Familie geht kaputt, soll mich zwischen meinen Kindern entscheiden!

    • (1) 15.11.11 - 12:59
      9876543210123456789

      Hallo zusammen,

      ich habe ein sehr großes Problem, für das ich keine Lösung mehr sehe. Außer vielleicht, einfach alles zu beenden, damit ich endlich schlafen kann und meine Ruhe habe. Aber das will ich nicht wirklich.
      Ich muss etwas ausholen, damit jeder meine Situation in etwa verstehen kann:

      Ich wurde mit 19 schwanger und habe mich damals für das Kind (meinen Sohn) entschieden. Vom Kindsvater habe ich mich bereits in der Schwangerschaft aus diversen Gründen getrennt.

      Ich bin mit meinem Sohn weggezogen, habe eine Ausbildung gemacht und danach ein Wirtschaftsstudium absolviert. Soweit so gut.

      Als mein Sohn (nennen wir ihn im Folgenden einfach Lars) vier Jahre alt war, lernte ich meinen jetzigen Ehemann kennen und lieben. Er war immer sehr aufgeschlossen und liebevoll im Umgang mit Lars.

      Die Beiden haben sich von Anfang an sehr gut verstanden. Eifersucht oder größere Konflikte gab es so gut wie nie. Die Rolle des sozialen Papas verkörperte mein Mann von Anfang an sehr gerne und sehr gut. Lars hat irgendwann von sich aus damit begonnen, ihn Papa zu nennen.

      2007 kam unser zweiter Sohn, nennen wir ihn Lukas, auf die Welt.

      Soweit war alles in Ordnung. Bereits nach der Geburt im Krankenhaus fing Lars an, rumzutoben und sich "daneben" zu benehmen (er schrie rum: jetzt habt Ihr ja Euren Sohn, tretet mir einfach in die Eier, bis ich sterbe!). Wir waren zutiefst erschüttert und wussten zunächst nicht, wie wir mit Lars Verhalten umgehen sollten. Wir hatten damit nicht gerechnet und uns gefragt, ob wir irgendetwas übersehen hatten, ob wir Lars während der Schwangerschaft nicht genügend Aufmerksamkeit hatten zukommen lassen oder woran es sonst liegen könnte.

      Wir haben als Familie daran gearbeitet, ihm (Lars) immer wieder erklärt, dass er der Große ist und wir ihn genauso lieb haben wie seinen Bruder. Wir haben ihn eingebunden in die Pflege seines Bruders, er durfte ihn füttern, beim Baden helfen usw.

      Es wurde besser. Bis 2008.

      Wir mussten umziehen. Damit einhergehend war zwangsweise ein Schulwechsel verbunden. Lars kam in der neuen Klasse zwar einigermaßen aus, aber so richtig den Anschluss an die anderen Kinder wie in der Schule zuvor hat er nicht gefunden. Das war in der dritten und vierten Klasse.

      Mittlerweile geht er in die 6. Klasse eines bilingualen Gymnasiums und hat es geschafft, dort mit seinen Leistungen auch in den bilingualen Zweig aufgenommen zu werden. Freunde hat er viele, teils sehr gute, teils oberflächliche. Nichts Unnormales also!

      Letztes Jahr wurde seine Schwester (Lilly) geboren. Dabei gab es "keine" Eifersucht, keine auffälligen Aggressionen wie zuvor bei der Geburt von Lukas.

      Mein Mann war knapp zehn Monate aufgrund gesundheitlicher Probleme arbeitslos, hat aber seit sommer diesen Jahres wieder eine Stelle. Wir sind beide Vollzeit berufstätig.

      Soweit zum Hintergrund, nun zu dem, was uns immer mehr Kopfzerbrechen bereitet und wir mittlerweile kurz vor der Trennung stehen:

      Lars (mittlerweile 12 Jahre alt) wird seit gut 5 Jahren immer aufmüpfiger. Er bestiehlt uns, er belügt uns selbst bei den einfachsten Dingen. Er hat keinen Respekt vor dem Eigentum anderer Menschen. Er bespitzelt uns, er stellt uns Fallen, er quält seine Geschwister, er nimmt keine Rücksicht. Es muss immer nur nach seinem Kopf gehen.

      Er droht damit, sich etwas anzutun und hat es auch schon mehrfach versucht (wollte auf der Autobahn aus dem fahrenden Auto springen, wollte aus dem Fenster im ersten Stock klettern und konnte nur mit großer Mühe davon abgehalten werden).

      Er schläft nicht. Nie!
      Wenn ich nachts wach werde, sitzt er einfach still in der Dunkelheit oder stellt etwas an.

      Neulich wollte er sich nachts ein Spiegelei braten, hat vergessen, anschließend den Herd auszumachen. GSD haben wir einen neuen Herd, der sich abschaltet, wenn kein Wasser / Öl mehr im Topf vorhanden ist, sonst wäre das der Super-Gau gewesen.
      Er schreit seine Geschwister nachts wach. Sein Argument: Wenn er nicht schlafen kann, sollen die anderen das auch nicht.

