Wieder-Kontaktaufnahme mir Schwiegereltern?!

    • (1) 30.09.11 - 09:52
      Schwiegertochter

      Guten Morgen allerseits,

      sorry, wenn ich mich kurz fasse, aber ich muss die Zeit nutzen die meine Tochter schläft ;). Wie die Überschrift schon sagt, geht es darum, ob mein Mann, meine 9 Monate alte Tochter und ich den Kontakt zu meinen Schwiegereltern wieder aufnehmen sollen. Ein kurzer Abriss der Geschichte:

      Mein Mann hatte zwar keine "typische" schlimme Kindheit, aber es war doch einiges, woran er heute noch merklich zu knabbern hat (Vater Alkoholiker, hat sich aber meistens unter Kontrolle; Beschimpfungen und ab und zu auch Ohrfeigen von beiden Elternteilen, oft emotionaler Druck/Erpressung von der Mutter). Vor 9 Jahren sind wir im Studium zusammengekommen und sehr schnell zusammen gezogen. Unserer beider Familien wohnen eine Autostunde entfernt; allerdings in entgegengesetzte Richtungen.

      Anfangs dachte ich, ich würde mit den beiden ganz gut auskommen. Ziemlich schnell habe ich aber doch gemerkt, dass sein Auszug besonders seiner Mutter merklich gegen den Strich ging. Er kam sie ihrer Meinung nach nicht oft genug besuchen (wir hatten kein Auto und mit den Öffentlichen dauert die Fahrt dann doch mindestens 2 Stunden), und Schuld daran war natürlich ich. Auf Familienfeiern schlichen sich immer mehr Sticheleien mir gegenüber ein, die auch immer fieser wurden, bis ich schließlich gar nicht mehr gegrüßt und vollends ignoriert wurde. Die Hochzeit vor 5 Jahren wurde auch eher säuerlich aufgenommen ("Jetzt hat sie es also geschafft"), auch wenn sich bei der Feier selbst aber bis auf ein wenig Geheule benommen wurde.

      Der Kontakt wurde weniger und brach nach einem großen Streit vor 2 Jahren (mein Mann sollte doch wieder nach hause ziehen) ganz ab. Ich möchte hier betonen, dass das nicht nur von mir, sondern auch besonders von meinem Mann ausging, der selbst schon lange keine Lust mehr auf den Dauerstress mit seinen Eltern hatte. Seine Mutter wollte das eh schon angeknackste Verhältnis nie wahrhaben und hat natürlich alles auf mich geschoben.

      Als ich schwanger wurde, haben wir nicht bescheid gesagt, und auch nicht, als unsere Tochter dann auf die Welt kam. Über ein paar Ecken ist es ihnen dann aber doch zu Ohren gekommen, woraufhin ein sehr wütender, verständnisloser Telefonanruf folgte. Auch, als mein Mann vor zwei Monaten zu seinem Elternhaus fahren musste, um Papiere zu holen, wieder nur Steit und Hetze gegen mich.

      So. Letzte Woche trudelte nun eine E-Mail von den beiden bei mir ein, in der sie sich für ihr Verhalten bei unserem letzten Streit entschuldigen. Außerdem haben sie mit ihren Vornamen unterschrieben (habe sie immer siezen müssen), und sie fragen nach einem Treffen mit uns und unserer Tochter. Wie würdet ihr darauf reagieren?

      Ein Problem ist, dass mein Mann und ich ehrlich gesagt schlichtweg keine Lust auf ein Treffen haben. Diese ewigen Streitereien und Übergriffigkeiten haben uns so viele Nerven und Tränen gekostet und seit zwei Jahren ist es endlich mal harmonisch und ruhig. Wir haben Angst, dass der Stress und die Einmischungen wieder von vorne losgehen. Wir möchten auch nicht, dass unsere Tochter den ständigen schwulen- und ausländerfeindlichen Sprüchen ausgesetzt ist oder erzählt bekommt, dass die Oma stirbt, wenn sie nicht brav ist (so wie mein Mann es erzählt bekommen hat).

      Andererseits wollen wir den Kontakt zwischen Enkelin und Großeltern nicht prinzipiell unterbinden und haben uns schon öfter Gedanken darüber gemacht, dass mein Mann irgendwann in den sauren Apfel beißen und die beiden mit der Kleinen besuchen gehen muss.

      Durch die E-Mail hat sich natürlich die Basis des ganzen verändert. Wir können abblocken oder darauf eingehen, wobei ich bei der zweiten Variante ebenfalls gefragt wäre, trotz allem, was vorgefallen ist. Dabei sind noch so viele Sachen ungesagt, die ich dann um des lieben Friedens willen begraben müsste.

      Ohje, das ist jetzt doch etwas länger geworden... Also, Eure Meinung dazu?

      Gruß,

      die Schwiegertochter

      • Hallo,

        haben sie sich vor besagter Email je entschuldigt für ihr Verhalten, oder war dies das erste Mal, das sie augenscheinlich ihr Verhalten hinterfragt haben?

