonsten kann ich nur sagen: Tu neben der Kiwu-Behandlung auch was für dich! Ich fand Reiseplanung immer ganz hilfreich, vorzugsweise solche Reisen, die man schwanger eher nicht macht: Langstreckenflüge, Sporturlaub und so. Da ist man in einer Win-Win-Situation: Entweder du bist bis dahin schwanger - oder ihr habt eben gemeinsam einen tollen Urlaub. ;-)

        Abgesehen davon: Ja, es ist eine harte Zeit. Ja, es ist eine Belastung für die Psyche und für die Partnerschaft. Augen zu und durch!

        Viel Glück
        Tammi

        • (6) 27.09.11 - 09:35
          immernochnicht

          Hallo Ihr Lieben,

          erst einmal danke für eure Antworten.

          Zu unsere gesundheitlichen Situation, Spermio und Hormone könnten bei beiden nicht besser sein (GYN und Urologe), Eilieiterdurchlässigkeit wurde bei mir gemacht und nichts auffälliges festgestellt. Eisprünge finden statt. Bin mit meiner Ärztin, die schon sehr gut handelt bei KW, nun so verblieben: Lassen der Natur noch bis Ende des Jahres Zeit und dann kommt der Schritt in die Klinik....

          Ich sträube mich innerlich noch sehr dagegen und es kommt immer der Gedanke, warum denn nur wir. Ich bin von der Persönlichkeit sehr stark mit dem katholischen Glauben verwurzelt und möchte alles künstliche erst wenn nichts mehr geht. Und von daher sage ich mir wieder, was sind schon zwei Jahre. Auf der anderen Seite, ohne Kinder geht gar nicht und für uns käme auch eine Adoption in Frage.
          Ich habe eine zeit lang mit Ovus gearbeitet, Temperatur noch nie gemessen und es ist jetzt auch nicht so, dass ich um den Eisprung in totalen Druck gerate. Der kommt immer erst bei der Periode und dann verfliegt er auch wieder. Aber vielleicht rede ich auch alles nur schön ;-)

          • (7) 27.09.11 - 10:48

            Hallo,

            ich kann euch nur raten, das Thema nicht zum Lebensmitttelpunkt zu machen. Genießt euer jetziges Leben, so gut ihr könnt. Macht Reisen, trefft euch mit Freunden usw. und lebt möglichst stressfrei...

            Bei uns war es so: wir hatten KIWU, nix passierte. Dann habe ich meinen Mann zur Untersuchung geschickt. Ergebniss: Ganz ganz schlechtes Spermiogramm. ICSI wurde geraten. Sonst hätten wir keine Chance. Wir waren deprimiert und dann ging das Theater mit den Kassen los wg Kostenübernahme. Wir fanden das so nervig, dass wir uns mit dem Thema gar nicht mehr so befasst haben. Ich habe nicht gemessen und nicht gezählt, wir waren schön im Urlaub und auf einmal hat sich der Zwerg angekündigt, einfach so #huepf

            Nun ist er fast 3 und kriegt in drei Monaten Verstärkung duch Zwerg 2 :-p Auch einfach so....

            Lasst es euch gutgehen und viel Glück #klee

            PS Vielleicht hilft dir dein Glaube

            • (8) 27.09.11 - 11:05

              Na das macht doch mal Hoffnung. Fahren Anfang November in die Türkei. Ist zwar nicht der richtige Zeitpunkt, aber vielleicht hält die Entspannung ja an:-)

              Ich bin so hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Natürlichkeit und der intensiveren Betreuung mit allen Konsequenzen.
              Mein Mann sagt immer, vielleicht ist einfach unsere Zeit für ein Würmchen bisher noch nicht gewesen und vielleicht hat er ja recht. Vielleicht sagt man uns aber auch nach intensiveren Untersuchungen, das hat ja nicht klappen können.

              Och Menno, warum werden manche ohne das sie es wollen schwanger und andere haben solch einen Kampf? Wobei ich eine Freundin habe mit der inzwischen 5. Fehlgeburt, auch nicht einfach. Dann doch lieber nicht schwanger...

              • Mir scheint, richtig loslassen wirst du auch da nicht können. >>Ist zwar nicht der richtige Zeitpunkt, aber vielleicht hält die Entspannung ja an <<


                Bei mir hat es 6 Jahre gedauert, bis ich endlich schwanger wurde. Habe PCO, Schilddrüsenunterfunktion usw. Es hat erst geklappt als ich mich von dem Druck richtig befreit habe. Neuer Job, andere Lebensplanung usw., schwups war der Kleine unterwegs und zwar dann als ich es echt nicht brauchen konnte ;-)

                Was ich damit sagen will ist folgendes: Versuche dein Leben zu leben, ohne dir ständig den Druck zu machen. Ohne auf jeden Monat zu hoffen. Ob das Kind nächstes oder übernächstes Jahr kommt, ist egal, im Verhältnis dazu, sich kaputt zu machen.

                Das ist schwer und leicht gesagt ich weiß, wenn medizinische Gründe vorlegen auch nicht umsetzbar. Aber der psychische Druck ist nicht zu unterschätzen.


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