      Er baut elektrische Geräte auseinander, während wir schlafen (letztens war es der Fernseher). Er filmt uns heimlich bei allem Möglichen, platzt einfach mitten in der Nacht rein, wenn mein Mann und ich intim sind (er überwacht alles).

      Er ist absolut uneinsichtig. Man spricht mit ihm vernünftig, fragt ihn, was ihn antreibt.

      Stundenlang haben wir nur gesprochen, manchmal uns angeschrien, manchmal einfach nur gekuschelt oder uns nur mit ihm beschäftigt. Dann ist er einsichtig. Sobald man sich umdreht, sticht er einem das Messer in den Rücken.

      Schade, aber leider übertreibe ich nicht einen Millimeter.
      Desto mehr ich aufschreibe, desto mehr wird mir klar, dass es so nicht weitergehen kann.

      Wir waren beim Kinderarzt. Wir waren beim Psychiater. Lars ist seit über einem Jahr in Therapie. Wir waren beim Jugendamt. Das Jugendamt war bei uns. Nichts. Alles ohne Ergebnis.

      Die Psychologin weiß nicht weiter, der Kinderarzt auch nicht. Der Psychiater sagt, Lars distanziert sich auf vernünftige Weise von seinen Drohungen, seinem Bruder etwas anzutun (er hat ihn bereits mehrfach auf die Balkonbrüstung gesetzt und losgelassen, so dass ich bzw. mein Mann auf Lukas einreden mussten, sich nicht zu bewegen, bis wir ihn festhalten). Somit ist er kein psychiatrischer Fall, ein Notfall schon gleich gar nicht.

      Jugendamt sagt, wir seien eine Regelfamilie. Alle Jugendmaßnahmen wären fehl platziert (sie hat einige aufgezählt, ich will nicht auf alle im Detail eingehen, aber angeblich passte nichts zu uns).

      Lukas hat Angst vor seinem Bruder. Es tut mir so leid für ihn und ich will nicht, dass Lukas durch die schwere Verhaltensstörung seines Bruders in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber niemand will bzw. kann uns helfen, wie es derzeit aussieht.
      Ich habe noch einmal versucht, einen Termin beim Kinderarzt auszumachen, damit wir eine Verhaltenstherapie als letzte Möglichkeit beginnen können für Lars.

      Mein Mann kann nicht mehr. Er will mit Lukas und Lilly ausziehen. Er sagt, er hält es nicht mehr aus.

      Gestern Abend erst ist mein Mann ins Bad gegangen, wo kurz zuvor Lars war und hat gesehen, dass Lars das ganze Bad vollgepinkelt hat. Toilette, Wände, Boden, Armaturen....
      Er macht mit Absicht alles kaputt. Dekorieren wir die Wohnung schön mit Kerzen oder Weihnachtsschmuck o. ä. macht Lars es kaputt. Wir verbieten es ihm dreißig Mal. Er hört nicht.

      Konsequenzen interessieren ihn nicht.
      Egal ob Hausarrest, Fernsehverbot, Schläge (ja soweit sind wir auch schon gewesen :-(), es zeigt nichts Wirkung bei ihm.

      Das Jugendamt sagt zwar, eine Pflegefamilie auf Zeit täte ihm vielleicht gut, damit wir alle mal zur ruhe kommen. Gleichzeitig lehnt das JA aber auch die Verantwortung für die Schwere seiner Verhaltensstörung ab (Stichwort Verletzungsgefahr für sich selbst und andere).

      Ich will meinen Sohn nicht weggeben, aber so kann es nicht weitergehen. Ich will auch nicht, dass ich meine anderen Kinder und meinen Mann verliere.

      Keiner will bzw. kann uns helfen. Mein Mann hat mich vor die Wahl gestellt.

      Ich mache ihm keinen Vorwurf. Er kann einfach nicht mehr.

      Sein Blutdruck ist mittlerweile nach jeder Auseinandersetzung mit Lars bei knapp 200 systolischem Wert.

      Bitte helft mir.

      Was für Möglichkeiten gibt es noch?
      Was könnte unserem Sohn und uns helfen, wieder ein harmonisches Familienleben zu führen?
      Ist Lars einfach ein Tyrann? Wenn ja, warum erst seit ein paar Jahren und warum kann die Therapeutin in über einem Jahr Therapie keine Ursache für sein Verhalten finden?
      Warum ist er in der Schule ein leistungsbereiter, angepasster Schüler aber zuhause ein Chaot?

      Bitte helft mir. An wen kann ich mich noch wenden? Wie gesagt, Psychiater, Therapie (außer Verhaltenstherapie), Kinderarzt und Jugendamt haben wir schon erfolglos hinter uns gelassen.

      Aber ich kann mich doch nicht für ein und gegen zwei andere meiner Kinder oder umgekehrt entscheiden.

      Ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß nur, ich kann nicht mehr.

      Vielleicht habt Ihr noch Ideen.

      Tschuldigung, ich weiß, dass ich im falschen Forum bin,
      aber es war mir wichtig, anonym zu bleiben.

      Viele Grüße
      die Verzweifelte

      • (2) 15.11.11 - 13:11

        Hallo,

        Ich kann dir leider keinen Rat geben, ich wünsche dir aber ganz viel Kraft für deine nächsten Schritte oder Entscheidungen, egal welche Richtung, alles wird seine Konsequenzen haben, ob positiv oder negativ.

