Schwierigkeiten in der aktuellen Beziehung durch Trauma des Partners

    • (1) 03.01.12 - 12:52
      Hoffentlich kein Trauma

      Hallo zusammen,

      seit ungefähr 1,5 Jahren bin ich (29) mit einem wundervollen Mann (40) zusammen, wir teilen uns auch schon seit längerer Zeit eine Wohnung. Wir haben beide jeweils ein Kind im gleichen Alter aus der vorherigen Beziehung.

      Mit meinem Ex-Mann komme ich gut zurecht, unsere Absprachen funktionieren gut und was das Wichtigste ist, mein Kind fühlt sich sehr wohl mit mir, meinem Partner und dem Kind meines Partners. Damit möchte ich sagen, dass zumindest diese Seite sehr stabil ist.

      Anders sieht es bei meinem Partner aus:

      Er leidet noch sehr unter der ehemaligen Beziehung zu der Mutter seines Kindes. Sie waren insgesamt 7 Jahre lang ein Paar, doch er hätte schon viel früher das Weite gesucht, wenn da nicht das Kind gewesen wäre. Das klingt hart, aber so ist bzw. war es nun mal.

      Er hat seine damalige Partnerin auch mehr als einmal betrogen und wollte einfach nur noch aus dieser Beziehung fliehen. Sie hat ihn emotional erpresst, hat ihn versucht klein zu halten, hat ihre Liebe an Bedingungen geknüpft, hat ihm das Gefühl gegeben, er sei für ihr Glück verantwortlich. Sie hat damit gedroht, mit dem gemeinsamen Kind ins Ausland zu gehen, sie hat ihn einmal körperlich stark angegriffen. Er hatte ständig das Gefühl, ihr alles recht machen zu müssen, er hat nicht mehr an sich gedacht, wollte nur noch seine Partnerin zufrieden stellen.

      Jedenfalls ist er durch diese Beziehung, die inzwischen seit 4 Jahren (!!!) vorüber ist, sehr traumatisiert und kann sich weder so richtig von ihr verabschieden noch sich auf mich, also eine neue Beziehung, einlassen.

      Im Alltag sieht es dann so aus, dass er manchmal sehr abweisend ist, meine Gefühle ihm gegenüber nicht ernst nimmt (,,Du hast doch einen besseren Mann verdient.'') und auch auf bestimmte Dinge, wie Fotos, keinen Wert legt. Fotos seiner Ehemaligen hat er ,,selbstverständlich'' und legt auch Wert darauf, diese zu behalten (Und die Tatsache, dass diese Frau die Mutter seines Kindes ist, hat damit nichts zu tun). Dadurch fühle ich mich weniger wert, da er sie sozusagen ,,in Ehren hält'', obwohl er keine guten Erinnerungen an diese Beziehung hat.
      Er ist auch jeden Tag dafür dankbar, nicht mehr mit dieser Frau zusammen zu sein.

      Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits möchte ich verständnisvoll mit seiner Vergangenheit und dem Leid, welches daraus entstand und welches ich durchaus erkenne, umgehen, doch andererseits befürchte ich, dass wir dadurch mit unserer eigenen Beziehung nicht wirklich vorankommen und diese nicht festigen können.

      Wie kann ich meinen Partner unterstützen?
      Er denkt bereits über eine Therapie nach, warum auch nicht, aber wie könnte mein eigener Anteil aussehen?

      Er ist wirklich überzeugt davon, dass er durch sie traumatisiert und beziehungsgeschädigt ist. Und das glaube ich ihm auch, aber wie gehe ich damit um?

      Herzlich,
      die Frau, die ihren Partner hoffentlich nicht noch mehr traumatisiert

      • Vieleicht ist er ja gar nicht so Traumatisiert, sondern hat einfach noch Gefühle für sie?

        "Er ist auch jeden Tag dafür dankbar, nicht mehr mit dieser Frau zusammen zu sein."- wenn man an dem Expartner nicht mehr "hängt" ist man nicht für jeden Tag ohne ihm dankbar, sondern denkt schlicht und einfach nicht mehr an ihm/sie. So, wie Du es schreibst ist die Ex jeden Tag in seinen gedanken präsent!

        Vieleicht hat er auch einen Grund zu sagen "Du hast doch einen besseren Mann verdient.'', den du nicht kennst?

        Ich muss natürlich nicht Recht haben....

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        Der Satz:

        ,,Du hast doch einen besseren Mann verdient.''

        werte ich als Alarmsignal. Es klingt danach, als ob er damit sagt, dass er ganz genau weiß, dass er nicht so zu Dir steht, wie es eigentlich sein sollte.

      • Ich würde Euch zu einer Paartherapie bei einem richtigen Psychologen raten. Eine kostenfreie Version mit einem lediglich geschulten Berater oder Coach könnte sich als Niete erweisen. Ich vermute hier nämlich auch psychisch-emotionale Zusammenhänge, die dringend aufgedeckt und besprochen werden müssen.

        Damit wäre auch die Frage nach Deinem Anteil beantwortet: Du kannst in der Therapie heraus finden, ob diese Beziehung für ihn (und evtl. Dich) tatsächlich das Richtige ist.

        • (6) 03.01.12 - 16:05

          Darf ich mal fragen, welche fachliche Kompetenz du im realen Leben hast, hier solche Tipps zu geben, dass du zudem noch Vermutungen hier anstellen darfst?

          • Na klar darfst Du fragen, schreib mir einfach eine PN. :-)
            Ansonsten erst einmal hier: Die Vermutung bzgl. eines Traumas kommt von der TE und ihrem Partner und da sind (Trauma-)therapeuten die richtigen Ansprechpartner. Oder meintest Du etwas Anderes?

      Sicherlich mögen manche Sachen schwer sein für ihn, das akzeptiere ich ja noch. ABer das sie ihm nichts mehr bedeutet glaub ich auch nicht. Wieso will er keine Fotos von dir aber ihre unbedingt behalten? Sorry der hat nen Sockenschuß und nen Knall dazu. Das ist nämlich nicht normal!
      Ela

      Das ist seine "Arbeit", d. h. seine Therapie.

      Du kannst und sollst da gar nichts machen, außer Geduld haben.

      Gruß

      Manavgat

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