Er isoliert mich total

    • (1) 24.11.11 - 20:54

      verzeiht mir, wenn ich jetzt meinen Frust rausschreibe, aber es muss raus, sonst…ich weiß nicht was sonst. Ich kann so einfach nicht mehr.
      Ich bin den ganzen Tag allein und wenn die Kinder nicht wären, hätte ich hier draußen niemand anderen. Mein Mann isoliert mich total. Wir haben drei Kinder, 12 Jahre, 5 Jahre und die kleinste ist 5 Monate alt.
      Ich weiß nicht, ob er das mit Absicht macht. Er geht morgens halb 7 aus dem Haus und ist meistens vor 20:30 Uhr nicht zu Hause. Nein, er hat
      Keine Andere, definitiv nicht. Warum ich mir da so sicher bin? Er ist mal bei dem Kumpel, mal bei dem, ich weiß das, weil ich es immer durch Zufall mitbekomme. Entweder, er hilft dem einen oder anderen, oder sie trinken ein Bier zusammen. Immer dann, wenn ich seine Hilfe am dringendsten brauche. Mal sind es seine Eltern, die am nächsten Tag kommen oder wie morgen, da feiere ich mit einer Freundin zusammen eine große Geburtstagsfeier und musste heute den Einkauf dafür erledigen. Mit meinem Rücken (massive Bandscheibenprobleme) und 3 Kindern verdammt schwer zu managen. Er sagt zwar, er kommt eher heim, macht es dann aber doch nicht, ruft nicht an, sagt nicht Bescheid. Ich steh dann einfach mit allem allein da. Heute z.B. ist er immer noch nicht zu Hause. Gegen 5 hab ich noch angerufen und gefragt, wie spät es heute wird. Ich muss ja den großen Einkauf noch machen. Nein meinte er, heute wirds nicht spät. Vorhin rief dann eine gemeinsame Freundin an, die was wissen wollte, wegen meiner Tochter und ganz durch Zufall sagte sie, dass mein Mann mit ihrem gerade ein Bierchen trinkt, er hätte irgendwas noch vorbeigebracht. Dabei war er gestern schon dort.
      Die Kleine sieht er teilweise gar nicht ein einziges Mal am Tag oder wenn dann nur ganz kurz. Er wickelt sie nie, nimmt sie selten auf den Arm, wenn es hoch kommt 5 Minuten am Tag. Wenn er mal eher zu Hause ist, dann geht er „nur kurz“ zum Nachbarn und kommt dann trotz gedeckten Abendbrottisch nicht nach Hause, erst, wenn alle Kinder im Bett sind oder wenns ganz dumm kommt, spät nachts mit entsprechendem Alkoholpegel. Wenn ich was sage, artet es in Streit aus, dann straft er mich mit Missachtung, tagelang. Kein Hallo, kein Tschüß, kein Kuss, nix. Er demütigt mich mit Sprüchen wie, ihn stört es nicht, dass ich ein bisschen zugenommen habe, da bin ich wenigstens auch für die anderen Männer unattraktiv. Und genauso fühle ich mich auch mittlerweile. Ich sitze hier und schreibe dir das und muss die ganze Zeit weinen. Irgendwie kommt gerade alles raus. Was bin ich überhaupt wert? Er hat sogar gesagt, dass ich nix kann, außer vielleicht malen. Ich schmeiß den Haushalt, Einkauf und Kinder sowie sämtlichen organisatorischen und finanziellen Kram ganz allein.

      Wenn er abends nach Hause kommt, dann isst er schnell was, geht auf die Couch und schläft dort ein, dann merkt er gar nix mehr. Ich geh allein ins Bett und er kommt irgendwann gegen 4 nach. Dabei macht er mich und die Kleine meistens wach.

      Neulich war ein Brief in der Post, den hab ich aufgemacht, von irgendeiner Versicherung die ich nicht kannte. Er hat mit irgendwem irgendwas über unsere Haftpflichtversicherung geregelt. Ich wusste davon nichts, obwohl ich der Versicherungsnehmer bin. Im Gespräch hat sich dann gar nix geklärt, im Gegenteil, ab sofort darf ich seine Post nicht mehr öffnen.

      Ich weiß ehrlich nicht mehr weiter. Was kann dahinter stecken und was soll ich machen? Muss ich mir das gefallen lassen? Oder übertreibe ich nur und hab „psychische Probleme“ wie er sagt? Mit drei Kindern ist es nicht so einfach zu sagen, so ich trenn mich jetzt. Da hängt halt leider auch das Finanzielle dran. Arbeiten gehe ich erst nächstes Jahr im Juni wieder. Oh Mann, was soll ich nur machen...?

      Danke fürs Lesen!

      Filine

            • Ich weiß es nicht, was glaubst du denn, warum er sowas mit mir macht?

              Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es, dass wir miteinander glücklich sind. Wir haben 3 tolle Kinder. Ich würde mir nichts mehr wünschen, als dass es funktioniert. Und natürlich darf er hin und wieder ein Bierchen trinken. Das ist doch okay für mich. Aber ich würde mir auch wünschen, dass er Zeit mit mir verbringt und den Kindern. Ist doch nicht zuviel verlangt oder?

              • Ich glaube auch, zumindest aus dem, was man aus Deiner Beschreibung heraus liest, dass er keine Lust auf familiäre Verpflichtungen hat und deswegen sozusagen flüchtet. Das wurde ja schon von emily erklärt..

                Das, was Du Dir wünschst solltest Du ihm auch nochmal sagen. Aber ich würde dabei stark im Auge behalten, dass Taten mehr als Worte zählen. Und wie gesagt, Du solltest Dich weder einschüchtern noch einlullen lassen.

      Ich denke nicht, dass er dich isoliert,
      sondern einfach seine Familie vernachlässigt.

      Wenn ich das so lese klingt es,
      als sei alles wichtiger als du und eure Kinder.

      Klar kann man mal jemandem helfen,
      mal ein Bierchen trinken...
      Aber wenn mein Männe jeden Tag erst um 20:30 heimkommen würde,
      dann würde ich ihm etwas husten!

      Dazu kommt:
      Keine Zärtlichkeiten, keine Hilfsbereitschaft.

      Ich denke da spricht eher Gewohnheit als Liebe :-(

      Stell ihn klar vor die Wahl
      und erklär ihm, dass du sowas nicht mehr mit dir machen lässt!

      • Ich habe gerade mit ihm gesprochen. Bzw. er hat geschrien. Ich hab es ihm genau so gesagt, wie du gerade eben. Er sich tierisch aufgeregt, mich angebrüllt, alle Schuld auf mich abgeschoben. Und ich habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder er ändert sich, oder wir beenden die Beziehung. Und er hat gesagt, es ist ihm egal. Im Gegenteil, er hat mir gedroht, wegen der Kinder...

        • Toll. Ich finde es wirklich toll, echt mutig und stark, dass Du das gemacht hast.
          Leise weinen, es ertragen und jeden Tag hoffen, dass es besser wird, wird es nämlich nicht ändern.

          Er dachte, er kann Dich wieder einschüchtern. Ich hoffe und wünsche Dir, dass er das nie wieder schaffen wird!

          Das wäre für mich ein Grund zu gehen.

          Vielleicht kannst du erstmal ne Weile bei deinen Eltern oder Freunden unterkommen,
          damit er sieht, dass es dir ernst ist!

          (11) 25.11.11 - 07:08

          Wow. Gratuliere zu dem Schritt. Der hat zwar wohl nicht das erhoffte Resultat gebracht, aber wengistens weisst du jetzt Bescheid. Ein Ende mit Schrecken...

          Alles gute dir! thyme

          (12) 25.11.11 - 08:44

          Ich kann mich den Meinungen nicht ganz anschließen, ich finde es nicht gut, dass du ihn gestern in deinem Zustand angesprochen hast, dein Zustand gestern war nicht geeignet, um eine solche Diskussion zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

          Gleichwohl gehört so ein Thema auf den Tisch, allerdings sollte man es ruhig machen und den Moment mit Bedacht wählen. Und sich Hilfe dabei holen.

          Zu deiner Lage grundsätzlich möchte ich dir sagen, dass ich das, wie eine Userin hier auch, nicht so sehe, dass dein Mann dich isoliert, ich persönlich finde eher, dass er dir die Partnerschaft entzieht, er lässt dich alleine und lässt dich sehr sehr deutlich spüren, welch eine geringe Wertigkeit du für ihn hast.

          So etwas hat, vielleicht auch völlig unbewußt, Gründe. Das er jetzt gestern ausgetickt ist und alle Gründe, bzw. Schuld bei dir sieht, verstärkt diesen Eindruck bei mir nur. Ganz ehrlich glaube ich, dass er in eurer Beziehung auch unglücklich ist. Es ist an dieser Stelle aber die Frage, wie man dieses unglücklich sein handelt.

          Als ich eben dein Ausgangsposting gelesen habe, dachte ich, hey, das kennst du. Bei uns war es auch so. Jeder hat sein Ding gemacht. Wir hatten Nachwuchs bekommen, ein Haus gebaut, das zweite Kind unterwegs, einige kleine Dinge waren über das Bauen schief gegangen, die Wohnung gekündigt, meine Ex wieder schwanger, wir in eine halbe Baustelle eingezogen, fünf Monate später war die Kleine da und und und. Wir galten, absolut ungelogen, als das Musterehepaar des Neubaugebietes. Ich kam von der Arbeit, kurz hallo gesagt, vielleicht einen Tee getrunken und weiter im Haus arbeiten. Meine Ex hat einerseits immer Wünsche geäußert, was sie gerne gemacht hätte und andererseits die Forderung gestellt, dass ich mich um die Familie kümmern soll. Das war mein Fehler, ich hätte da Grenzen aufzeigen sollen, dass beides nicht machbar ist und wir hätten gemeinsam realistische Prioritäten setzen sollen. Meine Ex wiederum hat sich auf die Kinder gestürzt und z. B. die Dinge gelassen, die mir etwas bedeutet haben. So begann langsam aber sicher eine Abwärtsspirale, die Fahrt aufgenommen hat.