        Vielleicht ist es nicht so schlecht, dass die Jüngeren räumlich vom Großen getrennt sind, Du kannst sie ja regelmäßig sehen. Keine Dauerlösung, aber vielleicht finden Dein Mann und Du einen Modus, bei dem alle Beteiligten zumindest keinen Schaden nehmen.

        Alles Gute !!! #herzlich

        • (3) 15.11.11 - 13:18
          9876543210123456789

          Schön, daß ich so schnell eine Antwort erhalte. Danke.

          Die räumliche Trennung ist nicht so einfach zu vollziehen, weil wir vor Kurzem ein Haus gekauft haben und eine separate Wohnung für einen von uns daher nicht mal eben so finanzierbar ist. Eigentlich will ich das auch nicht und mein Mann auch nicht.
          Aber wir können beide nicht mehr.

          Am Donnerstag habe ich nun mal wieder kurzfristig einen Termin beim Kinderarzt bekommen, da er nun endlich dringenden Handlungsbedarf sieht.

          Hoffentlich hat er eine Lösung, die uns allen hilft.

          Gruß
          Verzweifelte

      Hallo....

      Würde dir gerne eine Möglichkeit nennen, die ich im Moment für mich oder besser gesagt für einen Freund in Anspruch nehme. Möchte hier nicht genau darauf eingehen, aber solltest du Interesse haben dann schreibe mir doch eine Nachricht.

      lg lychee

    • Hallo,

      ich bin ehrlich fassungslos, was bei euch passiert und es tut mir so unendlich leid.

      Habt ihr ihn mal auf Wahrnehmungsstörungen (gibt ja verschiedene!) testen lassen?

      Was für mich eine überlegung wäre, wobei ich ehrlich gesagt nicht wüsste, ob ich das bei meiner Tochter machen würde, wäre eine Pflegefamilie auf Zeit, damit mal wieder Ruhe bei euch einkehrt!

      Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft und denkt dran, dass die Liebe zu Deinem Mann noch besteht!

      Alles liebe
      coffea

      • (6) 15.11.11 - 13:38
        9876543210123456789

        Liebe Coffea,

        fassungslos sind wir auch. Besonders weil jeder Rat, den wir von Ärzten oder Therapeuten befolgt haben und zum Teil wirklich dauerhaft umgesetzt und in unseren Alltag integriert haben, nicht von Erfolg gekrönt war, sondern eher das Gegenteil bewirkt haben.
        Die Situation kippt tagsüber meist von jetzt auf gleich.

        Einfaches Beispiel: Ich erkläre meinem Sohn, dass wir erst unsere Pflicht im Haushalt erledigen müssen, bevor wir ins Schwimmbad können. Das heißt für ihn, sein Zimmer in Ordnung bringen, sodass ich es putzen kann und den Müll rausbringen und ggf. andere Kleinigkeiten, die anfallen erledigen.

        Das Gleiche gilt für seinen Bruder (allerdings altersgerecht etwas weniger "Pflichten").

        Das läuft dann ganz gut. Lars räumt sein Zimmer auf, bringt den Müll raus, kommt wieder rein. Ich sage: Würdest Du für mich bitte die Katze noch füttern, hab vergessen das Futter aufzufüllen. Und dann: WUMM! Explosion. Geschrei! Vor zwei Monaten hat er unsere gesamte Einrichtung (Flurkommode, Kinderbett seiner Schwester, Garderobe und seinen Schreibtisch) zerlegt.

        Ein anderes Mal geht er auf mich los, tritt mich, kratzt mich oder sonstwas.

        Er ist wie eine tickende Zeitbombe.

        Meine Schwiegereltern betreuen ihn nicht mehr, nachdem er das letzte Mal versucht hat, sich vor ihren Augen durch das gläserne Vordach über der Haustür zu werfen. Das Glasdach hat gehalten, dafür musste das gesamte Treppenhaus (Holz) dran glauben, das seit über 60 Jahren und nach vier Kindern, die dort bereits aufgewachsen sind, nun Lars und seiner unglaublichen Wut stattgeben musste.
        Meine Schwiegermutter hatte vor Angst einen Heulkrampf und konnte sich nicht mehr beruhigen, mein Schwiegervater musste zum Arzt, weil er Brustschmerzen bekam (zum Glück aber Fehlalarm!).

        Lars ist das aber egal. Dann sollen ihn die Leute eben nicht so provozieren.

        Tja, in der Schule ist er aber der Musterschüler. Gute Noten, angepasstes Verhalten. Seine Lehrer sagen, er fällt schon mal auf, weil er schwätzt oder mit dem Nachbarn Blödsinn macht, aber eben alles in einem altersgerechten und normalem Rahmen.

        Hier komme ich also auch nicht weiter als Ansatzpunkt.

