Morbus Ebstein, wer kann mich beruhigen?

    • (1) 17.10.11 - 21:51
      ebstein

      Hi,

      ich bin gerade sehr durcheinander.
      Seit einem guten halben Jahr gibt es einen neuen Mann in meinem Leben. Ich mag ihn sehr, also ich bin wirklich verliebt. Er auch (sagt er). Wir haben schon über eine gemeinsame Wohnung irgendwann nächstes Jahr gesprochen. Egal, es passt total. Er sieht gut aus (finde ich), ist sportlich und wir können toll reden, alles passt gut.

      Egal, lange Vorrede aber ich bin ein bisschen durch den Wind.
      Nicht lange nach unserem Kennenlernen hat er erzählt dass er einen Herzfehler hat, er nimmt Medikamente dagegen und es ist soweit alles gut. Das sagte er damals. Ich habe auch nie etwas gemerkt außer die Tabletten die er hat (oh was für ein Deutsch aber ich kann nicht so richtig klar denken gerade).
      Wir waren heute abends verabredet und wollten noch zur Eröffnung einer Ausstellung von einer Kollegin von ihm. Als wir dort waren, sagte er nach ein paar Minuten ihm wäre nicht gut und dann gingen wir raus weil er frische Luft brauchte und dann fing er an nach Luft zu schnappen und sackte ganz merkwürdig zusammen und wurde ohnmächtig, also ich glaube er war ohnmächtig, er hat sich nicht mehr gerührt, ich habe noch nie jemanden gesehen der ohne Bewustsein ist aber ich denke so war es. Dann rief schon jemand einen Krankenwagen mit Notarzt, ich konnte gar nichts machen, ich war total unbeweglich. Ich durfte nicht mitfahren, sie haben ihn in die Uniklinik gebracht und meinten ich solle morgen mal fragen ob ich vorbeikommen kann.
      Ich weiß nicht was das war? Das hat doch sicher mit der Herzkrankheit zu tun, oder? Ich mach mir wirklich Sorgen und will eigentlich nicht bis morgen warten. Aber die lassen mich doch jetzt bestimmt nicht zu ihm, was meint ihr? Telefeonisch geben sie mir keine Auskunft das habe ich schon probiert
      Ach man, ich bin wirklich sonst nicht ängstlich aber das heute hat mich irgendwie geschockt. Kann mir jemand mehr über die Krankheit berichten? Und über das Zusammenleben oder die Perspektiven?
      Danke.
      Eva

      • Hallo,

        So eine Krankheit ist natürlich immer schwer und auch belastend für eine Partnerschaft. Klar macht man sich da Gedanken, wie sich das Zusammenleben gestaltet. Zuerst mal aber vorweg, vor den medizinischen Details, fände ich es recht unmoralisch, meinen Partner, bei dem sonst "alles passt" wie du sagst, wegen so etwasem zu verlassen.
        Wenn ich ihn liebe, dann nehme ich ihn so, wie er ist, mit oder ohne Herzklappenfehler.

        Nun zum Morbus Ebstein. Wie du evt. schon weisst, entsteht die Krankheit bereits im Mutterleib durch Verlängerung einer Herzklappe, die Segel dieser Herzklappe sind zudem noch missgebildet. Der rechte Vorhof ist so vergrössert und das Blut fliesst bei jedem Pumpen zum Teil zurück in den rechten Vorhof anstatt in den Lungenkreislauf.
        Dadurch fehlt das Blut zum Teil und es kommt zu Problemen.

        Nun ist es aber so, wie bei vielen Krankheiten, dass es ganz viele verschiedene Ausmasse der Krankheit gibt. In schwerwiegenden Fällen stirbt der Fötus bereits im Mutterleib. Das ist ja aber anscheinend bei deinem Partner nicht der Fall.
        Man führt also OP's durch und die Betroffenen nehmen Medis.
        Von hier aus zu beurteilen, wie schwer seine Krankheit letztendlich ist, ist schwer. Lass dir nur sagen, es gibt einige Leute, die alt werden mit der Krankheit.
        Und letztendlcih kann jeder morgen sterben.

        Hier findest du noch mehr Infos: http://www.dhm.mhn.de/ww/de/b2b/sonderbereiche/herzchirurgie/fachwissen/fachwissen_fuer_patienten/morbus_ebstein.htm

        Alles Gute

        • (3) 17.10.11 - 22:15

          Ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich denke nicht im Traum daran ihn zu verlassen, deswegen schon gar nicht.
          Ich habe die Sache nur bisher nicht ernst genommen und mich auch nicht wirklich informiert weil er immer sagte, es sei soweit alles ok und es geht ihm gut. Ich weiß dass er zweimal operiert wurde und die Narbe ist wirklich nicht zu übersehen, sie geht praktisch über den gesamten Brustkorb aber er sagte mit Medikamenten ginge alls ganz gut und er macht viel Sport, ich hab das Thema nicht sehr präsent gehabt. Wir haben auch nicht so viel darüber geredet, es war irgendwie nicht aktuell.
          Ich bin jetzt nur wirklich völlig überrascht von der Situation und möchte ein bisschen mehr wissen, das Fachchinesisch der Medizinseiten bekomme ich irgendwie nicht so richtig gerafft (trotz Studium ;-)). Außerdem sind persönliche Berichte irgendwie anders. Ich werde mir deinen Link gleich mal ansehen, danke dafür.
          Eva

Top Diskussionen anzeigen