Nach anfänglicher Euphorie einfach verschwunden....?!

    • (1) 02.01.12 - 18:10
      trauriges_herz

      Hallo liebes Forum,

      ich benötige mal eure Einschätzung zu folgender Situation, die mir sehr zu schaffen macht:

      Vor einem Monat habe ich einen neuen Mann über ein Single-Portal kennen gelernt. Wir wohnen in der Nähe und trafen uns auf dem Weihnachtsmarkt an einem Montag Abend nach Feierabend.

      Es war ein wunderschöner und lustiger Abend. Wir haben ziemlich denselben Humor und sofort kam eine lockere gut gelaunte Stimmung auf.
      Er bestand sogar darauf, mich nach Hause zu fahren, obwohl ich mit der Bahn da war. So tat er es auch, umarmte mich und küsste mich zum Abschied mit den Worten, es sei ein schöner Abend gewesen.

      Die nächsten Tage schrieb er mir sms oder rief an. Wir trafen uns noch weitere Male und jedes Mal wurde es vertrauter und schöner.
      Natürlich wurde die Sache dann auch recht bald intim und auch das war alles bestens.

      Eines Abends lagen wir im Bett und er teilte mir plötzlich mit, dass es etwas gäbe, was ich von ihm wissen sollte. Er offenbarte mir, dass er eine bipolare Störung hätte. Bedeutet sowas wie manisch depressiv zu sein. Er hätte das von seinem Vater geerbt - genauso sein Bruder. Er wäre deswegen auch in Behandlung und auch schon einmal in der Klinik, als er in ein besonders schlimmes "Loch" gefallen ist psychisch. Ausser dieser Krankheit wolle er mir auch nicht verschweigen, dass er ab und zu mal "etwas" raucht... dies würde er auch weiterhin tun, weil es ihm hilft, sein Gedankenkreisen in den Griff zu bekommen... das missfiel mir natürlich sehr und das sagte ich ihm auch.
      Ich fragte ihn auch, warum er in seiner momentanen Situation überhaupt auf der Suche nach einer Partnerschaft wäre und er antwortete, weil er glaube, dass sie wieder etwas Halt und Stabilität in sein Leben brächte.

      Ich hörte ihm zu, stellte meine Fragen dazu und lehnte mich nachdenklich zurück. Er empfand das als "Distanzierung" und meinte zu mir, es sei wohl besser, er fahre nun erstmal nach Hause und ich solle in Ruhe darüber nachdenken.
      Somit verabschiedete er sich mit einem Kuss und wünschte mir eine gute Nacht.

      Am nächsten Tag schrieb ich ihm eine lange sms, in der ich ihm mitteilte, dass ich ihm nicht versprechen kann, dass ich mit all dem klar kommen werde und wir viel reden müssten, damit ich verstehen könne... gleichzeitig bat ich ihn, sich auch einmal Gedanken darüber zu machen, ob er in seiner momentanen Verfassung überhaupt Platz und Raum für eine Partnerin hätte, die ja nunmal auch ihre Wünsche, Problemchen und Interessen mit brächte. Darauf kam über mehr als 2 Tage keine Antwort, kein Anruf - nichts!
      Dann fragte ich ihn, ob er die sms nicht bekommen hätte oder er bewusst nicht darauf reagieren würde. Er schrieb zurück, dass er noch nicht wusste, was er darauf antworten solle und wir später einmal telefonieren sollten, da es doch traurig wäre, wenn wir nun so ohne ein Wort "auseinander gehen würden" (!?!?!?)

      Er rief dann abends tatsächlich an und ich fragte ihn, ob ich es richtig verstanden hätte, dass er nun meint, unsere Wege sollen sich wieder trennen. Daraufhin antwortete er, nein, er wollte gar nicht alles über den Haufen werfen, ich hätte das falsch verstanden. Er könne aber im übrigen gerade nicht, er wäre bei Freunden. Wir könnten ja morgen nochmal reden... am nächsten Tag dann dachte ich mir, dass ich mich ja mal melden könne, denn bisher kam ja alles immer von ihm. Ich rief also am frühen Abend an. Er war wie immer nett und freundlich, aber "wimmelte" mich erneut mit den Worten ab, er wäre müde (es war gestern; Neujahr) und wolle nur noch ins Bett. Wieder der Satz, wir könnten ja morgen nochmal telefonieren! Dann sagte ich, dass er sich dann ja melden könne, wenn er Zeit hätte. Es kam aber wieder nichts!

      Ich hänge seither eigentlich quasi in der Luft und weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe ihm geschrieben, dass ich trotz allem bereit bin, es mit ihm zu versuchen ,weil ich ihn sehr gern mag und dann reagiert er so wie oben beschrieben.