          Als dann z. B. die Außenanlage angelegt wurde, sind meine Ex und ich für gewisse Feinheiten zusammen durch den "Garten" und haben besprochen, wie der Gartenbauer was zu machen hat. Ich kam am nächsten Tag heim und alles war anders gemacht, lapidarer Kommentar meiner Ex "Kannst ja so machen, wie du es gerne hättest, mir hat es in dem Augenblick besser gefallen, also hab ich das so gemacht!" Gerechnet sprachen wir über rund 200 Schubkarren. Das war das erste Mal, dass ich sie am liebsten erwürgt hätte, ohne zu merken, dass ich daran eine nicht unerhebliche Mitschuld getragen habe. Diese Dinge haben sich fortgesetzt. Beim Tapezieren des Treppenhauses musste ich auf ein schmales Gerüst jenseits des Geländers, dass dafür teilweise abgebaut werden musste. Das wiederum geht nur, wenn Kinder im Bett sind. Also habe ich auf diesem Gerüst gestanden, tapeziert und musste für jede Bahn runter turnen, ins Wohnzimmer, die Bahn holen, aufs Gerüst turnen und arbeiten. Alternativ hätte meine Ex auch das Bügeleisen zur Seite stellen könen, hätte sich eine Bahn gepackt, die halbe Minute geopfert, mir das Dingen angereicht und ich hätte viel schneller arbeiten können. Aber Madame musste ja bügeln. Ich war stinkesauer und doch war ihr Verhalten nur die Retourkutsche für die Momente, in denen ich sie alleine gelassen habe.

          Wir haben uns also gegenseitig Vorwürfe gemacht und waren so damit beschäftigt, uns jeweils als Opfer zu sehen, dass wir das wir völlig aus den Augen verloren haben. Und wenn du jetzt mal ganz ruhig in dich gehst, wirst du vermutlich auch bei euch den ein oder anderen Punkt finden, wo einige Dinge anders hätten besser laufen können.

          Ich persönlich würde euch eine Eheberatung empfehlen, denn, wenn es so weiter läuft wie aktuell, ist definitiv auf kurz oder lang Ende im Gelände. Und vor allen Dingen lernt ihr dann sachlich miteinander zu reden.

          • (13) 25.11.11 - 08:55

            Toll geschrieben!!!
            Nur du schreibst von deiner Ex, hat bei euch die Eheberatung auch nicht mehr geholfen oder habt ihr es versäumt eine zu machen?

            • (14) 25.11.11 - 09:32

              Sagen wir mal so, eine Eheberatung wäre bei uns sehr viel früher angebracht gewesen, als wir sie letztendlich gemacht haben. Meine Ex hat eigentlich nie eine Eheberatung gewollt.

              Defacto ist es so gelaufen, dass ich mich den Umständen, unter denen wir gelebt haben, entzogen haben, ich bin kein Bierchen trinken gegangen, sondern habe ich mich einer anderen Frau zugewendet. Sprich, anstelle ein Problem zu lösen, habe ich ein neues geschaffen. Und meine Affaire habe ich als Faustpfand gegen meine Ex eingesetzt. Es stand das Angebot Eheberatung gegen Affaire, meine Ex wollte nicht. Erst als ich sie erpresst habe, Trennung gegen Eheberatung hat sie in eine gemeinsame Therapie eingewilligt.

              Die Eheberatung an sich hat nur ganz kurz gedauert, alles in allem zwei Sitzungen aber diese zwei Sitzungen sind bis heute für mich mit die positivsten Erfahrungen, die ich in meiner Ehe gemacht habe. Sehr lehrreich.

              Unterm Strich sind die Bilder, die hier bei urbia beschrieben werden, sehr häufig dem gleichen Schema unterworfen, nur die Ausprägungen sind unterschiedlich.

    der Mann meiner Freundin hat sich ähnlich verhalten.
    alles Reden half nichts, er hat erst nach der Trennung begonnen sich um die Kinder zu kümmern.

    das Problem war, dass sie auch keinen Job hatte oder sonstwas.

    Sie hat, als sie merkte, dass alles Reden nichts hilft begonnen alle wichtigen Dokumente zu kopiere. Regelmäßig Geld vom gemeinsamen Konto einbehalten und ist dann auf einmal ausgezogen

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