Wie kriege ich meinen Mann zum Helfen? Ich bin völlig überfordert.

    • (1) 19.12.11 - 11:23
      völligfertig

      Hallo,

      ich weiß in letzter Zeit nicht mehr wohin mit mir.

      Ich komm mit meinem Tagesablauf nicht mehr klar und bin einfach nur noch müde, müde und müde.

      Ich steh jeden Morgen 5:30 Uhr auf. Mache mich und unsere Kleine fertig. Der Grosse kann sich selber anziehen. Dann mache ich Kaffee, Frühstück usw.
      6:45 Uhr verlasse ich mit der Kleinen das Haus und fahre sie ca. 10 Minuten zum Kiga. Dort starte ich dann kurz nach 7 Uhr Richtung Arbeit. Ich fahre ungefähr 45 Minuten.
      Von 8 bis 15 uhr bin ich dort.
      Dann fahre ich zurück zum Kiga, hole die Kleine ab und bin dann so gegen 16:15 Uhr daheim.

      Zweimal die Woche starten wir dann 16:45 uhr wieder zum Sport der Kids und kommen 18:30 Uhr heim.
      Einmal die Woche fahre ich direkt nach dem Kiga nur kurz daheim vorbei um den Grossen einzusammeln um die beiden zur Bibliothek zu bringen. Meist sind wir dann gegen 18:00 daheim.
      Einmal die Woche mache ich dann noch den Großeinkauf bei dem regelmäßig mehr Zeit drauf geht und wir so gegen 18:30 wieder daheim sind. Nebenbei macht man halt andere Erledigungen, wie Post, Einkäufe, mal Klamotten für die Kids, Schulzeug kaufen usw.
      von Elternabenden, Veranstaltungen im Kiga und Hort ganz zu schweigen.

      Zuhause hab ich dann jeden Abend noch das Abendbrot zu machen, Brote für die Schule schmieren, die Kids umzuziehen, Sie ins Bett zu bringen, Wehwechen verarzten, noch ein Spiel zu spielen und Ansprechpartner zu sein - gegen 20:30 Uhr habe ich dann auch halbwegs Feierabend..die Kleine kommt meist bis 21 Uhr noch dreimal raus.

      Mein Mann kommt meist gegen 18:30 Uhr heim, isst, duscht die Kleine und setzt sich dann vor den Fernseher. Anziehen mache meist auch noch ich. Früh steht er erst 6:30 Uhr auf, duscht, trinkt Kaffee und verschwindet kurz nach mir.

      An den Wochenenden plane ich Familienausflüge, koche, putze, wasche usw.

      Mittlerweile kocht er ab und zu und ich kann dann die Küche putzen.

      Für Alles muss man betteln oder tausendmal drum bitten.

      Ich seh mein Leben gerade nur noch an mir vorbeirauschen. Für Nichts hab ich mehr Zeit..ich gehe nie zum Frisör, zum Nägel machen oder sonstwas. Ich krieg ja die Kids gar nicht los. Am We passen meine Eltern manchmal auf so dass wir auch mal weggehen können. Diese wohnen aber 50 km entfernt, also fahre ich dann Samstags Nachmittag auch noch dort hin, fahre zurück, gehe weg und muss die Kids am Sonntag wieder abholen.

      Während mein Mann immer mal Zeit für sich hat, in Ruhe duscht, zum Frisör geht, zum Fußball mal einen ganzen Tag abrauscht, am We ausschläft, auf dem Sofa lümmelt usw.
      fühle ich mich wie ein Kreisel den Jemand nicht zur Ruhe kommen lässt.

      Vor kurzem bin ich nach einem Streit einfach nicht mehr hochgekommen, habe stundenlang auf dem Bett gelegen und geheult. Dann stand ich putzend Sonntags heulend im Bad...sowas passiert mir sonst nie...man hat halt irgendwie zu funktionieren...was muss, dass muss wurde immer gesagt...

      Mein Mann sieht das einfach nicht. Am We habe ich ihm das nochmal gesagt, auch dass er vielleicht morgens mal mit aufsteht und wir uns die Arbeit teilen könnten..dass ich nicht mehr kann....von ihm kommt dann eine Umarmung und ein " Ja ich weiß". Passieren tut dann aber nix.

