Die Beziehung geht bergab seit dem Kind

    • (1) 16.12.11 - 09:16

      So langsam verstehe ich, wieso ein Kind die Beziehung so stark belastet.

      Für einen Ehemann gibt es (glaube ich) nichts schöneres für eine Definition von einem Heim, als dass die Ehefrau Abends zu Hause auf ihn wartet. Dass man zusammen zu Abend isst. Das gemeinsame Gespräch. Die Intimität.
      Nahezu nichts davon gibt es mehr. Wenn ich nach Hause komme, liegt sie beim Stillen, platt auf der Couch oder schläft erschöpft. Gemeinsames Abendessen mit Baby? Gespräche drehen sich nahezu nur noch um das Kind. Intimität? Schon seit Beginn der Schwangerschaft nicht mehr, vielleicht mal wieder in einem Jahr mit etwas Glück.

      Meine Frau entlasten? Tue ich. Unser Kleiner schreit momentan fast jeden Abend 1,5-3h, scheinbar grundlos. Ich kann seine 7 Kg eine Stunde lang tragen, das Schreien reduziert sich dann mit etwas Glück auf ein Gewimmer. Besonders schlimm wird es erfahrungsgemäß, wenn meine Frau außer Haus ist und ich alleine auf ihn aufpasse (aktuell so alle 2-3 Tage, für 3-5h). Ich trage regelmäßig Gehörschutz, meine Nerven sind bereits am reissen. Vor ein paar Tagen habe ich in Rage gesagt, dass er mein ganzes Leben kaputt macht. Natürlich ist es nicht seine Schuld, aber irgendwo bin auch ich nur ein Mensch. Gestern bin ich wieder mit meiner Frau aneinandergerasselt und habe irgendwelchen Mist von mir gegeben, dass sie sich einen neuen Versorger und Vater suchen soll und ich mit den Nerven fertig bin. Ich verstehe mich selbst nicht, so einen Unsinn lasse ich normalerweise nicht leichtfertig von mir, zudem bin ich überhaupt nicht der emotionale Typ. Des weiteren war ein Streitpunkt irgendwie die Effizienz meiner Arbeit sowie meiner Priorisierung (also die Arbeit zu Hause).

      Bei meiner Frau greift der Mechanismus, dass wenn unser Sohn sie anlächelt, sie sich kompensiert fühlt für ihre Mühen. Bei mir kommt dieses Gefühl nicht (mehr) auf.

      In den 10 Jahren Ehe ging es immer besser, wir haben kontinuierlich an unserer Beziehung gearbeitet. Aber seit der Geburt geht es bergab. Seit der Schreiphase steil.

      Warum schreibe ich hier überhaupt? Keine Ahnung. Tips? Zähne zusammen beissen. Andere Paare haben es scheinbar auch irgendwie geschafft.

      Vielleicht liegt das Problem auch ganz woanders. Meine sozialen Kontakte liegen bei praktisch Null. Hobbies (früher: 18 Jahre lang Haustiere, mehrere Kampfsportarten, Freeclimbing, etc.) sind zeitlich nicht mehr drin. Mit Müh und Not gehe ich selten ins Fitness-Studio. Ich sehe (und sah) nie fern und spiele keine PC-Spiele mehr. In meiner Freizeit .. hänge ich in diesem Forum herum. Eine Weihnachtsfeier von 13-17h.

      • Also erstmal: Willkommen in der Realität... ;-)

        Meine Frau hat sich auch extrem verändert nach der Geburt unserer Tochter (vor einem Jahr).
        Intimität findet quasi nicht mehr statt. Trotzdem weiss ich, dass dies nur eine Phase ist und wieder bessere Zeiten kommen werden.

        Unsere Tochter ist allerdings denkbar unkompliziert und ein Baby, dass ständig am Schreien ist, belastet sicher auf eine ganz andere Weise.
        Hier solltet ihr mal mit dem KiA sprechen. Es soll ja regelrechte Schreibabies geben, aber wohl auch Möglichkeiten der Behandlung bzw Ansätze, um den Eltern zu helfen einen Umgang damit zu schaffen...

        Ansonsten müsst ihr viel miteinander reden, damit nicht nioch ein Riss in eure Beziehung kommt.

