Vater ist wieder rückfällig

    • (1) 02.12.11 - 14:17
      was tun

      Hallo

      Heute brauche ich mal dieses Forum.
      Und zwar mein Vater war seit ich denken kann schwer Alkoholkrank. Ich kannte ihn bis zu meinen 17 Lebensjahr nur besoffen :-(
      Dann 1997 wurde er auf der Arbeit erwischt und er bekam die aufforderung was zu tun. Er hat sofort aufgehört zu trinken und war für 5 Monate zu einer Entziehungskur. 12 Jahre dann hatte ich einen tollen Papa und mein Sohn einen super Opa. Er war trocken, ging mit raus, lachte, unternahm was mit seinen Enkel.

      2009 kam unsere Tochter zur Welt und er wurde Früh Rentner. Als unsere kleine ganz am anfang Atemaussetzer hatte und ins KH mußte fing es wohl wieder an.

      Mittlerweile ist meine Mutter mit dem Nerven am Ende weil es mit dem Trinken immer mehr wird. Wenn man ihn darauf anspricht sagt er nur er weiß nicht warum er trinkt oder was er machen soll. Wenn meine Mutter sagt das er wieder weg muß zuckt er nur mit den Schultern.
      Wenn wir da sind ( so drei mal die Woche) reißt er sich ( noch) zusammen und ist nüchtern. Es ist ja uch nicht jeden Tag aber ich und meine Mutter wissen es kommt mit der zeit bis er wieder jeden Tag was braucht.

      Ich weiß nicht was ich machen soll wenn es wieder ausartet, weiß nur das er dann mit unseren Kindern nichts mehr alleine machen darf, ob ich dann auch noch hinfahre? Ich weiß es nicht. Ist ja schließlich mein papa und ich will ihn nicht verlieren, hatte als Kind ihn schon nicht. Meine Kinder hängen auch an ihren Opa.
      Meine Mutter klappt irgendwann zusammen wenn es so weitergeht, auziehen will sie aber auch nicht.

      Was kann man machen? Damit er zu vernunft kommt bevor er ganz absackt?

      LG

      • hallo,

        du kannst broschüren der anonymen alkohilker liegen lassen

        und an sein gewissen appelieren

        lg

        Mehr als das, was mansojo schrieb kannst du leider wirklich nicht machen, als vielleicht zusätzlich noch ein Gespräch unter 4 Augen.

        Ich verstehe deine Sorge aber sehr sehr gut. Schreckliches Gefühl von Hilflosigkeit.

        Aber Ausziehen wäre für deine Mutter und auch deinem Vater eine Hilfe. Manchmal muss man Menschen fallenlassen, damit man sie nicht verliert.

        Und natürlich sollte dein Vater mal zu den Anonymen Alk.-Gruppen gehen.

        Deine Mutter empfehle ich eine Al-Anon Gruppe. Dir auch.

        Alles Gute
        Salat

      • (5) 02.12.11 - 14:44

        Hallo Du

        Du kannst nichts machen. Ein Alkoholiker kann sich nur selbst helfen. So lange er nicht einsieht, dass er sich wieder Hilfe holen muss, ist alles vergebens. Da er ja auch einen Entzug und eine Therapie gemacht hat, kann man davon ausgehen, dass er genügend informiert ist.

        Aber man muss auch sagen, dass Rückfälle dazu gehören und nicht den Weltuntergang bedeuten müssen. Immer vorausgesetzt, man reagiert sofort.

        Ich bin selbst Alkoholikerin und seit drei Jahren trocken.

        Alles Liebe

        Nicht mehr hingehen und deiner Mutter nahelegen, dass sie die Scheidung einreichen soll. Bei manchen hilft es.

      • Das klingt wie meine Geschichte. Mein Vater war auch schwer Alkoholkrank. Er verlor erst seinen Job, dann seine Wohnung. Meine Mutter trennte sich von ihm.
        Alle wollten ihm helfen, aber niemand hat es geschafft.
        Solange er es nicht selbst einsieht, hat er absolut keine Chance.
        Du kannst nichts tun.

        Wende dich an eine Selbsthilfegruppe zusammen mit deiner Mutter. Dort lernst du/ihr damit umzugehen.

        Alles Liebe!

        War er denn in seiner trockenen Zeit in einer Selbsthilfegruppe?

        Diese Gruppen sind sehr wichtig und oftmals noch effektiver als eine Therapie!

        (9) 02.12.11 - 16:11

        Mein Opa war auch alkoholabhängig. Erst als meine Mutter mit "Enkelkindentzug" (ich war damals 10) gedroht hat, hats bei ihm "Klick gemacht".

        #liebdrueck

        Hallo

        DU oder deine Mutter, ihr könnt so leid es mir tut gar nichts machen. Nur dein Vater kann was ändern.
        Mein Vater sagte damals zu meiner Mutter ( sie lernten sich kennen als er "nass" war ) ich schenke dir zwei Sachen zum Geburtstag. Ein Kind ( mich ) und ich werde trocken.
        Meine Mutter dachte damals eher an Trennung als an ein Kind. Naja, sie lächelte milde und glaubte an nix.
        Fakt: Sie wurde 4 Tage vor ihrem Geb. schwanger und mein Vater 13 Jahre lange trocken.

        Dann wurde er rückfällig, die Ehe zerbrach, meine Mutter bekam Läukemie und mein Vater trinkt Heute immer noch ( seid nunmehr 14 Jahren, am 10 Dezember am Geburtstag seines Bruders sind es genau 14 Jahre ) und ich musste in all den Jahren einsehen, dass nur ER was ändern kann.

        Wir haben viel verloren. Unsere Teeni Zeit, meine Mutter ihren Mann, ich mein Elternhaus, meine Oma ihren Sohn, viel Geld, viele Tränen. Ach die Liste wäre unendlich.

        Was ich dir aber immer und immer wieder sagen will: Nur ER kann sich ändern, nur er kann aufhören. Hör bitte auf nach Gründen zu suchen!
        Denn das hat viele Jahre mein Denken bestimmt: Warum trinkt er? Was ist der Grund? Wie kann man den Grund ausschalten?!
        Ich bin in viele Sitzungen mit meiner Mutter gegangen für Angehörige bis ich mich abgrenzen konnte!

        Mittlerweile habe ich kaum noch Kontakt zu meinem Vater ( der in Rente ist und mal in Thailand mal in Deutschland lebt ) selbst wenn er hier ist vermeide ich, dass er auf meine Kinder trifft! Denn es reicht, dass ich ihn so kenne.
        Nüchtern: der netteste Mann überhaupt. Betrunken: Agressiv und bösartig.
        Unterschiedlicher könnten selbst Dr. Jekyll und Mr. Hyde nicht sein, glaub mir! Ich hatte es auch irgendwann satt mein Leben so zu belasten. Denn ich wollte ihm ja wirklich helfen. Es ging bis zum Co.Alkoholismus bei mir!

        Quelle Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit

        Ich habe irgendwann losgelassen. Genützt hat es meinem Vater nix, aber mir!

        Ich hoffe das Beste für euch!

        Grüße

        J. #liebdrueck

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