Der Kinderwunsch macht die Beziehung kaputt...

    • (1) 19.10.11 - 08:58
      ichwürdeverzichten

      Hallo...

      ich liebe meinen Mann, aber ich merke wie unsere Ehe so langsam ins Schlittern kommt und habe Angst, dass sie auseinander brechen könnte.
      Wir haben vor drei Jahren beschlossen, dass wir nun bereit sind eine Familie zu gründen. Nachdem ein Jahr nichts passiert ist, haben wir uns durchchecken lassen. Ist ja normal, wenn sich nach einem Jahr noch kein Nachwuchs einstellt. Heraus kam dann, dass mein Mann praktisch zeugungsunfähig ist. Katastrophe. Auch wenn er nicht wirklich darüber redet, weiss ich, dass er sich absolut als Versager fühlt. Er ist eben kein richtiger Mann. Ich sehe ihn nicht so und habe auch nie etwas in der Richtung gesagt.
      Zum Zeitpunkt der Diagnose haben wir ein Haus gekauft und wir waren abgelenkt durch Renovierung und Einzug. Danach ging er zu einem Heilpraktiker, weil er der Meinung ist, dieser kann helfen. Er nimmt jetzt "Medikamente" (Vitamine und so) und hält eine Diät ein, weil er anscheinend gegen gewisse Lebensmittel "allergisch" reagiert und dies seine Spermaproduktion einschränkt. Mitte dieses Jahres meinte er dann, dass wir Ende dieses Jahres doch mal in eine Kinderwunsch-Praxis gehen sollten, weil ein bekanntes Pärchen jetzt im Januar Eltern werden, aber auch nur durch Behandlung. (Wenn ich so einen Vorschlag gemacht habe, wurde ich immer nur auf die Behandlung durch den Heilpraktiker verwiesen).
      Gestern wurde dann die Behandlung wieder ausgeschlossen, weil jemand anderes Bekannter zweimal Vater wurde auf natürlichem Weg, obwohl er die gleiche Diagnose wie mein Mann bekam. Ich weiss gerade nicht, was ich noch denken bzw fühlen soll. Bevor ich meinen Mann kennenlernte hatte ich keinen Kinderwunsch, ich habe es genossen "frei" zu sein. Durch meine Nichten und Neffen hab ich genug Umgang mit Kindern, den ich auch immer wieder genossen habe. Nach der Heirat kam dann das mit dem Kinder kriegen auf.

      War nie wirklich ein Thema vorher. Mein Mann wünscht sich Kinder und mittlerweile ich mir auch. Allerdings macht mir jetzt dieses Hin und Her sehr zu schaffen.

      Ich liebe meinen Mann und kann mir auch vorstellen ohne Kinder mit ihm alt zu werden. Aber bringt dieses Thema immer wieder auf, bzw ändert seine Meinung. Ich selber bin jetzt total hin und her gerissen, weil ich einfach nicht weiss, wie ich auf seine Meinungsänderungen reagieren soll.
      Mit ihm über das Thema reden ist sowieso schwierig, weil er immer abblockt, wenn ich davon anfange. Und wenn er mal wieder was dazu zu sagen hat, dann wird das von ihm erwähnt, aber darüber gesprochen wird nicht. Er will darüber nicht diskutieren. Teilweise fühle ich mich dann total hilflos und wütend und ich fange dann an zu heulen, er denkt dann, ich will ihn unter Druck setzen.

      Zur Zeit ist es so, dass wir kaum noch miteinander reden und Zeit verbringen. Wir gehen getrennt schlafen, stehen getrennt auf. Sehen uns dann den ganzen Tag berufsbedingt nicht, Abendessen wird fast still geteilt, außer notwendige Dinge wird nichts gesprochen. Danach macht auch wieder jeder sein Ding. Wochenenden werden neben einander her gelebt, bzw wenn wir irgendwo hingehen, dann gehen wir gemeinsam hin und gemeinsam nach Hause, aber zwischen drin treten wir nicht mehr als Paar auf. Intimleben gibt es auch keines mehr, nicht mal Kuscheleinheiten. Und mir fehlt das, sehr sogar. Nach der Diagnose fingen da auch zu erst die Probleme an. Wir hatten zwar Sex, aber er ist einfach oft nicht gekommen. Es läge nicht an mir, sondern wäre reine Kopfsache. Was dennoch dazu führt, dass ich mich schlecht gefühlt habe, weil ich ja meinen Mann nicht mehr befriedigen konnte.
      Diese Situation macht mich fertig. Ich heule schon wieder, obwohl ich das nicht will. Schon mehr als einmal habe ich versucht mit ihm zu reden, ihm verständlich zu machen, wie sehr mir gerade die Situation zu schaffen macht. Aber er blockt ab, für ihn ist alles in Ordnung.
      Ich will ihm klar machen, dass ich ihn liebe, und das ich mit ihm zusammen bleiben will und auch meine Zukunft mit ihm sehe, auch wenn wir keine Kinder bekommen sollten. Nur irgendwie will er das nicht hören. Und nein, ich heule nicht, wenn ich versuche mit ihm zu sprechen, sondern meist dann, wenn ich keinen Erfolg auf ein Gespräch habe und wütend bin, weil man mich so ignoriert, und ich heule nicht vor ihm.