        PS: So sehr ich Deine Ausraster und die Sprüche den Kleinen betreffend nachvollziehen kann, Okay ist das ganz sicher nicht und das Kind spürt diese Ablehnung auch, weswegen die Tatsache, dass es schlimmer wird, wenn er mit Dir alleine ist, nicht wirklich verwundert.
        Hier musst Du an Dir arbeiten und das auch entsprechend kommunizieren...

        Kopf hoch.
        Dein Kind wächst da auch wieder raus...

        Hallo,

        ich kann mich dunkel an eine Szene erinnern, als unsere Tochter 4 Monate alt war.

        Sie hat schlimm mit B auchweh zu käümpfen gehabt und hielt uns vom 3. - 10. Monat durchgängig ca. 5-12 Mal die Nacht auf Trab.

        Und in eben jener Szene liegen der Vater meiner Tochter und ich, mitten in der Nacht nebeneinander und heulen.

        Mag lustig und lächerlich klingen, aber wir krochen, ob der Belastung auf dem Zahnfleisch. Beide!

        Diese Szene allerdings war Anlass, das wir nachdachten, wie wir die "Belastungen" optimieren können, damit wir eben nicht mehr auf der Felge gehen.

        Wir spannten 1 Mal die Woche die Oma/Opa ein, um nur UNS zu haben, wir zwangen uns, während der "Dreierzeit" auch uns zu sehen. Und es half...

        Hi!

        Wieso hast du denn sämtliche Hobbies aufgegeben?
        Scheinbar gibt es in eurem Leben bloß noch das Baby.
        Klar dauert es eine Zeit lang bis sich das Familienleben einspielt, aber man darf sich selber und auch die Partnerschaft darüber nicht verlieren.

        Gruß,

        v.

      • Wie heisst es doch so schön: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr!

        Und genau so ist es. Zum Elternsein ist niemand geboren und niemand kann sich wirklich darauf vorbereiten. Weder darauf, wie anstrengend es ist, über Wochen, Monate und Jahre hinweg nachts ständig geweckt zu werden. Wie kaputt einem so ein hilfloses kleines Bündchen Mensch machen kann. Und wie wütend, wenn es wieder einmal nicht aufhören will zu schreien und man doch dringend schlafen müsste.

        Ich habe sowohl mich selber als auch meinen Partner noch einmal vollkommen neu kennengelernt als wir Eltern wurden, genau das passiert euch jetzt auch. Ihr habt zehn Jahre an eurer Beziehung gearbeitet. Und nun geht die Arbeit in eine neue Phase. Und das ist gut so. Menschen wachsen, leben, verändern sich - und können wachsen. Mach dir bewusst, dass du in deine Vaterrolle erst hineinleben musst, genauso wie deine Frau in ihre Mutterrolle. Die Paarbeziehung aufrecht zu erhalten, dass ist nun die Herausforderung.

        Als Tip vielleicht noch dies: Schafft euch Freiräume, geh klettern, mach deinen Kampfsport weiter. Einmal pro Woche kriegt man rein. Und animier auch deine Frau dazu, dass sie sich regelmässig ein paar Stunden Zeit für sich selber nimmt. Und sei es nur ein heisses Bad, während du mit dem Kleinen draussen bist.

        Und ab- und zu wird sich sicher jemand finden, der aufs Kind aufpasst, damit ihr ZUSAMMEN ins Kino könnt.

        Lg thyme

        Hallo!

        Ich versuche Dir mal zu antworten. Ja, ein Kind ist anstrengend, immer wieder mal. Besonders am Anfang und mein Mann kann die Schreiphasen auch schlecht ertragen.

        Ich sag mir immer, das geht vorbei, ewig wird es nicht dauern. Also was sind schon 2/3 Monate auf ein Menschenleben gesehen?

        Danach kommen wieder neue, ebenso anstrengende Phasen.