      Was soll mir das sagen? Er war so anhänglich, schrieb mir immer sms und rief an und nun ist nach dem Gespräch abends mit den Offenbarungen alles kaputt. WARUM? Was habe ich falsch gemacht?

      Wie seht ihr die Sache?

      Danke für eure Mühe und Antworten.

      LG

            • (5) 02.01.12 - 18:45

              ok, danke für deinen Beitrag. Es war schön, mal von jemanden zu hören, der Erfahrung damit hat.

              Wahrscheinlich wirst du Recht haben - sicher gibt es bei der Krankheit auch schlimmere und weniger schlimme Fälle, aber ich verstehe deine Grundaussage, dass ein Leben mit einem Menschen, der so eine Krankheit hat, für niemanden leicht und unbeschwert sein kann/wird!

              Was du und deine Kinder erleben musstet, tut mir leid! #liebdrueck

              Alles Gute für euch! #klee

              Entschuldige bitte, aber das ist doch etwas daneben...

              Ich zerstöre mein Umfeld bestimmt nicht. Die bipolare Störung kann man sehr gut behandeln. Ich bin stabil, schon länger. Tut mir sehr leid was du durch hast, aber diese Verallgemeinerung ist nicht fair!

              Suizid?? War es nicht ein Versuch? Habe sowas in Erinnerung...

              Bitte verwechsle nicht Bipolar mit Borderline!!

              LG Leo

      Warum willst du dir solche Probleme denn überhaupt ans Bein binden?

      Sei froh, wenn du nichts mehr von ihm hörst...

      • (8) 02.01.12 - 18:25

        na, weil ich denke, dass auch solche Menschen eine Chance verdient haben. Er muss deswegen doch kein schlechter Mensch sein?!

        • Tja, sicher, jeder hat seine Chance verdient. Aber durch sein Verhalten hat er ja schon irgendwie gezeigt, dass er die Chance wohl gar nicht möchte. Bedräng ihn doch nicht so mit deinem Helfer-Syndrom...

          • (10) 02.01.12 - 18:41

            Ich "bedränge" ihn doch gar nicht!
            Im Gegenteil, ich bin doch selbst in der passiven Situation und tue gar nichts. Ich melde mich nicht bei ihm, schreibe ihn nicht an - womit sollte ich ihn wohl "bedrängen"??

            Das war ja auch gar nicht der Inhalt meines Textes, sondern ich habe nach Gründen gesucht, warum ich jetzt so hier sitzen muss, ohne ein Wort von ihm und wollte lediglich dazu Meinungen hören.

            Trotzdem Danke!

            • Ich denke nicht, dass du im Laufe einer längeren Beziehung mit einem Menschen mit einer solchen Erkrankung wirst umgehen können.

              Du kannst es ja jetzt noch nicht einmal. Und im Laufe einer Beziehung wird es nicht einfacher werden.

        Natürlich sind Menschen mit einer solchen Krankheit nicht automatisch schlecht oder böse und natürlich haben sie es auch verdient, glücklich zu sein.
        Ich stimme allerdings meiner Vorschreiberin zu - Menschen mit einer solchen Krankheit zerstören andere Menschen in ihrem Umfeld - oft nicht bewusst. Sie können nicht anders.
        Es gibt Leute, die damit klarkommen können. Es gibt auch Beziehungen, die wunderbar laufen, zwischen und mit solchen Menschen, vorausgesetzt sie sind einsichtig und lassen sich helfen. Aber es braucht sehr, sehr viel Stärke und sehr viel Menschenkenntnis und auch einiges an psychologischen Kenntnissen, um mit solchen Menschen adäquat umzugehen, ohne sich dabei selbst zu verlieren.
        Anhand deiner Reaktionen und deines Verwirrt-Seins schließe ich, dass du dies alles nicht besitzt. Du kommst ja jetzt schon nicht mit seiner verhältnismäßig harmlosen Reaktion klar, wie soll das in einer richtigen Beziehung werden? Und glaub mir, es kann noch viel, viel schlimmer kommen. Es kann sein, dass er dich phasenweise auch völlig von sich stößt.

        Du wirst ihm aber auch nicht helfen können!

Wenn er gerade wieder in seine depressive Phase rutscht würde ich sein Verhalten sogar ausnehmend gut verstehen. Dann reagiert er geradezu normal.
Erstens könnte es sein, dass er Dich damit nicht belasten will und deswegen nicht einmal mitteilt, dass es ihm wieder schlecht geht. Er denkt vielleicht: "Ich meld mich, wenns mir besser geht, dann reden wir in Ruhe".
Zweitens sind Menschen in einer Depressionsphase oft nicht imstande, Kontakte zu verfolgen oder aufrecht zu erhalten. Er denkt dann: "Oaah bitte lasst mich alle in Ruhe, ich will nur schlafen..".