      Ach Mensch, wie schaffe ich es, auf ihn richtig zu zugehen um mit ihm darüber zu reden? Ich will ein Leben MIT ihm und nicht neben ihm, Egal wie sich unsere familiäre Situation entwickelt.

      Tut mir leid, dass es jetzt so lang geworden ist, aber es hat gut getan, mal einen Teil meiner Sorgen los zu werden.

      Wünsche euch einen schönen Tag.

      • versuch mal folgendes: druck das hier aus und gib es ihm zum lesen... oder schreib ihm einen persönlichen Brief. ich denke das ihr schon zu tief in dieser Kinderbekommenkiste drin steckt und jeder denkt der andere will das unbedingt.

        ich bin 39 Jahre alt..und mein Lebensgefährte 35. Er hätte gerne ein Kind..keiner von uns beiden hat eins..Natürlich kann ich mir ein Kind mit ihm vorstellen. aber ich hab von anfang an gesagt das ich glaube das ich mit 39 Jahren die TickTack sehr deutlich höre. Ich nehme also nicht die Pille und wir verhüten sonst nicht. Sollte ich schwanger werden, klasse! aber wenn nicht..dann eben nicht. Eine reine Sache der Natur..wenn sie uns ein Kind schenkt..nehme ich das Geschenk gerne an. aber ich werde mich nicht verrückt machen.

        und ich halte das für gesund.

        Gib ihm Deinen Beitrag hier mal zu lesen. Damit ihm klar wird das Du an erster Stelle Euch beide zusammen liebst und für Dich die Welt und Eure Ehe nicht in frage stellst, wenn es mit dem Nachwuchs nicht klappt !

        Alles Gute für Dich !

        • Ja genau dass wollte ich auch schreiben,warst schneller.

          @ TE. Bitte Druck dass aus,du hast das so schön geschrieben.

          L.G

          (4) 19.10.11 - 13:55
          ichwürdeverzichten

          Ich danke dir für diesen Rat, aber das bringt auch nichts. Denn ich habe ihm bereits schon zweimal einen Brief mit ähnlichem Inhalt geschrieben.

          Er läßt sich in dieser Sache auf gar nichts ein. Denke es liegt an seiner Unfruchtbarkeit, dass er gerade nichts und niemanden an sich ranlässt.

          Von mir aus, können wir das Thema tot schweigen, solange ich meinen Mann wieder bekomme und nicht einfach "einen stummen Gast" im Haus habe. #heul

          • Versuch ihn zu verstehen.
            Bei uns bin ich diejenige die sich ( noch ) ein Kind wünscht und er nicht weil ich einen Gendefekt weitergebe.
            Es ist sehr belastend,ich kann mir vorstellen dass er sich Schuldgefühle macht.

            Währe denn ein Pflegekind eine Option?

            • (6) 19.10.11 - 14:18
              ichwürdeverzichten

              Ich versuche ihn zu verstehen, ich kann es nachvollziehen, wenn er sich als kein "richtiger" Mann sieht. Aber er sollte mit mir reden. Ich denke, wir würden das in den Griff kriegen, Lösungen finden.

              Ich weiss nicht, ob ein Pflegekind oder ähnliches in Frage kommt, weil wir ja nicht miteinander reden, bzw er nicht mit mir darüber redet.
              Er gibt ein Kommentar ab oder eine Meinung, und das war dann alles zu dem Thema. Es wird nicht darüber diskutiert.

              Als er die Diagnose vom Urologen bekommen hat, hat er mir das Schreiben hingeworfen und nur gesagt: "Jetzt hast es schwarz auf weiss, was für einen Versager du geheiratet hast." Da wusste ich noch nicht mal, was in dem Brief stand. Danach wurde nicht mehr darüber gesprochen, egal wie ich versucht habe, das Thema anzuschneiden.

