Darf sich eine sterbenskranke Frau alles erlauben?

    • (1) 08.12.11 - 14:23
      Lottta

      Hallo zusammen,

      ich bin in einem ziemlich schwerwiegenden Konflikt und im Grunde ist mir völlig klar, was woher kommt, aber das ist eben nur die rationale Seite und das hilft mir auch wenig, weil ich es emotional nicht auf die Reihe bekomme.

      Ich schreibe nur in Stichpunkten, weil es sonst vermutlich zu lang wird und gar keiner mehr liest.

      Vielleicht hält ja jemand von euch durch und hat ne Idee?

      Folgende Konstellation (aus meiner Sicht):

      Schwiegermutter: zwei Söhne, älterer Sohn erkrankte mit 3 Jahren an Diabetes, Mutter kümmerte sich fast nur um ihn, vernachlässigte zweiten Sohn emotional sehr, mit 21 Jahren stirbt älterer Sohn bei einem Unfall, ab jetzt "Stürzen" auf den nun einzigen, jüngeren Sohn, ständige Kontrolle, emotionale Erpressung ("Wir haben nur noch dich"), total dominant, hat Ehemann und Söhne komplett im Griff

      Ich: absolut schwieriges Verhältnis zur Schwiegermutter, will ständige Kontrolle, Grenzüberschreitung ihrerseits, Forderungen etc. nicht mitmachen. Mein Mann: "Ich halt mich da raus, klärt das selbst" bezieht keine Stellung zu mir und den Kindern, gibt der Mutter immer nach, da sie ihn sonst noch mehr unter Druck setzt. Schuld an schwierigem Verhältnis sei ich: "Du bist doch der Kern allen Übels" (O-Ton!). Beziehung zu meinem Mann wird immer kühler, da wir wegen seiner Mutter ständig streiten, offene Aggression gegen meine Schwiegermutter wird zur verdeckten gegen meinen Mann, weil er keine Position bezieht.

      Mein Mann: jüngerer der beiden Brüder, immer an 2. Stelle bis zum Tod des Bruders, danach ständige Kontrolle durch die Mutter (Bsp: ließ ihn mit 21 vor Freunden in seiner Lieblingskneipe ausrufen, weil draußen Glätte war...), Konflikt zwischen Wunsch nach Bestätigung und Zuwendung von seiner Mutter, die er zu wenig hatte und Wehren gegen übermäßige Kontrolle, massive Schuldgefühle wegen Tod des Bruders, massive Verpflichtungsgefühle als nunmehr einziger Sohn, Ängste weil sonst keine Familie. Zwischen zwei Stühlen: fordernde Mutter und fordernde Frau, bezieht keine Position. Dominante Mütter haben eben schwache Söhne...

      Aktuelle Eskalation: Schwiegermutter hat Krebs, Lebenserwartung schätzungsweise 1-3 Jahre, enormer Krankheitsgewinn, Sohn kümmert sich jetzt wahnsinnig um sie, mischt sich mit der Begründung todkrank zu sein noch mehr ein, kommt wann sie will, macht was sie will.

      Wenn diese Frau nicht mehr ist, dann ist unsere Familie auch nicht mehr...

      Irgendwelche Ideen?

      Lieben Dank!

    Ichfinde, ihr habt ihr viel zu viel macht über euer leben gegeben. Ihr könnt sie nicht ändern, jetzt schon gat nicht mehr. Ihr müsst sie nehmen wie sie ist. Mit ihren Fehlern.

    Du kennst deinen Feind. Jetztz musst du lernen, damit umzugehen. Du könntest stärke zeigen, indem du jetzt nicht die ablehnende Schwiegertochter bist, wozu du ja vielleicht recht hättest. Sondern du könntest jetzt fuer die Familie da sein.

    Du möchtest Veränderung? Warum fängst du dann nicht bei dir an? Ich denke, dass würde den Respekt den dein Mann vor dir hat, auch wieder erhöhen. Du willst frieden zwischen euch beiden, Mann und Frau? Dann beginne damit, indem du ein Abschluss zu diesem Thema findest. Sage deinem Mann, wie es dir bisher ging, was du aber dann tun willst, damit es sich bessert.

