Die Angst ruiniert meine Beziehung - und mein Leben!

Hallo ihr Lieben

Ich bin völlig verzweifelt und da ich Angst habe, dass hier auch gleich Steine fliegen, schreibe ich lieber in schwarz.

Mein Problem ist, dass ich seit Jahren an einer Angststörung und an Emetophobie leide. Therapie mache ich seit langem, war auch einmal stationär in einer Klinik. Gebracht hat es leider nicht viel.

Die Angst ist jeden einzelnen Tag präsent. Mein Leben zieht an mir vorbei und ich kann es nicht geniessen. Da ist immer nur Angst. Manchmal sind es Panikattacken, die mich aus heiterem Himmel überfallen, manchmal ist es nur die Phobie. Ich kann mich auf nichts mehr freuen, habe vor jedem neuen Tag Angst. Das kann es doch nicht sein.

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich in einer neuen Beziehung. Gleich am Anfang habe ich ihm von meinem Problem erzählt, weil ich wollte, dass er weiss, worauf er sich einlässt. Er meinte, das sei kein Problem. Nur ganz so einfach ist es jetzt natürlich nicht. Viele Dinge, die er gerne macht, machen mir Angst. Ich habe Mühe, raus zu gehen. Er aber besucht oft und gerne seine Familie und will, dass ich immer dabei bin. Wenn ich dann nicht möchte (eben aus Angst) versteht er mich logischerweise nicht und ist enttäuscht. Manchmal haben wir dann auch Streit deswegen.

Deswegen habe ich ich jetzt natürlich auch Angst, ihn zu verlieren und dass verschlimmert mein Problem. Was soll ich nur tun? Ich versuche mich zu zwingen, ganz normal zu leben. Aber dann bin ich oft am Abend nur noch am zittern und er ist dann enttäuscht, weil ein entspannter Abend versaut ist.

Habt ihr Tipps? Was kann ich denn noch tun gegen meine Angst? Auch meinen Kindern wäre ich so gerne eine entspannte Mutter, aber die Angst hält mich davon ab. Ständig habe ich Angst, dass einem der Kinder schlecht wird. Habe Angst, wenn sie sich schmutzig machen etc. Das ist so krank. Aber egal was ich tue, es hilft einfach nicht. Ich bin so verzweifelt.

Danke fürs Lesen.

Ich denke, daß Du nicht mehr machen kannst, als Du jetzt schon tust.

Wie lange warst Du denn in der Klinik? Hast Du schon einmal eine andere Art der Therapie versucht?

wartemama

Ich war vier Monate in der Klinik.

Ausser der Gesprächs- und Verhaltenstherapie habe ich auch schon Hypnose und Kinesiologie versucht. Bin auch ratlos und weiss nicht, was ich noch tun könnte.

Hallo justscared,

ich denke es gibt keinen Grund das hier Steine fliegen sollten und wer meint er muss mit Steinen um sich werfen hat nicht die geringste Ahnung was du täglich durchmachst.

Mit einer Angsterkrankung ist sehr schwer zu leben. Oft fehlt auch das Verständnis der Umwelt. Ich denke du wurdest bestimmt auch schon als Simulant oder ähnliches hingestellt.

Diese Vorwürfe und Verurteilungen sind wenig hilfreich und verstärken deine Probleme noch zusätzlich.

Ich finde es aber sehr gut das du deinem neuen Partner gleich erzählt hast welche Erkrankung du hast. Er wird sich nicht ganz bewusst gewesen sein welches Ausmaß deine Erkrankung hat. In meinen Augen ist es sehr hilfreich wenn ihr es schafft über eure Probleme zu reden ohne euch gegenseitig Vorwürfe zu machen. Sag ihm auch wie er sich dir gegenüber verhalten soll, denn niemand außer dir weiß wie er reagieren sollte.
Sag ihm auch das du gern seine Familie besuchen möchtest, aber dich deine Angst daran hindert und es nichts mit ihm oder seiner Familie zu tun hat.

Ist denn bekannt was deine Ängste auslöst. Oft gibt es Erlebnisse die schon sehr weit zurückliegen können die diese Ängste auslösen.

Wie sind denn deine Therapien bis jetzt gelaufen, konnte man schon die Ursachen für deine Ängste finden?

Ich denke eine Therapie wäre jetzt auch sinnvoll, Mann wird aber erst einmal in die Stabilisierung gehen müssen bis du stabil genug bist um an den Problemen zu arbeiten.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Fg blaue-rose

Danke vielmal für Deine Antwort.

Also die Therapeuten denken, dass es mit meiner Ehe (seit 2010 geschieden) zu tun hat. Mein Mann war schizophren und wurde dadurch sehr gewalttätig. Unter anderem hat er mir mal in einem Anfall von Eifersucht die Haare abgeschnitten, hat mich nachts (da arbeitete er) in der Wohnung eingesperrt ohne Telefon, sogar als ich hochschwanger war. Er hat mich auch geschlagen damals und mich an den Haaren über den Boden geschleift.