      Mich macht das Alles so fertig. Die Pendlerei für einen Hungerlohn. Keine Freiheit zu haben...nur noch Stress Stress Stress...Zwischen Weihnachten und Neujahr sollte ich Urlaub kriegen. Nun muss ich doch wieder 2 Tage arbeiten. Von meinem Jahresurlaub von 24 Tagen habe ich noch 15 übrig. Soviel zu Freizeit. Einen anderen Job finde ich nicht. Eigentlich lohnt sich das gar nicht. Manchmal fahr ich nach der Arbeit auch noch Sachen rum, kriege zwar das Benzin ersetzt, aber das ist ja noch ein zusätzlicher Weg jedesmal...

      Klar versuche ich die Zeit mit den Kids zu geniessen. Freitag war ich mit den Kids ganz entspannt im Kino während mein Mann beim Fußball war. Sonntag hat er mir versprochen mich ausschlafen zu lassen und den Haushalt zu übernehmen. Passiert ist dann aber eigentlich nichts. Er hat gesaugt und gekocht. Ich habe dem Chaos hinterhergeputzt, stundenlang die Wäsche sortiert, gewaschen, mit den Kids gespielt usw. Abends ist er weg...und ich ins Bett gefallen.

      Jetzt bin ich auch noch krank. Ich glaube ich krieg eine Angina. Schleppe mich natürlich trotzdem auf Arbeit. Man darf ja den Job nicht verlieren.

      Ich glaube ich habe Depressionen....ich weiß es nicht..ich fühl mich einfach nicht mehr gut..fahrig, zittrig und fertig.
      Ich will einfach nur mal wieder richtig schlafen.

      Wie kriege ich meinen Mann endlich zum helfen? Er ist der Meinung andere schaffen das auch, ich geh ja nur Teilzeit arbeiten, er Vollzeit...ich weiß nicht. Ich fühl mich wie ein Arbeitstier.

      Gibt es etwas homöopathisches um meinen Zustand irgendwie wieder in den Griff zu bekommen?

      • Hallo,

        ich kann das alles sehr gut nachvollziehen, bei mir sieht es ähnlich aus, nur das ich keinen Mann habe.

        Hast Du mal versucht ihn konkrete "Anweisungen" zu geben? Also ala, machst Du bitte das Kind fertig inklusive Schlafanzug und bringst sie gleich ins Bett?

        Und das nächste Mal wenn er einen freien Nachmittag hat, gleich dazu sagen, das Du nächste Woche einen hast um zum Friseur zu gehen, das er sich da bitte nichts vornehmen soll, weil er die Kinder hat.

        LG und viel Glück

        Mimi

        • (3) 19.12.11 - 11:42

          Klar hab ich schon Anweisungen gegeben, aber dann zieht er ein Gesicht, macht es nur widerwillig und das nächste Mal wartet er wieder auf Anweisungen.
          Ich kann doch nicht ihn auch noch dauernd anleiten.

          Du hast recht...ich sollte mir einfach mal einen Termin machen und ihm den aufs Auge drücken.

          • Dann lass ihn halt ein Gesicht ziehen. Ist doch egal. Und das nächste Mal bekommt er eben wieder Anweisungen. Und wieder und wieder.

            Du lässt Dich auch zum "Familienhorst" machen. Setze Deine Grenzen und zieh sie durch.

            Lichtchen

      Was ich nicht verstehe ist, warum du für alles bittest und bettelst.

      Forder ein, was auch dir zusteht und gut.

      Wenn man krank ist ist man krank, deswegen verliert man nicht so schnell eine Arbeit.

      Dein Mann soll helfen.. ich würde mich mal von dem Hilfe-Gedanken verabschieden, wieso sollen Männer immer "helfen"? wir leben 2011, ihr lebt als Familie mit 2 Kindern, da sollten klare Aufgaben verteilt sein. Er hat seinen Anteil am Familienleben zu leisten, nicht zu helfen.

      Guck Dir vielleicht mal genau an, was notwendig ist, von dem was Du machst, was nicht. Wieso schläft Deine Kleine bis 21 uhr nicht, wenn der Tag um halb sechs beginnt? Nimm Dir die Zeit genauso wie Dein Mann es tut, verabrede Dich, hast Du Freunde? Kannst du einfach mal am Wochenende verreisen und Mann und Kinder sich selber überlassen? um mal rauszukommen?

