Trennung oder an Partnerschaft arbeiten?

    • (1) 07.12.11 - 08:35
      unschlüssig

      Guten morgen,

      ich habe hier noch nie gepstet, bin aber jetzt in einer Situation, in der ich Rat brauche von Außenstehenden. Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.

      Situation:

      Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren zusammen, seit 3 Jahren verheiratet, unsere Tochter ist 5.

      Wir arbeiten beide Vollzeit, teilen Haushalt und Kindererziehung (ich bringe zum Kindergarten, er holt ab, weil er früher anfängt zu arbeiten und somit eher schluss hat).

      Wir haben wenig Zeit unter der Woche.

      So weit so gut.

      Problem:

      Wir tun nichts mehr zusammen. Wir sind oft abends kaputt und jeder geht seinen Hobbies nach (Fitnessstudio - beide abwechselnd, Filme schauen - jeder für sich usw.)

      Wir unterhalten uns nicht mehr, gehen zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett, verbringen keine Zeit mehr miteinander.

      Ich lese viel, er hört Musik. Wir haben keine gemeinsamen Gesprächsthemen.

      Immer öfter gibt es Streit wegen Kleinkram. Ich weiß auch genau, dass es nicht um den Kleinkram geht, sondern dass wir einfach von einander genervt sind.

      Ich fühle mich nicht mehr in einer Beziehung. Ich versuche oft, mit ihm zu reden oder wir nehmen uns gemeinsam was vor, oder besprechen die Kindererziehung.

      Dann ist alles ok, er findet es ja soooo toll und "Ja wir machen das zusammen", "Ja, ich sehe das wie Du", "Ja, gute Idee".

      Aber leider macht er es dann einfach was anderes. Wenn ich ihn darauf anspreche, kommt nur "Ja, ist doch egal."

      ES IST MIR NICHT EGAL. Ich möchte wahrgenommen werden, ich möchte mich unterhalten, ich möchte eine Familie haben.

      ICH MÖCHTE NICHT MIT MEINEM MANN KÄMPFEN! Schon gar nicht um so banale Dinge wie ein Mittagessen oder ob unsere Tochter nun dies oder das machen soll.

      Das ist alles Kinderkram. Wir haben uns auseinander gelebt und ich möchte diese Sache angehen, ABER:

      Das ewige Gezanke geht mir auf die Nerven, ich möchte unsere Tochter nicht dazwischen haben und überlege ernsthaft, ob ich nicht einfach einen Schlussstrich ziehen und eine Trennung im Guten anstreben sollte.

      Daher habe ich mir heute zum nachdenken frei gehalten.

      Was meint Ihr? Ich weiß, diese Situation kann niemand für mich entscheiden, aber ich würde mich über eure Erfahrungen freuen, um meine Situation etwas distanzierter beurteilen zu können.

      Vielden Dank fürs lesen schon mal.

      Viele Grüße

      (4) 07.12.11 - 09:23

      Als erstes solltest Du Dir für Dich die Klarheit verschaffen, was Dir Eure Beziehung (noch) bedeutet. Liebt Ihr euch noch ? Vermisst Ihr Euch noch, wenn Ihr nicht zusammen seid ? Ist man noch am Wohl des anderen interessiert und auch bereit, etwas dafür zu tun ?

      Ansonsten liegt hier ein klares Kommunikationsproblem vor. Jeder sucht seine Ecke und zieht sich zurück, ich habe das selbst erlebt, nur war ich damals nicht schlau genug, auf meine Partnerin zuzugehen und habe die Beziehung weggeworfen. Die Ursache damals war beidseitiger Frust, der hätte abgebaut werden können, weil beide eigentlich über dieselben Dinge unzufrieden waren. Nur habe ich damals nicht mehr geredet und die Situation löste sich erst auf, als wir getrennt waren. Doch da gab es leider kein Zurück mehr.

      Und mein Rat: egal welche Entscheidung Du für Dich treffen wirst, triff sie - und zwar schnell

      • (5) 07.12.11 - 10:32

        Vielen Dank, ich werde mich um schnelle Entscheidungsfindung bemühen. Da hat ja mein Partner noch mitzureden.

        Ich möchte, wenn mein Partner einverstanden und willig ist, an unserer Beziehung arbeiten, weil mir sehr viel an ihm und unserer Familie liegt.

        Wenn er nicht will, dann werde ich mich unverzüglich trennen.

        Diese Situation mache ich nicht weiter mit.

        Also vielen Dank nochmal, über weitere Erfahrungswerte freue ich mich, denn ich möchte mit meinem Partner diesen Beitrag heute Abend durchgehen.

        LG

    ich versuche es mal...

    lichtchen's Ansatz finde ich schon sehr gut...

    Ich schilder mal aus meiner Ehe.

    Meine Frau und ich sind auch ständig am Zanken. Sie ist zurzeit mit Kinderbetreuung beschäftigt (Unsere Tochter wird in einer Woche 1 Jahr alt), während ich Vollzeit arbeite.
    Auch wir sitzen abends, wenn unsere Spätschläferin (selten vor 22:00) schläft, oft wortlos nebeneinander auf dem grossen Sofa an zwei verschiedenen Laptops...

    Zank gibt es meist um alles mögliche, was den Haushalt, das Geld, die Erziehung, unsere Beziehung etc angeht. Meine Frau reagiert auch oft genervt, stimmt dann zu, und setzt es doch nicht um, also ähnlich Deinem Mann.

    Was habe ich nun für Möglichkeiten?
    - Ich könnte meiner Frau die Pistole auf die Brust setzen, aber da könnte ich genauso gut die Beziehung gleich beenden, denn Druck erzeugt Gegendruck...
    - Ich könnte es einfach so weiterlaufen lassen, aber auch dann wird irgendwann die Beziehung zerbrechen, wenn sich erstmal genug Mist angestaut hat...
    - Ich könnte an meiner Sichtweise des Problems arbeiten...

    Aha! Letztgenanntes ist der einzige Ansatz, der nicht darauf abzielt die Verantwortlichkeit auf den Partner abzuschieben.
    Bei meiner Frau kenne ich die Ursache für ihre Stimmung. Sie hat früher gearbeitet und kümmert sich nun Vollzeit um unser Kind. Sie mag es in D nicht sehr gerne (stammt aus PL und wir haben uns während unserer Zeit in UK kennengelernt). Natürlich ist das für sie schwierig.
    Also werte ich ihr Verhalten natürlich ganz anders. Und genau DAS macht es für mich erträglicher. SO kann ich auf sie eingehen und versuchen Massnahmen zu ergreifen, die unsere Situation verbessern.

    Was ich damit ausdrücken will ist, dass Du nur Einfluss auf Deine Person und Deine Perspektive hast.
    Auf diese Weise hast Du eine Möglichkeit die Situation zu entschärfen und etwas Druck rauszunehmen.
    Du kannst auch selbst die Initiative ergreifen und aktiv werden darin mal etwas Gemeinsames zu organisieren. Als Paar müsst ihr wieder zueinander finden, wie es ja schon gesagt wurde.

    Meine Frau übrigens, nervt mich manchmal höllisch... aber nie im Leben käme mir der Gedanke sie zu verlassen. Wir sind heute viel zu schnell dabei Beziehungen in Frage zu stellen, statt daran zu arbeiten, wenn es brennt.

    "In guten, wie in schlechten Zeiten..."
    Da hilft es, wenn man weiss, auf Regen folgt meist Sonnenschein. Manchmal dauert es eben ein wenig länger...#liebdrueck

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