Ich brauchte damals sehr lange, bis ich mich getrennt habe, weil er eben krank war. Erst als er mit einem Messer auf mich losging bin ich ausgezogen.

Es muss wohl daher kommen, die Ängste sind auch immer abends/nachts am schlimmsten.

Die Therapien liefen eigentlich nicht schlecht. Bisher haben wir vor allem Gesprächs- und Verhaltenstherapie gemacht. So gelang es mir auch, wieder ins Leben zurück zu finden. Vorher ging ich nicht mehr aus dem Haus, war sogar alkoholabhängig, weil ich mit dem Alkohol meine Angst betäubt hatte. Seit vier Jahren bin ich nun trocken, seit zwei Jahren arbeite ich wieder 70% und führe nach aussen ein normales Leben. Nur jetzt stagniert das Ganze.

Das mit dem Simulant kenne ich tatsächlich nur zu gut! Das bekam ich oft zu hören. Und dass ich mich nur vor unangenehmen Dingen drücken will und eine psychische Krankheit vorschiebe. Das tut sehr, sehr weh. Denn ich bin ja so auch nicht glücklich. Jeder Tag ist ein Kampf und manchmal habe ich keine Kraft mehr...

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>>Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich in einer neuen Beziehung. Gleich am Anfang habe ich ihm von meinem Problem erzählt, weil ich wollte, dass er weiss, worauf er sich einlässt. Er meinte, das sei kein Problem.<<

Er scheint eher weniger Verständnis für Dein Problem zu haben.

Ihr seid 1 Jahr zusammen und du hast es ihm gleich anfangs erzählt...... Normalerweise müsste er doch damit umgehen können,oder?

Du bist nicht schuld, ER muss mehr Rücksicht nehmen!

Wünsche Dir alles Gute!#winke

Es geht doch nicht um Schuld.

Außerdem darf der Partner auch mal enttäuscht sein.

Aus deinem Beitrag kann ich nicht herauslesen, ob du noch in Behandlung bist.

Allein wirst du das nicht packen.

War der stationäre Aufenhalt vielleicht zu kurz?

ja, ich bin immer noch in Behandlung. Du hast recht, alleine würde ich das nie und nimmer packen.

Hm, der stationäre Aufenthalt war vier Monate. Dort meinten die Ärzte, ich könne gehen, da ich wieder rausging und so. Genau das ist auch mein Problem. Seit ich wieder arbeite und das gut packe sagen dauernd alle, du kannst ja. Aber wie sehr ich täglich kämpfen muss sieht keiner. Offenbar geht es mir schon wieder zu gut. ABer das kann doch nicht alles gewesen sein!? Das Leben darf doch nicht bloss aus Angst bestehen.

>>>Das Leben darf doch nicht bloss aus Angst bestehen.<<<

Nein, da geht die Lebensfreude verloren.

Vielleicht brauchst du wieder einen stationären Aufenthalt. Ich denke mal, ein Aufenthalt in so einem "geschützten" Raum ist mit dem realen Leben mit seinen Anforderungen nicht zu vergleichen, also wenn es dir damals in der Klinik besser ging, muss das ja nicht heißen, dass du schon fit für den Alltag warst.

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Hallo justscared,

Du machst schon eine Therapie und allein das ist mutig!
Immerhin scheinst du einen ganzen Berg an Arbeit vor dir zu haben-das ist ja auch kein Pappenstiel!
Dein Partner muss dafür Verständnis haben (er wusste ja von Anfang an,dass du krank bist) und dir Zeit geben,dich austherapieren zu lassen oder sich trennen.
Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
Ich hoffe,dein Gefühl sein Leben negativ zu beeinflussen (zumindest liest es sich so),verunsichert dich noch mehr und bremst dich nicht in deiner Therapie.

Alles Gute!

Du hast recht, genau das Gefühl habe ich. Ich glaube ich kann ihm nicht das bieten was er sich wünscht.

Zum Beispiel macht es mir Mühe, wenn ich neben meinen Kindern auch noch alleine auf seinen Sohn aufpassen muss. Denn da fühle ich die Verantwortung noch viel stärker.

Ausserdem möchte ich ihn auch nicht einschränken, denn ich bin ja die, die nicht normal ist. Nicht er.

Ausserdem macht diese Angst so verdammt abhängig. Ich habe Mühe, alleine zu Hause zu sein. Und wenn wir mal einen Streit haben gebe ich immer nach, weil ich denke, ich mache schon genug Mühe. Verstehst Du was ich meine? Er nützt das nicht aus, aber es fühlt sich dennoch schlecht an. Ich traue mich gar nie, für mich einzustehen, weil ich dauernd denke, ich kann froh sein, dass mich überhaupt jemand will.

Wenn du nie für dich einstehst wirst du auch keine gleichberechtigte Beziehung führen.
Ja,du bist krank,aber das heißt doch nicht,dass du zusätzlich noch ständig zurückstecken musst.
Was bringt das?Ihm nichts,weil sich in dir Druck anstaut und dir nicht,weil du dich "schlechter" machst als du bist und deine Energie für andere Dinge brauchst.
Weiß er denn,wie oft und wann genau du Panik hast?Hast du mal ganz offen mit ihm darüber gesprochen?
Hat mich gerade stutzig gemacht,dass du geschrieben hast,er würde seinen Sohn bei dir lassen.