        Ich grusel mich vor ihm. Wenn ich nachts aufstehe, war es schon ein paar mal der Fall, dass ich die Kühlschranktür geöffnet habe im Dunkeln, um mir Milch herauszunehmen und auf einmal steht Lars im Schein des Kühlschranklichts neben mir. Er muss schon die ganze Zeit in der Dunkelheit dort unbemerkt gestanden haben. Es ist wie in einem Horrorfilm. Er steht da und sagt nichts. Erst wenn man ihn anspricht, fängt er entweder an zu lachen oder sagt einfach nur: Ich kann nicht schlafen.

        Heute Nacht hat er seine Schwester aus dem Bett genommen. Sie ist 15 Monate alt.

        Ich hatte heute Morgen einen Herzinfarkt, als sie nicht in ihrem Bett lag. Ich habe gesucht wie verrückt. Er hat sie schlafend in das Bett von Lukas unter die Decke gepackt.

        Ich kann nicht mehr. Was kommt heute Abend? Was macht er heute Nacht?
        Das geht seit Jahren so und es wird wöchentlich schlimmer.

    Habt ihr ihn schon einmal auf Hochbegabung testen lassen? Wie hoch ist sein IQ?
    Hochbegabte haben häufig das Problem, das soziale Umfeld nicht richtig begreifen zu können und können u.U. sogar eine psychische Störung entwickeln. Erlebtes und Verhalten fallen auseinander.

    Hat er Freunde? Oder ist er Außenseiter?
    Hat die Geburt eures ersten gemeinsamen Kindes vielleicht ein Trauma ausgelöst?

    Ich finde, das hört sich nach einem ausdauernden, wenn auch nicht durchgängigen Hilfeschrei deines Sohnes an.

    Eine zweite, dritte, vierte Meinung von Psychologen solltet ihr unbedingt einholen, bevor er Maßnahmen "übergestülpt" bekommt, die ihm vielleicht nicht helfen, das Problem zu bewältigen, sondern es vielleicht noch verstärken. Die Insomnia deines Sohnes spricht dafür, dass eine gravierende psychische Störung vorliegt.

    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!
    #blume

    • (9) 15.11.11 - 13:51
      9876543210123456789

      Hi Piper,

      auf Hochbegabung haben wir ihn nicht testen lassen. Ich glaube auch nicht an eine Hochbegabung, da er arge Schwierigkeiten in Mathe hat und auch nicht wirklich "Bock" auf Schule.
      Das mit dem durchgängigen Hilfeschrei sehe ich ganz genau so.

      Aber warum kann niemand das Schlüsselereignis, was dieses Trauma ausgelöst hat, beziffern. Warum sagt mir jeder Therapeut und Arzt und Psychiater, er sei ein vernünftiger, aufgeschlossener Junge, dem kein Trauma unmittelbar zuzuordnen sei?
      Es gibt die Möglichkeit und bislang einzige Erklärung, dass diese schwere Verhaltensstörung nicht EIN Erlebnis, sondern mehrere kleinere, an sich nicht gravierende Ereignisse ausgelöst haben. Nach dem Motto: Die Summe der Einzelheiten ergibt auch ein Ganzes.

      Ein Außenseiter ist er auf keinen Fall. Er hat Freunde. Zum Teil sehr gute Freunde und dauerhafte, zum Teil aber auch oberflächlich und wechselnd.
      Diesen Teil seiner Persönlichkeit habe ich noch nicht als auffällig angesehen.

      Wenn er nicht bald aufhört, uns als Familie zu tyrannisieren, geht Lukas, sein kleiner Bruder vor die Hunde. Er ist sehr sensibel und hält das nicht mehr lange aus. Wir versuchen ihn immer schnellstmöglich aus der Schussline zu bringen, wenn es wieder Streit gibt. Aber er kriegt es trotzdem irgendwie mit.

      Meine Söhne tun mir so leid.

      Der Große, weil er wahrscheinlich selber nicht weiß, warum er so geworden ist und was ihm wieder da raus helfen kann.
      Der Kleine, weil er einfach auch nur Opfer ist und sich nicht wehren kann, aber unsere Ressourcen in solchen Situationen komplett für den Großen benötigt werden. Er bleibt einfach auf der Strecke.
      Die Kleine kann ich noch nicht einschätzen. Aber gut ist es mit Sicherheit auch nicht, dass sie diese Situationen mit etwas mehr als einem Jahr immer mehr mitbekommt.

      Oh lieber Gott, lass es aufhören.

      Weißt Du, was ganz Schlimm ist? Wenn er wieder damit droht, sich etwas anzutun und beispielsweise sich aus dem Keller Grillanzünder und Streichhölzer holt, dann erwische ich mich dabei, wie ich schon gedacht habe: Tus, es würde mir das Herz zerreißen, aber vielleicht kämen wir dann ALLE endlich mal zur Ruhe!

      Ist das nicht grauenhaft? Natürlich will ich nicht wirklich, dass er sich was antut, aber ich merke, dass ich auch keine Kraft mehr habe, ihn daran zu hindern und dann in der ein oder anderen konkreten Situation poppt dann eben dieser Gedanke in meinem Kopf auf.

      Ich habe scheinbar versagt. In welcher Form auch immer und was auch immer so schief gelaufen ist in den vergangenen 12 Jahren. Ich kanns mir nicht erklären. Er hatte immer ein geregeltes, stabiles Umfeld. Ich habe viel gearbeitet, aber ich und später auch mein Mann waren immer für seine Sorgen da. wir haben uns immer gekümmert. Egal obs um Schule oder sonstwas ging, wir haben uns einfach die Zeit genommen. Es hat uns nichts ausgemacht. Geholfen hat es aber nichts.