    Es muss von Herzen kommen. Und wenn jemand dem Tode geweiht ist, sollte dass nicht zu schwer sein, es handelt sich hier ja nicht um einen schwerverbrecher.

    Du schilderst die Frau und sie ist eine Mutter. Sie verhält sich wie eine Mutter und der Konflikt zwischen euch beiden ist nicht einseitig entstanden. Du wirst ihr gegenüber auch ablehnend gewesen sein.

    Sie wird sterben. Was willst du noch? Dass du vorher über sie triumphierst und ihr den Sohn abspenstig gemacht hast? Das wirst su nicht schaffen. Wenn doch, wird dein Mann unglücklich mit dir.

    Du hast es genau wie sie in der Hand, dass sich die Dinge noch vor ihrem Tode ändern und ihr als Familie auch später gut über sie reden könnt. Dafür musst du nur verzeihen und über deinen Schatten springen (können)

  • Hallo!

    Dein Mann - wenn er es vorher schon nicht konnte - wird jetzt mit Sicherheit keine Position mehr gegen seine Mutter beziehen.

    Selbst wenn er dazu bereit wäre, wäre das auf beiden Seiten ein Prozess, der viel länger dauern würde als 1 bis 3 Jahre.

    Und eine radikale Lösung, wie Kontakt abbrechen, ist ganz sicher nicht möglich jetzt.

    Ich denke auch, du solltest versuchen, damit zu leben, soweit wie möglich raushalten - mit dem Wissen, dass es nicht mehr ewig so geht.

    Du hast ja offensichtlich die Zusammenhänge und die Verstrickungen, in denen dein Mann steckt, sehr gut verstanden. Vielleicht kannst du dann auch Verständnis für seine daraus resultierenden Gefühle und Ängste aufbringen.

    LG

    Dein Mann MUSS, egal wie, Stellung beziehen.#schwitz
    Der Krebs ist KEIN Argument, sich noch mehr einzumischen......#schock

    Wie ist es möglich, daß sie kommt wann sie will?
    Hat sie etwa den Hausschlüssel?:-[
    Wohnt sie nebenan und kann rüber laufen (Autofahren mit Chemo ist ja nicht ohne)?

    Rede mit deinem Mann in Ruhe (wieso hat er Schuldgefühle bezüglich dem Tod seines Bruders, hat er ihn getötet?).
    Schau, daß er Stellung bezieht.
    Versuche aber die Kinder (wenn existieren) zu schützen, sodaß die Kinder ihre Oma sehen können, aber nicht mit reingezogen werden können.

    Erpressung sollte deswegen aber nicht die Lösung sein.

    Viel Erfolg im weiteren Verlauf.........#winke

    Du bist empathisch wie ein hungriger Löwe der Gazelle gegenüber.

    Bis jetzt hat der Sohn es nicht geschafft, Stellung zu beziehen. Jetzt, da seine Mutter sehr krank ist, soll er damit anfangen?

    • Ihr Motto ist "Jetzt erst recht!"#schwitz

      • Keine Ahnung von nichts, ABER zitieren.........#nanana

        Es ist typisch für Schwiegermütter sich einzumischen, aber kein Argument sich noch mehr reinzuhängen NUR weil auf einmal Krebs existiert........
        Meine Schwiegermutter ist auch dabei sich einzumischen (hat zwar kein Krebs), daß ist aber deswegen kein Grund sich nicht dagegen wehren zu dürfen. Mein Mann will auch keine Stellung beziehen und trotzdem ist es UNMÖGLICH, wenn das die Regel ist.

        Was ich noch nie verstehen konnte ist, daß Männer zu feige sind Stellung zu beziehen und sich von den Müttern auch noch Schuldgefühle "einimpfen" lassen.

        Und die Kinder müssen nicht immer mit reingezogen werden.

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