boreout-syndrom

    • (1) 26.10.11 - 12:09
      hat das jemand

      hallo!

      ich schreibe in schwarz, weil dies ja ein heikles thema ist. momentan bin ich in elternzeit, aber zuvor kann ich sagen, habe ich mich bei der arbeit unterfordert gefühlt. ich war sehr schnell mit der arbeit fertig und dann stundenlang im internet unterwegs. mein ag hat da grundsätzlich nichts dagegen, aber in dem umfang... schwierig. nun bin ich wie gesagt in elternzeit und hoffe, danach eine "bessere" stelle zu finden.

      wem gehts auch so, und wie geht ihr damit um

      • #gruebel Nie von diesem Syndrom gehört. Aber vieleicht solltest du dann wirklich schauen das du was findest wo dich mehr beansprucht. Und heikel find ich es nun wirklich nicht ;-)

        (3) 26.10.11 - 12:15

        Ich kenne es leider sehr gut, bei mir geht es schon seit Jahren. Es wurde kontinuierlich immer schlimmer. Leider kann ich mich nicht wirklich nach etwas Neuem umschauen, weil ich seit 5 Jahren Teilzeit arbeite und es sonst in meinem Bereich komplett unüblich ist. Ich wollte kleineren Abstand zwischen den Kindern, hatte aber 2 FG dazwischen. Hätte ich es gewusst, wäre ich evtl. früher weg.
        In der letzten SS (vor 2 Jahren) habe ich sogar einen BV nach vorzeitigen Wehen bekommen, weil es mir so an die Psyche ging.
        Jetzt bin ich wieder hier und es ist überhaupt nicht besser.

        Das schlimmste ist, dass ich jetzt sogar wieder zu tun hätte, mich aber mittlerweile so an "nichts tun" gewöhnt habe, dass ich mich nicht dazu aufraffen kann. Habe auch total schlechtes Gewissen deswegen, kann ich es aber von eigener Kraft nicht wirklich ändern.

        Muss ich aber, ich weiss es...

        • (4) 26.10.11 - 14:59

          Ups ... ich habe noch nie von diesem Syndrom gehört, aber mir geht's ganz ähnlich !

          Irgendwie ist es ja auch ganz bequem ... und wenn man einen neuen Job hätte, wer weiss, ob man das dann noch schafft etc. ! Komische Sache !!

          Irgendetwas scheint in unserer Wirtschaft jedenfalls gewaltig schief zu laufen, denn ich kenne EINIGE, denen es so geht (darunter auch sehr gut bezahlte Fachkräfte). Klar, wenn alle für's "NIXTUN" bezahlt werden ... das kann ja nicht auf Dauer gutgehen. Irgendwie ist das erschreckend.

          • Na ja, beim Boreout gehts ja nicht darum, dass man einen "lauen" Job hat, der einen ein bißchen langweilt, aber mit dem man sich noch ganz gut arrangieren kann.

            Boreout heißt schon, dass man durch chronische Unterforderung psychisch ähnlich stark leidet wie bei einem Burnout.

            Wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich einen zeitweise recht lauen Job habe, mit dem es sich sehr gut leben lässt. Aber nachdem ich bereits Burnout-Erfahrungen gesammelt habe, nehme ich lieber das in Kauf als in einem neuen Job evtl. wieder krank zu werden.

      (6) 26.10.11 - 12:17

      Ach Gott, was es nicht alles gibt. #augen

      Jetzt muß man auch schon Langeweile im Job in ein neumodisches Syndrom einordnen, ächz... Na, vielleicht fehlt mir da die Empathie, aber sei froh daß Du kein Burnout-Syndrom hast, das stell ich mir um einiges schlimmer vor.

      lg

      • (7) 26.10.11 - 12:20

        Wenn man keine Ahnung hat, sollte man... Du weisst schon.

        Und ja, dir fehlt da die Empathie und das ganz gewaltig.

        • (8) 26.10.11 - 12:27

          Natürlich kann ich Leidensdruck im Job nachvollziehen, auch dass dieser verschiedene Gründe haben kann.

          Aber ich finde diesen Syndrom-Ausdruck lächerlich. Burn-Out, Bore-Out, was soll das?

          Hauptsache man kann wieder ein paar Bücher zum Thema verkaufen. #augen

      (11) 26.10.11 - 12:23

      Naja, ist im Prinzip egal ob das Kind einen Namen hat oder nicht, es existiert.

      Mein Vater zB. ist seit Wochen Knall auf Fall zuhause und verfällt zusehends in eine Depression, die ich mit Sicherheit auch in die Schiene: Weiß nix mit sich anzufangen, sieht keinen Sinn mehr einordnen würde.

      • (12) 26.10.11 - 19:09

        bore-out ist aber die bezeichnung für leute, die entweder geistig unterfordert sind oder einfach nicht genug arbeit haben.. also es geht schon um ein arbeitsverhältnis und nicht um depressionen in folge von krankheit.

        • (13) 27.10.11 - 07:35

          Meinst du nicht, dass mein Vater, seit er nicht mehr darf, wie Jahrzehntelang unterfordert sein könnte?

          Ich kann dir ja mal sagen, was er nun den ganzen Tag so macht....geht gen nix!

          BurnOut bekommen schliesslich auch nicht nur arbeitende Leute.