      Grüße
      Verzweifelte

      • Komm mal her #liebdrueck

        Bitte tu mir einen Gefallen und werte deine Qualitäten als liebende Mutter nicht ab. Das, was du bzw. ihr da bislang geleistet habt, ist außergewöhnlich und zeugt von eurem Willen eurem Kind zu helfen. Deine Gedanken kann ich nachvollziehen. Aber dafür musst du dich nicht schämen. Ich würde dir gar raten, sie bald in einer (Familien-) Therapie aufzuarbeiten. Besonderes was den Kleinen angeht, rate ich dir DRINGENDST zu diesem Schritt, denn aus Opfern werden auch gerne Täter. Und diese potenzielle Entwicklung solltest zu frühzeitig kappen.
        Eine räumliche Trennung zwischen den Kindern wäre hierzu sicher vorerst ein ratsamer Schritt. Zumal er offenbar auch eine Gefahr nicht nur für sich darstellt.

        Es gibt dissoziative Identitätsstörungen, die mit einem suizidalen Verhalten einher gehen. Ich bin da kein Spezialist, aber diese Störungen werden durch bisweilen posttraumatische Belastungsstörungen entwickelt. Es muss kein Missbrauch vorliegen, wie so oft beschrieben. Wenn er sehr sensibel ist, hat er in seiner frühkindlichen und späteren kindlichen Prägung vielleicht heftige Schlüsselerlebnisse (Verlustängste zum Beispiel) gehabt, die er angesichts seines Alters so ggf. nicht äußern konnte. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass es für ihn eine Spirale gibt, die er so nicht ohne weiteres durchbrechen kann. Das Jugendamt scheint da wirklich nicht der richtige Ansprechpartner zu sein.

        Vielleicht liegt auch tatsächlich eine Schizophrenie o.ä. vor. Wie gesagt, ich bin auch nur ein Laie. Lies mal hierzu folgenden Link. Vielleicht hilft es: http://www.medizinfo.de/kopfundseele/psychose/schsymptome.htm
        Kann auch sein, dass es einem Psychologen schwer fällt eine abschließende Diagnose zu fällen, eben weil dein Sohn noch inmitten seiner kognitiven und verhaltensbezogenen Entwicklung steckt. Schon aus diesem Grunde würde ich nicht aufgeben und eine jugendpsychiatrische Einrichtung aufsuchen und zunächst um Rat bitten.

        Zum Thema Hochbegabung lass dir sagen, dass schulische Leistungen nicht zwangsläufig ein Indiz für oder wider Hochbegabung sein müssen. In der Regel sind sie das NICHT!
        Also auch dies wäre eine Baustelle, die ich abklopfen würde.

        Kopf hoch! Ich bin mir sicher, ihr findet eine Lösung! Vielleicht lässt du uns wissen, wie es euch ergangen ist.
        Ich drück euch die Daumen!

        • (11) 15.11.11 - 14:22
          9876543210123456789

          Vielleicht hatte er wirklich Verlustängste als Kind. Ich war schließlich wirklich erst nachmittags zuhause und sehr oft unterwegs, obwohl ich immer versucht habe, ihn mitzunehmen, wenn es irgendwie ging.

          Die Psychologin sagt, er hätte ein labiles Mutter-Kind-Verhältnis und wir könnten ihm nicht mehr den Halt geben, den er sucht. Ich will mir das in unserem nächsten Gespräch noch einmal genauer erklären lassen.

          Lukas macht mir auch Sorgen. Er ist sehr schüchtern und sensibel. Sobald wir eine Lösung für Lars und uns gefunden haben, die einigermaßen praktikabel ist, werden wir versuchen, Lukas auch zu helfen, damit es mit ihm nicht genauso ergeht.

          Danke vielmals.

          Ich berichte weiter, sobald ich nähres weiß.

Wow...das ist mal eine richtig krasse Geschichte!
Allerdings frage ich mich,genau wie Du,warum die Therapeutin keine Diagnose stellt/stellen kann.Hast du schonmal daran gedacht,die Therapeutin zu wechseln und dir eine Zweitmeinung einzuholen?Dasselbe gilt übrigens auch für den Kinderarzt.Wart ihr schonmal bei einem Intelligenztest (vielleicht ist er zu Hause einfach unterfordert,du schriebst ja das er in der Schule Leistungsbereit und angepasst sei)
Also allein von dem was du schreibst,dürfte jedem klar sein,dass das Verhalten deines Sohnes wirklich bedenklich ist.

Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft!
liebe Grüße

  • (13) 15.11.11 - 13:57
    9876543210123456789

    Hallo,

    die Therapeutin hat eine Diagnose gestellt, mit der nur leider keiner wirklich was anfangen kann. "Schwere soziale Verhaltensstörung"

    Wie gesagt, der Psychiater sagt, er distanziert sich von seinen "Taten und Gedanken" in normalen Momenten. Kann also sehr wohl einschätzen, dass das was er mit seinem Bruder und uns macht, nicht normal ist. Somit liegt eben keine akute Fremd- oder Selbstgefährdung vor und die psychiatrischen Kliniken seien voll mit "richtigen" Fällen.