        • (3) 30.09.11 - 10:12
          Schwiegertochter

          Nein, auch bei dem Treffen mit meinem Mann kurz zuvor "wussten" sie gar nicht, was sie falsch gemacht haben und haben wohl auch wieder ein paar Sprüche (vornehmlich gegen mich) losgelassen.

          Gerade deshalb war die Mail aber sicher eine große Überwindung für sie, und ich erwarte ja auch nicht, dass sie mich mögen - aber dass sie sich zusammenreißen können. Und dass das auf Dauer klappt, bezweifle ich mal...

          Gruß

          • Das finde ich ihre Entschuldigung eine große Geste.

            Denn wer über Jahre eine Schiene fuhr und sich dann hinterfragt, sein Verhalten hinterfragt, der hat es zumindest verdient eine Chance zu bekommen.

            Das wird sicherlich schwer für euch werden.

            Ich denke allerdings, wenn Jahre zuvor das eigene Verhalten nicht geändert wurde und nun jetzt, wird schon so etwas wie "Reue" dahinterstecken.

      Hallo!

      "Ein Problem ist, dass mein Mann und ich ehrlich gesagt schlichtweg keine Lust auf ein Treffen haben. Diese ewigen Streitereien und Übergriffigkeiten haben uns so viele Nerven und Tränen gekostet und seit zwei Jahren ist es endlich mal harmonisch und ruhig. Wir haben Angst, dass der Stress und die Einmischungen wieder von vorne losgehen. Wir möchten auch nicht, dass unsere Tochter den ständigen schwulen- und ausländerfeindlichen Sprüchen ausgesetzt ist oder erzählt bekommt, dass die Oma stirbt, wenn sie nicht brav ist (so wie mein Mann es erzählt bekommen hat)."

      Dieser Absatz haut einen ja fast um. #schock

      Meine Meinung kurz und knapp: Nein ich würde mit diesen Leute keinen Konakt aufnehmen wollen. Ihr verhalten geht überhaupt nicht.

      Ihr seid jetzt eine glückliche Familie. Was ist wenn sie wieder Stress machen? Zusätzliche Belastung, nein die kann man sich sparen.

      Meine Kinder kennen die meisten Leute von meiner Familie nicht. Warum? Als wir noch klein warum, wurde auf super Familie gemacht. Später hat man immer mehr mit bekommen wie die Leute sich hassen. Jeder schimpf und unterstellt böses, verbreitet Lügen. Dafür habe ich keinen nerv mehr.

      Meinen Kinder möchte ich das einfach ersparen.

      Gruß Nati

      • (6) 30.09.11 - 10:23
        Schwiegertochter

        "Als wir noch klein warum, wurde auf super Familie gemacht. Später hat man immer mehr mit bekommen wie die Leute sich hassen. Jeder schimpf und unterstellt böses, verbreitet Lügen."

        Ja, genau so war es wohl auch bei meinem Mann :-(. Wir fragen uns halt, ob die "Nachteile" für unsere Tochter so sehr überwiegen, dass sie den Nichtkontakt rechtfertigen. Ich war noch nie mit so einer Situation konfrontiert und kann schwer einschätzen, ab wann wir überreagieren. Mein Mann und ich sind beide Menschen, die anderen Leuten schwer vor den Kopf stoßen können, das macht die Sache natürlich nicht leichter.

        Danke für Deine Meinung :)!

        • Hallo!

          Sicher ist es nicht schön, wenn deine Tochter ohne Oma und Opa ist. Nur wenn dann erst mal Stess herrscht, dann wird deine Tochter das auch mit bekommen. Kinder sind ja nicht dumm. ;-) Die merken wenn etwas mit Papa und Mama nicht stimmt.

          Bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich die richte Entscheidung getroffen habe, den Konakt zu meiner Mutter abzubrechen. Ich selbst war sehr oft traurig, unruhig, wütend und später färbte das auf meinen Mann und unser Kind ab. Das war für mich der Punkt wo ich gesagt habe, ich "muss" mich entscheiden.
          Traurig bin ich schon, meine Mutter lebt heute nicht mehr, aber troztdem war es die richtige Entscheidung. Zu 100%

          Dein Mann muss hald überlegen wie schlimm die Zeit damals war und welchen Stress ihr später hättet. Wenn die Familie leidet ist das nicht gut.

          Bin auch jemand, der jedem tausend Chancen gibt, aber irgendwann hab ich es doch geschafft.

          Vielleicht gebt ihr den Eltern von deinem Mann noch eine Chance. Wer weis, überlegt es euch gut.

          Alles Gute für die Entscheidung.

          Gruß Nati

    Hallo,
    unverbindlich.Vielen Dank für die Einladung wir kommen euch demnächst mal besuchen u.s.w.
    Ich würde auch anfangen Weihnachtskarten zu schreiben etc.---immer schön höflich und formell.Sie werden eine Kontaktsperre auf Dauer nicht akzeptieren,also würde ich aktiv den Rahmen setzen .

    L.G.

(11) 30.09.11 - 10:32

Ganz ehrlich?

