Mutter von Partner wird wohl Krebs nicht überleben, wie beistehen?

    • (1) 21.12.11 - 22:02
      Trostgesucht

      Hallo,

      mein freund hat heut in einem Gespräch mit dem Chefarzt in der Klinik in der seine Mutter wegen eines Lungenkarzinoms behandelt wird, erfahren, daß der Tumor nicht kleiner geworden ist und na ja, das ganze sieht nicht gut aus, läuft wohl auf das einstellen der Therapie raus, was den langsamen Tod für seine Mutter bedeuten würde.

      Ich hatte schon die befürchtung, daß der termin heute nichts positives ans tageslicht bringen würde, aber mein freund war halt schon hoffnungsvoll. Er ist jetzt total überfordert mit der Situation und ich auch - ich möchte irgendwas für ihn tun, ich weiß nicht wie ichmich jetzt verhalten soll. War schon mal jemand in einer ähnlichen Situation wie mein Freund und kann mir sagen was der partner da tun kann oder nicht tun soll oder ob man gar nichts tun/sagen soll oder was ihr euch in der Situation gewünscht hättet?

      Grüsse

      • du kannst tun, was du als partnerin eben nur tun kannst.

        du kannst für ihn da sein,

        ihm eine schulter zum ausheulen und anlehnen bieten,

        ihm zuhören,

        ihn schwach sein lassen, wenn er das denn will.

        mit ihm im krankenhaus sitzen, wenn er das möchte,

        ihn unterstützen, wo es geht.

        und wenn du unsicher in dem bist, was du für ihn tun kannst, dann sagst du ihm das, denn das ist nur menschlich. nicht immer alles zu wissen.

        alles liebe

        white

        • (3) 21.12.11 - 22:54

          Danke, daß hast Du schön geshrieben. ich weiß, man kann da nicht spektakuläres machen, man kann es nicht ändern, nicht alles wieder gut machen - aber genau das würde ich so gern für ihn tun. es fühlt sich so wenig an was man, was ich tun kann..

      Ich schließe mich der Vorschreiberin an.

      Wichtig ist jetzt auch, nicht jedes Wort, jede kurze Laune auf die Goldwaage zu legen.

      Hm, wie soll ich sagen, um einen nahestehenden Verstorbenen zu trauern, ist schwer und zieht einen runter, aber zu wissen, dass ein geliebter Mensch in absehbarer Zeit sterben wird, ist wie die Hölle.

      • (5) 22.12.11 - 07:26

        Nein, das tue ich nicht. Er hat sich gestern auch entschuldigt, daß er nicht so zugänglich ist...er war eben total durcheinander udn wusste nicht ob er mehr wütend oder mehr traurig ist, ob er weinen soll oder schreien...ich kenn solche Situationen, hab zwar verluiste nicht durch Todesfälle sondern nur durch Umzüge von meinen zwei jeweils besten Freundne erlebt, aber sie waren meine engsten Bezugspersonen mit denen ich täglich zu tun hatte und waren von einem Tag auf den anderen plötzlich weg.

        Das erste mal war das mit 11 und das war auch der Auslöser für meine Depression, die ich nun schon seit über 20 jahren habe (habe auch gerade wieder ne ganz schlimme Phase, wird wohl auf nen Klinikaufenthalt rauslaufen und ich weiß grad nicht wie/wann ich das meinem freund so beiläufig sagn soll, er denkt ich bin stabil). Mit 20 ging mein bester Freund aus beruflichen Gründen, ich wusste davon auch schon nen halbes oder jahr vorher und habe versucht mich darauf vorzubereiten, aber es ging nicht, und er hielt es dann auch noch das beste mir nicht zu sagen wann er genau gehen würde..er war dann einfach plötzlich weg ohne was zu sagen..ich hab nur noch schmerz empunden, übenr halbes jahr meinen tag vollgestopft mit aktivitäten, alles war streng geplant, ich wusste daß ich irgendwann mich dem schmerz stellen würde müssen, aber ich wusste auch wie schlimm es wird....na ja, ich hoffe mein Freund verkraftet das alles besser als ich damals, aber er ist ja ansosnten sehr stabil und hat eine gute Art mit sich und seinen Gefühlen umzugehen, ich hab ihm mal gesagt, ich beneideund bewundere ihn um seien konsequente Art der Psychohygiene, ihn wird so schnell nicht wirklich umhauen bzw. er wird sich immer wieder berappeln da bin ich mir sicher.

        Irgendwie ist mir dieses jahr gar nicht nach Weihnachten, dabei freue ich mich sosnt immer darauf, es hat immer was tröstliches für mich gehabt die "staade" zeit.

        • (6) 22.12.11 - 07:55

          Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, ist doch der bevorstehende Tod eines wichtigen Menschen ein ganz anderes Kaliber, als der Wegzug eines (guten) Freundes.