        Was ihr akut tun könntet: in den Schreiphasen abwechselnd das Kind nehmen. Wenn es einen zuviel wird, kann der andere den Kleinen nehmen. Wenn es beiden gerade zuviel ist, einfach mal 5 Minuten aus dem Zimmer gehen, ehe es extrem in einem hochkocht. Mir helfen 5 Minuten an der frischen Luft sehr viel, danach kann ich wieder zugewandt und herzlich zu meinen schreienden Kind zurückgehen. Es nützt nichts, wenn man innerlich gerade sehr genervt und angespannt ist, das Baby herumzuschleppen, es spürt die Anspannung und die überträgt sich noch zusätzlich auf das Kleine. Dann lieber mal kurz schreien lassen.
        Dass das Leben mit Kind anders wird, ist eigentlich vorher bekannt. Natürlich muß man sich darauf einstellen, seinen Rhythmus anpassen, dass ein oder andere kann man vorläufig nicht mehr machen. Und das Frau nicht mehr mit gedeckten Abendbrottisch zu Hause wartet ist auch ganz normal. Aber das ändert sich ja wieder, spätestens, wenn der Kleine am Familientisch mit ißt (so ca mit 8-12 Monaten).
        Momentan kommt es mir so vor, als wenn Du kein Land mehr siehst, aber es ist da. Du wirst sehen, in ein oder zwei Monaten sieht es schon wieder anders aus, dann kann man vielleicht schon mit den Kleinen spielen und die Schreiphasen sind auch vorbei.

        Du kannst leider die Zeit gar nicht mit dem Kleinen genießen, weil sicherlich die Schreiphase kurz nach deinem nach Hause kommen anfängt. Kann ich verstehen und auch das Du genervt bist.
        Leg Dir ein Mantra zu, sag Dir immer wieder, das geht vorbei, das wird besser. Wenn ihr euren Alltag besser organisiert habt, wenn das Kind seinen Rhythmus gefunden hat und abends auch ins Bett geht und schläft. Dann habt ihr auch wieder mehr Zeit für Intimität und Gespräche. Wir reden momentan immer, wenn der Kleine abends zur Ruhe gekommen ist und auf meinen Knien schläft. Und nein, ich liege nicht völlig erschöpft auf dem Sofa und schlafe ein. Aber bei mir ist es das dritte Kind, da ist die Umstellung nicht mehr so groß. Für Deine Frau ist es sicher auch anstrengend und glaube mir, es ist noch viel anstrengender, wenn man das Gefühl hat, der Mann ist nicht in der Lage, das Kind wirklich zu lieben. Eifersucht auf das Kind ist auch kein guter Ratgeber im Moment, versuche für Dich Nischen zu finden, die das Zusammenleben mit dem Kleinen auch für Dich Wert haben. Und wenn Du den Kleinen nimmst, wenn Du nach Hause kommst, ihn in den Kinderwagen packst und mit ihm zum Runterkommen eine Runde spazieren gehst. In der Zwischenzeit kann Dein Frau Abendbrot machen und möglicherweise hat das auf das Kind den positiven Effekt, dass es schläft.
        Soziale Kontakte kann man auch am Wochenende nachmittags mit Kind pflegen oder man läd abends jemanden zu sich ein.

        Und was sind schon Computerspiele? Die sind in ein oder zwei Jahren auch noch da, genauso wie eine intensivere Freizeitgestaltung. Jetzt spielt das Leben in Deinem Haus und ja, es ist anstrengend, aber auch schön. Versuche viel von der Zeit mitzubekommen, die kann man nicht zurückholen. Und Du weißt, was sind schon 1 oder 2 Jahre im Bezug auf ein ganzes Menschenleben. Versuch Dich zu entspannen.

        LG Yvonne

      • Hallo...

        Das tut mir ja richtig leid so etwas zu lesen:-(
        Aber es wird wirklich besser, versprochen! Euer Sohn ist noch so winzig und alles muss sich erst einpendeln..Das dauert...Bei uns hat es ungefähr 6 Monate gedauert , bis wir uns auf das Leben zu Dritt eingestellt hatten! Jetzt wird unsere Tochter 3 und manchmal ist es immer noch schwer und Nerven aufreibend!
        Mein Mann ist eher der ruhige, ausgeglichene Mensch und hat das immer gut im Griff gehabt ABER auch er hatte 2-3 mal Momente wo er heulend auf der Couch saß.....KInd geschrien, Frau ( ich ) nur am meckern...