              Ich gebe ihm Rückhalt, zeige Stärke und würde ihm niemals vorwerfen, er sei ein Versager. Aber diese Ablehnung zur Zeit verkrafte ich einfach nicht mehr lange.
              Ich suche einfach einen Weg, dass mein Mann mit mir (darüber) redet und wir unsere Ehe normal weiterführen können.

      Die gleiche Situation hatte eine Bekannte von mir auch (Schwägerin meiner Schwester).
      Ihr Mann hat das Thema auch monatelang totgeschwiegen, wurde immer verschlossener und fühlte sich als Versager.

      Da der Kinderwusch bei ihr recht groß war, schlug sie ihm schließlich Kinderwunschklinik vor. Bei ihm war zunächst auch Ablehnung da. Und wieder zog es sich Monate hin, in denen er ihr sogar sagte, sie solle ihn doch verlassen, da er schließlich kein 'richtiger' Mann sei und sich jemanden suchen, der ihr Kind und damit Familie geben könnte.

      Die Trennung wurde immer wahrscheinlich, da er nur noch schlecht gelaunt und im nachhinein betrachtet ,wohl depressiv war.

      Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und machte einfach einen Termin in der Kinderwunschklinik. Kurz vor dem Termin bat sie ihn mit ihr dort hin zu gehen, nur um sich mal beraten zu lassen, damit man mal etwas über die Möglichkeiten erfährt. Schließlich sollte man nichts ablehnen, was man gar nicht kennt. Wiederwillig stimmte er ihr zuliebe zu.

      Danach war es wie eine Erlösung. In der Klinik merkte er endlich, dass er nicht der einzige betroffene Mann ist und es keine Schande ist sich helfen zu lassen.

      Heute haben die beide 1,5 jährige Zwillinge und gerade ist noch ein überraschender Nachzügler (auf natürlichem Wege) nachgekommen. ;-)

      Ich vermute, dass es bei deinem Mann ähnlich ist. Das Gefühl als Mann zu versagen, wird langsam aber sicher zu einer Depression. Dein Mann braucht dringend professionellen Beistand. Ein Besuch in der Kinderwunschklinik könnte ihm vielleicht die Augen öffnen.

      Vielleicht hat er Angst den Termin selbst zu machen, weil es ein offenes Eingeständnis seines (eingebildeten) Versagens wäre. Über solch einen Termin nachgedacht hat er ja schon, wie du schreibst. Vielleicht hat er sich von dir mehr Innitiative erhofft, so dass er sich einbilden kann, die Idee und die Umsetzung stammen nicht von ihm selbst.

      Mach einfach einen Termin und schleif ihn wenn nötig dahin!

      LG und alles Gute

      • (8) 20.10.11 - 07:40
        ichwürdeverzichten

        Hallo e-milia,

        ich danke dir für diese Worte.
        Das mit dem Termin wäre eine gute Idee, wenn die KiWu-Praxis nicht "so weit" entfernt wäre. Ich müsste ihm Tage vorher sagen, dass ich einen Termin gemacht habe und er sich bitte den Tag freihalten sollte. Würde nicht funktioneren. Außerdem würde es in Streit ausarten, da ich über seinen Kopf hinweg entschieden habe. Er will in dieser Sache die Zügel in der Hand halten. Ziemlich dickköpfig. der Kerl. (aber ich werde darüber nachdenken, vielleicht muss es ja nicht gleich in der KiWu ein gemeinsamer Termin sein, vielleicht beim Urologen oder Hausarzt)

        Mir ist der Kinderwunsch in soweit egal, solange ich meinen Mann behalten kann. Ich will keinen anderen und sehe ihn nicht als Versager, aber anscheinend schaffe ich es nicht, ihm das plausibel und glaubhaft rüberzubringen.

        dankende Grüße für's Mutmachen

    (9) 19.10.11 - 20:18

    Hallo,
    mir gehts zur zeit ähnlich.
    wir haben vor 4 jahren geheiratet, hatten vorher schon den kiwu. er hat eine tochter aus 1. ehe. ich hab keine kinder.
    nach 1,5 jahren üben stellte sich raus, dass er unfruchtbar ist. uns blieb nur die künstl. befruchtung. wir haben insg. 5 versuche machen lassen. der letzte versuch war im sommer diesen jahres.
    als auch da wieder das neg. kam, sprachen wir über einen weiteren versuch, denn 1 tese probe haben wir ja noch. erst stimmte mein mann zu. wir wollten es nächstes jahr nochmal probieren...
    dann auf einmal vor ca. 4 wochen sagte er mir, er könne das nicht nochmal. er möchte doch kein kind mehr. da er aber genau weiß, dass ich mir so sehr ein kind wünsche, wäre es viell. besser sich zu trennen. ich war am boden zerstört. ich will doch kein kind mit einem anderen, sondern wenn dann mit ihm! ich habe ihm gesagt, wie weh es mir tut, wenn er sowas sagt. ich fragte ihn, ob seine liebe zu mir sich geändert hat. er sagte nein, auf keinen fall, aber er will nicht der grund dafür sein, dass ich nie mutter werde.
    naja, irgendwie haben wir uns erstmal wieder gefangen, auch wenn er irgendwie kälter zu mir geworden ist.