          Seiner eigenen Mutter beim Sterben zusehen zu müssen, ist wohl einer der schlimmsten Moment, die man sich vorstellen kann.

          Der Tod eines geliebten Menschen ist etwas unumkehrbares. Nie wieder miteinander sprechen, niemals wieder den anderen umarmen können, kein Telefonat mehr, einfach nichts mehr als ein Stein auf dem Friedhof. Keine Antworten im Zwiegespräch mehr, Endgültigkeit die man ganz allein ertragen muss, wo doch die Mutter eine der wichtigsten Menschen in unserem Leben ist. Dieser Verlust - und hier ein angekündigter - ist in keinster Weise mit dem zu vergleichen, was man empfindet, wenn ein Mensch den Wohnort wechselt und einfach nur aus geografischen Begebenheiten unerreichbar scheint.

          Das hier ist wirklich was anderes, glaub' mir.

          • (7) 22.12.11 - 08:37

            Ich glaube Dir, daß es für viele Menschen so ist und daß es für viele oder die meisten Menschen auch schlimmer ist die Mutter zu verlieren als den besten Freund.
            Bei meinem freund ist das bestimmt auch so, er ist Einzelkind und hatte immer eine enge beziehung zu seinen Eltern, hat sich immer sehr geborgend gefühlt durch/bei seinen Eltern.

            Ich hatte allerdings nie eine wirkliche Bindung oder Bezug zu beiden Elternteilen, deswegen - habe ich ja auch geschrieben - war ja auch mein bester Freund meine wichtigste Bezugsperson, als ich 20 war eigentlich auch die einzigste. Wenn ich aufgeregt war, war er der einzigste der mich beruhigen konnte, er musste nicht mal was besonderes sagen, er hatte quasi die wirklung auf mich die ein Antidepressivum haben sollte, warum auch immer. Und als ich dann die trauer zulasdsen musste weil ich nicht mehr konnte, hatte ich solche Schmerzen wie noch nie im Leben.

            Und zumindest als ich 11 war und mein bester Freund auf einen anderen Kontinent zog wusste ich daß ich ihn wohl nie wieder oder wenn dann nur sehr zufällig noch mal wiedersehen werde und daß wir auch keinen Kontakt mehr haben würden, es war für mich damals ein endgültiger Verlust.

            Die Rolle der Mutter wie auch die eines freundes im Leben ist wohl für jeden menschen eine andere. ich werde auch irgendwie um meine Mutter trauern wenn sie vor mir sterben sollte. gerade weil ich nicht sehr viel von ihr bekommen hab bzw. sie mir nicht viel geben konnte und durch ihren Tod endgültig die letzte Chance auf "Mutterliebe" weg sein wird. Alles in allem wird mich ihr Tod jedoch glaub ich nicht so belasten, ich werde nicht solche Schermzen haben wie damals als meine besten Freunde plötzlich weg waren, sie waren wie gesagt meine Hauptbezugspersonen, meine Mutter ist keine für mich. Für Dich und viele andere menschen ist die Mutter aber bestimmt eine entsprechend wichtige bezugsperson bzw. man hat eine innige Bindung.

            Daß man der Mutter beim Sterben zusiehen muß ist sicher schlimm, man hat dadurch aber noch Zeit sich bewusst zu verabschieden. Ein Freund von mir hat beide Elternteile innerhalb kurzer zeit durch Unfälle verloren, der vater wurde vor ihm von einem Zug überrollt, die Mutter war kurze Zeit vorher bei Bauarbeiten durch herabstürzende Deckenteile erschlagen worden. Er hat bestimmt nicht damit gerechnet, daß er sobald auch seinen Vater so plötzlich verlieren würde.

            Es kommt doch nicht darauf an in welchem verwanschaftsverhältnis oder ob man in einem verwandschaftsverhältnis mit einer person stand, sondern was sie emotional für jemanden bedeutet hat. Und die psyche unterscheidet da glaub ich nicht, ob jemand durch Tod oder Umzug weg ist, es ist ein Verlust, der endgültige verlust eines geliebten menschen (bei manchen menschen die sonst neimanden mehr haben kann das bestimmt auch der Verlust eines geliebten Tieres sein) - und das war für mich damals das Weggehen meiner Freunde auch.

            Ich fühle mich von Dir nicht zu nahe getreten, jedoch würde ich mir wünschen, daß Du akzeptierst daß Du Dir nicht vorstellen kannst daß der Tod eines Freundes Dich mehr mitnehmen würde als der Tod Deiner Mutter, daß es für Dich auch bestimmt so ist wie Du es fühlst, jedoch für jemand anders ganz anders sein kann und Du das nicht beurteilen kannst oder darfst wie groß für jemanden was für ein Verlust ist oder der Schmerz der dadurch entsteht.