      Wieso fährst Du die Kinder zu den Eltern und nicht Dein Mann? Es nützt nichts - wie Du siehst - Hilfe zu wünschen und dass er vielleicht mal morgens aufsteht.. ist eben vielleicht. Fordere klare Dinge von Deinem Mann. Und nimm Dir die Zeit für Dich. Du kannst samstag zum Friseur gehen, wenn Dein Mann da ist.

      Lass ihn einmal die Woche den Großeinkauf machen, die Geschäfte haben bis 20 Uhr geöffnet, einige sogar bis 22 Uhr.

      Lichtchen

      ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich so etwas lese-
      welche art partnerschaft führt ihr denn?
      wie muß ich mir dsa bei euch vorstellen?
      wann sagst du denn "oh, schätzelein, heute abend ist weiber-abend, vorher gehe ich jetzt noch zum friseur- macht euch nen schönen abend"?
      Welche vorstellungen von familie hattet ihr mal?
      wann sind diese abhanden gekommen?
      wie und wann besprecht ihr, wie es euch geht im moment, mit euch selsbt, als paar als familie?
      wie muß ich mir vorstellen, daß das gespräch verläuft, wenn du sagst: mein geliebter mann- ich bin im moment überlastet- wir müssen die anfallenden arbeiten anders verteilen, denn so kann es nicht weitergehen?"

      Wenn du keine ideen hast, wie ihr wirklich (wieder?) ins gespröch kommen könnt, dann sucht euch professionelle hilfe in eienr paarberatung- dort habt ihr jemanden, der das gespräch anleiten kann und auf einen geregelten ablauf achtet.
      ihr müßt dringend an eurer kommunikation arbeiten- so kann doch kein mensch leben

      Hey, warum sagst du zu deinem Mann "könntest, würdest, hättest,.." ??

      Und nicht MACH!!! Männer verstehen die freundliche Aufforderung eher als eine Einladung zum Nichtstun. Männer brauchen meist klare Ansagen. Und bitte nicht emotional, sondern einfach ganz genaue, detaillierte Anweisungen.

      Du stehst ab sofort mit mir auf, hilfst mir Frühstück zu machen, die Kinder fertig zu machen und bringst die Kleine in den KiGa.

      Schick ihn samstags zum Einkaufen, natürlich mit detaillierter Einkaufsliste. Er nimmt mindestens ein Kind mit.

      Er kann auch ruhig mal mit seinen Kindern spielen, rausgehen, was unternehmen. Das ist absolut zumutbar und wird er schaffen.

      Du bist völlig erschöpft, das ist klar. Und Hut ab, dass du so lange schon durchhältst, Andere hätten viel früher die Krise bekommen. Wichtig ist, dass du auch mal was für dich tust. Und dass du versuchst, konsequent die Nerv-Faktoren und Zeitfresser in deinem Leben nach und nach zu eliminieren.

      Musst du wirklich für einen Hungerlohn jeden Tag 2x 45 Minuten Autofahren? Ginge es wirklich nicht irgendwo anders? Eine Alternative gibt es doch eigentlich immer. Man muss aber die Kraft haben, sie zu suchen. Müsst ihr einmal in der Woche in die Bibliothek? Fahren dahin und zum Sport etc. nicht auch andere Mütter, mit denen man gemeinsame Sache machen könnte (eine Woche fahre ich, eine Woche eine andere).
      Wie alt sind deine Kinder? Kannst du mal die Nachbarstochter oder einen Babysitter (gut angelegtes Geld, ehrlich!) engagieren für ein paar Stunden um die Kids zu hüten, oder die Zwerge zu Freunden gehen lassen, etc? Einfach, damit du mal ein paar Stunden zum Ausruhen hast? Ich weiß nicht, wie es bei euch finanziell aussieht, aber wie wäre es mit einer Putzfee, die regelmäßig kommt und das Gröbste reinigt?

      Kannst du dir nicht mal eine Kur verordnen lassen? Das hätte den positiven Nebeneffekt dass dein Mann alleine zu Hause mit den Kids mal sieht, was du den ganzen Tag über so stemmst.