    letzte woche haben wir erfahren, dass meine schwägerin schwanger ist und da war ich erstmal "traurig" drüber, weil es wiedermal bei jemand geklappt hat und bei uns nicht.

    daraufhin kam die selbe diskussion wieder auf. dass ich niemals mit meinem kiwu abschließen werde und es besser ist, wenn ich mich trenne.
    ich will das nicht, weil ich ihn liebe. klar, viell. bereue ich es irgendwann mal, aber viell. bereue ich es auch, dass ich mich getrennt habe??!!
    es tut so weh, dass er sowas sagt. ich verstehe auch nicht, warum er von heut auf morgen kein kind mehr will? auch alternativen gibt es für ihn nicht (spendersamen oder adoption).

    ich kann mit ihm darüber reden, wir streiten auch nicht, wir reden nur, aber weiterbringen tut uns das auch nicht.
    ich verstehe nur nicht, warum er so abweisend zu mir ist? viell. weil er selber nicht mit der situation zurecht kommt?? er sagt, für ihn ist es auch nicht einfach, aber wieso will er nicht wenigstens versuchen, unsere ehe zu retten? ich will auf den kiwu aus liebe zu ihm verzichten, oder zumindest will ich es probieren!

    sorry, ich kann dir leider keinen rat geben, aber viell. hilft es dir ja, dass du siehst, du bist nicht alleine, ich denke, es gibt einige mit den selben problemen.
    würde mich freuen, wenn du antwortest!
    LG

    • (10) 20.10.11 - 07:53

      Hallo

      ich danke dir für die lieben Worte und das ich mich nicht mehr so allein fühle #liebdrueck

      Ihr redet wenigstens miteinander. Das fehlt mir, bei uns wird das Thema tot geschwiegen oder bei Ansprache artet es in einen großen Streit aus, dessen Thema nachher ein ganz anderes ist.
      Es tut mir leid für euch, dass keiner der Versuche erfolgreich war. Ich denke mal, dass ist ein herber Rückschlag, und ich möchte nicht wissen, wie mein Mann reagieren würde. wenn es bei uns so wäre. Seine Reaktionen jetzt sind schon ausreichend. Hat er denn irgendwelche tragenden Argumente gebracht, warum ihr nicht den letzten Versuch doch noch starten sollte? Drück dir die Daumen, dass sich die Meinung doch noch ändert.

      Der Kinderwunsch ist von seiner Seite aus größer als meiner. Er war es eher auf sein Treiben hin die Entscheidung zu Nachwuchs.

      Ich habe ihn mal gefragt, ob ich keine richtige Frau mehr wäre, wenn es an mir liegen würde? Und ob er mich verlassen würde deswegen? Seine Antwort war nein. Das war alles, dann wurde darüber nicht mehr weiter gesprochen.

      Ist einfach so verdammt schwer, mit dieser Situation zu leben und niemanden zu haben, mit dem man darüber reden kann, nicht mal mit dem eigenen Mann. Bzw über gar nichts mehr zu reden, weil er sich ja komplett von mir zurückgezogen hat.

      Eine Trennung wäre für mich auch keine Option, nicht von meiner Seite aus. Und wenn mein Mann sich von mir trennt, dann werde ich darum kämpfen ihn wieder zu bekommen.

      Spendersamen, Adoption wäre keine bei uns auch keine Wahl, weil er zu sehr denken würde, dass es nicht "sein" Kind ist.

      Am liebsten wäre es mir heute, wenn er sich nie hätte untersuchen lassen oder die Untersuchung ergeben hätte, ich wäre die Ursache.

      lg

      • (11) 20.10.11 - 15:47

        hey !
        ja wir reden miteinander, da bin ich auch sehr sehr froh drüber, denn sonst wäre alles noch schlimmer. ich habe schon oft von leuten gehört, die sagten, dass sie nicht miteinander reden können :-(

        versuch doch mal mit ihm zu sprechen und ihm nahezubringen, wie wichtig das miteinander reden ist.

        und, dass du angst hast, dass eure beziehung kaputt geht deshalb. viell. versteht er das ja??