        Du machst das genau richtig indem du deiner Frau einiges abnimmst! Versucht diese Phase irgendwie zu überbrücken. Am besten macht ihr was zu zweit , wenn der kleine Mann frisch gestillt wurde..Das tut so gut nur mal wieder Paar zu sein:-D

        Alles Gute für dich und deine kleine Familie

        Schnubbi83

        Sicher belastet ein Kind eine Beziehung, auch. Aber ich kapiere einfach nicht wieso sich manche Menschen von einem Baby ihr gesamtes anderes Leben quasi nehmen lassen. Wieso es nicht mehr möglich ist, gemeinsam zu essen, mit dem Partner zu reden. Manche Frauen schaffen es nicht mal zu duschen oder was im Haushalt zu machen #zitter.

        Gut, dass mit dem Schreien, das ist nun eine Sondersituation, da muss man sicher durch und ggf. medizinische Hilfe suchen und abklären - aber ein normales Leben mit einem einzigen Baby..... da bleibt noch genug Zeit für andere Dinge. Wenn man es denn will.

        Wenn ihr 10 Jahre eine tolle Beziehung geführt habt sollte es doch möglich sein, da auch wieder anknüpfen zu können. Wobei.. ich gebe zu, manche Frauen sind mit einem eigenen Baby einfach wie durch eine Gehirnwäsche neue Wesen. und noch ausschließlich Mutter, dann wirds schwierig mit dem Paar sein.

        Lichtchen

        Hallo,

        zwar habe ich selbst noch keine Kinder, aber genügend Freunde erlebt und wie es denen ging, wenn die Kinder kamen...

        Wegen dem Schreien würde ich beim Arzt nachfragen...ich weiß, dass es so Blockaden (Gelenk, Muskeln etc.) gibt bei kleinen Babys durch die Geburt, das muss sehr weh tun und deshalb auch das Schreien...
        Bzw. vielleicht ist es dir möglich, so unangenehm die Lautstärke und Frequenz von Babyschreien auch ist, herauszufinden, ob es nach Schmerz klingt, nach "Luft ablassen" etc. zusammen mit deiner Frau.
        Babys fangen ganz bald nach der Geburt an, verschiedene Laute für verschiedene Dinge zu benutzen, ein "Ich hab Hunger" klingt anders als "ich hab die Hosen voll" usw.
        Im Magazin gibt es dazu einige interessante Artikel.

        Als Außenstehende habe ich folgende zwei Beobachtungen getroffen:
        1. Das Paar stellt fest, dass es beiden im Prinzip gleich geht, dass sich beide manchmal überfordert fühlen und beide die gemeinsame Zeit und Intimität vermissen, in Folge dessen raffen sie sich auf, besprechen Aufgabenverteilungen und Hilfen neu und suchen sich zeitweise jemand, der auf das Baby aufpasst...gar nicht soo schwer, denn so ein kleines Würmchen will jeder knuddeln und bei Familie/Freunde/Bekannten ist bestimmt jemand vertrauenswürdiges dabei, diese Zeit nutzt das Paar und geht zusammen essen, ins Kino oder kann sich einfach nur mal drüber unterhalten, wie es einem selber geht, was so unter der Woche alles passiert...dieses Paar strahlt Ruhe und Glücklichkeit aus, man nimmt beide sowohl als Eltern als auch noch als Menschen war, die genau wie vorher auch Probleme und Sorgen haben

        2. Das Paar wendet sich frustriert voneinander ab, die Frau rettet sich auf eine "nur-noch-Mutter-Rolle", der Mann geht irgendwann seinen Hobbies nach, beide lassen sich nachwievor von den Belangen ihrer Kinder vollkommen dominieren, dies geht eine ganze Zeit lang gut, keiner von beiden ist wirklich glücklich, es sind diese Paare die andere kinderlose Paare total stressen mit Fragen wie "Wann ist es bei euch soweit?" und final steht dann nur noch die Scheidung an mit der pauschalen Begründung "das Kind hat unsere Beziehung ruiniert" anstatt zuzugeben, dass das Paar an sich sich auf neue Lebensumstände einfach nicht hat einstellen können

        Welche Alternative es bei euch sein wird kommt auch auf dich drauf an, wieso schreibst du deiner Frau nicht einen Brief in dem du genau wie hier in dem Forum schilderst, wie es dir geht? Dass du sie vermisst, dass du manchmal überfordert bist und Dinge sagst, die du auf die Art und Weise nicht äußern wolltest und unbekannte Seiten an dir entdeckst?