Egal wie du dich entscheidest und was du machst:Ich wünsche dir viel Glück und das du deine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlierst!

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Besteht die Möglichkeit, dass Dein jetziger Freund auf Dich Druck ausübt, der zur Verschlimmerung der Symptomatik führt, weil Du bei "Druck von Männern/in Beziehung" einfach sensibel reagierst? Auf Deutsch: Dir ginge es besser, wenn er entweder vollstes Verständnis zeigen würde oder Dich wenigstens in Deinen Entscheidungen (bspw. nicht mit zu gehen) unterstützen würde, statt Dir Vorwürfe zu machen.
Mir kommt es eindeutig so vor, als ob er kein Verständnis für Dich hat sondern erwartet, dass Du Dich benimmst wie ein angstfreier Mensch.

Dann wäre eine Möglichkeit den Kontakt zum Freund mal eine Zeit lang total abzubrechen um zu sehen, ob dann eine Besserung eintritt.

Den Druck mache ich mir wohl selbst. Er ist höchstens enttäuscht. Aber das tut mir dann so weh, dass ich um das zu vermeiden über meine Belastungsgrenze gehe. Ich habe auch immer gleich Angst, nicht mehr liebenswert zu sein, wenn ich irgendwo mal nein sage.

Ich habe mir für dieses Jahr fest vorgenommen, auch mal nein zu sagen, wenn die Angst zu gross ist. Hoffe, dass ich das dann auch kann.

Hallo,

ich denke mal, dass du das mit deinem Therapeuten bzw. Psychologen besprechen solltest. Du fühlst doch ganz klar, dass es so nicht in Ordnung ist. In so einem Forum so eine wichtige Frage zu stellen und nach Hilfe zu fragen, scheint mir nicht der richtige Ort zu sein. Keiner hier kennt dich, alle werden es gut meinen, aber nur ein Profi kann dir hier helfen.

Was ich herauslese ist, dass du schnell wieder in eine neue Beziehung gegangen bist, ohne dass du dir genügend Zeit genommen hast, Vergangenes aufgearbeitet zu haben. Das was dir in deiner Ehe passiert ist, benötigt professionelle Hilfe und kann und sollte demnach auch nicht von 'Pseudo-Psychologen' hier beantwortet werden.

Du wirst doch bestimmt durch deinen Klinikaufenthalt zumindest Jemanden gefunden h haben, zu dem du Vertrauen hast aufbauen können. Diese Hilfe nun von einen neuen Lebenspartner zu erwarten, kann nicht richtig sein.

Ruf Jemanden an, sag, dass es dir nicht gut geht und dass du spürst, dass es sich verschlechtert.

Alles Gute für dich.

Das bespreche ich natürlich auch mit Psychologen etc. Klar habe ich eine Vertrauensärztin und so weiter.

Nur sieht die das Ganze eher gelassen. Sie meint, ich solle nicht so ungeduldig sein und mir nicht so einen Druck machen.

Ich bin nicht schnell in eine Beziehung gegangen, das habe ich wohl zu ungenau geschrieben. Die Trennung war 2006. Die Scheidung zog sich hin weil er nicht wollte/konnte. Ich war über vier Jahre alleine, bevor ich meinen jetzigen Partner traf und hatte in der Zeit auch intensiv Therapie gehabt, unter anderem eben auch stationär.

Die Situation verschlechtert sich auch nicht wirklich. Sie ist einfach stagniert. Natürlich ist das Forum hier nicht der Ort für irgendwelche Diagnosen, da hast du völlig recht. Ich hab mehr gedacht, dass vielleicht hier jemand Ähnliches erlebt hat und noch irgendwelche Therapien kennt von denen ich nichts weiss. Ich bin echt offen für alles, auch für alternative Therapie oder so. (wenn sie denn seriös sind)

Liebe Grüsse

Hallo,

jeder hat ja seine ganz persönliche Erfahrungen gemacht im Leben. Was bei mir funktioniert, muss bei dir nicht funktionieren. Ich hatte das Glück zweimal jeweils gute Psychologen zu treffen, denen ich mich wirklich anvertrauen konnte, die wirklich helfen konnten.

Ich habe leider auch den Fehler gemacht, dass ich meinem Partner zu viel abverlangt habe. Für mich selber weiß ich, dass ich, wenn ich spüre, dass mein Leben anfängt mir zu entgleiten, mir Hilfe suche.

Wünsche dir alles erdenklich Gute, dass du eine Lösung findest.

Lieben Gruss

Wenn du dem folgenden offen gegenüber stehst kannst du ein tibetisch-buddhistisches Mantra probieren: om mani peme hung immer wenn die Angst dich einholt. Tue es wenn du möchtest.

Natürlich ersetzt es keine Therapie, aber wenn du möchtest kannst du es ausprobieren.