            Grüsse

            • (8) 22.12.11 - 08:56

              Glaubst Du allen Ernstes, dass man mit dem Tod der Mutter besser umgehen kann, wenn man darauf vorbereitet ist?

              Der Tod ist und bleibt etwas vollkommen anderes, als das von Dir erlebte.

              Ich habe bereits Familienmitglieder und auch enge Freunde durch den Tod verloren, mal durch längere Krankheiten oder ganz plötzlich. Und ich habe ebenfalls schon sehr enge Freunde in alle Welt verabschieden müssen. Der Tod jedoch traf mich jedes einzelne Mal härter als ein Wegzug.

              Wenn jemand stirbt, hat man nun mal keinerlei Möglichkeit mehr, in irgendeiner Form Kontakt zu halten (Email, SMS, Telefon o.ä.).

              Diese beiden Verluste kann man nicht vergleichen und genau das versuchst Du hier fortwährend. Es ist ein bisschen naiv, zu glauben, dass man den Tod mit dem Weggehen vergleichen könne. Der Tod lässt einen nicht den Hauch einer Chance, noch irgenwie oder irgendwas tun zu können. Dieser Mensch ist für immer "weg" und man sieht ihn niemals wieder, egal ob man ihn sucht, ihm zufällig begegnet.

              Stumm und "weg" für immer, ohne Wiederkehr.

              Auch die Krankheit einiger Familienmitglieder hat mich nie deren Tod besser verkraften lassen. Mein Großvater litt vor seinem Tod an Lungenkrebs und doch traf mich sein Tod damals mit aller Härte. Als meine Großmutter ihm dann 14 Tage später durch einen unerwarteten Schlaganfall in den Tod folgte, war das kein bisschen leichter zu ertragen. Es war vollkommen unerheblich, ob ich darauf vorbeitet war oder ob diese Nachricht unerwartet kam.

              Diese Endgültigkeit kann man nicht trainieren. Man realisiert zwar, dass der Tod für einen sehr kranken Menschen erlösend sein kann, aber die Hinterbliebenen leiden so oder so unter diesem schrecklichen Verlust und es macht durchaus einen großen Unterschied, ob jemand "nur" wegzieht oder ob jemand aus dem Leben scheidet.

              • (9) 22.12.11 - 09:18

                Ich hatte als 11jährige auch keine möglichkeit mehr mit meinem Freund in Kontakt zu bleiben. Ich wusste nicht mal genau wohin er zieht und habe mich damals nicht getraut zu zeigen was dieser Verlust mir bedeutet und entsprechend vielleicht alle möglichkeiten auszuschöpfen doch noch wenigsten per brief etc. in kontakt zu bleiben und zb meine eltern nach seiner neuen Adresse zu fragen oder seine oder ihn selber. Für mich war das damals ein Abschied für immer, gneauso bei meinem anderen besten Freund als er mit 20 ging (aus anderen Gründen). Ich musste mich von beiden verabschiedne als ob sie gestorben wären, sie waren für mich verloren für immer.

                Du musst das nicht nachvollziehen können, aber versuche mir zu glauben daß es so war und bitte maß Dir nicht an, über die Tragweite die ein Verlust für einen menschen hat zu urteilen, daß ist etwas individuell erlebtes und nur der Betroffene kann sagen was sich wie für ihn anfühlt, da sollte sich keiner berufen fühlen es besser zu wissen, wie man sich wann fühlen darf, was für ein verlust schlimmer oder weniger schlimmer erlebt werden muß/darf. So wie es bei Dir ist, wie Dú es bei Dir erlebt hast ist es bei Dir, das respektiere ich zutiefst, aber Du solltest auch respektieren daß Du durch Deine Erfahrungen keine allgemeingültigen "Grundsätze" aufstellen darfst, wie/wer um wen aus welchem Grund trauert oder nicht trauert oder gar trauern darf, wessen Trauer greößer ist oder sein darf. Trauer ist für niemanden etwas angenehmes und es wird wohl kein Mensch davon im Leben unverschont bleiben - da sind für uns doch beide einig - alles andere ist doch eigentlich egal, oder?

                • (10) 22.12.11 - 09:35

                  "...nur der Betroffene kann sagen was sich wie für ihn anfühlt..."

                  Da Du laut eigener Aussage noch nie einen Menschen durch den Tod verloren hast, kannst Du auch nicht begreifen, wieviel stärker dieser Schmerz sich anfühlt.

                  Dein Freunde leben (hoffentlich) noch und sind gesund. Das ist ein gewaltiger Unterschied, aber das wirst Du erst realisieren, wenn irgendwann mal einer der Menschen stirbt, den Du über alles geliebt hast, was hoffentlich noch sehr lange dauert.