Ich würde gar nicht auf diese Mail reagieren, denn nach allem, was da vorgefallen ist, hätten diese Leute zumindest den Mut haben sollen, sich von Angesicht zu Angesicht bei Dir und Deinem Mann zu entschuldigen. Und darüber hinaus kann man vieles verzeihen, aber noch lange nicht alles. Nachdem Dir nun offenbar schon seit Jahren manipulatives Verhalten unterstellt wurde, wäre bei mir Schicht im Schacht, wirklich...

Ich hatte selbst einen solchen Schwiegerdrachen und soll ich Dir was sagen? Auch von ihr kam vor Jahren mal eine halbherzige Entschuldigung, die nicht lange anhielt. Vor zwei Jahren überspannte sie den Bogen endgültig und ich habe den Kontakt unwiderruflich abgebrochen. Der einzige Weg zurück wäre eine Entschuldigung ihrerseits gewesen, was sie seit nunmehr zwei Jahren beharrlich verweigert.

Ich bin seit mehr als 10 Jahren von ihrem Sohn getrennt und trotzdem bewirft mich diese Frau immer noch mit Dreck und das auch noch vor meinem Sohn, dem dann auch noch Konsequenzen angedroht werden, wenn er für mich jedes Mal Partei ergreift. Sie schreckte nicht einmal davor zurück, meinen Sohn der Lüge zu bezichtigen, als er mir von ihren letzten Unterstellungen berichtete und ich sie darauf hin endlich zu Rede stellte. Bis hierher und keinen Schritt weiter...

Sie unterlässt es auch jetzt nicht, mir Schlechtes nachzusagen, aber ich habe sie aus meinem Leben verbannt und lasse das alles nicht mehr an mich heran. Man trifft sich immer zweimal im Leben und alles was man tut, holt einen irgendwann ein. Derart niederträchtige Menschen brauche ich nicht in meinem Dunstkreis.

Der Rat, es ganz langsam und in einem sehr weitgesteckten Rahmen angehen zu lassen, ist wohl am besten.

Ich wäre äußerst misstrauisch nach all den Vorfällen, vor allem was die Hetze gegen Dich anbetrifft. Ich glaube nicht so recht an eine wundersame Wandlung.

Bevor ich und vor allem das Kind in persönlichen Kontakt mit ihnen treten würde, müssten sie schon eine Weile zeigen, dass sie wirklich guten Willens sind. Darum würde ich sehr kurz auf die e-mail mit einer e-mail antworten, dass Du sie erhalten hast und Du hoffst, dass es ihnen gut geht. Wenn sie dann darauf vernünftig antworten, kannst Du wieder per e-mail ein wenig über Eure Tochter zurückschreiben und ein Foto mitschicken. Das würde ich eine Weile so praktizieren, um zu sehen, ob sie mit freundlichem Benehmen "durchhalten". Dann erst kann man sich irgendwo auf neutralem Boden begegnen, also alles in ganz kleinen Schritten.

Dein Mann muss weder mit der Kleinen hinfahren, noch musst Du sie ihenn "mit fliegenden Fahnen" darreichen. Hör auf Dein Bauchgefühl und achte den Willen Deines Mannes. Ich weiß, wie schwer eine solche Abgrenzung ist, aber tut es Eurer Tochter und Eurer familiären Harmonie zuliebe.

Da wäre mir zu viel vorgefallen - und was Du schreibst, ist echt nicht ohne... ich würde den Kontakt nicht wieder aufnehmen.

wartemama

Über deinen Thread grübel ich jetzt schon ne Zeit lang rum. Meine Eltern sind wie die deines Mannes, nur ein paar Noten schlimmer. Eigentlich ist es nur meine Mutter aber mein Vater hat keine Schnitte gegen sie. Meiner Frau geht es wie dir, nur haben wir, Gott sei Dank, kein gemeinsames Kind.

Die persönlich betroffene Saite in mir schwingt und sagt never ever, halt dir das Volk vom Hals. Allerdings kostet es einiges um den ersten Schritt zu machen, das ist auch nicht leicht und sich zu entschuldigen. Hier hat eine Userin geschrieben unwiederruflich. Nichts im Leben ist unwiederruflich, weil keiner von uns weiß, was morgen ist.

Wie wäre es, wenn du es so machst, wie asbo es geschrieben hat. Möglichkeiten aufzeigen und sehen, wie diese Möglichkeiten genutzt werden. Bist du das notwendige Übel für den Enkel oder bemüht man sich auch mit dir klar zu kommen. Man muss sich ja nicht lieben aber man kann vernünftig miteinander umgehen. Jeder hat m. E. eine zweite Chance verdient, schau, ob es ihnen ernst ist. Wenn nicht, ist das zwar eine schmerzhafte Erfahrung aber dann hast du Gewißheit.

  • (15) 30.09.11 - 13:31
    auch eine Schwiegertochte

    "Bist du das notwendige Übel für den Enkel oder bemüht man sich auch mit dir klar zu kommen."

    Ich bin der Meinung das sie nur das notwendige Übel für den Enkel ist, ansonsten hätten sie es mit der Versöhnung schon viel eher versucht.
    Es war bei meiner Schwiegermutter ähnlich und ich bin bis heute diejenige die ja ihren Enkel austragen durfte.

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