        Ich drück dir feste die Daumen, wär interessant von dir nochmal zu hören, wie es weiterlief....

        Hallo,
        willkommen in der Baby-Falle.
        An das abendliche Schreien kann ich mich gut erinnern.Mein Sohn musste ca. 3 Stunden auf eine bestimmte Art getragen werden, damit er seine heftigen Blähungen aushielt.Wir haben uns dabei abgewechselt durchs Haus zu laufen.Nach ca. 5 oder 6 Monaten war der Spuk vorbei.
        Im nach hinein muss ich sagen, mein Ex-Mann hat in der Babyzeit einen sehr guten Job gemacht. Obwohl er viel arbeiten musste, hat er darauf geachtet, das wir regelmäßig von Anfang an Babysitter und Unternehmungen einplanten., bzw. mit Kindern unterwegs waren.Meine Eltern haben auch sehr gerne geholfen.Ich war froh, das es trotzdem Unternehmungen und soziale Verpflichtungen gab.Allerdings habe ich mich auch bei keinem Kind gänzlich zurückgezogen.Mich verwundert es wenn ich hier manchmal lese, in welchem Ausmaß sich vollständig auf das Kind konzentriert wird.
        Ich würde dir empfehlen unbedingt wieder Sport zu machen.Die sozialen Kontakte müssen nicht gänzlich ruhen. Deiner Frau wird es gut tun regelmäßig raus zu kommen, auch wenn sie das zur Zeit vielleicht nicht so sehen mag.Hier würde ich hartnäckig bleiben.

        Jeder gestaltet die Babyzeit nach eigenem Gutdünken.Wenn deine Frau sich zum Langzeit- Stillen und Rückzug aus dem Eheleben entscheidet helfen nur Geduld und ehrliche Gespräche.

        L.G.

        (11) 16.12.11 - 11:20

        Unter anderem aus den genannten Gründen haben wir keine Kinder. EIn Kind bedeutet nun mal Veränderung und die will ich - als Frau - nicht haben.

      Hallo,

      dein Kind ist ja gerade mal 2 Monate alt! Da kannst du kaum erwarten, dass alles total easy läuft! Aus deinen Zeilen lese ich heraus, dass deine Erwartungen, die du mutmaßlich vor der Geburt hattest, komplett und auf der ganzen Linie enttäuscht wurden. Du hörst dich fast beleidigt an.

      Frag mal deine Frau, wie es ist, den ganzen Tag mit einem Säugling zusammen zu sein und dann kommt der Mann genervt und freudlos nach Hause. Du darfst die emotionale Situation deiner Frau so kurz nach der Geburt nicht verkennen: für sie hat sich ALLES verändert. Sie ist total angehängt. Du gehst weiter deinem Job nach und hast wenigstens in der Zeit deine Ruhe. Mein Mann hat das alles auch nicht so gesehen bis er dann selbst zu Hause war und nicht mal allein auf´s Klo gehen konnte, weil unser liebes Kind das nicht so toll fand.

      Habt ihr je über eure Erwartungen gesprochen? Wir hatten uns vorsichtshalber darauf eingestellt, dass es nach der Geburt erstmal schwierig wird mit Zweisamkeit. Wir haben uns vorgenommen, es dem anderen nicht übel zu nehmen, wenn mal geknatscht wird und man sich mal anknurrt. Wir haben dann aber auch eher gesagt "Laß mich jetzt bitte in Ruhe. Ich bin genervt." Wir haben uns auch gegenseitig Freiräume geschaffen, so dass beide mal Auszeiten hatten.

      Wenn du sportlich bist, nimm dein Kind doch mit: joggen oder inlinern geht mit KiWa und radeln mit Anhänger. Vielleicht mag das euer Kleiner und dann habt ihr alle was davon: er frische Luft, du Sport und frische Luft und deine Frau ein wenig Ruhe. Probiert Dinge aus und gebt euch v.a. Zeit!