    Wenigstens der Kinderarzt hat mich heute Vormittag zurückgerufen und mir einen Nottermin gegeben, weil er mittlerweile einsieht, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

    Mal sehen, was diesmal dabei rauskommt.

    Wir wollen noch eine Verhaltenstherapie angehen, aber wenn die nur ansatzweise so wenig Erfolg zeigt wie die derzeitige Psychotherapie wird auch das wieder vergeudete Zeit sein. Aber die Alternativen sind eben begrenzt.

    • Gut,eine Verhaltensstörung bedarf einer Verhaltenstherapie und die habt ihr ja noch nicht in Angriff genommen,wenn ich das richtig gelesen habe.Das wäre schonmal der erste "Strohhalm".

      "Wie gesagt, der Psychiater sagt, er distanziert sich von seinen "Taten und Gedanken" in normalen Momenten"

      Bringt ja auch nicht viel,wenn er in den "nicht normalen" Momenten nicht klar denken kann und deine anderen Kinder in Gefahr bringt.

      Ich glaube,die Userin über meinem Post hat da auch was ganz schlüssiges geschrieben (evtl. hochbegabt/Trauma durch die Geburt eures zweiten Kindes oder auch Trauma durch den frühen Vaterverlust).
      lg

      • (15) 15.11.11 - 14:43
        9876543210123456789

        Letzteres, also Trauma durch den frühen Vaterverlust, spielt auf jeden Fall eine Rolle. Das sagte auch die Psychologin, nur kann sie da nicht wirklich ansetzen.
        Lars hat sich auf seinen kleinen Bruder und meinen Mann eingeschossen. Hauptsächlich werden die Beiden tyrannisiert und provoziert. Bei mir macht er es auch oft genug, aber wenn er meint, er müsse wieder damit drohen, sich etwas anzutun, dann zucke ich mittlerweile mit den Schultern und sage "Mach doch!".

        Klingt hart und kalt, ich weiß, aber zumindest das hilft, dass es ihm dann zu blöd wird und er einfach nur in seinem Zimmer verschwindet und schreit.

        Er krampft auch sehr oft. Wenn er sich richtig reinsteigert und wütend ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Meistens, wie schon beschrieben, macht er etwas kaputt oder versucht sich oder seinem Bruder oder mir wehzutun. Oft sackt er aber auch einfach nur zusammen auf dem Boden, verkrampft scih und schreit und heult.
        Dann kommt niemand mehr an ihn ran, nicht mit guten Worten, nicht mit Umarmungen oder Festhalten, nicht mit Geschrei, nicht mit "Gewalt".

        Allein das ist doch schon nicht normal.

        Er schaltet ab. Von einem Moment auf den anderen.

        Ist dann alles vorbei (unterschiedlich wie lange, manchmal nach ein paar Minuten, manchmal erst nach zwei Stunden, das weiß man vorher nie), tut es ihm leid. Dann leidet er nochmal, verspricht sich zu bessern, will schmusen und schlägt ab sofort einen Neuanfang vor. Den er in meinen Augen auch ernst meint, aber eben nicht umgesetzt bekommt.

        • "Lars hat sich auf seinen kleinen Bruder und meinen Mann eingeschossen. Hauptsächlich werden die Beiden tyrannisiert und provoziert"

          Wie ist denn sein Verhältnis zu gleichaltrigen Jungs?Und besteht noch Kontakt zum Vater bzw. kennt dein Sohn seinen leiblichen Vater?

          Wahrscheinlich will er durch das tyrannisieren und provozieren Aufmerksamkeit bekommen (gerade von den Männern in eurer Familie) und weiß nicht,wie er sie "auf normalem Wege" erhalten kann.Vielleicht hat sich bei ihm manifestiert,dass er mehr Reaktion bekommt wenn er ausflippt,als wenn er in einer anderen Stimmung zu euch kommt.Deshalb glaube ich auch,dass deine Reaktion ("Mach doch!") richtig war.Wenn ihr auf jede Drohung ausgiebig eingeehen würdet,würdet ihr ihm zu viel Macht über euch zugestehen und es würde wahrscheinlich noch schlimmer.
          Sinnig wäre vielleicht auch,die Beziehung zu seinem Vater aufzuarbeiten,wenn das möglich ist.In dem Alter hat er ja auch sicher schon viele Fragen,oder vielleicht auch das Gefühl,ER wäre Schuld daran,dass sein Vater sich nicht für ihn interessiert/sich zu selten sehen lässt/etc.Deswegen finde ich auch den Vorschlag vom JA,euren Sohn Zeitbegrenzt in eine Pflegefamilie zu geben,absolut Verantwortungslos.Das verschlimmert höchstens Verlustängste und Selbstbewusstseinsprobleme.Habt ihr denn schon mal über eine stationäre Therapie nachgedacht?Der Gedanke,den Jungen erstmal aus seinem Alltag und gewohntem Umfeld herauszuholen ist generell nicht schlecht.Allerdings sollten sich dann kompetente Fachkräfte um ihn kümmern,keine Pflegeeltern und der regelmäßige Kontakt zu euch sollte gewährleistet sein.