          • (14) 27.10.11 - 09:01

            Ich behaupte weiterhin, dass dein vater eine depression hat. ob es dafür eine spezielle bezeichnung gibt, weiß ich nicht, da dies in meinem umfeld noch niemanden erwischt hat... ich denke aber ganz vielen menschen die in ruhestand gehen, haben erstmal mit einer gewissen leere zu tun.

            bore-out ist eine bezeichnung aus der arbeitswelt. denn die betroffenen können auch nicht mal eben zu ihrem ag gehen und sagen, ich bin unterfordert, ich habe zu wenig arbeit.

            dein vater kann sich vermutlich beklagen und seine "stimmung" auf die gesundheitliche situation schieben.

    (16) 26.10.11 - 12:29

    Ach ja, und warum stellst du dir ein Burnout-Syndrom um einiges schlimmer vor? Weil es anerkannt ist? Weil man da "wenigstens was leistet"? Ist Boreout für dich ein "Luxusproblem"?

    Falls es dich ernst interessiert:
    http://www.boreout.com/

    • (17) 26.10.11 - 12:39

      Ich kenne niemanden persönlich der unter dem Bore-Out-Syndrom leidet. Aber eine Freundin von mir hatte Burn-Out vorletzte Stufe und das war einfach nur überwältigend schockierend. Das hat meine schlimmsten Vorstellungen einer Depression noch überflügelt.

      Es fällt mir schwer zu glauben daß man aufgrund von Unterforderung und Langeweile im Job soweit kommt. Andererseits, reden wir ja von nichts anderem als einer Depression, und die Gründe dafür können ja vielfältig sein. Der Job und die dabei herrschenden Umstände ist ja nur ein Teil davon.

      Ja, man könnte es provokant als Luxusproblem sehen. Vor allem wenn man sich die globale Sitation ansieht.

      • (18) 26.10.11 - 12:43

        Ja, die Auswirkungen von BoreOut sind nicht so "dramatisch" wie ein ausgewachsener BurnOut, wo man nicht mal die Wohnung verlassen kann. Aber es hat eben andere Auswirkungen, auf Selbstwertgefühl, auch körperliche Beschwerden kommen genau so wie beim anderen.

        Und angesichts der globalen Situation kommen 99,9% der Probleme hier bei Urbia als Luxusprobleme.;-) Das ist ein Totschlagargument.

        Ich bin froh, dass dieses Buch damals rauskam und ich dadurch überhaupt auf den Begriff gekommen bin. Es ist ein Tabuthema, eben, weil es als Luxusproblem abgetan wird, es ist ja "nur" Langeweile, "sei froh, dass du überhaupt Arbeit hast".

        • (19) 26.10.11 - 12:53

          Wobei der Begriff "Luxusproblem" ja jetzt nicht auf meinem Mist gewachsen ist. ;-)

          Wie gesagt, mir persönlich fällt es schwer mich da reinzufühlen. Aber das wird dem Bore-Out Geschädigten sicher öfter passieren, im Gegensatz zu den Burn-Out Opfern.

          • (20) 26.10.11 - 13:01

            "Aber das wird dem Bore-Out Geschädigten sicher öfter passieren, im Gegensatz zu den Burn-Out Opfern. "

            Ja, genau so ist es, und das macht das Ganze nur noch schlimmer, weil das Selbstwertgefühl sowieso schon im Keller ist.

            (21) 26.10.11 - 13:43

            Als ich vor 10 Jahren an Burnout erkrankte, konnte sich da auch keiner wirklich hinein versetzen. Da war es noch üblich, dass man höchstens als Manager oder in der Altenpflege mal Burnout bekam, nicht aber als Immobilienkauffrau, die ich damals noch war.

            Mittlerweile weiß fast jeder was mit dem Begriff anzufangen, viele haben es selbst schon erlebt und fast jeder hat auch Verständnis.

            Eventuell wird das mit Boreout, welches im Übrigen auch sehr schlimme Folgen haben kann, auch irgendwann so sein...

            (22) 26.10.11 - 14:36

            Solche Aussagen wie "Luxusproblem" und "Deine Sorgen möchte ich haben" führen doch dazu, dass an diesem Syndrom Erkrankte sich nicht trauen, sich Hilfe zu holen....

            Und erst Recht nicht, ihren Chef in Kenntnis zu setzen, müsste man dann doch zugeben, uU seit Jahren "nichts getan" zu haben.
            Teufelskreis!

            Die Betroffenen fühlen sich in unserer Leistungsgesellschaft wo man nur was zählt wenn man ordentlich reinhaut doch total fehl am Platz.
            Manche haben z.B. im Büro schon ein System entwickelt, auf die Tastatur zu klicken ohne wirklich zu schreiben, damit sie vor sich und anderen beschäftigt wirken #schock

            Ich finde das rein gar nicht luxoriös und beneide wahrlich niemanden, der das hat um dessen Job ...

            LG, Nele
            die einen guten Artikel im Stern drüber gelesen hat

so für alle die dachten es sollte burnout heißen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnose_Boreout

bitteschön, ich helfe doch gern.

k.

Dieses Syndrom blitzte heute im Laufe des Vormittags kurz auf der yahoo Startseite auf - und schon hats jemand. wow.

Der TE drücke ich die Daumen, dass sie eine bessere Stelle findet, hast doch Zeit zum suchen... das wird schon.

Lichtchen

  • (25) 26.10.11 - 13:45

    Es kann sein, dass die TE erst duch das "Blitzen" des Syndrom auf der Startseite auf den Namen kam. Oder es ist ihr wieder in den Sinn gekommen und sie wollte sich austauschen.

    Oder es war einfach Zufall. Ich kenne den Begriff zumindest seit mehr als 2 Jahren.

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