        meiner möchte keinen weiteren versuch, weil er einfach die schnauze voll hat, wieder enttäuscht zu werden. ich kann das irgendwo auch nachvollziehen, aber es hätte ja auch gereicht, wenn er gesagt hätte, dass er eine pause möchte. das hätte ich (wenn auch mit bauchweh) besser akzeptieren können.

        gestern ging es mir richtig schlecht, weil er IMMER wieder darauf pochte, dass es besser sei, sich zu trennen.
        mir ist der kragen geplatzt und ich hab ihm eine mail geschrieben und ihm meine ganzen gefühle geschrieben und gesagt, wie schlecht es mir geht.
        ich glaube das hat ihm die augen geöffnet.
        naja, mal sehen, wie es nun weitergeht...

        bei uns ist das mit spendersamen und ado das selbe, er sagt, dass er angst hätte, mir irgendwann zu sagen, dass es ja nicht sein kind ist.
        ich sagte, dass ich das auch nicht sage, wg. seiner tochter. er meint, das ist was anderes, da er sie schon vor unserer beziehung hatte.

        ich würde mir auch wünschen, dass ICH das problem bin, denn ich hätte kein problem damit, alles über mich ergehen zu lassen. er hatte damit große probleme und ich denke, davor hat er auch angst.
        ich hatte zu ihm nach dem letzten versuch gesagt, dass er doch eine neue TESE machen lassen könnte, damit evtl. die qualität besser wäre für den nächsten versuch. aber er hat so große angst vor dem eingriff und daher glaube ich, hat er dann dicht gemacht und gesagt, er will keins mehr.
        naja, viell. geschieht ja ein wunder und ich werde so schwanger... aber dran glauben tu ich da nicht mehr...
        lg

Hi, ist zwar schon paar Tage her, aber ich würde dir trotzdem gern noch was schreiben:

Wir kennen das auch. Wir haben auch drei Jahre lang vergeblich versucht schwanger zu werden und bei uns war es teilweise wie bei euch. Ein vergeblicher Kinderwusch kann eine Partnerschaft unglaublich stark belasten. Ich habe diese Situation damals auch nur schwer ertragen. Wir hatten in diesen Jahren immer wieder Tiefs, wie von euch beschrieben, aber auch wieder Hochs, in dem wir unsere Gefühle ausgetauscht haben. Das hat geholfen, auch wenn ich meinen Mann ebenfalls dazu "zwingen" musste, weil auch er nicht gern darüber geredet hat.

Ich habe meinen Mann in einem solchen längeren Gespräch überredet in eine Kinderwunschklinik zu gehen. Und das war gut so. Es geht ja dort nicht gleich zu Sache, hab ich ihm auch erklärt. Es wird ja erstmal nur ein Gespräch geführt, Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung erklärt, danach kann er ja immer noch entscheiden, ob er das will.

In unsereren beiden Kinderwunschkliniken waren sie immer sehr verständnisvoll. Im Wartezimmer war immer die Hölle los. Mein MAnn war auch sehr überrascht, wie viele andere denn auf diesem Gebiet ebenfalls "Hilfe" benötigen. Im Gespräch bei uns hat man auch Flyer von Selbsthilifegruppen bekommen bzw. es wurde parallel auch die Unterstützung durch einen Psychologen angeboten. Und wir waren auch kurz davor, diese in Anspruch zu nehmen. Ich hatte mir die Kontaktdaten schon geben lassen... aber dann war die Behandlung positiv... und wir auf Wolke sieben!

Meine persönliche Meinung ist, dass ihr in einer guten Kinderwunschklinik gut aufgehoben wäret. Erkläre ihm, dass ja erst mal nur ein Gespräch stattfindet, er ja dann immer noch entscheiden kann. Bis es zu Behandlung kommt bzw. auch während der Behandlungspausen könnt ihr es ja immer noch auf natürlichem Weg probieren (wegen dem Argument mit seinem Freund). Vielleicht wäre es auch ein guter Weg, dass ihr euch beide mal mit dem Päarchen unterhaltet, welches durch die Kiwubehandlung schwanger geworden ist. Und eben weil ich weiß, wie psych. belastend das ist, würde ich immer auch eine psycholog. Beratung (keine Behandlung, nicht dass er da gleich wieder Angst bekommt) in Anspruch nehmen. Könntet ihr ja auch machen, wenn ihr mit der Klinik noch warten wollt (würde dann einfach mal in einer Kiwuklinik in deiner Nähe anrufen und fragen, ob sie einen Psychologen kennen, der sich auf Kiwuproblematik spezialisiert hat).

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr das hinbekommt. Gebt nicht auf!

LG
Ellen

Top Diskussionen anzeigen