          "Oft sackt er aber auch einfach nur zusammen auf dem Boden, verkrampft scih und schreit und heult.
          Dann kommt niemand mehr an ihn ran, nicht mit guten Worten, nicht mit Umarmungen oder Festhalten, nicht mit Geschrei, nicht mit "Gewalt"."

          Dazu fällt mir nur eins ein:Hilflosigkeit.Vielleicht tut er das,wenn alle anderen Arten vorher,Aufmerksamkeit zu bekommen,fehlgeschlagen sind.Und das soll sich von mir jetzt nicht Vorwurfsvoll anhören.Vielleicht kannst du ihm gar nicht die Art von Aufmerksamkeit geben,die er braucht,weil er selber nicht weiß was er will und vor allem:weil er nicht weiß,was mit ihm los ist.Ich schätze,ihm selbst macht es ja auch keinen "Spaß" wenn solche Situationen auftreten.
          Gibt es bestimmte Auslöser,die ihn so reagieren lassen?

          • (17) 15.11.11 - 15:28
            9876543210123456789

            Hallo Netzhaut,

            leider können wir die Beziehung zu seinem leiblichen Vater nicht aufarbeiten, weil dieser uns ganz klar und kontinuierlich über die letzten Jahre ímmer wieder signalisiert hat, dass er keinerlei Kontakt wünscht.

            Er braucht Aufmerksamkeit, besonders von meinem Mann. Das fügt sich auch logisch in seine Verlustangst aufgrund des fehlenden biologischen Vaters ein. Und ja, das Ganze ist auch eine Art Machtspiel.

            Einerseits versucht er uns bewusst zu manipulieren, andererseits ist er auch oft einfach nur hilflos.

            Sein Verhältnis zu gleichaltrigen Jungs ist tadellos. Konflikte trägt er "normal", also in keinster Weise aggressiv oder ungewöhnlich aus. Einzig auffällig hier ist, dass er immer versucht, aus der Gruppe hervorzustechen. Durch Lautstärke aufzufallen. Wobei dies aber auch die anderen Jungs oft versuchen. Weiß nicht, ob das unbedingt so ungewöhnlich ist.

            Lars leidet wirklich sehr. Nach jedem "Ausraster" tut es ihm aufrichtig leid und jedes mal versichert er uns, dass wir nochmal von vorne als Familie anfangen und er sich ändern wird. Leider schafft er es zum Teil keine zwei Stunden bis zum nächsten Ausbruch.

            Mal sehen, was die Zukunft bringt.

            Ich werde hier im Forum berichten, sobald ich zumindest den Ansatz einer Lösung gefunden habe.

            • Je mehr ich von dir lese, desto mehr tendiere ich in Richtung Verhaltenstherapie.

              Wenn er in der Lage ist mit seinen Schulfreunden Konflikte normal auszutragen, dann scheint es, dass er nur in der Familie so ist: er will sein Verhalten ändern, weiss "nur" nicht wie, und sein altes eingelerntes Verhalten bricht immer wieder durch.

              Versuche schon mal jetzt einen Therapieplatz in Verhaltenstherapie zu bekommen, sag, dass es sehr sehr dringlich ist, inklusive Gefährdung seiner Geschwister (beschreibe das auf Balkonbrüstung setzen usw), lass dich nicht abwimmeln, so dass er noch dieses Jahr anfangen kann.

              Ich weiss nicht, wie es bei euch mit Finanzen aussieht, aber zur Überbrückung der Wartezeit würde ich lieber einige Privatstunden nehmen (entweder Psychotherapeuten, spezialisiert auf Kinder, oder Heilpraktiker für Psychotherapie), die Kosten liegen je nach Wohnort zwischen 50 und 100 EUR pro Sitzung. Das Geld wäre auf jeden Fall gut angelegt!!!

              • (19) 15.11.11 - 15:55
                9876543210123456789

                Darüber haben wir auch schon nachgedacht. Schon einmal mit der Verhaltenstherapie anzufangen, notfalls auch privat bezahlen.
                Den Donnerstag warte ich in jedem Fall noch ab. Der Kinderarzt kennt ja die Situation, wenn auch nicht ganz so ausführlich, wie er sollte, weil er mich nie ausreden lässt. Aber er als Mediziner kennt vielleicht die nächsten Schritte besser und ist vor allem auch in der Lage, die Dringlichkeit zu rechtfertigen.

                • Übrigens, auch Heilpraktiker für Psychotherapie haben ihre Netzwerke und können einen früheren Termin für bezahlte Therapie durchboxen.
                  Falls der KiA dagegen ist, würde ich parallel noch einen anderen KiA fragen, der dich vor allem ausreden lässt.

            Tu das-ich bin gespannt und drücke beide Daumen,dass ihr eine Zufriedenstellende Lösung für alle Seiten findet!

            Alles Gute!

Puuh, echt heftig. Ich würde mal zu anderen Ärzten gehen, ich finde, dein Sohn gehört mal in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie gründlich durchgecheckt.
Diese Schlaflosigkeit und das Verhalten müssen ja irgendwo begründet sein.