                  Viele von uns mussten diese bittere Erfahrung allerdings schon machen, mache mehrfach und diese Menschen können ein Lied davon singen, dass es mit nichts zu vergleichen ist, denn auch wenn man manchmal Menschen in die Ferne verliert, so weiß man doch, dass sie am Leben sind, auch wenn der Kontakt abreißt.

                  Vielleicht verstehst Du das eines Tages, aber leider wohl erst, wenn jemand stirbt, der Dir die Welt bedeutet. Dann erst wirst Du (leider) am eigenen Leib erfahren, wie zerstörerisch, wie vernichtend dieser Schmerz ist, einen Menschen zu Grabe tragen zu müssen.

                  Da Du diese Erfahrung bisher nur vom Hörensagen kennst, führt diese Unterredung zu keinem brauchbaren Ergebnis.

                  Trotz allem ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
                  Deinem Freund wünsche ich viel Kraft.

                  • (11) 22.12.11 - 10:29

                    Genau, diese Unterrredung führt zu keinem brauchbaren Ergebnis, Du siehst das so, ich anders.

                    Wie gesagt ich finde es namaßend von Dir über den Ausmaß eijnes Schmerzes den jemand anders hat/hatte zu urteilen, das steht niemanden zu und ist auch nicht realistisch. Das kann keiner wirklich - außer Dir natürlich ;-)

                    Ich hingegen sage Dir nochaml : Nur der Betroffene kann sagen was sich wie anfühlt, Schmerz ist etwas subjektiv erlebtes, vielleicht kann man es auch durch EEG oder dergleichen messen, aber so kann kein Mensch sagen ob irgendein Schmerz größer oder kleiner ist. Ich kann mir nicht vorstellen daß der Schmerz noch häte größer sein könne wen mein freund gestorben wäre und nicht nur weggewesen wäre - und wenn er meine einzige wirkliche Bezugsperson war wird er mir wohl die welt bedeutet haben, das kannst Du mir vielleicht wenigstens glauben - und ich habe ihn auch zu grabe getragen, wenn auch nur innerlich - , wie gesagt ich glaube auch nicht daß die Psyche da einen Unterschied macht wodurch ein Verlust begründet ist. Vielleicht hast Du da ja kompetentere gesprächspartner in Deinem Bekanntenkreis wie Psychologen, Psychiater die mit Dir diese Diskussion weiterführen könne, solltest Du Interesse daran haben.

                    Du akzeptierst diese Meinung nicht, das ist so und werde ich nicht ändern können, vieleicht ist es für Dich ja auch was tröstliches daß Dein Schmerz oder der Schmerz durch Tod größer ist/sein muß als alles andere. Dann bitte, lass ich Dir den Trost und wünsche Dir auch ein frohes Fest.

        Schwierig ist, dass du selbst sehr instabil zu sein scheinst. Dann dem Partner eine Stütze sein zu wollen/müssen, das kann euch beide aufreiben.

        Rede bald mit ihm, ansonsten geht das "Verheimlichen" deines Schubs nach hinten los.

        Schaut, dass ihr einander stützen könnt, so gut es eben geht.

        Alles Liebe

        White

        • (13) 22.12.11 - 09:12

          Ja, eigentlich bräucht ich ihn grad sehr, aber ich denke, ich darf das nicht sagen/zeigen, ich spiel ihm im Moment vór ich wäre höchstens mit letzten weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und mein größtes problem wäre der stapel unerledigter bügelwäsche, wnn Du verstehst was ich mein.

          Er hat mich auch gestern gefragt, ob ich heute was besonderes vor hätte. Ich wollte heute zum Arzt gehen und ihn bitten mir zu helfen nen schnellstmöglich nen stationären Therapieplatz zu bekommen bzw. das anzuleiern. Mein Ftreund hat doch gerade erfahrne, daß seine Mutter wahrscheinlich bald sterben wird - ich möchte ma liebsten ganz still und heimlich verschwinden, daß er das gar nicht mitkriegt und schon gar nicht mitkriegt daß ich ihn eigentlich sehr bräuchte, aber spätestens wenn ich dann wirklich in die Klinik gehen sollte, muß ichs ihm sagen und wahrscheinlich kann ich dann auch nicht mehr lächeln wie ein honigkuchenpferd sondern heulen und aussehen wie eben ein verzweifleter mensch aussieht. Ich weiß schon nicht was ich ihm heute abend sagen osll wenn er mich fragt wie mein tatg war, ob was besonderes war, ob alles ok ist...ich lüg ihn normalerweise nicht an, er vertraut mir, daß ich ihm sagen würde wenn was wär. Also muß ichs ihm eigentlich sobald als möglich sagen.

          Danke Dir für die guten Wünsche :-)

Top Diskussionen anzeigen