      Wir haben oft geredet, wenn unsere Maus bei meinem Mann auf dem Bauch lag. Bauch auf Bauch und tief einatmen entspannt die Kleinen unheimlich. Ansonsten würde ich das tatsächlich mal von einem Arzt checken lassen. Mein Mantra in dieser Zeit "Sie kann nur schreien, wenn sie was hat. Sie kann nicht mit mir reden. Ihr fehlen die Möglichkeiten, sich anders mitzuteilen." Im Übrigen spürt dein Sohn die Aggressionen, die du gegen ihn hast. Das kann sein Schreien durchaus verstärken.

      Ich be#danke mich recht #herzlich lich für all die Antworten, die ich alle mindestens 3x durchgelesen habe.

      Wahrscheinlich aufgrund Eures Zuspruches und ein wenig Reflexion meiner Selbst habe ich einfach etwas tiefer in meine "Trickkiste" greifen können. Heraus kam bei meinem gestrigen Aufpassen, dass unser Sohn nur 1h geschrien hat. Besserung neben der Akupressur (habe ich damals im Kampfsport gelernt) haben primär meine vergessenen Basiskenntnisse der Chirotherapie gebracht, welche ich hinreichend anwenden konnte (ich arbeite schon lange nicht mehr in der Humanmedizin). Des weiteren habe ich bemerkt, dass ich einfach mehr mit ihm reden muss.

      Interessant fand ich den Beitrag, dass jemand hier aus genannten Gründen kein Kind haben wollte. Dies rief plötzlich wieder all die Gründe auf, weswegen wir uns für ein Kind entschieden haben. Denn auch ich stand sehr lange auf dem Standpunkt, -niemals- ein Kind haben zu wollen.

      Es "fühlt" sich auch irgendwie gut an zu lesen, dass andere es auch geschafft haben. Und [Mantra] dass es nur eine Phase ist.

      Achso, ich habe mich natürlich bei meiner Frau für den Unsinn versucht zu entschuldigen, den ich da von mir gegeben habe. War natürlich irgendwie überflüssig; nach 10 Jahren Ehe weiß sie recht genau, dass ich so etwas nie ernst meinen würde. Wir haben es somit als kritischen Indikator eingestuft, denn "Rage" gibt es bei mir so normalerweise nicht in unserer Streitkultur.

      Bei all meinem Wirrwarr habe ich übersehen, dass nicht meine Frau sich ausschliesslich auf das Kind fokussiert. Denn auch ich habe es getan. Die Freude geht nicht ausschliesslich vom Kind auf mich über, sondern vom Kind auf meine Frau und von ihr zu mir. Etwas verwirrend geschrieben, aber ich glaube man nennt so etwas "Glück teilen".

      Damit komme ich zum letzten Absatz, wieso ich meiner Frau schwerlich einen Brief schreiben kann und mich genau erkläre. Ich bin ein ziemlicher "Kopfmensch", während meine Frau ziemlich emotional ist. Während meine Frau keine Probleme hat offen über ihre Gefühle zu reden, kann ich sie ihr noch nicht mal schriftlich mitteilen.

      #danke an alle. Eine persönliche Antwort hier ist (aus mir unerklärlichen Gründen) einfach viel mehr wert als im Buch nachzulesen, dass es allen so geht.

      • Unser erstes Jahr war auch sehr hart... ich möchte euch einfach ermutigen: es wird besser! #herzlich

        Versucht euch darauf zu besinnen, was ihr dazugewonnen habt. Und ich bin mir mittlerweile sicher: Kinder spüren Unsicherheit, Ängste der Eltern, spüren Ungereimtheiten und Streit. Wenn ihr selbst ausgeglichener seid entspannt sich auch die Situation ein wenig.
        Vorallem müsst ihr dafür euren eigenen Weg finden. Viele in unserem Bekanntenkreis fanden es toll sich abzuwechseln (z.B. nachts)... wir empfanden es einfacher und leichter alles gemeinsam zu machen (einer macht die Flasche fertig, einer wickelt, so lagen wir alle gemeinsam wieder schneller im Bett) :-)

        Ich habe nicht alle Beiträge komplett gelesen... Sorry, falls der Tipp schon kam: geht mit eurem "Schreikind" mal zum Osteopathen. Da haben viele gute Erfahrungen mit gemacht.

        Viele Grüße
        Antje mit ehem. Frühchen Liliana, jetzt 2 Jahre alt... ein absoluter Sonnenschein #verliebt

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