Mein Tipp: Hört mit der SMSerei auf, die macht offenbar eh nur alles kaputt. Wenn Du wirklich meinst, er hätte eine Chance verdient dann zeig ihm das deutlich. Ohne den ganzen Schriftmist. Und ohne Gezicke. Und live und in Farbe. Sei kreativ.

Und mach Dir bewusst, das genau das Verhalten, was er jetzt zeigt, ein typisches Verhalten für seine Erkrankung sein kann, was immer wieder auftaucht. Kommst Du damit wirklich klar?

Ich denke, es ist besser, Du beläßt es dabei.
Es wird schwierig sein, mit diesem Menschen klar zu kommen, und er hat ja scheinbar auch kein gesteigertes Bedürfnis auf engeren, näheren, öfteren Kontakt.
Der Richtige wird schon kommen - ich fürchte der hier ist es nicht!

Hi,

vielleicht es gerade so, dass du ihn in seiner depressiven Phase kennenlernst. Bei Menschen mit einer bipolaren Störung ist es genau das, was den Partner verwirrt:

Er hat nichts falsch gemacht und wird trotzdem in der depressiven Phase ohne Grund zurückgewiesen. Ist er dann mansich, dann ist alles wieder wunderschön.

Du solltest dir gut überlegen, ob du solche Situationen wie diese (,die definitv eine der harmlosen ist) wirlich akzeptieren und tolerieren kannst.

LG Mamutsch

Hallo,

ich bin einerseits der Meinung, dass jeder eine Chance verdient - aber ich habe hautnah im Freundeskreis mitbekommen, wie eine solche Beziehung verlaufen ist.

Meine Freundin war auch zunächst sehr angezogen von einem bipolaren Mann, der durch viele Therapien und durch die Krankheit zunächst so verständnisvoll und nett war, sich tolle und romantische Dinge einfallen ließ ... und dann kippte die ganze Sache.

Sie hing 10 Jahre an ihm, seine Krankheit, seine Stimmungen dominierten die Beziehung. Nach 10 Jahren hat sie einen Cut gemacht und landete erst einmal selbst in Therapie, um ihr "Helfer Syndrom" zu überwinden.

Ich weiß nicht, ob das typisch ist. Aber ich habe gesehen, was die Beziehung aus meiner sonst so ausgeglichenen und vernünftigen Freundin gemacht hat.

Dir alles Liebe
Miss Mary

Ich glaube nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Du warst sehr ehrlich, aber nicht verletzend. Jeder verdient eine Chance - egal ob gesund oder krank.

<<<<Ich fragte ihn auch, warum er in seiner momentanen Situation überhaupt auf der Suche nach einer Partnerschaft wäre und er antwortete, weil er glaube, dass sie wieder etwas Halt und Stabilität in sein Leben brächte.>>>>>>

allerdings wäre diese Antwort ein absolutes k.o.-Kriterium für mich.

Eine Partnerschaft als eine Art Therapieunterstützung? Nein danke! Für mich klingt es genauso absurd wie der wunsch nach einer Partnerschaft damit man glücklich wird oder damit man nicht mehr allein ist oder wieder eine Familie hat oder .......
Das wären für mich die falschen Gründe, eine Partnerschaft einzugehen. Nämlich sein "Elend" zu teilen bzw. jemanden zu haben, der einem das Leben erträglicher macht oder vermeindliche eigene Defizite ausfüllt..

Das ist bei euch sicher kein ungewöhnlicher Wunsch. Die wenigsten Menschen scheinen einen Partner zu suchen, weil sie mit sich und dem Leben rundum zufrieden sind und gern ihr Glück und Leben mit jemandem teilen möchten.

Aus diesem Grund käme dieser Mann für mich nicht in Frage!

Ob alles stimmt, was er Dir so erzählt hat?? Es kann sich auch um eine ganz gewöhnliche Ego-Diva handeln. Na ja, egal, so einem Vollpfosten muss man nicht hinterher weinen.

Ich sehe das so, dass er einfach nicht die cochones hatte, Dir zu sagen, dass er keinen Bock auf eine Beziehung mit Dir hat, Dich aber durch den Mitleidsbonus warmhalten wollte.

Lass es ruhen! Eine Bipolare Störung verschwindet nicht einfach und ist auch nicht zu heilen. Sei froh, wenn er sich nie wieder meldet.

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