Du musst Dich gar nicht entscheiden. Du musst Dich nur ganz klar von dem Verhalten deines Kindes distanzieren ;-) Klingt merkwürdig, aber wenn man drüber nachdenkt, triftt es das.

Meine große Tochter war eine Zeit lang in stationärer Therapie, sie hat mit allen Mitteln auch versucht mich zu manipulieren. Ich hab das irgendwann gar nicht mehr alles so mitbekommen, weil ich viel zu sehr drin gesteckt habe. Mein Partner hat auch mit Trennung gedroht, weil er auch nicht mehr konnte. Gottseidank hat meine Tochter selbst etwas miterkannt, dass irgendetwas nicht stimmte. Einen Grund gab es so gar nicht. Sie hatte auch eine Wahrnehmungsstörung. Für sie waren ihre Ängste und Vorstellungen real. Je mehr wir versucht haben auf sie einzugehen, umso schlimmer wurde es.

In der stationären Therapie ist uns klar gemacht worden, dass gerade diese Kinder sich spüren lernen wollen und müssen. Also:

Grenzen setzen! Wir konnten es aber auch nur über eine Auszeit erreichen. (Wir hatten 3 monate gar keinen Kontakt) Soll heißen unsere Tochter bekam einen Therapieplatz für 6 Monate und wir eine Familientherapie.

Wir haben als Eltern dem Arzt gesagt, dass sie unser ganzes Familienleben sprengt mit ihrem Verhalten. Das hat sie dann auch beim Arzt zugegeben. Éinen Grund konnte sie nicht nennen. Wir waren am Ende, ihre Schwester war am Ende...

Wir hatten einen guten Psychologen, der uns den Therapieplatz besorgte. Es war eine harte Zeit, aber jetzt nach 2 Jahren (sie ist knapp 13) ist alles wieder in Ordnung. Jetzt sagt sie manchmal selber, Mama ich weiß gar nicht warum ich so blöd war.

lg polar

  • (24) 15.11.11 - 14:03
    9876543210123456789

    Du triffst es genau auf den Punkt.

    Vielleicht sollte ich den Begriff Wahrnehmungsstörung beim Arzt und Therapeuten wirklich mal ins Spiel bringen.

    Die stationäre Therapie war eigentlich vom Jugendamt und Kinderarzt angedacht, aber wie bereits beschrieben, hat das Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie nach einer Kurzuntersuchung von nichtmal 10! Minuten diese abgelehnt.
    Jugendgruppe oder betreutes Wohnen sieht das Jugendamt wiederum als kontraproduktiv, da er für das eine zu alt sei und für das andere nicht geeignet, da häufig Kinder aus sozialen Brennpunkten dort betreut werden und Lars Labilität dazu führen könnte, dass die positiven Eigenschaften wie gute Leistungen in der Schule und seine Lernbereitschaft dort auch noch durch den Einfluss der anderen flöten gehen könnten.

    Ich denke, wir setzen nochmal bei Psychiater (einem anderen) bzw. einer Verhaltenstheapie an. Mal sehen, was der KIA am Donnerstag sagt.

    Vielen Dank, Du hast mir schon mal ein ganz klein bisschen weitergeholfen mit der Geschichte von Deiner Tochter.

    Es freut mich, dass bei Euch wieder alles im Lot ist.

    • Das was Du schreibst, haben wir auch durch. Manchmal äußerte sie sich lapidar, sie bringt sich um. Dann wiederum waren es Kleinigkeiten die sie aus der Fassung brachten, am schlimmsten war immer, dass sie auch einfach fort lief. Sie im Zimmer randalierte. Und natürlich hatte keiner sie mehr lieb. So ihre Aussage. Sie traktierte aufs übelste ihre kleine Schwester. Ihr gefiel es, wenn sie weinte. Sie wurde richtig fies.

      Tja, und wir haben uns alle besonders viel um sie gekümmert. Aber sie konnte sich selbst nicht spüren. Wer sie ist, wie ihre Gefühle sind, wie sie damit umgehen soll.

      Ich bin auch 3 Monate zu allen Ärzten gelaufen, bis wir als Eltern dann eindeutig signalisiert haben. Wir können nicht mehr. Unsere Tochter zählte zu den Klassenbesten und war immer auffallend lieb und nett in der Schule. Nur zu Hause wohnte ein Monster. Für die Ärzte war das alles dennoch stimmig. Denn wenn jemand sich selber nicht spüren kann, dann versucht er das dadurch, dass er diejenigen attackiert, wo er hofft, dass er es dadurch kann, in dem er seinen liebsten Menschen weh tut. Um sich dann wieder zu spüren.

      Ich als Mutter war das Hauptziel und auch ihre kleine Schwester (die sie heute wieder über alles liebt). Erst als ich mich distanziert habe und diese Kette durchbrochen habe, konnte sie im Verhalten umdenken. Und das ging nur durch eine räumliche Trennung. Ihre Wahrnehmungsstörung war sehr ausgeprägt.

      Ich würde noch einmal in der Kinder-Jugendpsychatrie vorsprechen.

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