      Du scheinst sehr schlecht delegieren zu können, viele Frauen stellen sich selbst diese Falle à la "bis ich es dem Kerl erklärt habe, hab ich es zehnmal schneller selbst getan!". Das ist aber grundfalsch. Lass den guten Mann doch mal rödeln und ins Schleudern kommen. Das wird er überleben. Du musst es aber auch zulassen, dass er Dinge anders macht als du, na und? Lass dir helfen, erlaube anderen, dich zu unterstützen, fordere gezielt Unterstützung von deinem Umfeld ein. Wenn du umkippst, hat keiner was davon. Und nirgendwo steht geschrieben, dass du das alles alleine stemme musst #liebdrueck

      Also wichtig:

      - delegieren und nicht alles selber machen wollen
      - Mann fordern (auffordern, einfordern)
      - externe Hilfe holen (andere Mütter, Babysitter, etc)
      - sich selbst regelmäßig etwas gutes tun
      - Faktoren, die belasten, elimineren

      Wünsch dir alles Liebe!!
      Daisy

      • (11) 19.12.11 - 13:01

        Danke für die Antworten. Ja ich sollte mehr fordern. Aber das ist eben auch anstrengend.

        Andere Mütter, Babysitter, geht hier nicht. 1. gibts keine Nachbarstöchter und wir nehmen keinen fremden Babysitter. 2. wohnt keine Mutter die zum Sport fährt hier in der Nähe.

        Die Kids sind 10 und 4. alleine weggehen kann nur der Grosse.

        Auf Jobsuche bin ich, aber finde nichts. Bewerbungen laufen jeden Monat sobald ich auf neue Stellenangebot stosse.

    Ich kann mich allen anschliessen. Es gehören immer zweit dazu. Einer macht es und der andere lässt es mit sich machen.

    Da helfen nur klare Ansagen und nimm dir bewusst Zeit für dich und lasse deinen Mann einfach machen.
    Lass ihn Gesicht verziehen, wie er will, das soll dir doch kein schlechtes Gewissen einjagen. Ihr seid beide für alles verantwortlich, also wird die Arbeit geteilt.

    Wenn du noch nie gelernt hast deine Bedürfnisse einzufordern, dann musst du dir vielleicht professionelle Hilfe dafür holen. Sonst gehst du zugrunde...

    Und wenn du Angina hast, sollst du daheim bleiben und nicht noch alle anstecken. Gerade vor Weihnachten, oder willst du Weihnachten im Bett verbringen?

    Ich habe auch keine Hilfe, weil mein Mann eigentlich nie da ist. ABER ich arbeite (noch) nicht. Von daher ist das viiiiiiiiiiiel leichter für mich!!!

    Als wir noch keine Kinder hatten, und wir beide voll gearbeitet haben, habe ich schon verlangt, dass er bei allem im Haushalt mithilft (hab dennoch immer mehr gemacht - Frau halt). Wenn er das nicht gemacht hat, weil irgendwas wichtigeres dazwischen kam, hat er mit den Konsequenzen leben müssen. :-) Das heißt: ich habe seine Wäsche aussortiert und nicht gewaschen und gebügelt...usw. Der hat ganz schön verwirrt geguckt, als er kein Hemd mehr für die Arbeit hatte. :-) Na ja, aber es hat funktioniert - für eine Weile.

    Ich bin auch mal gespannt wie es wird, wenn meine Elternzeit vorbei ist... aber ich hab noch3,5 Jahre.

    Höre auf zu betteln sondern nimm Dir das was er sich ebenfalls herausnimmt.

    Höre auf ihn um etwas zu bitten, sondern lege es freundlich, höflich, liebevoll aber bestimmt fest, was er zu tun hat.

    <<<Gibt es etwas homöopathisches um meinen Zustand irgendwie wieder in den Griff zu bekommen? >>>

    Mit der Holzkeule links und recht auf die Schläfen Deines Mannes.......das ist dann auch rein pflanzlich.

    Ansonsten hilft Chamomilla D3/D6 , oder Nux Vomica D8 oder Ignatia D30.....Auskünfte unter Vorbehalt weil ich von dem ganzen Zeug in keinster Weise überzeugt bin, es aber nach wie vor erstaunlich viele Menschen gibt, denen es hilft.

    Und wenn Arbeit liegen bleibt weil er es nicht für nötig hält was zu machen.....dann ist das sicher nicht wichtig und kann liegen bleiben.....zB. SEINE Wäsche......oder das Geschirr in der Küche. Du glaubst ja gar nicht wie hoch sich Teller stapeln lassen. Und das Essen schmeckt auch mal vom Pappteller.

    Kinder kann er abholen, und in der Stunde wenn Du mal alleine bist, kannst Du die Füsse hochlegen und kannst Dir die Augenbrauen epilieren und die Haare an den Beinen zupfen (oder umgekehrt?) oder was Du sonst so zum entspannen machen möchtest.

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